Welche würdest Du denn da konkret sehen? Die ganze taktil-sensorische Geschichte ist mir z.B. eher fremd.
Ist wahrscheinlich eher allgemein auf den Thread bezogen, aber klar, das ist auch nicht meine Auffassung.
Tatsachlich eher der obige Gedanke, dass die Punkte, die bei isolierter Betrachtung in ersten Autismus-Tests zutreffen eben bei isolierter Betrachtung auf ADHS ggf. auch wunderbar durch ADHS erklärbar wären und inwiefern man hier nicht auf eine falsche Fährte gelangt und überhaupt eine Komorbidität vorliegt.
Ich bin kein Diagnostiker, leider hab ich gerade am Anfang meiner Diagnosen Reise, mit Diagnosen nur so um mich geworfen. Mach ich tatsächlich immer noch, blöde Pathologische Brille. Versuche es mir aber abzugewöhnen, was nicht einfach ist.
Schwarz Weiß und so.
Gibt auch Unterempfindlichkeit, ist ebenfalls eine Sensorische Besonderheit, wenn denn es bei einem Vorliegt.
Der AQ schlägt nicht nur bei ADHS aus, auch bei Sozialphobie z.B..
Ich denke auch, dass ADHS besonders ohne Hyperaktivität leichter übersehen wird als Autismus, wollte nur ergänzen, dass es trotzdem auch Kinder mit Autismus gibt, die übersehen werden.
Interessant, dass du das auch kennst. Ich habe Geschwister, und da ist auch eine dabei, die so ist, wie du es beschreibst, und ihr Mann ist auch so, es gibt Paranoia und alles Etablierte wird abgelehnt.
Die restliche Familie ist eher rational, aber hat einen ausgeprägten blinden Fleck beim Thema Autismus. Ich dachte immer, wie kann man all diese Auffälligkeiten nicht sehen, und neulich als meine Mutter dann zum ersten Mal sagte, dass sie gewisse Verhaltensweisen ihrer Enkel nicht normal findet, war ich so perplex, dass mir gar keine Antwort darauf einfiel. Seit meiner Kindheit wurde nie darüber gesprochen, dass was nicht stimmen könnte. Und mittlerweile gehe ich davon aus, dass in meiner Familie alle mehr oder weniger autistisch sind, und mindestens noch 3 weitere eine Diagnose bekommen könnten, bei zweien bin ich nicht sicher, die könnten im BAP-Bereich sein.
Das wäre ein Asperger, wie man es sich vorstellt, der Standard. In meiner Familie ist eher niemand eloquent (in meinem Fall kann ich nur gut schreiben, aber mündlich kommt davon nicht viel rüber). Bei den Kindern meiner Geschwister bekommt keiner den Mund auf. Der eine mit Diagnose hat eine Sprachentwicklungsstörung. Wahrscheinlich wurde er auch hauptsächlich deswegen diagnostiziert. Die andern können im Prinzip sprechen, tun es aber zu wenig. Es gibt Auffälligkeiten bei der Satzmelodie, oder bei der Lautstärke (zu laut oder zu leise).
Ich fürchte, das böse Erwachen wird noch kommen bei den Kindern meiner Geschwister. Ohne Diagnose besteht die Gefahr, dass sie in allen Bereichen scheitern werden. Mit Intelligenz alleine kommt man heutzutage nicht mehr weit, überall muss man reden und netzwerken können, sich selbstdarstellen usw., sich auch organisieren können.
Bei Mobbing denke ich, dass auch viel vom Umfeld abhängt, da kann man Pech haben oder auch Glück. Mit Glück ist man nur Außenseiter, was dem Selbstbewusstsein auch schon schadet, aber weniger schlimm ist als Mobbing. Und wenn man gemobbt wird, ist nicht gesagt, dass Erwachsene es bemerken oder deswegen etwas unternehmen.
Ich persönlich würde den Verdacht ernst nehmen und mich so gut wie möglich über Autismus im klinischen Bild informieren. Falls du der Mensch für starke Selbstreflektion bist, dann kannst du schauen, ob du dich darin wiederfindest. Ich sage hier bewusst klinisches Bild, weil zumindest Social Media keine gute Informationsquelle ist. Es gibt aber sehr gute Betroffenen-Berichte, z.B. die Comics von Daniela Schreiter. Solltest du dich in den Berichten wiederfinden, dann lohnt sich wohl eine Diagnostik. Falls sich für dich weiterhin alle Schwierigkeiten deutlich besser über die ADHS erklären lassen, ist das auch okay. Dann würde sich eine Diagnostik wohl nicht lohnen.
@Jajoov
Das ist eben der Punkt: ADHS allein lässt sich deutlich “einfacher” (im Kontext einfacher, nicht dass es generell leicht wäre!) maskieren als Autismus. Deshalb haben sich bei mir ja wie bereits beschrieben diese Zweifel eingeschlichen, ob jemand im Leben derart weit kommen würde ohne Diagnose, wenn er oder sie autistisch wäre.
Wie du eben sagst, man fällt sozial sehr stark auf normalerweise. Kinder merken es extrem schnell, wenn jemand anders ist und sie zeigen es dem Kind auch deutlich. Das kann mit entsprechender Anleitung durch Erwachsene durchaus in Akzeptanz enden, oder eben in Mobbing, wenn keine Grenzen gesetzt und Erklärungen geliefert werden.
Ich hoffe, deine Geschwister sehen eventuell doch noch ein, dass ihre Kinder Hilfe durch eine Diagnose brauchen könnten. Denn ich gebe dir recht, andernfalls drohen sie auf allen Ebenen zu scheitern. Soziale Fähigkeiten sind in der Berufswelt heute so extrem wichtig, dass man ohne nicht mehr klarkommt. Ich habe den Eindruck, dass diese klassischen Einzelgänger-Jobs immer weniger werden, aber das kann auch nur mein Gefühl sein.
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Generell… Leidensdruck ist das Eine, ein spezifisch autistisches Muster was anderes. Leidensdruck muss ernst genommen werden, aber Autismus darf nicht die einzig mögliche Erklärung sein, wenn etwas anderes wesentlich besser zu den Problemen passt. Und das ist so mein Problem mit einer leichten Vergabe von Autismus-Diagnosen, denn wenn das Spektrum irgendwann so riesig wird, dann droht die Diagnose ihre Bedeutung zu verlieren. Was dann wiederum Folgen für die Hilfen haben kann und das wäre schlimm für Betroffene.
Ist wohl eher die letzte, würde ich jetzt aus dem Bauch heraus sagen. ADHS wird recht häufig im Gegensatz dazu Diagnostiziert und sehr viele bekommen erstmal die ADHS Diagnose und dann die ASS.
Ich hab da jetzt aber mal eine Frage, wie kompensiert man eigentlich mangelnde Konzentration auch in Reizarmer Umgebung, dieses Symptom wird nämlich bei ADHS beschrieben?
hmmm, gute Frage. Du hast zwar schon eine Antwort von Chatgpt, aber ich würde aus meiner Erfahrung sagen, mit Zeit. Dann dauert halt alles länger. Eigentlich kann ich mich konzentrieren, aber ich schweife ständig assoziativ ab. Ist das bei euch auch so?
Nebenreiz schaffen, der nicht zu sehr ablenkt. Musikhören z.B. oder sonstiges Rumgerausche soll wohl helfen, das richtige zu finden ist dabei die Kunst.
Ahso, Upregulation natürlich… auch. Beingewackel und sowas oder Stift geklicker.
Edit: Ohne Medi mache ich das natürlich alles mit Medi auf Anschlag geht mir das alles auf den Senkel. Ok so Polyrythmen gehen glaube ich immer oder ich schlafen ein.
@Jajoov
Ja, so ist es bei mir auch. Ich habe ständig Assoziationen und denke dann teilweise mintenlang an etwas anderes, während beispielsweise das Hörbuch natürlich weiterläuft. Oder ich muss die Zeilen des Zeitungsartikels dann eben nochmal lesen.
Alternativ nervt ein Außenreiz, egal welcher Natur, und reißt mich ständig heraus. Das ist für mich wesentlich ätzender als die inneren Assoziationen.
@schlingelprinz
Mir hilft White Noise und ähnliches, weil es meinem Gehirn einen Faden liefert, der bleibt (so nenne ich das jedenfalls). Darüber hinaus: Tiefendruck durch ein Gewichtskissen und ein Drehstuhl. Plus Geduld und viele Pausen, besonders mit Bewegung.