Das wär dann okay. Obwohl es da auch wieder Leute gibt, die sagen, dass ein Spektrum nicht bedeutet, dass es eine Abstufung von schwer zu leicht gäbe, sondern dass jeder seine ganz individuellen Stärken und Schwächen hat, und dass auch ein sprechender und intelligenter Autist trotzdem genauso „tief im Spektrum“ sein kann. Er hat eben nicht die zusätzlichen Einschränkungen, die eine geistige Behinderung mit sich bringt.
Ich bin recht Klug aber bekomm Alltagspraktisch nicht so viel geschissen wie man eigentlich erwarten würde. Das ist die Lücke zwischen IQ und Adaptiven Funktionsniveau. Kann natürlich auch die ADHS sein… ich weiß es nicht.
Das Wort, was ihr sucht, ist „Broader Autism Phenotype“. Eine Art subklinische Kategorie für Menschen mit autistischen Merkmalen, die aber nicht einschränkend genug und/oder zu wenig sind für eine Diagnose. Ich hab noch nicht durchschaut, ob der Begriff nur für Angehörige von diagnostizierten autistischen Menschen gilt oder generell.
@LogLady Ich hatte diesen Schmerz unter MPH und ohne Medikamente deutlich, unter Elvanse fast gar nicht (mehr). Allerdings finde ich es schwer, von Schmerz zu sprechen, weil es sich für mich angefühlt hat wie für andere, wenn sie zum Beispiel richtig fiese Quietschgeräusche hören wie von Fingernägeln an der Schultafel. Ist das schon ein Schmerz? Ich kann das wirklich schlecht einschätzen.
Vor der Medikation war mir zwar koginitiv schon bewusst, dass die Reize mich überfodern, aber wie massiv das der Fall ist, weiß ich erst dank der Medikation. Denn jetzt ist es plötzlich weg sozusagen, zumindest zu einem großen Teil. In Stress-Situationen wird es immer noch genauso sein, denke ich mal.
Ich bin mal gespannt wie sich meine Verarbeitung von Mimik und Gestik weiter entwickelt, weil die Wirkung der Medikation sich eingependelt hat inzwischen.
Ja genau, da würde ich mich selbst einordnen.
@anon78052902 Danke für deine Einschätzung! Ich schreibe hier im Forum ja eher über meine Probleme, das verzerrt das Bild von mir vielleicht etwas. Es gibt auch einiges auf der Asperger/ASS Checkliste was ich nicht erfülle. Daher bin ich noch unsicher und erkunde momentan einfach für mich und meinen Sohn. Das hilft auch schon mal sehr!
Es tut mir sehr leid, wie es bei deiner Tochter gelaufen ist! Ich hoffe sehr, ihr findet noch einen Weg an eine anständige Diagnostik zu kommen. ![]()
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In den letzten Tagen hab ich mal bewusst drauf geachtet. Das Geschirrklirren ist schon eindeutig schmerzhaft. Es ist so ein kurzes Stechen im Kopf ausgehend vom Ohr, wie man es manchmal bei Kopfschmerzen hat (dann bei mir aber eher hinterm Auge). Oder vielleicht auch ein Ziehen in den Nerven wie beim Zahnarzt, wenn man mal mutig auf die Betäubung verzichtet hat. Ein Schmerz bei dem physisch nichts kaputt geht und der mit dem Geräusch zusammen aufhört.
Fingernägel auf Tafel hab ich zum Glück lange nicht mehr gehört und weiß nicht mehr ob das nur sehr unangenehm oder schon schmerzhaft war.
Das hatte ich fast exakt auf den Tag genau vorletztes Jahr erlebt. War richtig belastend die Situation.
Ist es bei dir wieder weg gegangen?
Unter Elvanse war es bei mir so schlimm, dass ich nicht mehr mit meiner Familie essen mochte. Beim Essen kann ich keine Ohrenstöpsel tragen, weil mich meine eigenen Kaugeräusche dann so stören. Ist jetzt zum Glück nur noch beim Geschirr Ein- und Ausräumen ein Problem und dafür liegen Ohrstöpsel in der Küche bereit.
Das kann ich jetzt so einfach nicht beantworten aber ja ist besser geworden, langanhaltender Stress ist mit einer der blödesten Verstärker.
Ohja, dieses Ziehen wie beim Zahnarzt kenne ich sehr gut von unangenehmen Geräuschen. Fürchterlich.
Weil ich die Geräusche von Metallbesteck auf Keramik-Tellern beim Essen so unangenehm fand, habe ich mir im letzten Jahr mal Plastikbesteck (zum Wiederverwenden, kein Einweggeschirr) besorgt und damit das Problem gelöst. Zumindest vorerst, denn leider ist Plastikgeschirr ziemlich kurzlebig und entweder muss ich mal Neues besorgen oder mich doch mit dem Metall anfreunden.
Geschirrklirren, also von Teller auf Teller, ist aber genauso unangenehm und fies.
…bei mir ist es Metall auf Metall. Dieses hohe „Pling“ kann ich absolut nicht ertragen. Das tut dann aber auch noch weh, wenn das Geräusch schon vorbei ist…
Liebe @LogLady , ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine guten Wünsche, dass ist so lieb von Dir.
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Dieser Nachhall-Schmerz (so nenne ich das mal) ist eine interessante Beobachtung. Ohne ADHS-Medikation hatte ich oft eine Art Echo des schmerzhaften Geräuschs im Kopf, was immens belastend war. Zum Glück ist das nun deutlich besser und meistens sogar ganz verschwunden.
Sowieso merke ich erst jetzt nach über zwei Wochen Medikation wie sehr die sensorische Belastung nun reduziert ist. Damit einhergehend auch die Reiz-Belastung. Es ist wirklich ein krasser Unterschied, was ich besonders beim Einkaufen merke.
Ich könnte das hier auch Tagebuch ergänzen, aber es passt für mich auch hierher, weil ich in diesem Thread nun schon seit fast einem Jahr diese Reise rund um meine ASS-Diagnose dokumentiere.
Nach fast acht Wochen Medikation (Elvanse, 30 mg) fällt es mir immer leichter Mimik und Gestik meines Gegenübers einzuordnen und zu lesen. Zunehmend wird es natürlicher, selbst wenn die Medikation meine eigene Mimik deutlich reduziert und ich daher die Emotionen nicht mehr so spiegele wie vorher. Oder vielleicht auch einfach nicht so schnell, sodass es jetzt auf normalem Level ist? Keine Ahnung, ob ich dazu mal Rückmeldung erhalte. Falls ja werde ich es für mich festhalten.
Die Sensorik ist noch so da wie vorher, soweit ich das einschätzen kann. Nur die Reizoffenheit generell ist durch die Medikation reduziert.
Ich glaube, die Tatsache, dass ich nun so viel besser Mimik lesen kann, spricht tatsächlich eindeutig gegen Autismus. Mit Autismus könnte ich das auch mit Medikamenten immer noch deutlich schlechter.
Der Wunsch nach Sicherheit durch Wiederholung bleibt, aber ich glaube mittlerweile, dass sich das durch meine Biografie erklären lässt.
Immer noch.
Danke für deine klare Darstellung; ich stehe an einem ähnlichen Punkt. Bei der ADHS-Diagnose lag mein Score bei Planung und Impulsivität außerhalb der Skala! Meine Frau meint, ich hätte „autistische Züge“, aber ich denke, es wäre anmaßend gegenüber wirklich Betroffenen, sich diese Diagnose selbst zuzuschreiben. (Einen Termin für eine Untersuchung zu erhalten, dauert ja bekanntlich ewig,) die Perspektive, dass ADHS bereits ausreicht, „autistische Züge“ hinreichend zu erklären, finde ich sehr „erfrischend“. Ich wünschte, die Gründe hinter Verhaltensweisen wären leichter zu verstehen, vor allem bei einem selbst.
Das wünsche ich mir auch. Mittlerweile denke ich, dass das ohne Hilfe von außen meistens nur sehr schwer möglich ist. Nicht weil jemand von außen besser weiß, was in einem selbst los ist, sondern weil wir häufig andere Menschen brauchen, um Verhaltensweisen zu besprechen und zu reflektieren.
Ich selbst bin auch nach einem Jahr nicht hundert pro sicher, was meine ASS-Diagnose angeht. Was ich mittlerweile sicher weiß ist aber, dass ich eine Form von Trauma-Folgestörung habe und dadurch bedingte starke soziale Ängste. Das erklärt für mich schon sehr viel.
Und mittlerweile bin ich sehr genervt von den Behauptungen in den sozialen Medien, dass wenn man neben dem „Chaos“ bei ADHS auch noch den starken Wunsch nach Routinen verspürt, man nach Autismus schauen sollte. Ja, das kann eine Option sein. Aber doch viel eher weil man starke soziale Probleme aufgrund der strikten Routinen hat, nicht einfach weil man ein paar Routinen im Alltag mag. Das gilt mit Sicherheit für die allermeisten Menschen, mit oder ohne Autismus.
Naja, ich darf mich nicht mehr über die Desinformationen aufregen.
Mein Tipp, ob mit ADHS, Autismus oder auch ohne: soziale Medien meiden.
Viel Dummheit dort, viel Negatives, gleichzeitig Darstellung einer polierten unrealistischen angeblich tollen Welt, viel Zeitverschwendung und vor allem nicht gut für das Dopamin-System. Macht am Ende unglücklich meines Erachtens nach.
Siehe oben ![]()
Autistische Züge haben einige Menschen ohne Autismus zu haben. Wenn jemand mit den Beinen zappelt und hyperaktiv ist hat er deswegen nicht ADHS.
Wenn jemand reizempfindlich ist hat er nicht automatisch Autismus oder ADHS.
Autismus ist ein ein tief verankertes fehlendes Verständnis bei sozialen Interaktionen welches zu richtigen Problemen im Alltag führen kann.
Das Vorhandensein eines Autismus wird nicht durch Selbstbeurteilungsbögen ermittelt, sondern durch ein anständiges Interview durch einen erfahrenen Diagnostiker.
Genauso sollte es auch bei ADHS sein.
Nicht nur dieses. Die haben oft genug (und zwar beide) selbst einen gehörigen Sparren in der Birne. Woher soll der Sprössling also ADHS oder ASS haben? Von uns jedenfalls nicht! Denn wir sind ja normal und arbeitssam, keineswegs stinkend faul und überall dagegen. Das wäre also nicht nur ein Angriff, sondern der Weltuntergang, der Untergang der eigenen falschen Idendität. Und das kann man sich von dem Sprössling, der einem ohnehin schon das halbe Leben versaut hat, nicht auch noch antun lassen. Ist eigentlich alles ganz logisch.
Schuld sind immer die anderen… weiß doch jeder.