Falsche Autismus-Diagnose - nur Kompensation des ADHS

Das wär dann okay. Obwohl es da auch wieder Leute gibt, die sagen, dass ein Spektrum nicht bedeutet, dass es eine Abstufung von schwer zu leicht gäbe, sondern dass jeder seine ganz individuellen Stärken und Schwächen hat, und dass auch ein sprechender und intelligenter Autist trotzdem genauso „tief im Spektrum“ sein kann. Er hat eben nicht die zusätzlichen Einschränkungen, die eine geistige Behinderung mit sich bringt.

Ich bin recht Klug aber bekomm Alltagspraktisch nicht so viel geschissen wie man eigentlich erwarten würde. Das ist die Lücke zwischen IQ und Adaptiven Funktionsniveau. Kann natürlich auch die ADHS sein… ich weiß es nicht.

Das Wort, was ihr sucht, ist „Broader Autism Phenotype“. Eine Art subklinische Kategorie für Menschen mit autistischen Merkmalen, die aber nicht einschränkend genug und/oder zu wenig sind für eine Diagnose. Ich hab noch nicht durchschaut, ob der Begriff nur für Angehörige von diagnostizierten autistischen Menschen gilt oder generell.

@LogLady Ich hatte diesen Schmerz unter MPH und ohne Medikamente deutlich, unter Elvanse fast gar nicht (mehr). Allerdings finde ich es schwer, von Schmerz zu sprechen, weil es sich für mich angefühlt hat wie für andere, wenn sie zum Beispiel richtig fiese Quietschgeräusche hören wie von Fingernägeln an der Schultafel. Ist das schon ein Schmerz? Ich kann das wirklich schlecht einschätzen.

Vor der Medikation war mir zwar koginitiv schon bewusst, dass die Reize mich überfodern, aber wie massiv das der Fall ist, weiß ich erst dank der Medikation. Denn jetzt ist es plötzlich weg sozusagen, zumindest zu einem großen Teil. In Stress-Situationen wird es immer noch genauso sein, denke ich mal.

Ich bin mal gespannt wie sich meine Verarbeitung von Mimik und Gestik weiter entwickelt, weil die Wirkung der Medikation sich eingependelt hat inzwischen.

Ja genau, da würde ich mich selbst einordnen.

@AbrissBirne Danke für deine Einschätzung! Ich schreibe hier im Forum ja eher über meine Probleme, das verzerrt das Bild von mir vielleicht etwas. Es gibt auch einiges auf der Asperger/ASS Checkliste was ich nicht erfülle. Daher bin ich noch unsicher und erkunde momentan einfach für mich und meinen Sohn. Das hilft auch schon mal sehr!

Es tut mir sehr leid, wie es bei deiner Tochter gelaufen ist! Ich hoffe sehr, ihr findet noch einen Weg an eine anständige Diagnostik zu kommen. :shamrock::crossed_fingers::people_hugging:

In den letzten Tagen hab ich mal bewusst drauf geachtet. Das Geschirrklirren ist schon eindeutig schmerzhaft. Es ist so ein kurzes Stechen im Kopf ausgehend vom Ohr, wie man es manchmal bei Kopfschmerzen hat (dann bei mir aber eher hinterm Auge). Oder vielleicht auch ein Ziehen in den Nerven wie beim Zahnarzt, wenn man mal mutig auf die Betäubung verzichtet hat. Ein Schmerz bei dem physisch nichts kaputt geht und der mit dem Geräusch zusammen aufhört.

Fingernägel auf Tafel hab ich zum Glück lange nicht mehr gehört und weiß nicht mehr ob das nur sehr unangenehm oder schon schmerzhaft war.

Das hatte ich fast exakt auf den Tag genau vorletztes Jahr erlebt. War richtig belastend die Situation.

Ist es bei dir wieder weg gegangen?

Unter Elvanse war es bei mir so schlimm, dass ich nicht mehr mit meiner Familie essen mochte. Beim Essen kann ich keine Ohrenstöpsel tragen, weil mich meine eigenen Kaugeräusche dann so stören. Ist jetzt zum Glück nur noch beim Geschirr Ein- und Ausräumen ein Problem und dafür liegen Ohrstöpsel in der Küche bereit.

Das kann ich jetzt so einfach nicht beantworten aber ja ist besser geworden, langanhaltender Stress ist mit einer der blödesten Verstärker.

Ohja, dieses Ziehen wie beim Zahnarzt kenne ich sehr gut von unangenehmen Geräuschen. Fürchterlich.

Weil ich die Geräusche von Metallbesteck auf Keramik-Tellern beim Essen so unangenehm fand, habe ich mir im letzten Jahr mal Plastikbesteck (zum Wiederverwenden, kein Einweggeschirr) besorgt und damit das Problem gelöst. Zumindest vorerst, denn leider ist Plastikgeschirr ziemlich kurzlebig und entweder muss ich mal Neues besorgen oder mich doch mit dem Metall anfreunden.

Geschirrklirren, also von Teller auf Teller, ist aber genauso unangenehm und fies.

…bei mir ist es Metall auf Metall. Dieses hohe „Pling“ kann ich absolut nicht ertragen. Das tut dann aber auch noch weh, wenn das Geräusch schon vorbei ist…

Liebe @LogLady , ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine guten Wünsche, dass ist so lieb von Dir.
:white_heart:

Dieser Nachhall-Schmerz (so nenne ich das mal) ist eine interessante Beobachtung. Ohne ADHS-Medikation hatte ich oft eine Art Echo des schmerzhaften Geräuschs im Kopf, was immens belastend war. Zum Glück ist das nun deutlich besser und meistens sogar ganz verschwunden.

Sowieso merke ich erst jetzt nach über zwei Wochen Medikation wie sehr die sensorische Belastung nun reduziert ist. Damit einhergehend auch die Reiz-Belastung. Es ist wirklich ein krasser Unterschied, was ich besonders beim Einkaufen merke.