Falsche Autismus-Diagnose - nur Kompensation des ADHS

Merci für Dein Verständnis @KiwiSam . :white_heart:

Leider ist das mit der Zweitmeinung auch ein Problem, und zwar weil sich die Hausärztin weigert eine neue Überweisung auszustellen um überhaupt eine Zweitmeinung einholen zu können.

Ach es ist verschissen, Sorry für meine Wortwahl, aber leider fällt mir dazu keine andere Wortwahl ein, weil das halt wirklich nur Sch**sse ist.

Hier bringt ihr jetzt aber etwas durcheinander.

Sensations Seeking bedeutet eigentlich, dass jemand auf der Suche nach aufregenden und neuen Reizen ist z.B. Großveranstaltungen, Reisen, Mutproben, riskante Sportarten, Rivalität usw.

Das ist nicht dasselbe, wie Sensory Seeking, wo es meines Wissensstandes keine generellen Unterschiede zwischen ADHS und Autismus gibt.

Was ich meinte ist, dass ein beträchtlicher Teil von ADHSlern Sensation Seeking braucht um das ADHS-Gehirn vor einer Art Ermüdungszustand zu bewahren. Starke Reize, zu denen ganz besonders auch soziale Reize gehören, könne die Aktivität mitunter in kortikalen Hirnregionen erhöhen, was wiederum zu einem Dopamin Ausgleich führen dürfte. Hoffentlich ist das nicht zu unwissenschaftlich, aber ich möchte das Problem so einfach, wie möglich beschreiben.

Das soll nicht heißen, dass auch für ADHSler dadurch eine belastende Reizschwelle ebenso überschritten werden kann, aber diese Reizschwelle dürfte deutlich höher sein.

Beispiel schwaches synaptisches Pruning bei bestimmten Ursachen von Autismus: Zu viele Informationen werden gleichzeitig wahrgenommen und verarbeitet. Das ist mehr als ein Hintergrundrauschen, das sich mit einfachen „Lifehacks“ regulieren lässt. Jeder neue Reiz, jede Interferenz löst extremen Stress aus und bringt das Gehirn innerhalb kürzester Zeit an seine Leistungsgrenze.

Der Botenstoff erreicht den frontalen Kortex bei einem zu dichten Synaptischen Netz nur unzureichend, alles was die Aktivität der Neuronen übermäßig aktiviert, erzeugt nämlich dann den entgegengesetzten Effekt.

@KiwiSam , jedenfalls ist es bei uns in der Schweiz leider so das Du wenn Du einmal bei einer ärztlichen Diagnose Pech hattest, danach deshalb für den Rest Deines Lebens unter Deiner „falschen Diagnose“, oder respektive unter Deiner nicht richtig erstellten Diagnose LEIDEN musst.

Denn wurdest Du Einmal von einer Institution wie z.B. dem psychiatrischen Notfalldienst diagnostiziert, und auch wenn die Umstände dazu noch auch sooowaaas von Hahnebüechend waren, wird man Dir versuchen möglichst viele Steine in den Weg zu legen, nur um jeden Preis verhindern zu können, dass Du womöglich „zurecht“ einen Anspruch auf IV-Leistungen (Invalidenversicherungs Beiträge) haben könntest.

Denn nichts ist in der Schweiz schlimmer, als wenn Menschen arbeitslos oder IV-Rentner:innen sind, heisst solche Menschen gelten als Schmarotzer, und nicht als Menschen die vom Staat Hilfe brauchen.

Und jedenfalls ist deshalb die Aussicht um in der Schweiz staaliche Unterstützung zu bekommen, logischerweise nicht sehr gross.

Sondern sogar im Gegenteil, heisst bist Du wirklich ein armer und kranker Mensch, dann darfst Du auf garkeinen Fall Mitleid von Deinen Mitmenschen in der Schweiz erwarten, sondern wirst von diesen sofort als „arbeitsfaul“, oder als „Hypochonter“ bezeichnet, und das ganz besonders wenn es sich um psychische Leiden handelt.

Und dahingehend hierzulande die allgemeine Meinung vorherrscht, dass es sich bei solchen Menschen eh nur um Menschen handeln kann welche sich eine staatliche Unterstützung „erschleichen“ wollen, und zwar nach deren allgemein anerkannter Ansicht nach, schlichtweg und einfach nur aus „Faulheit und weil diese Leute nicht eine 100% Arbeitskraft erbringen wollen“.

Und leider ist so eine bösartige Meinung über kranke Menschen in unserer Gesellschaft „überall normal“, statt das man solche bösartigen Unterstellungen gegenüber kranken Menschen endlich Mal ernsthaft in Frage stellen würde!.

Und anderseits wollen dann ausgerechnet solche Menschen angeblich „Supergute Christen“ sein, die anderen helfen wollen, dass ich nicht Lache.

P.s.
Und zu allem dazu kommt dann noch das die Kosten für einen Rechtsbeistand dermassen hoch sind, dass sich das solche Menschen die in arm sind und sich in einer Notsituation befinden sowieso nicht leisten können um für ihre Rechte vor Gericht kämpfen zu können, denn Rechtsprechung in der Schweiz muss man sich leisten können, und das können die wenigsten, wenn überhaupt.

Bei dem Punkt habe ich keinen Unterschied gemerkt, aber ich bin mit MPH gesprächiger, das fiel mir auf. Wenn die Dosis zu hoch ist, fange ich an zu stammeln, aber wenn sie genau richtig ist, dann fallen mir Gespräche leichter.

Zum Thema Überreizung: Mich würde interessieren, ob sich ADHSler ohne Autismus bei dem Film" The Accountant" angesprochen fühlen, bei der Szene, wo der Hauptdarsteller nach einer für ihn unbefriedigend verlaufenen Situation selbstverletzendes Verhalten betreibt und sich dabei absichtlich mit Lärm, Blitzlicht und Schmerz reizüberflutet? Würde ein ADHSler sowas auch machen? Oder ist das ein Autisten-Ding?

Ist das nicht ein Trauma Ding durch die Erziehung? Also quasi eine schädliche Form von Stimming. Der Vater hat ihn doch zu härte erzogen oder sowas. Müsste den Film nochmal schauen, habe nur grad ein kurzen yt clip geguckt.

Edit: Ich habe oft sowas „ähnliches“ in der Art gemacht im Grunde und mich mit Alk statt Pillen betäubt dabei.

Edit2: Ich glaube auch diese impulsiven „jetzt erst recht“ Einfälle von meiner Mum haben vielleicht dazu beigetragen. Wäre möglich. Keine Ahnung.

Ja, in seinem Fall war die Erziehung besonders hart. Er wurde zum Ignorieren seiner Bedürfnisse und zum Aushalten von allem erzogen. Aber ich kann die Gefühlslage gut nachvollziehen auch ohne derart harte Erziehung. Vielleicht reichen bei Autismus schon die normalen Lebenserfahrungen aus, um sowas auszulösen. Selbstverletzendes Verhalten an sich hat in erster Linie mit Lebenserfahrungen zu tun, nehme ich an, aber die Art wie er sich selbst verletzt (mit Reizen zudröhnen, die man sonst eher meiden würde), da habe ich mich gefragt, ob das mit Autismus zu tun hat, und ob es bei jemandem mit ADHS ohne Autismus gleich oder anders wäre. Danach könnte man überlegen, ob Reizüberflutung bei Autismus etwas anderes bedeutet als bei ADHS oder ob es ähnlich ist. Aber wenn jemand überhaupt keine Neigung zu selbstverletzendem Verhalten hat, wäre das wohl schwer zu beantworten, weil er weder mit Autismus noch mit ADHS so etwas tun würde.

Also ich wüsste was ich tun muss um mein kleinen Autisten in mir wieder ruhig zu stellen. Keine Ahnung wie das bei anderen ist, gibt aber definitiv Sinnvollere Wege, die Selbstfürsorglicher und Regulierend sind, ist nur nicht immer so einfach.

Ich kenne den Film nicht, daher kann ich zu der spezifischen Situation in der Szene nichts sagen.

Ich bin aber der Meinung, diese spezielle Form von Selbstverletzen wäre bei ADHS ohne Autismus nicht „erfolgreich“, weil ein allistischer Mensch sich auf diese Art normalerweise keine Schmerzen zufügen kann. Mit ADHS wäre man dann zwar überfordert, genervt und vielleicht auch sehr reizbar, aber man würde keine körperlichen Schmerzen spüren. Soweit ich mal gelesen habe, ist das bei Autismus aber der Fall. Keine Ahnung, ob das stimmt.

Was bei ADHS sein könnte: die starken Reize machen wach und holen aus der Gefühlsspirale raus.

Das ist ein interessanter Gedanke. Es sind vielleicht nicht direkt körperliche Schmerzen, aber seelische Schmerzen, die man durch unangenehme Reize hat. Er hat sich im Film zusätzlich noch körperliche Schmerzen zugefügt.

Ah dann kannst du für dich persönlich zumindest sagen, dass du keine körperlichen Schmerzen bei unangenehmen Reizen empfindest? Ich denke mal, das wird sicher individuell sein.

Du hattest weiter oben noch was zur Gesprächigkeit unter Medikamenten gesagt, das fand ich auch interessant. Unter Elvanse fallen mir Gespräche deutlich leichter, das kenne ich also auch. Sie sind lange nicht mehr so anstrengend. Warum genau, kann ich noch gar nicht so definieren.

Ja, ich glaube schon. Ich wüsste auch nicht, wo genau etwas dann wehtun würde. Ich empfinde es mehr als eine Art Panik, wenn etwas sehr unangenehm ist, weil man Angst hat, dem nicht ausweichen zu können, und dass es dann schlimm wird.

Danke für die Erklärung!

Ich hatte angenommen, es täte eventuell tatsächlich in den Ohren weh bei Geräuschen oder in den Augen bei Licht. Hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an, aber ich hatte es ernsthaft immer so verstanden :sweat_smile:

Diese Panik kenne ich auch. Mit Medikation ist es deutlich besser, ohne ist es furchtbar.

Also ich habe das. Ich meine aber dass das mehr mit Trauma statt Autismus zutun hat. Das gehört aber dann eher in die Richtung Hyperakusis oder sowas. Ich will jetzt kein Blödsinn erzählen muss grad mal nachlesen.

Also einmal mit schmerz und einfach „nur“ zu laut.

Edit: Denke beides. Da das mit dem Schmerz nur in speziellen Situationen aufgetreten ist, bei bestimmten Geräuschen. Gefahrenabwehrscan inklusive.

Hallo Liebe:r @KiwiSam , also bei mir persönlich ist es tatsächlich so das mir z.B. sehr helles und grelles Licht, sowie ständiger Lärm, heisst sei es sowohl von ständigem Radio oder Musik Gedudle, oder ständigem Geschwätz, oder Fahrlärm, oder Maschinenlärm, oder das für mich zu intensive Tick-Geräusch einer Uhr, oder das unendliche Tropfgeräusch eines undichten Wasserhahns, oder ähnliches, was heisst: im Prinzip alles was es generell an Non-Stop Geräuschen im Hintergrund gibt, jedenfalls mir ganz persönlich, tatsächlich und absolut wirklich „körperliche Schmerzen“ bereitet.

Und zwar meistens zuerst in Form von langsam aber immer stärker ansteigenden Kopfschmerzen welche sich je länger ich solchen Zuständen ausgesetzt bin, von zuerst nur leicht, oder nur diffus, „mit der Zeit“ immer stärker, bis schlussendlich irgendwann, heisst wenn das Fass endgültig übergelaufen ist, sich dann bis zu einem erstens „unerträglichen Zustand von starken Kopfschmerzen steigern kann“, bis sich zweitens zu sehr unangenehmen Schmerzen im oberen Nacken und und Schulter Bereich, als sowohl auch in Form von Magen Darm Beschwerden jeglicher Art äussern kann.

Und in so einem Moment, den man glaube ich Meltdown nennt, heisst wo ich die Überreizung meiner Sinne nicht mehr ertragen kann.

Ich dann irgendwie in einen Zustand komme wo ich unbedingt, und vor allen Dingen sofort Ruhe brauche.

Da ich ansonsten durch diese nervliche Überlastung, tatsächlich eine starke Aggressivität in meiner Bauchgegend aufkommen spüre, welche ich dann sehr oft leider nicht mehr kontrollieren kann, sondern mich in diesem Moment meinen viiieeelll zu starken Gefühlen meistens total ausgeliefert fühle, und was sich tatsächlich extrem Sch**sse anfühlt.

Ist bei mir so! Geschirrklirren und ähnliche Geräusche schmerzen in meinen Ohren, grelles Sonnenlicht sticht in den Augen. Allerdings auch nicht immer. Unter Elvanse war es ganz schlimm, unter MPH im Rebound etwas verstärkt und generell bei Stress und Erschöpfung. Ohne Medis merke ich es nicht so aber dann übertönt das ablenkende Gewusel im Kopf einfach viele Empfindungen.

(Hab keine ASS Diagnose aber zumindest ein paar autistische Eigenschaften.)

Kann sich überschatten, kommt halt bei beiden vor. Diese meine Aussage bitte mit Vorsicht genießen, habe es gerade nur nochmal überflogen. Muss also nicht Trauma sein kann aber auch davon kommen und beides kommt natürlich auch vor also traumatisierter Autist.

Dies das jenes.

Hallo @LogLady , Sorry aber wenn Du mich fragen würdest, dann würde ich persönlich zumindest sogar ehr darauf tippen das Du persönlich eventuell in einer sogenannten „Vorstufe“ von einer Autismus Spektrum Störung angesiedelt sein „könntest“, heisst das es sich bei Dir „eventuell“ um das handeln könnte was in der Vergangenheit als sogenannte „Asperger Störung“ galt, und aber heute diese Bezeichnung inzwischen vermieden wird, weil Dr. Asperger heutzutage natürlich zurecht mit Nazi-Deutschland in Verbindung gebracht wird.

P.s.
Und um das Selbe handelt es sich übrigens meiner persönlichen Einschätzung nach auch bei meiner überaus geliebten Transtochter, welche aber eben leider wie gesagt garkeine Asperger Störung Diagnose bekam, und DAS obwohl die Anzeichen „die dafür sprechen“, total offensichtlich sind.

Bei mir ist das nicht, wie ein richtiger physischer Schmerz, sondern eher wie ein Belastungsschmerz. So wie wenn man versucht etwas zu tragen, das für einen eigentlich viel zu schwer ist z.B. eine Waschmaschine. Die Muskeln dann tun zwar weh aber es ist trotzdem nicht so, als hätte man sich in den Arm gesägt.

Wenn ich einmal am Tag kurz in ein Neonlicht sehe, macht mir das nicht viel aus, aber sobald mehrere Minuten oder viele Male daraus werden, fängt es an mich richtig zu blenden und kann auch ein bisschen schmerzen.
Noch schlimmer wird es, wenn der Kontrast sehr hoch ist, wie bei Autoscheinwerfern in der Nacht.

Meistens ertrage ich auch Lärm für längere Zeit. Stunden später, meistens am Abend beginnt dann aber ein Rauschen in den Ohren, Kopfschmerzen, genau wie bei @AbrissBirne und manchmal läuft noch die Nase. Manchmal kommt noch Herzstolpern dazu.

Ich habe mich noch nie absichtlich selbst verletzt. Lieber ziehe ich mich zurück, wenn es zu viel wird.
Paradoxerweise werde ich Abends immer zappelig, als ob sich ganz viel Spannung entladen müsste.

Das Asperger-Syndrom ist aber keine Vorstufe einer Autismusspektrumstörung, sondern ein Teil davon. Genau genommen gibt es das Asperger-Syndrom in der ICD-11 nicht mehr als eigene Diagnose, sondern es wurde ins Autismusspektrum integriert. Alle sprechenden Autisten ohne geistige Behinderung gehören jetzt in die gleiche Kategorie genannt 6A02.0 „Autismus-Spektrum-Störung ohne Störung der intellektuellen Entwicklung und ohne Beeinträchtigung der funktionalen Sprache“. Der Grund ist, weil eine klare Abgrenzung zwischen Asperger und HFA nicht möglich ist.

Ich glaube die liebe @AbrissBirne meinte mehr am „Rand“ oder am „äußeren Rand angesiedelt“ also nicht „tief im Spektrum“.