Familienfeier- noMore ?!

Hallo

Der Geburtstag des Schwiegervaters steht an, er wird 90, bin mitgefahren 6 Stunden, direkt nach der Arbeit mitgefahren nach 12 Stunden Arbeit, da lauter langweilige Leute, und Leute, die ich nicht leiden kann und umgekehrt, mit diesen an einem Tisch zu sitzen und das den ganzen Tag, das macht mich fertig, ich hab das die Jahre über über wieder mitgemacht, ich merke ich kann mich gar nicht mehr anpassen, ich kann nicht mehr so tun, als ob und keinen langen Smalltalk mehr führen, ich hätte nicht mitgehen sollen, wem geht es auch so, ihr könnts einfach nicht mehr, lange funktioniert aber irgendwann nicht mehr

Ich habe beruflich viel mit Kunden zu tun, aber die kommen und gehen, hier muss ich einen ganzen Tag aushalten, das klingt sehr wenig, aber ich merke das geht gar nicht mehr. Ich merke jetzt schon ich bin total gestresst, obwohl die Feier morgen ist. allein der Aufenthalt beim Schwiegervater, diese langweiligen Gespräche, diese nervige Art, ich Ertrags einfach nicht mehr, als ob ADHS noch schlimmer geworden ist oder die Nerven dünner

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Was brauchst du jetzt? Ideen, wie du damit umgehen kannst? Mitgefühl und Verständnis?

Mein Bewunderung hast du schon für die Fahrt nach einem Arbeitstag!

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Krank melden?

Kopfschmerzen etc? Wäre ja nicht mal gelogen.

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Naja wie ihr mit sowas umgeht

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Hm, schwierig, denn ich wäre wahrscheinlich drastisch.

Inzwischen würde ich auch meine eigenen Bedürfnisse oder Befindlichkeiten nicht mehr um jeden Preis denen anderer unterordnen, auch keinem 90sten Geburtstag.

Es gäbe sicherlich einiges abzuwägen, deshalb kann ich dir da jetzt auch nicht die eine Antwort geben.

Vor allen Dingen, du bist ja bereits unterwegs, da gilt es jetzt ja eher um Schadensbegrenzung für dein überflutetes System.

Da wäre dann die Frage, wieviel weiß das dortige Umfeld von dir, wie offen und ehrlich kannst und willst du überhaupt sein?

Das interessiert da niemanden

Naja ich hab halt gemerkt, dass ich bei langweiligen und nicht passenden Leuten keine Lust mehr habe und schneller genervt bin als zuvor

Für viele nicht verständlich, da man als erwachsener Mensch da durch kann…

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Doof ist eben, wenn man nicht kommen und gehen kann wie man möchte. Denn dann würde man dem Geburtstagskind gratulieren und noch ein Stück Kuchen oder Ähnliches verzehren und sich nach 20 oder 30 Minuten freundlich verabschieden.

(Ich werde in nächsten Leben Bürgermeister. 100-jährigen gratulieren, aber wenn man nach 10 Minuten leider weiter muss, meckert niemand und alle bedanken sich sogar.)

Das geht aber leider nicht, wenn man durch gemeinsame Autofahrt an andere Teilnehmer/innen gebunden ist. Aber die Feier verlassen, einen Spaziergang machen und nach einer Weile zurück kommen dürfte vielleicht möglich sein?

Wenn jemand starke Kopfschmerzen hat oder gerade eine Nachtschicht hinter sich, müsste schließlich auch Jede/r Verständnis haben, wenn man sich zurück zieht und dann wird einem vielleicht sogar ein anderer Raum angeboten, wo man sich hinlegen kann?

12 Stunden Arbeit und 6 Stunden Fahrt, das ist ja sogar nicht weniger schlimm als eine überstandene Nachtschicht, da wären auch Neuronormale fertig.

Schön ist immer, ein Kleinkind dabei zu haben, man hat immer einen Vorwand rauszugehen, auch wenn das Kind von sich aus eher bleiben würde. Langweiliger Gottesdienst mit zäher Predigt? Wenn man mit Kind den Ort verlässt, guckt niemand böse, sehr praktisch. :adxs_jaaay:

Same. War ein steiniger Weg aber inzwischen stelle ich meine Bedürfnisse vorne an. Zu viel people pleasing Jahre lang betrieben…

Das kenne ich so gut…da reißt mir schnell der Geduldsfaden.

Eben

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Emotionale Erpressung, so ist es für mich und ich bin nicht mehr bereit, mir das anzutun.

Familie, ein großes Konglomerat an Erpressungswilligen, manche vielleicht bloß unbewusst, aber das schlechte Gewissen, das so einige Äußerungen verursachen können, bedenkt kaum jemand.

„ach komm, stell dich nicht so an - 90 überlege mal vielleicht zum letzten Mal - du bist aber undankbar“ und so weiter und so fort, kennen wir doch, oder?

Und dann lasse ich mich belatschern und mutiere wieder zum Kleinkind, weil böser Blick, vorwurfsvoller Tonfall etc.pp

Ganz genau so, prima, das du es bereits so zeitig für dich klären konntest. Ich bin so unendlich vorbelastet, daß hat gedauert.

Dafür jetzt umso radikaler, hilft ja nix, wenn ich es nicht tue, niemand anderes regelt für mich.

Vielleicht kannst du @MelaMela aus diesem 90sten so eine Art „Seminar/Fortbildung“ machen und testen sowie beobachten.

Was passiert…

  • wenn du nein sagst?
  • dich aus ermüdenden Situationen heraus nimmst?
  • dich überhaupt zurück ziehst?

So kleine Schritte, Widerworte geben, was auch immer du gerade schaffst.

Erst gucken viele verdutzt, „so kenne ich dich aber gar nicht“ kommt dann schon mal beleidigt zurück.

Klar, gewöhn dich besser dran, denn ich höre jetzt Stück für Stück auf, zu tun, was ihr wollt.

Unbequem für euch, gesünder für mich.

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Beim aktuellen Termin kannst du komplett auf die Notbremse „krank“ treten und zuhause bleiben.

Oder die oben schon genannten Tricks anwenden und dich innerhalb der Veranstaltung rausziehen - mal ein Stündchen hinlegen, Luft schnappen gehen, Kinder bespaßen, irgendwas Fehlendes einkaufen - um dich aus der unerträglichen nervtötend-statischen Situation zu befreien.

Für die nächsten Male das Gespräch mit dem Partner suchen: Wie sind die Termine für ihn? Wie viel Unterstützung braucht er von dir zu seiner Co-Regulation? Kann er auch mal alleine hin? Könnt ihr mit guter Argumentation gemeinsam verkürzen oder absagen „wir werden ja alle nicht jünger“. Könnt ihr da gemeinsam an einem Strang ziehen?

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Kann’s total verstehen

Ich finde Familienfeiern auch immer unheimlich anstrengend, selbst wenn ich einen größten Teil davon tatsächlich auch mag :wink:

Bin meistens eher etwas abseits, weil ich ebenso kein Fan von Smalltalk bin (und das einfach auch nicht kann).

Daher bin ich gerne das schwarze Schaaf und alle denken l, ich will nichts mit denen zu tun haben. Was eigentlich gar nicht so ist.

Aber familiäre Treffen in italienischen Familien (meine Frau ist Italiener innen) sind fast immer groß bis sehr groß.

Dann kannste der älteren Generation oft auch nicht klar machen, was in dir abgeht und wieso du nicht immer mitten drin bist und dich eher ein wenig abschottest.

Da verstehen die meisten schon das „Konzept“ von Depression nicht, da können sie mit ADHS erst Recht nichts anfangen (kannst erklären, versteht und glaubt aber keiner).

Ist mir einfach zu viel, zu laut, sozialer „Druck“.

Bin danach auch immer total fertig. Hab auch manchmal wie ein Kater am nächsten Tag (obwohl keinerlei Alkohol).

Früher hab ich immer gedacht, das kommt vom schlafen. Mittlerweile hab ich gelernt, dass man auch ein „Social Kater“ haben kann :exploding_head::exploding_head::exploding_head:

Und von der Jugend bis in meine 30er hab ich es mir halt immer mit Alkohol „erträglich“ gemacht :see_no_evil_monkey:

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Jetzt hab ich wirklich lachen müssen, ich seh das jetzt als Seminar oder Fortbildung, und ich könnte mich auch noch ein bisschen betrinken, das ist eine gute Idee

Ja, für mich ist es auch etwas Neues, eine neue Erfahrung, dass ich so schnell genervt bin, auch noch ungeduldiger wie früher, und auch überhaupt nicht mehr bereit mich groß anzupassen. Weil im Job ist das okay, dann muss das halt irgendwie sein aber privat hab ich keine Bock mehr dazu. Und ich bin eh nicht so der Typ, der lang irgendwo sitzen kann also wird das auch lustig

Danke für eure Antworten

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Ich erinnere mich gerade auch daran, als ich sehr jung war, meine Eltern besucht habe, da war es auch immer so langweilig da hat meine Mutter gesagt du bist ständig am rumlaufen und zappelst

rum. Bleib doch einfach mal sitzen. Dann hab ich das irgendwie gelernt, sitzen zu bleiben aber war dann im Hirn total matschig mit den Jahren.

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Ein kleiner Erfolg war auf jeden Fall schon, dass ich heute nicht mit im Altenheim bei der Schwiegermutter war, ich mag Altenheime nicht ihren Geruch, und auch die Erinnerungen nicht von früher mit meinen Großeltern. Das habe ich für mich auf jeden Fall schon mal durchgesetzt.

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Ach schön, Lachen ist so wichtig und du konntest die Ideen sogar noch ausbauen.

Einfach mal oder auch mal eben, dazu die elterliche Autorität und das Ergebnis spüren wir noch heute.

Seminarziel für den ersten Tag kann sich doch sehen lassen, kleine Schritte, auch dabei hilft Routine und jetzt zum Abschluss des erfolgreichen ersten Tages
:clinking_glasses:

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Wieso „als ob“?

Mit der Zeit werden die Nerven tatsächlich dünner. Man hat ja schon wiederholt die gleiche negative Erfahrung gemacht. Wieso sollte man da jetzt eine Verbesserung erwarten?

Meine Herangehensweise an solche Präsenzverantaltungen:

Erst alle Hände schütteln, dann dem Geburtstagskind gratulieren, dann noch das gemeinsame Essen futtern (während sich überall Grüppchen bilden denen ich sowieso nicht angehöre - und auch nicht will).
Danach auf die Toilette und dann still und heimlich verschwinden. Fällt eh Niemandem auf.

Vor meiner Abstinenz hätte ich mich stattdessen an ein bis zwölf Bieren festgehalten und eine Schachtel Zigaretten geraucht - und wäre aus Angst vor der Verabschiedung der Letzte gewesen, der die Feier verläßt.

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Das ist doch ein echter Fortschritt, ich freue mich für dich!

Noch so einer :see_no_evil_monkey:

Diese Art der Selbstmedikation habe ich früher auch oft betrieben.

Ich hatte immer das Gefühl, dass ich erst nach 2-3 Bier „ich selbst“ bin, weil davor die Depression, Selbstzweifel und undiagnostiziertes ADHS im Weg standen.

Nur leider hab ich die ideal Dosis sehr oft stark überschritten.

Seit meinem ersten Kind trinke ich fast überhaupt nicht mehr.

Aber seit dem bin ich halt immer am Rand des Geschehens weil

Das wollen wäre es gar nicht. Je nach dem. Ist mir aber zu viel.

Wenn uns 1-3 Leute besuchen, passt das. Zu viel Trubel macht unglaublich viel Lärm, das laugt so aus. Seit meiner Diagnose weiß ich jetzt auch warum. Meine Frau meinte früher immer, ich sei es halt nicht gewohnt, sie ist halt damit aufgewachsen.

Jetzt weiß, zumindest ich, es besser, woher es kommt, wieso. Besser ist es dadurch nicht geworden…

Der Verlobte von meiner Schwägerin z.B. ist so ne richtige Labertasche. Es klingt jetzt echt böse, aber als der IQ ausgewürfelt wurde, hat er leider nicht den Hauptgewinn gezogen. Aber der redet halt mit jedem, endlos, und oft wirklich den letzten Quatsch.

Aber alle lieben ihn, weil er sich so einbringt. Und mich mag keiner so richtig, weil ich einfach nur mit Leuten gut und viel reden kann, wo es einfach harmoniert (entweder es passt und ich kann auch voll die Labersocke sein, ungefähr so, wie ich meine Posts hier teilweise in die Länge ziehe :joy: oder ich hab wirklich NULL Ahnung was ich mit anderen reden soll.

Ich hab mir irgendwann mal angewöhnt über das Wetter zureden, weil ich das immer wieder als Tip bekommen habe, aber das sind da 1-2 Minuten und dann herrscht wieder diese super Unangenehme Stille :cold_face:

Wenn’s mir gut geht mit den richtigen Menschen, kann ich auch Recht witzig sein (also ich finde mich witzig… Reicht auch, oder?!?).

Aber die Family von meiner Frau springt halt wirklich null Komma null auf Situationskomik, Wortspiele, Ironie oder Sarkasmus an :thinking:

Und wenn ich eine „Superkraft“ habe, dann sind es eben Wortspiele/Witze, Situationskomik, Filmzitate, Liedtexte (die ich zur aktuellen Situation umtexte, reimt sich meistens sogar). Sowas schafft mein Hirn in Sekundenbruchteilen (aber 3 Sachen merken die ich im Laden einkaufen will… never :weary_face:)

Und bevor die mich dann alle noch seltsamer finden, sage ich halt gar lieber nichts :distorted_face:

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Krass. Klingt als ob Du mich beschreiben würdest.

Vergiß aber nicht die ultimative ADHS-Superkraft: So oft Du auch auf die Schnauze fällst… aufrappeln, Wunden lecken und wieder zurück in’s Game.
Immer in der Hoffnung mal ein paar Jahre Deine Nische zu finden.

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Darin unterscheiden wir uns dann doch stark.

Mich haben teils auch schon Kleinigkeiten ziemlich aus der Bahn geworfen…

:fu::fu::fu:Depression​:fu::fu::fu:

Auf der anderen Seite: ich bin noch da. Und arbeite momentan stärker als je zuvor daran, dass es mir besser geht und dass ich besser mit meinem Leben klar komme…

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