Fragen zu Coaching?

An verschiedener Stelle habe ich immer wieder das Schlagwort Coaching gelesen. Allerdings konnte ich (weder hier noch im Internet) weitere Informationen dazu finden.

Wie kann man sich ADHS Coaching vorstellen?
Ist Coaching sinnvoll, wenn man (noch?) keine Medikamente nimmt?
Wer macht das?
Mit welchen Kosten ist zu rechnen und übernimmt sowas die Krankenkasse?

Würde mich sehr über Antworten oder weiterführende Links freuen :slightly_smiling_face:

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Wird in Deutschland prinzipiell nicht von den Krankenkassen übernommen. Würde da aber konkret anrufen und mich informieren.

Kosten: Kommt auf die Leistung und Erfahrung vom Coach an. Ist halt wie die Frage „Was kostet ein Auto?“. Da gibts bei beiden Sachen eine riesige Preisspanne.

Was wünschst du dir von so einem ADHS-Coaching?

Es gibt Leute die von Ergotherapeuten sprechen, die ähnliches anbieten. Das kann die Krankenkasse übernehmen wenn es verordnet wird. Meine Sorge bei Ergotherapeuten wäre ein enormes Bullshit-Bingo.

Persönlich empfehle ich eher das Thema Selbstedukation durch gute Literatur und Podcasts. Aber da tickt jeder anders.

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Danke für deine Antwort, @Pedro

Keine Ahnung, ich kann mir ja nicht einmal was darunter vorstellen :woman_shrugging:

Ich hab die Diagnose ja erst seit 12 Tagen. Termin bei einem Psychiater im Juni. Meine jetzige FÄ für psychosomatische Medizin und Psychotherapie kennt sich laut eigener Aussage nicht mit ADHS aus (und ich frage mich jetzt, wie sinnvoll eine weitere Therapie bei ihr ist).

Suche dir Menschen, die dir gut tun: Coaching für Erwachsene mit ADS von Christine Beerwerth habe ich mir in der Bücherei bestellt und kann ich nächste Woche abholen.

Um ehrlich zu sein, bin ich gerade ziemlich lost.

Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie.

Coaching mit einer Diagnose kann eher schaden als den gewünschten Erfolg bringen, wenn die Person keine psychotherapeutische Ausbildung hat.

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Danke Dir @überfordert

Damit hatte ich nicht gerechnet und bin jetzt doch recht verunsichert.

Ich dachte, Therapie + Medikamente + Coaching wäre ein sinnvoller Ansatz. Wie ich darauf komme, weiß ich nicht mehr. In den Tagen seit der Diagnose habe ich so viel gelesen und langsam denke ich, das war kontraproduktiv. Ich bin so durcheinander und fühle mich überfordert und ausgeliefert.

Für mich ist ein Coach jemand, der bei bestimmten Problemen unterstützt. Für mich selbst habe ich entschieden, dass mich das eher durcheinander bringen wird.

Bei den Büchern empfehle ich dir zunächst eher etwas, was dich tiefer in die ADHS-Thematik einführt:

  • ADHS ist kein Makel: Hilfreiche Strategien für Kinder und Erwachsene*

Es ist von Hallowell und Ratey. Das sind zwei internationale Koryphäen für ADHS, die selbst ADHS haben.

  • Mit ADHS erfolgreich im Beruf: So wandeln Sie vermeintliche Schwächen in Stärken um*

Das ist von Lachenmaier. Der hat auch ADHS und ist darauf spezialisiert. Mir ist aus einem anderen Beitrag bewusst, dass du nicht berufstätig ist. Aber dieses Buch konnte ich komplett auf mein Privatleben adaptieren, hat mir enorm geholfen und so viele Aha-Effekte über mein ADHS gebracht.

Jein. Das Rezept lautet Therapie+Stimulanzien+Selbstedukation

Du musst dich selbst viel über ADHS informieren. Wissen nimmt Angst und Verunsicherung.

Höchstwahrscheinlich nicht geordnet, aus unterschiedlichsten Quellen. Da war ich auch durch den Wind. Daher die obige Literatur. :grinning: Ich höre mir auch gerne Podcasts an, da picke ich mir Sachen raus die mir taugen.

Bist du bereits mit ADHS-Stimulanzien vom Arzt versorgt?

Mach dir keinen Druck :heart:

LG Pedro

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Eine kognitive Verhaltenstherapie mit einer DBT (dialektisch behavioralen Therapie) Vertiefung oder KVT selbst + Medikamente ist ziemlich ausreichend. Selbstedukation ist hilfreich, wenn man klar reflektieren kann und die Sachen, auf welche man kommt mit dem Therapeuten bespricht.

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Nochmals vielen Dank @Pedro, ich weiß deine Unterstützung wirklich zu schätzen :heart:

Notiert und werde ich besorgen. Richtig, derzeit bin ich arbeitsunfähig. Was mir aber hoffentlich die Gelegenheit gibt, die für mich richtige Behandlung zu finden damit ich wieder arbeiten kann.

Gut, dann hab ich das durcheinander gebracht.

Aus Erfahrung weiß ich ja eigentlich, dass das stimmt aber hatte Zugang zu der Erkenntnis.

Absolut. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Schön zu wissen, dass es dir auch so ging.

Mach ich auch sehr gerne. Podcasts hab ich mit Haushalt verknüpft, ‚darf‘ also nur hören, wenn ich aufräume o. putze. Falls du konkrete Empfehlungen hast, sehr gerne :slightly_smiling_face:

Nein. Termin beim Psychiater ist erst im Juni. Meine FÄ darf die wohl nicht verschreiben und ich weiß nicht, wer da sonst noch in Frage käme.

Danke dir, ich versuch’s. Mit dir zu reden und ein bisschen weinen hat auch schon geholfen :heart:

Klar reflektieren kann ich (normalerweise, momentan ist mein Hirn ein gordischer Knoten). Unabhängig, ob KVT oder DBT nehme ich an, es wäre gut, wenn der Therapeut Ahnung von ADHS hat?

Schätze, ich klemme mich morgen wieder ans Telefon in der Hoffnung, jemanden zu finden.

Vielen Dank, @überfordert :heart:

Das mit dem Haushalt+Podcast mache ich auch. Oder Spazieren+Podcast.

Ich höre halt gerne Hacking your ADHD, da bin ich durch und schaue unregelmäßig rein wegen neuen Folgen. Ist auf Englisch. Deutsche Podcasts waren irgendwie nichts.

Vielleicht kann der Hausarzt helfen, wenn die Diagnose gesichert ist. Vorher kardiologische Untersuchung (EKG). Das kann auch der Hausarzt machen in den meisten Fällen. Und wenn er keine BTM verschreiben will, hast du immerhin schon das EKG für den Termin im Juni.

Alternativ kannst du beim Psychiater fragen, ob er eine Springerliste hat? Bedeutet: Jemand anderer sagt ab und der P. ruft dich an ob du da kannst? Machen manche, aber nicht viele.

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Kein Witz, genau das hat mein Arzt auch gesagt. Bei Menschen, die ihr Leben im Griff haben (Jobs Ausbildung, weitestgehend Struktur) ist Ergotherapie eigtl überflüssig. Bei Kindern/ Jugendlichen soll es aber sehr helfen.

Psychoedukation in Form von Büchern, Blogs, Podcasts, hatte er hingegen auch empfohlen, genau wie du sagst.

Bietet Martin Winkler nicht auch Adhs Coachings an?

Und Webinare

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Ja cool, dass du das auch verbindest. Beim Spazieren versuche ich mich allerdings in Achtsamkeit. Wenn ich denn mal rausgehe.

Der einzige deutsche Podcast, den ich höre, ist von Verena König (Traumathematik). Ansonsten höre ich auch nur englische. Danke, für die Empfehlung, da hör ich doch gleich mal rein :slightly_smiling_face:

Meine Hausärztin kann die kardiologische Untersuchung auf jeden Fall machen! Über die Medikation muss ich mal mit ihr reden. Zwecks Springerliste rufe ich beim Psychiater nochmal an.

‚Hausaufgaben‘ zu haben ist gerade richtig gut an. Hilft gegen das Ohnmachtsgefühl :muscle:

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Danke dir, @Lea

Mein Leben habe ich mal sowas von nicht im Griff :sweat_smile:

Klingt gut. Werde mich mal an Pedro’s Empfehlungen machen.

Ich finde den sowas von unsymphathisch :face_with_open_eyes_and_hand_over_mouth:

Sprüche wie: ‚Glaube daran, dass du alles tun kannst, das du dir vornimmst‘ oder ‚Bleiben Sie gut genug organisiert und verfolgen Sie Ihre Fortschritte‘ bringen mir halt überhaupt nichts. Ich weiß damit einfach nichts anzufangen. Tut mir leid :confused:

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Klar ist es immer besser. Meine Erfahrung hat aber leider gezeigt, dass nicht viele sich mit ADHS auskennen.

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Das scheint mir allgemein ein weit verbreitetes Problem zu sein.

mpathy, du findest hier im Forum gute Leute, die dir Fragen beantworten, Tipps geben und Anderes anbieten können. Coaching ist keine bestimmte Form oder Person, find ich, sondern alles, was als Begleitmassnahme hilft.

Die Frage, die du beantworten musst, ist: Wo genau brauche ich Hilfe in Form von Coaching?
Ich stehe an einem ähnlichen Punkt, denn einige Dinge, die ich früher gut im Griff hatte, funktionieren nicht mehr, und mit Fachliteratur, Tipps oder was auch immer komm ich da nicht weiter. Ich brauch ganz konkret jemanden, der mir bei der Buchhaltung hilft: Rechnungen bezahlen, Honorare einfordern, Zahlungseingang kontrollieren, Liquidität gewährleisten, Amtliches erledigen. Zur Zeit gibts hier nur Beigen mit Papier, unsortiert. Ganz schlimm ist, dass ich weiss, dass ich das könnte. Sind ja nur Zahlen, Papiere, Formulare. Ich kann das!

Nicht.

Viel Erfolg!
:shamrock:

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Das ist richtig und dafür bin ich auch sehr dankbar!

Ich dachte schon, dass das eine Person sei, die mir sagt, wie ich trotz ADHS leben kann. Inwieweit das sinnvoll wäre und ob ich damit umgehen könnte sei dahin gestellt.

Momentan? Überall. Zumindest fühlt es sich so an. Vielleicht weil alles noch so frisch ist, ich noch keine Medikamente bekomme und noch nicht weiß, wie es weiter geht. Aber ich werde (versuchen), mir darüber Gedanken zu machen.

Genau. Und das zu akzeptieren fällt mir so so so schwer.

Vielen Dank, @Felixyz ! Dir auch :slightly_smiling_face:

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Ich habe mich coachen lassen und es half mir sehr! Coaching half mir da, wo ich das Problem selber erkannt hatte und es verändern wollte. Z. B. Bei mir war es Impulsivität gekoppelt mit dem negative Hyperfokus.
Es half mir einige Strukturen zu erkennen, wo ich die Tendenz impulsiv habe. Ich besprach genau solche Situationen.
Mit der Medikation und Reflektion wirkt das erlernte besser.

Wichtiger erachte ich im coaching/therapie sich selber kennen zu lernen plus von seinen ADHS typische Merkmalen zu wissen. Es braucht sehr viel Offenheit und Transparenz.
Das Buch wie oben beschrieben: mit ADHS erfolgreich im Beruf kann ich sehr empfehlen.

Viel Erfolg

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Diese Situation wird im Buch von Lachenmeier sehr gut beschrieben. Er empfiehlt: hole dir hilfe bei diesen Dingen. Falls du das Buch nicht hast, lohnt sich

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Ja. Ich habe geweint deswegen. Seit Jahren erstmals wieder.
Und es überkommt mich immer mal wieder erneut.
Auch das muss(te) ich lernen. Es ist OK.

:shamrock:

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