Freizeitbeschäftigung im Winter für Neurodivergente

Hallo!

Allgemeines Thema.. jeder wird es kennen. Wir lieben Beschäftigung und geiern nach neuen Kicks. Speziell für Menschen die noch gar nicht medikamentös eingestellt sind oder bald werden oder gar jahrelang schon damit leben, und sich nie einen Schubs genommen haben, um das Problem anzugehen.

Der Herbst und Winter ist sooo kacke.. und es ist so früh dunkel. Zumal beispielsweise ich sehr viel Schlaf benötige. Ich schlafe schon 10h am Tag und hab jeden Abend Bock rauszufahren, um irgendwas zu tun. Aber weis genau, dass ich gar nicht weis was ich eigentlich tun soll.

Kennt ihr das? Ihr kennt eure Umgebung? Ihr kennt euch in eurem Kreis aus, in den Nachbar-Kreisen… das ganze Bundesland ist euch bekannt. Man hat schon alles getan und gemacht was man machen kann. Und man hat jeden Tag so eine derbe Anspannung im Kopf. Man will was tun, der Kopf zwingt einen etwas tun zu wollen. Man will einen Kick… irgendwas tun draußen, aber man weis nicht was. Ich merke, wie es enorm anstrengend ist, dass man nicht weis wohin mit sich. Zuhause bleiben will ich nicht, stattdessen geier ich auf Aktivität draußen. Aber sobald ich draußen bin weis ich net wohin. Vielleicht kennt ihr das…. Man bleibt 2-6h sinnlos im Auto sitzen, weil man mit nix anfangen kann. Unsere Köprer lieben neue Sachen. Da ich schon überall gewesen bin, wo ich es mit dem Auto hin schaffen kann, ist mir seit Wochen so derbe langweilig geworden, dass es mich enorm aus der Ruhe bringt.

Was macht ihr im Winter? :cold_face: Wie überlebt ihr das? Was gibt euch den „Kick“ am Tag, wenn ihr zu wenig Dopamin habt und nix funktioniert?

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Kann es sein das du ein Problem mit dir hast und mit dir nichts anfangen kannst und was du da beschreibst eine sich befeuern/ ablenken ist weil man sich dann weder mit sich noch mit eigenen Problemen auseinandersetzen muß

Hatte ich in sehr jungen Jahren und war dauerunterwegs mit allem nur nicht mit mir beschäftigt

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Alternativen zum Rumfahren im Auto finden. Neues Hobby suchen, keine Ahnung, Geocachen oder Bouldern zB? Challanges wie 10.000 Schritte am Tag durchziehen, und dabei die hässlichste Weihnachtsdeko der umliegenden Orte suchen?

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Schneeflocken fangen, wobei es gerade eigentlich nur Regnet, war früher mal anders. :neutral_face:

Die hässlichste selber basteln. :grin: :+1:

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Hallo @TheEndurance , Danke für Deinen Beitrag, denn ich persönlich finde Deinen Beitrag tatsächlich genial, und zwar weil ich persönlich mich hier outen muss als jemand wo zwar von Zeit zu Zeit relativ lange irgendwo wohnt, und ich mich dann aber trotzdem nie wirklich dort "auskenne" wo ich dann jeweils gerade wieder mal so wohne, weil ich halt seit jeher schon immer ziemlich oft gezügelt bin, heisst umgezogen bin, und übrigens auch derzeit hoffe das ich bald eine andere Wohnung finde.

Heisst, die wichtigsten Dinge wie z.B. wo das Gemeindehaus ist, oder der nächste Supermarkt, oder die Post, die Bank, der Bahnhof oder ähnlich wichtiges, dass weiss ich natürlich schon, und dann natürlich die Strasse und Hausnummer wo ich wohne, aber sobald es um etwas anderes in meiner Nähe geht, dann stehe ich da wie ein Ochse vorm Berg, weil ich tatsächlich oft nicht mal weiss wie die nächste Strasse in meiner Nähe heisst.

Was bedeutet, kommt ein Ortsfremder/e zu mir um mich nach dem Weg zu fragen, kann ich nur mit den Schultern zucken, und das tatsächlich auch wenn ich vielleicht schon seit 2 Jahren irgendwo wohne, aber meine direkte Nachbarschaft halt trotzdem deshalb immer noch nicht kenne.

Und das übrigens auch egal wie oft ich dort in der Nähe vielleicht schon rum gelaufen bin, oder mit dem Auto, oder Velo durchgefahren bin, und zwar deshalb weil ich dann eigentlich nie auf die Namensschilder der jeweiligen Strassen achte, sondern nur auf den Verkehr, oder je nach dem was es dort interressantes gibt, heisst vielleicht ein Geschäft dessen Artikel mich interessieren, oder ein schönes Bauwerk das mir gefällt, aber von wegen „Strassennamen“, sowas perlt an mir ab. :zany_face: :joy:

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P.s. @TheEndurance , und natürlich von wegen Tipps gegen Langweile an Weihnachten, also dazu fällt mir persönlich ehrlich gesagt im Moment auch nichts besseres ein als das was bereits von @Myna genannt wurde, weil das kann tatsächlich Spass machen wenn man sich die sogenannten Adventsfenster im eigenen Dorf ansieht, denn z.T. gibt es tatsächlich schöne und durchaus kreative Dekorationen, wenn auch meistens nur solche welche einfallslos und kitschig sind, was man bei uns in der Schweiz übrigens „bünzlig“ nennt.

Und was in diesem Fall tatsächlich sehr oft bedeutet, dass es meistens echt überaus schwierig ist, überhaupt eine einzige Weihnachts Dekoration finden zu können, die sich vom weitverbreiteten und üblichen Kitsch irgendwie abhebt weil sie vielleicht tatsächlich z.B. „schön“ ist.

Oder im umgekehrten Fall, sowas von hässlich ist, dass es paradoxerweise fast schon wieder ein spezielles Erlebnis ist, wenn auch eigentlich ein trauriges, dass man so etwas „gesehen“ hat.

Und dann zumindest weiss, dass es im Leben tatsächlch immer etwas gibt was beweist das sowohl „Geschmäcker“, als auch alles andere, von Mensch zu Mensch verschieden ist, und man sich vielleicht bevor man sich ewig an jemand bindet, vorher dessen Weihnachtsdeko anschauen sollte.
:zany_face: :joy: :rofl:

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So meine Lieben…

Wahrscheinlich, Kathy!
Also mein Kopf ist extrem darauf gedrillt in der Langweiligkeit meines Lebens zu versinken. Ich kann stundenlang vor dem Gedanken verzweifeln, weil ich nichts mit mir anzufangen weis. Also in einem Radius von 50km hab ich schon alles was man nur irgendwie machen kann in meiner Gegend abgearbeitet. Anfangs waren es Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Kafferöstereien, Museen, oder alles was irgendwie einen Kick auslösen kann. Aber egal ob Sommer oder Winter. Ich bin mehr und mehr an einem Punkt, wo ich nicht mehr weis was ich noch tun kann. Mit dem Auto fahre ich ohnehin schon wie wild rum, und suche den nächsten Kick. Aber vergeblich! Und jetzt im Winter hab ich erst recht das verstärkte Problem, weil es viel zu kalt ist um überhaupt irgendwas zu tun. Zuhause bleiben ist für mich meistens keine Option. Ich bin sehr hyperaktiv und muss irgendwas tun. Stillsitzen ist keine Option. Am liebsten will ich ja alles auf einmal machen und am liebsten gleichzeitig. Aber ich kriege bei keiner Freizeitaktivität mehr einen Dopamin Kick. Alles langweilt mich, weil ich es schon oft genug gemacht habe.

Letztens (also letzte Tage des Sommers diesen Jahres) bin ich aus der Not 81km an die belgische Grenze gefahren mit dem Ziel von Deutschland bis Belgien an einen Stausee vi Fahrrad zu fahren bei +6 Grad. Aber das hat es mir auch nicht so „gegeben“. Bin wieder heim und war am grübeln was man tun kann, um sich nicht zu langweilen.

Was ich nicht kann: jeden Tag ein bisschen was und das regelmäßig. Ich muss immer jeden Tag was total extremes machen, um diesen Kick zu haben und um keine Langeweile zu haben.
Klingt das hart oder übertrieben? War schon immer so. Aber mir gehen langsam halt die Optionen aus. Soll ich die Galaxie wechseln? :rofl:

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Blöde Frage: Was ist denn mit täglichen Routinen?

In d.R. bin ich 4 mal die Woche zum Sport, derzeit aktiv in der Selbsthilfe früher Tierschutz, lerne, ich Heimwerke von Kletterwand bauen, Tiertraining was irgendwann in die Assistenzhund Selbstausbildung führen wird, dann hab ich noch genug Arzttermine, mache viel Verwaltung für Freunde und Familie, gehe auf Recrutingveranstaltungen, mehrfach im Jahr ist Cat Sitting für meine Katzenbetreuung, mindestens 1 großen Wanderurlaub, berate im Rahmen meines aktuellen Studienschwerpunten Freunde und Familie, gehe in genug Kulturveranstaltungen etc. außer im letzten Jahr in dem ich viel medizinisches wissen für die Paliative Endbetreuung mit euthernastischem Finale aufgewendet hatte was für mich extrem anstrengend und fordernd war.

Langweilig ist mir nicht und ich mache immer deutlich genug und bleibe auch dran nur Tierschutz wurde irgendwann zu krass und zu viel Elend im Gegensatz zu den Anfängen vor 40 Jahren, daß das einfach emotional nicht mehr tragbar war und dann meinen absoluten Ausstieg vor 20 Jahren bedeutete.

Ich denke tief in sich schauen und ggf. herausbekommen was dich treibt, wieso du auf Achse sein kannst, warum du keine Zeit mit dir zu Hause verbringen kannst könnte und würde ggf. Erleichterung bringen → weil du dann zumindest Stück für Stück daran arbeiten könntest, denn auch ich konnte nicht von jetzt auf gleich zu Hause bleiben und mit mir was anfangen.

Hast du das Gefühl das du was suchst? Bist du „nur“ getrieben, fühlt es sich eher an, als würde etwas fehlen was du entdecken müsdtest und hast Angst das zu verpassen, was für den Weitergang deines Lebens wichtig ist? ? Bei mir war das so und uch konnte es nie in Worte fassen und als der jahrzehntelange sexuelle Missbrauch raus kam, war ich plötzlich ruhig und wesentlich entspannter in mir - es war wohl das komische was mich immer trieb und das Öuzzlestück was mir fehlte → und viel von dieser Flitzebogenspannung die mich fast zerriß war dann schlagartig weg.

So könnte auch irgendwas bei dir verdrängt sein - ob der Verlust der Oma, des Hundes oder was auch immer und sowas kann dann ganz blöd unbewußt an einem nagen und innerlich zur Suche nach nicht beschreibbarem antreiben oder du hast einfach viel zu viel körperliche Energie die mit viel Ausdauer und Kraftsport deutlich besser wird weil diese Energie nicht überschüssig überflüssig angestaut bleibt sondern sich endläd.

Das kannst aber eher nur du finden oder ausprobieren. Bei uns kann immer vieles sein oder auch vieles zusammenkommen und findest man eine große Komponente wird es besser

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Routinen?
Die einzigen Routinen ist der Hauptarbeitgeber. Dort bin ich vertraglich 40h die Woche. Nachteil: ich weis überhaupt nix mit mir anzufangen, und da ich das eben noch nicht für mich herausgefunden habe passiert es unglaublich oft und regelmäßig seit mindestens 10 Jahre, dass ich gar nicht richtig mit meiner Arbeit „aufhören“ kann, wenn der Feierabend naht. Sondern die Arbeit ist das einzige was mir Dopamin gibt in dem Moment und ich arbeite fast regelmäßig so viele Überstunden und bleibe auch dann bis abends dorr, weil ich halt ohne Witz nicht weis was ich in der realen Welt da draußen tun soll als Freizeitbeschäftigung. Weil absolut nichts mir eine Erfüllung gibt. Natürlich gibt der Beruf mir auch keine Erfüllung, aber ich habe etwas zu tun was ich gut kann. Das wars.

Ich habe innerlich eine enorme Anspannung, die es kaum zu regulieren gilt. Entspannung kenne ich nicht. Ich arbeite nur ständig. Und wenn ich dann mal zuhause bin.. (kommt auch vor) weis ich nichts mit mir anzufangen. Aktuell beispielsweise sitze ich seit 4 Wochen zu Hause, weil ich krankgeschrieben bin. Bandscheibenvorfälle und so… naja.. sind nicht meine ersten. Und da hilft natürlich Physio. Aber sowas wie „ich gehe in der Woche zum Sport“ mache ich nicht, weil der Besuch des Gym‘s mir kein Dopamin gibt. Ich lebe ausschließlich von „Sofort“. Und wenn es nicht ausschließlich sofort einen Dopamin Kick gibt und dieser auch anhält, sehe ich keinen Grund weiter ins Gym zu gehen. Da hilft auch der Kommentar nicht, dass dies ja wichtig wäre für die Gesundheit. Zumal mein Gehirn bzw mein Betriebssystem im Kopf nicht so funktioniert. Es funktioniert ausschließlich mit „sofort“.

Da ich mich nicht mit mir selbst beschäftigen kann, gehe ich eher anderen Menschen hart auf den Sack und will mich gezwungenermaßen integrieren in ihr Leben, weil mein eigenes zu langweilig ist. (Ja ich weis. Ist falsch. Aber das ist so).

Drum verhaare ich lieber 8-12h täglich auf der Arbeit, anstatt nach Hause zu gehen, und was weis ich zu tun. Weil dieses „was weis ich“ für mich nicht existiert.

Eigentlich wäre das ein Punkt für Verhaltenstherapie. Ja… da bin ich schon drinnen ^^
Aber es fällt mir trotzdem enorm schwer sich mit „normalen Dingen zu beschäftigen“. Weil mich langweilt alles.

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Der Winter ist einfach nicht meine Jahreszeit. Freizeitbeschäftigungen da zu finden ist ein riesiges Problem da.

Schwimmen? Im Sommer problemlos auch täglich, außerhalb von Mai-September eher schwer möglich da finanziell anspruchsvoll für 9 Euro für 3 h, da Spaßbad. Das erlaube ich mir 2x im Monat.

Auch ein Thema: Ich bin Frühjahr bis Herbst auf dem Fahrrad unterwegs. Im Winter wird es schwierig, da kann geräumt sein aber jeglicher Schnee ist zu den Fahrradständern gehäuft. Dezember/Januar ist mehr Verkehr als sonst im Zusammenhang zu den Feiertagen. Da gehe ich dann lieber zu Fuß als mit dem Auto, was mich die letzten Nerven kostet.

Auch sonst sind meine Freizeitaktivitäten eher auf Sommer aus. Manche meinten: Geh Skifahren. Gut. Aber: Die Ausrüstung ist teuer und von den Karten spreche ich lieber gar nicht.

Das kulturelle Angebot ist hier auch bescheiden. Theateraufführungen, Ausstellungen, Vorträge…alles kleinbürgerlich und zum Einschlafen.

Kino spare ich mir mittlerweile, weil ich daran nichts besonderes sehe erstmal 30 Minuten Werbung zu sehen um mich mit wenig Beinfreiheit irgendwo eingeengt hinzusetzen.

Gefühlt gehen die meisten hier nur “Shoppen” und “Fressen” in der Freizeit.

Ich vermisse insbesondere im Winter das Großstadtleben. Aber dafür müsste ich auch wieder recht weit fahren.

Im Sommer geht’s außerhalb der Zivilisation auch ohne. Da kann ich draußen bei 39 Grad im Schatten entspannt Bücher lesen.

Ansonsten nutze ich zum Essen keine Fertigprodukte und mache viel selbst, 80% der Lebensmittel im Supermarkt benötige ich nicht weil ich es selbst mache.

Ich passe auch zunehmend selbst meine Kleidung an, repariere meine Geräte selbst.

Wie wäre denn das Abenteuer „Öffentlicher Nahverkehr“?

Fiel mir gerade ein, weil mein Sohn das oft macht… Einfach mit der Straßenbahn von Endstelle zu Endstelle oder umsteigen und da zur Endstelle und zurück… usw.

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Also wenn du vermeiden möchtest, dass ich dem nächsten schreienden Kind oder sonst irgendjemanden der Töne/Geräusche macht die meinem Gehirn absolut nicht gut tun, einen Denkzettel zu verpassen…..Nein.. einfach nein.
Ich könnte noch nicht mal meinen Weg zur Arbeit durch öffentliche Verkehrsmittel austauschen oder zu Fuß gehen.. da ein einfacher Weg dorthin 48km betragen. Ja richtig gehört… 48km 1 Strecke dorthin. Sprich: hin und zurück am Tag 96km. Also bei 5 Arbeitstagen 480km in der Woche. Reiner Arbeitsweg.

Nein.. in meinem Fall „lebe“ ich schon fast auf der Arbeit, weil ich so viel arbeite und nichts weis mit mir freizeitlich anzufangen.

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Sport war auch nicht immer meins im Gym aber gesundheitlich wars irgendwann essenziell so wie bei dir, denn Fakt nur Physio bringt ja nix denn es gibt übungen die du ja selbst ständig und dauerhaft machen mußt um Muskeln aufzubauen, beweglich zu bleiben etc.

Ich denke das weißt du selbst aber bestimmt genauso gut.
Ich glaube ich brauchte 3 bis 4 Monate im Gym und bin sehr viel auf Ausdauer gegangen- Crosstrainer und hab auch die Zeit bis 2 std gesteigert. Ich meine das hat dann schon viel Überwindung und innerliche Diskussion für ein weiteres halbes Jahr gekostet aber aber diese Endorphinduschen diräe nach 3 Monaten auf dem Crosstrainer kamen die haben dann die sucht erzeugt und irgendwann brauchte ich das nicht mehr als Antrieb es war so normal eher wenn ich nicht gehe macht mich das krank. Du wirstcdich wahrscheinlich für irgendwas nräe Zeit quälen müssen damit es besser wird lder es bleibt so scheiße ggf. kann es auch auf Dauer schlimmer werden

Hast du schon mal Fitnesskurse probiert? Ich finde Gym auch langweilig und trainiere max. 1h reine Kraft pro Woche. Ansonsten liebe ich Kurse aller Art und trainiere auch im lokalen Sportverein.

Wie sieht es denn aus mit Ehrenamt?
Tierheim , Altenheim , Kirche , Ersthelfer etc…

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Also eigentlich müsstest du Dopamin-Fasten. Dein Gehirn ist völlig in einer Art Spirale gefangen. Du hast offensichtlich eine Toleranz entwickelt, die immer mehr und stärkere Reize benötigt. Mach mal eine Zeit lang ganz bewusst nur Langweiliges, damit sich dein Hirn erholen kann und die natürliche Empfindlichkeit wieder herstellt.

Wenn ich es richtig erfasst habe nimmst du noch keine Medis, oder?

Wenn Nein, steht denn die Option im Raum?

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Medis nutze ich noch nicht. Hatte versucht via Supplemente meinen Körper zu puschen. Gibt ja reichlich Vitamine und Mineralien im Bezug auf ADHS die uns bekanntlich fehlen. Und ein paar Sachen hat der Arzt mit auch verschrieben. (Rein supplementär).
Aber so richtige Medikamente für ADHS noch nicht. Wollte ich bisher auch nicht. Denke immer, dass das auch irgendwie ohne möglich sein muss.
PS: für Ehrenamtliche Tätigkeiten habe ich keinen Bock auf gut deutsch. Aber vielleicht habe ich das passende auch noch nicht gefunden. Ich habe einfach keine Geduld, weil ich ständig im Mangel bin. Drum… weis ich nicht wie ich experimentell sagen soll, dass ich mal Dopamin-Urlaub nehme. Das Gehirn von allem befreien, was ihm nur ansatzweise dopamin gibt. Ich hab Null Ahnung wie ich das überleben sollte. :smiling_face_with_tear:

Ergänzung Nr. 1: Fitness Gym/Kurse etc. haben bei mir tatsächlich nie richtig funktioniert. War schon in 2 Fitnessstudios angemeldet und dachte ich wäre in der Lage jede Woche Zirkeltraining zu machen, aber nie geschafft. Jede Woche unmöglich. Selbst 1x in der Woche unmöglich. Am Ende hab ich bis Vertragsende ohne Nutzung des Gyms weiter meinen Beitrag gezahlt für nix. Und das 2x, weil ich auch bei dem 2. Fitnessstudio damals gedacht habe „jetzt probierste es nochmal“. Nope… schaffe ich nicht. Ich habs aufgegeben. Fitnessstudios kriege ich nicht hin. Fitnesskurse genauso wenig. Das ganze spornt halt Null an. Nix gibt da einen Kick. Also … nope.. unmöglich

Ergänzung Nr. 2: ich habe daheim auch kein Computer oder keinen TV. Ich hab mir all das fürs Eigenheim nie angeschafft, weil ich auf elektronische Dinge schlicht verzichten wollte. Nur mein Handy habe ich. Also bin ich gedrungen vor die Tür zu gehen. Aber das was ich draußen in der Realen Welt finde, ist mir zu langweilig. Ich kriege mich Null für „normale Dinge“ begeistert

Würdest du das auch denken, wenn du kurzsichtig wärst? Schwerhörig? Oder Diabetes hättest?

ADHS ist ein Mangel an Neurotransmittern im Gehirn, weshalb sollte man diesen Mangel nicht ausgleichen?

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Deswegen bin ich in die Nähe der Berge gezogen. Hier kann ich mir jeden Tag meinen “Kick” holen, so ich will. Berge sind mein Gym, Akku-Aufladen, Gehirn durchwaschen, Natur entspannt mich, frische Luft tut gut und unterwegs/ abends esse ich für 2 und liebe den Genuß.

Ich kenne das “wohin mit mir”. Gym funktioniert bei mir auch nicht. Dieses Jahr habe ich folgendes entscheidendes gelernt: Eine Sportart, die ich früher nie hätte machen dürfen wegen Verletzungsrisiko und einer Position, die ich inne hatte mit viel Verantwortung. Wäre ich verletzt worden (z.B. gebrochener Finger) hätten andere die Auswirkungen gespürt (möchte nicht genauer darauf eingehen). Jedenfalls gehe ich mehrmals die Woche zum Mannschaftssport Boxen/ Kickboxen und welch überraschung, da sind auch andere neurodivergente Menschen mit “Kick suchen/ wohin mit mir”. Divers, hoher Frauenanteil, alle Altersschichten, und du kannst dort selbst entscheiden, ob du alleine trainieren willst (z.B soziale Angst, Ungeübt sein) oder ins Sparring gehst. Letzteres gibt mir den Kick außerhalb der Berge, und mein Gehirn die ganze Zeit so: “Woah, da steht wirklich so ein riesen Typ vor mir und greift mich an.!” (Anmerkung: “Angreifen” unterliegt natürlich Regeln, dort sind die Leute unfassbar cool sozial und hilfsbereit).

Fazit: zum ersten Mal in meinem Leben Mannschaftssport, wo ich freiwillig mehrmals hingehe, mir unter der Woche abends meinen Kick hole. Magnetische Wirkung, weil das meine halbes Leben aufgrund Verletzungsrisiko unmöglich war. Ich hole das jetzt nach, ständig neue Erfahrungen == funktioniert grandios.

Standardsatz: Ja, hätte ich gern früher gewusst. Und trotzdem bin ich super dankbar, dass ich das jetzt für mich gefunden habe.

Zustimmung zu anderen Beiträgen: ehrenamtlich Arbeiten ist genial, um anders gefordert zu werden, neue Situationen, Kicks etc. Und Natur, so wie du das mit deiner Tour von Belgien bei 6 Grad gemacht hast, sowas habe ich auch immer unternommen, bei Regen/ Schnee whatever, wo ich noch weit im Norden gelebt hab.

Viel Freude beim Ausprobieren, 8 Milliarden Menschen heißt auch 8 Milliarden individuelle Nöte und Lösungen. :smiley:

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