Gespräche folgen (Therapie, Smalltalk etc.)

Hallo an alle :wave::wave::wave:

Ich würde gerne wissen ob man mit ADXS trotzallem auch Gespräche „aufmerksam“ folgen kann?

Z.B. in der Therapie… Könnt ihr, solange es um euch geht und das Gespräch einfach gehalten wird, der Konversation folgen? Und das auch die ganze Therapiestunde über?

Das gleiche bei Smalltalk mit Familie/Freunden/Bekannten? Kann man, wenn das Gespräch einfach gehalten wird und/oder einem das auch interessiert der Konversation folgen?

Und wie sieht es aus wenn einem das Gespräch nicht interessiert, aber die Konversation leicht und verständlich ist… Könnt ihr dem Ganzen denn trotzdem folgen, auch wenn man vielleicht im Nachhinein alles wieder vergisst… oder auch nur teilweise vergisst?

Und wie ist es, wenn ihr den oben genannten Gesprächen gut folgen könnt… Habt ihr nach den Gesprächen mitunter Schwierigkeiten euch daran zu erinnern, was gesprochen wurde (oder vergesst zumindest teilweise den Inhalt) ?
Und das obwohl ihr der Unterhaltung „aufmerksam“ gefolgt seid?

Oder bedeutet ADXS zu haben GARKEINE Aufmerksamkeit für konversationen aufbringen zu können?

Vielen Dank an euch alle
Freue mich auf eure Antworten

Schöne Grüße

Hallo @Kyara666 ,
Darf ich fragen, ob Du selbst betroffen bist?
Falls nein - gibt es einen Anlass für Deinen Fragen?

Bei mir besteht der Verdacht Ads zu haben aber eine konkrete Diagnose wurde noch nicht gestellt.

Ich kann extrem gut folgen, verstehen und abspeichern WENN nur einer Redet und ich mich für das Thema interessiere.
Wenn alle durcheinander reden, gehe ich weg, weil das für mich mitlerweile viel zu anstrengend ist, solchen Gespächen, Diskussionen usw. zu folgen.

Zum Grund warum ich frage ist:
Mein Psychologe hatte den Verdacht geäußert, dass ich vielleicht Ads haben könnte, da unsere Gespräche immer Chaotisch verlaufen und ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren kann… sondern immer gleich mit so vielen Dingen angekomme und wir dann schnell von Thema zu Thema springen und wir schlussendlich nie wirklich ein Thema zuende bringen. Und bis zum nächsten Mal weiß ich so gut wie garnicht, worüber wir das letzte Mal gesprochen haben also fängt jede Therapiestunde von neuem an und vieles wiederholt sich dann.
Fur mich sind alle Themen gleichwichtig bzw. Ich kann wichtiges von unwichtigem nicht unterscheiden.

Nachdem er sein Verdacht geäußert hat, war meine Reaktion :
wie kommt er auf soein mist?!
Also war meine Antwort darauf :
ach quatsch… Niemals, mit einem ziemlichen Unverständnis seinem Verdacht gegenüber…
(wohlbemerkt basierte meine Reaktion auf das Unwissen und die großgeschriebenen Vorurteile : Klassenclown, Zappelphillip etc.)
was einfach nicht meinem ICH entsprach und somit nicht auf mich zutreffen kann.
Da mich aber sein Verdacht ziemlich wurmte (im negativem Sinne) und mein Interesse daran wuchs herauszufinden, warum er soein Verdacht äußerte, beschloss ich mich irgendwann dazu herauszufinden was ADXS überhaupt ist.
Je klarer mir würde was ADXS eigentlich ist, desto mehr identifizierte ich mich damit. Sprichwörtlich : wie die Faust aufs Auge
Jetzt kommt das große ABER :
Da mein psychologe aber der Meinung ist, dass man einen ADXS’ler immer und sofort daran erkennt, dass er stets unkonzentriert ist und nicht (im Grunde garnicht) in der Lage ist ein „normales“ Gespräch zu führen, wäre es eher unwahrscheinlich, dass ich Ads habe, da ich mich ja serwohl mit ihm unterhalten kann. (das ich mich in anderen Gesprächen nicht konzentrieren kann, ist für ihn belanglos, ich kann es ja bei ihm)Das aber zusätzlich sehr viele andere Symptome (ausgenommen die Hyperaktivität) serwohl zutreffend sind, ist für ihn eher nebensächlich.
Im Prinzip ist seine Aussage : sie können sich mit mir unterhalten, also können sie ja eigentlich kein adhs/ads haben.

Im Internet konnte ich nach langem und wiederholtem suchen nicht explizit herausfinden, ob ADXS’ler sehrwohl Gespräche folgen können oder nicht.
(Achtung, beim nachfolgenden Satz/Text weiß ich nicht, wie ich mich ausdrücken muss um sagen zu können, was ich sagen möchte)
Ich konnte lediglich für mich selber den Entschluss fassen, dass es im Grunde möglich sein muss, da es auch ADXS’ler gibt die z.B. Studieren / einen Job ausüben bei dem Konzentration gefordert ist / Jobs ausüben bei denen man sehrwohl Kommunizieren muss (sowohl mit input als auch mit aoutput) und es sehr sehr gut meistern und Trotz allem keiner sofort sieht oder merkt das derjenige/diejenige ADXS hat.

Da ich bei diesem Punkt aber sehr verunsichert bin und nicht weiß wie es wirklich ist: kann man ein Gespräch „aufmerksam“ folgen oder ist das im Grunde wirklich unmöglich
Fällt es mir schwer die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ich habe ein Termin zur Diagnose von ADHS bei Erwachsenen vereinbart mit langer Fahrzeit und Wartezeit… dafür ist es aber eine Diagnosestelle extra für ADXS’ler, die ja dann wohl auch darauf Spezialisiert sein sollten.
Als ich das meinem Psychologen erzählt habe, fand er die Idee garnicht gut und meinte das die Diagnose im Grunde nichts ändern würde, da es sich bei der Diagnose NUR um eine Empfehlung handeln würde und sonst nichts. Aber dennoch könnte ich das ruhig machen, wenn ich das denn unbedingt wollte.
Das würde für mich dann aber bedeuten, dass ich ein Quartal lang nicht mehr zum Psychologen und zur Psychiaterin gehen kann.
Da man ja nicht zu zwei Stellen in einem Quartal gehen darf (es sei denn einer von beiden würde auf gewisse Zahlungen verzichten, was ja wohl eher selten jemand tut)
Bei der Terminvereinbarung wurde mir das auch nochmal so erläutert und für mich war es denn auch in Ordnung, denn wenn mir die Diagnose weiterhelfen könnte, wäre der 3 Monatige Verzicht für mich vertretbar.

Wenn aber sein Einwand stimmt und es im Grunde nichts ändern wird, die Diagnose nur als eine Empfehlung gedeutet wird und es dann niemanden interessiert und mich in keinster Weise vorran bringt… Dann frag ich mich auch, wozu es denn überhaupt solche Anlaufstellen gibt? Und ob es denn überhaupt sinnvoll für mich wäre, den Termin wahr zu nehmen… Wenn ich davon, laut meinem Psychologen, keinen Nutzen hätte…

Ich bin da einfach nur noch ratlos

Nebenbei, falls es wichtig ist: alle Tests die ich gemacht habe zeigen eine deutliche ADS Symptomatik

Und sorry, bei meine Versuche den Text zum einen kurz zu halten und zum anderen nachträglich zu kürzen bin ich gescheitert.

Schöne Grüße und ich bin dankbar für jeden noch so kleinen Tip

Hallo @Kyara666 und herzlich willkommen,

Also, macht sich dein Psychologe denn keine Notizen? Er sollte doch im Stande sein, dich in die richtige Richtung zu lenken, so dass das Thema erst gewechselt wird, wenn es erledigt ist. Hm, kann sein, dass er selbst Adxs hat?

Wow! Natürlich kann ich Gespräche folgen, natürlich nicht alleund immer etc., kann mich aber selbst in den Arsch tretten, wenn ich weiß, dass das Gespräch wichtig ist, um es zu folgen. Schließlich habe ich es durch Schule/Studium geschafft, Freund*innen gehabt und bin verheiratet. Also, sehe mich wirklich nicht so extrem geistig behindert, wie dein Psychologe es darstellt.


Es gibt natürlich einen Nutzen, es gibt Medikamente, es gibt Ratgeber, SHG etc. Sag mal, wo hast du den guten Mann gefunden, Gutschein aus der Zeitung?

Sowas wäre mir echt neu. Ich bin im selben Quartal damals zur Diagnose und zur Therapeutin gegangen. Auch im selben Quartal zum Psychologin und Psychiater. Verstehe es nicht, aber da ich vieles nicht verstehe, kann sein, dass es so ist.

Damit tust Du Dir aus meiner Sicht einen sehr großen Gefallen. Egal, was als Ergebnis rauskommt. Das kann hier keiner vorwegnehmen. Dass Du bisweilen Gesprächen gut folgen kannst, insb. für Dich interessanten Zweiergesprächen, ist aus meiner Sicht jedenfalls kein Ausschlusskriterium. Ebenso könnte es andere Gründe als ADS dafür geben, Gesprächen nicht folgen zu können, klar.

Dass Dein Psychologe den „Verdacht“ geäußert hat, ehrt ihn. Viele machen wohl nicht mal das oder befürchten, sie sägen damit am eigenen Ast. Noch ehrlicher wäre evtl. gewesen, danach zu sagen, dass es nicht sein Spezialgebiet ist und er es nicht abschließend beurteilen kann.

Viele hier haben gefühlt Jahre verloren, weil sie von behandelnden Personen gehört haben „Mit den Abi-/Examens-/etc.- Noten können Sie kein ADS haben. Da steigern Sie sich in etwas rein! Jeder ist mal zerstreut.“

Kann gut sein, dass Du von den Gesprächen mit ihm profitierst. Kann aber auch gut sein, dass Du davon noch mehr profitieren würdest - und in vielen anderen Bereichen -, wenn Dein Gehirn noch ein bisschen „artgerechten“ Support dabei bekommt, nicht alles immer für gleich wichtig zu halten.

Aus meiner Sicht: Welchen Gesprächen man wie lange folgen kann, hängt vom Thema ab, von den Gesprächspartnern, der Tagesform, etc. Als signifikant wird m.E. manchmal beschrieben, dass man alle Teilnehmer einer Gesprächsrunde gleichzeitig reden hört und zB nicht ausblenden kann, was gerade rechts hinten im Zweiergespräch geplappert wird. Aber auch das betrifft eher nicht jeden.

Eine Diagnose kann sich sogar auf Selbstzahlerbasis lohnen, wenn das irgendwie zu stemmen ist und Du lieber nicht 3 Monate ohne sonstige Unterstützung bist.

Bei Gesprächen ist wie auch sonst mit der Aufmerksamkeit: Ist die Motivation da, ist auch die Aufmerksamkeit da. Das betrifft insbesondere 1:1-Gespräche und wenn es um einen selbst geht. Insofern ist die Aussage, ADHSler könnten nie einem Gespräch folgen, Unsinn.

Ansonsten ist es bei meinem Therapeuten genauso: Wir springen von Thema zu Thema und ich bin im Gespräch voll da, habe aber nach einer Woche immer wieder alles vergessen. Für ihn ist das aber kein Problem, da er selbst betroffen ist.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach jeder Sitzung aufzuschreiben, was wir besprochen haben. Das habe ich aber nur beim ersten Mal gemacht und dann wieder vergessen…

Ach, und noch was: Eine Diagnose ist natürlich keine Empfehlung. Du bist ja sicher auch nicht aufgrund einer Empfehlung bei ihm in Therapie. Da wird es ja auch eine Diagnose geben, durch die deine Behandlungsbedürftigkeit dokumentiert wird.

@Addy_Haller bei mir ist es genauso wie Du es von Dir beschrieben hast. :slight_smile:

Haha, dein Psychologe kriegt es nicht hin, seine Therapiestunden zu strukturieren und dich immer wieder auf das Thema zurückzubringen, und gibt dir die Schuld! :lol:

Nee, war jetzt Spaß. So halb jedenfalls.

Nein, ADXS-ler sind nicht immer unkonzentriert. Sie können sich auch voll auf ein Thema oder eine Situation fokussieren. Aber sie können leider nicht steuern, wann sie das tun möchten. :oops:

Immer wenn etwas neu ist oder voll den Interessen des oder der ADHS-ler/in entspricht, dann sind sie voll da. Dann klappen die Verbindungen im Gehirn und alles läuft. Und wenn etwas Routine ist, sich hinzieht oder als lästig empfunden wird, ist die Aufmerksamkeit weg.

Deswegen sind manche ADXS-ler Rettungssanitäter oder Feuerwehrleute. In der Akutsituation können sie angemessen reagieren und haben den Überblick. Aber da auch Rettungssanitäter anschließend Dokumente ausfüllen oder ihre Materialien ergänzen müssen, was ja wieder eher langweilige Routinetätigkeiten sind, brauchen sie idealerweise für diese Bereiche ihres Jobs Hilfestellung.

Und: Natürlich könnte eine Diagnose etwas ändern, eine Menge sogar. Denn ADHS kann man behandeln. Das unterschätzt vermutlich dein Psychologe, weil man ADHS nicht primär (!) durch Gespräche behandelt.

Das heißt aber nicht, dass er überflüssig würde, es bleibt für ihn noch genug zu tun. Im Gegenteil, es brächte sogar mehr als vorher, weil du noch besser davon profitieren könntest, wenn deine ADXS (wenn du sie hast) behandelt würde.

Herzlich willkommen in diesem Forum! :knuddel

Viele Grüße
Falschparker

Erstmal herzlichen Dank für die Wilkommensgrüße :wave::ok_hand:

Und danke an alle für eure Tips und das ihr eure Erfahrungen,
Meinungen und euer Wissen teilt, dass hilft mir sehr :bouquet::bouquet::bouquet:


Danke für deine Antwort
Im abspeichern bin ich extrem schlecht auch wenn ich einem Gespräch gut folgen konnte und alles verstanden habe. Dauert nicht lange und es ist vergessen 🤷


Nein, er macht sich keine Notizen, während wir miteinander reden


Das empfand ich auch als eher unwahrscheinlich, dass man jedem seine ADXS ansehen kann und muss, aber da er der Psychologe ist… Da dachte ich mir : warum sollte ich ihm widersprechen


:joy: Gutschein und Zeitung ja, könnte man meinen.
Er ist in der PIA angestellt und das war damals für mich die schnellste Möglichkeit an einen Psychologen ran zu kommen.
Was Medikamente angeht wäre er eher offen gegenüber aber er sagte auch gleich das die Leiterin und zu dem Zeitpunkt die einzige, die Btm Tabletten hätte verschreiben können und dürfen, diese „Art“ von Tabletten nicht verschreibt und erst recht nicht an Personen, die irgendwann im Leben einmal irgendeine Art Droge getestet haben. (sie scheint wohl davon auszugehen, dass „alle“ die Medikamente missbrauchen würden) 🤷


Die Dame am Telefon sagte mir, dass einer von beiden auf die „Pauschale“ verzichten müsste. Mehr weiß ich da im Grunde auch nicht.🤷


Das mag sein, eventuell habe ich da wirklich „Glück“ gehabt, denn nur so bin ich auf ADXS gekommen, was mich daran aber persönlich stört ist, dass er ein Verdacht äußert und es dann schnell wieder vom Tisch haben will bzw. es eigentlich auch gleich wieder vergessen hat (er hat es zwar in einer Sitzung geäußert, aber nach seinem Verdacht kam das Thema nicht wieder auf. Hätte ich ihn nicht nach mehreren Wochen nochmal darauf angesprochen, wäre sein Verdacht gänzlich in vergessenheit geraten)


So oder so ähnlich habe ich das auch durch das recherchieren verstanden/Interpretiert aber nicht ganz so klar und deutlich konnte ich es meinem Therapeuten sagen. (bin mir da ja selber nicht sicher gewesen)
Gegen meine Einwände hat er dann aber immer schnell ein für sich sinnvolles Gegenargument gefunden und wollte somit darüber auch nicht wirklich reden. Sein bild von einem ADXS’ler steht und daran kann ICH scheinbar nichts dran ändern.


Für mich wäre das nicht zu stemmen, daher war es für mich eigentlich schon klar, dass ich die 3 Monate dann in Kauf nehmen würde… Bis eben zu dem Gespräch mit meinen Therapeuten, der die „Diagnose“ als nicht sonderlich sinnvoll erachtet. Was mich dann wiederum an meinem Vorhaben zweifeln ließ.


So habe ich das auch gesehen, war mir diesbezüglich aber überhaupt nicht mehr sicher, Danke!


Kommt ihr in euren Gesprächen denn irgendwie vorran? Hast du erfolgserlebnisse? Ändert sich etwas in deinem Leben zum Positivem?
Wir stehen irgendwie schon immer auf der Stelle und ich weiß auch garnicht wie wir mal einen Schritt nach vorn machen könnten 🤷


Das wollte ich auch mal versuchen, aber da ich schon beim verlassen des Raumes vieles vergessen habe und zudem keine sinnvollen und für mich im Nachhinein verständlichen Sätze zustande bekommen, habe ich das gleich sein lassen.
Eine Zeit lang hatten wir (mein TP und ich) uns darauf geeinigt, dass er mir zum Anfang jeder Stunde seine sporadisch geschriebene kurze Notiz von der letzten Sitzung vorliest. Das hat sich irgendwann von alleine im Sande verlaufen und im enddefekt auch nicht wirklich etwas gebracht

.
Er ist mein erster TP, hatte vorher keine Diagnosen.
Und eine Diagnose habe ich selber auch eher als etwas „konkretes“ empfunden und nicht als eine Empfehlung 🤷 aber wenn er als TP soetwas sagt, kann ich schlecht etwas anderes „behaupten“ zumal es ja auch sein könnte, dass eine Diagnose in der Psychologie/Psychiatrie eine andere Bedeutung hat als z.B. in einem Krankenhaus 🤷 ich als Laie habe davon keine ahnung


Mag sein, da ich keinen Vergleich ziehen kann, bin ich da selber überfragt.
Aber im enddefekt muss es ja an mir liegen das wir viele Themen anfangen und nichts zuende bringen und alles ein durcheinander ist. Vorallem da für mich alles gleichermaßen wichtig erscheint und ich oft garnicht weiß, was ich überhaupt ansprechen soll.


Ergibt Sinn
Kann man das auch darauf ableiten, dass ADXS’ler vieles erst auf dem letzten Drücker machen, da man sich dann unter Druck und Stress eher auf etwas „Konzentrieren“ kann?


Das wäre zumindest meine Hoffnung.
Aber was wenn mein TP recht hat, Vorallem weil es in meiner gegend schwer ist überhaupt Unterstützung für Erwachsene ADXS’ler zu finden.🤷


Wenn es eine Diagnose geben würde, wäre ja dann die Hauptfrage, ob er überhaupt geeignet wäre, da er ja schon ein gewisses Vorurteil bzw. eine eigene Meinung zu ADXS’ler hat. Ob er da dann spezifisch helfen könnte? Wäre ich mir nicht so sicher :thinking:

Vielen Dank nochmal an alle :bouquet:

Ich denke, deine Zweifel sind berechtigt. Ich glaube nicht, dass dir jemand helfen kann, der von der Diagnose ADHS nichts hält. Zumindest ist das meine eigene Erfahrung. Es fängt ja schon damit an, dass jemand glaubt, besser zu wissen, wie man funktioniert oder wo die Probleme liegen, als man selbst. Das kann mMn nicht funktionieren.

Was meine eigene Therapie angeht: Es geht weniger um konkrete Projekte des „Besser funktionierens“, die abzuarbeiten sind, sondern mehr darum, mit ADHS zu leben, Dinge zu akzeptieren oder anders zu bewerten, mit sich ins Reine zu kommen. Da können auch mal ein paar Themen parallel laufen, die sich aber in ähnlicher Form wiederholen. Und steter Tropfen höhlt den Stein. Ich habe den Eindruck, dass sich meine innere Einstellung dadurch schon sehr verändert hat und hoffentlich weiter verändern wird.

Hallo Kyara,

Das ist in (fast) jeder Gegend schwer. Man muss oft eine Zeitlang suchen, Wartezeiten in Anspruch nehmen und teilweise auch weit fahren. Mein Psychiater ist 150 km weit weg, aber der Weg lohnt sich. Allerdings fahre ich inzwischen nur noch einmal im Jahr dort hin, die regelmäßigen Rezepte kriege ich vom Hausarzt.

Er selbst hat es bestimmt nicht vergessen, aber gehofft dass du es vergisst. Aber ausgerechnet das vergisst du nicht, sowas aber auch. ::sunglasses:

Ja, das gehört zur Störung (wenn du sie hast). Aber dem Therapieprozess eine Struktur zu geben und dafür zu sorgen dass die Themen so bearbeitet werden dass es auch etwas bringt, ist ja seine Aufgabe. Auch wenn es bei dir vielleicht schwieriger ist als bei anderen seiner Klienten.

Das wird sich zeigen, aber du musst es nicht jetzt entscheiden.

Es könnte eine Kränkung für ihn sein, wenn du (durch Medikation und Kenntnis des Störungsbildes) Fortschritte machst, die durch jahrelange Gesprächssitzungen bei ihm nicht erreicht wurden.

Es könnte aber auch für ihn ein Erfolgserlebnis sein, wenn die Gespräche bei einem Thema bleiben, die Inhalte bei dir haften bleiben und du auch Sachen umsetzen kannst. Überflüssig wird die Gesprächstherapie durch ADHS-Behandlung nicht, aber vielleicht werdet ihr schneller fertig.

Ich habe nach meiner ADHS-Diagnose und zu Beginn der medikamentösen Behandlung Gesprächstherapie gemacht, weil die Diagnose mich zwar moralisch entlastete, aber auch verunsicherte, und ich neu lernen wollte, mit anderen Menschen umzugehen. Das war auch wirklich gut, es war allerdings eine Beraterin, die etwas von ADHS bei Erwachsenen verstand.

Ich bekam meine Diagnose 2003. Die Medikamente nehme ich seitdem täglich, die Gespräche gingen nur wenige Monate.

Oh ja, das ist ganz typisch für AD(H)S. :roll:


Ich denke die Diagnose ADXS würde ihm nicht schwer fallen, sofern man auffällig erkennen könnte, dass man ADXS hat (er kennt wohl nur ADXS’ler, die kaum ein Gespräch führen können und somit auch eher schnell auffallen)
Als gäbe es nur eine „EXTREME“ Form von ADXS und alle anderen könnten seiner Meinung nach kein ADXS haben.

Okay dein Vorteil ist vielleicht auch, dass du eine gesicherte Diagnose hast.
Vielleicht würden sich unsere Therapiestunden auch verändert, wenn ich denn die Diagnose bekäme.

Vielen Dank

Okay dem stimme ich dir zu, es gibt wirklich nicht viele Anlaufstellen, erst recht nicht für Erwachsenen…
Vielleicht müsste ich einfach „Zentraler“ wohnen, da hätte ich zumindest die Möglichkeit in mehrere Richtungen nach Anlaufstellen zu suchen… Aber selbst dann wäre es wohl schwierig.


Da hast du aber Glück. Glaube die wenigsten Hausärzte können BTM Pflichtige Rezepte ausstellen. Zumindest in meiner Gegend ist es so.


Mein TP vergisst sehr sehr viel… Ich denke, dass wird wohl daran liegen, dass er immer erst (wenn überhaupt) nach der Thetapiestunde die besprochenen Themen in sein Computer eintippt…
Wenn er mal ein Thema für die nächsten TP Stunde hat, vergisst er das grundsätzlich… Entweder ich denke daran und es hat sich erledigt 🤷


Ja das klappt leider garnicht :roll_eyes:


Wäre vielleicht garnicht so verkehrt, „Kränkungen“ bleiben ja recht present im Kopf, vielleicht informiert er sich dann mehr über ADXS 🤷


Wenn es so kommen würde, hätte wohl ich ein viel größeres Erfolgserlebnis. Dann gäbe es für mich ein Grund zu feiern.


Wahrscheinlich wäre das einer der Gründe, weshalb es eine gute Idee wäre, wirklich zur Diagnostik zu gehen. Ohne eine Diagnose kann man ja nicht viel machen :thinking:
Danke! Das erleichtert mir meine Entscheidung sehr


Also gehst du garnicht mehr zum TP? Haben dir die Tabletten so enorm geholfen, dass du nach einer „Kurzen“ Therapie nun ohne gut zurecht kommst?


Das mit der Diagnose bei ADHS ist ja so eine Sache. Klar, es gibt sicher „Exemplare“, bei denen man die ADHS sofort erkennen kann. Aber bei vielen eben auch nicht, gerade bei den weniger Hyperaktiven und bei Erwachsenen generell, die ja insgesamt weniger hyperaktiv sind als Kinder. ADHS ist aufwändig zu diagnostizieren, dazu braucht es Menschen, die sich damit wirklich auskennen. Welche „Meinung“ dein Therapeut vertritt, der ja offenkundig kein Experte dafür ist, ist daher unerheblich.

Ich wollte eigentlich auch darauf hinaus, welche „Meinung“ dein Therapeut zu ADHS grundsätzlich vertritt. Ich sage bewusst Meinung, weil eben viele Psychotherapeuten, gerade aus dem Bereich der Tiefenpsychologie, ADHS kritisch bis ablehnend gegenüberstehen und dabei den Stand der Forschung bewusst ignorieren. Und dann finde ich eine Zusammenarbeit schwierig, da dann die Probleme zwangsläufig anders als durch ADHS erklärt und behandelt werden, mit fraglichem Erfolg.

Andererseits ist das mit gesicherten Diagnose auch so eine Sache. Es ist ja eine klinische Diagnose, d.h. es gibt keine biologischen Marker oder ähnliches, um ADHS festzustellen. Das Bild ergibt sich tatsächlich aus der Lebensgeschichte, den aktuellen Problemen und einer Menge weiterer Puzzleteile. Auch ist ADHS eine dimensionale Störung, d.h. der Übergang von normal zu pathologisch ist fließend. Aus meiner Sicht kann es daher auch keine 100% sichere Diagnose geben. Ich selbst lande immer wieder an dem Punkt, an dem ich mich frage, ob es wirklich ADHS ist oder etwas anderes.

Rausfinden werde ich das aber nicht mehr in diesem Leben. Daher halte ich es, auch im therapeutische Prozesse, für sinnvoll, dass sowohl einerseits die möglichen Erklärungen wie ADHS, ASS, Kindheitstraumata etc. von allen akzeptiert werden, dass man aber andererseits weniger in die Vergangenheit zurückblickt und sich an Diagnosen festklammert, sondern mehr der Frage nachgeht, wie man die Person, die man geworden ist, einerseits besser akzeptieren kann und wie man es andererseits mit seinen Eigenheiten schafft, besser durchs weitere Leben zu kommen. Nach meiner Überzeugung ist Akzeptanz das Wichtigste, egal ob ADHS, ASS, Depression oder was auch immer das Problem ist.

Ich wurde sogar oft dafür gelobt, was für ein guter Zuhörer ich bin.

Keine Ahnung warum. Vielleicht weil ich so wenig mitgekriegt hatte, dass ich keine Fragen hatte? Oder wenig unterbrach, weil ich mit aller Konzentration versuchte, den Faden wiederzufinden?

Hallo Kyara,

eigentlich können alle Hausärzte BTM-Rezepte ausstellen. Das geht auch gar nicht anders, was sollen sie denn machen wenn sie Krebspatienten im Endstadium haben, die brauchen doch ihre starken Schmerzmittel.

Die Frage ist, ob sie wollen. Denn es ist zusätzliche Arbeit, man muss die Rezepte besonders aufbewahren und dokumentieren usw. Daher ist verständlich, wenn ein Hausarzt auf den Facharzt verweist, um sich diesen Aufwand vom Leibe zu halten, und solange der Facharzt in derselben Stadt ist, ist das ja auch kein Problem.

Aber wenn der Facharzt sehr weit weg ist, lässt vielleicht auch dein Hausarzt mit sich reden.

Ich ging ja auch vorher nicht zu einer Therapeutin. Ja, primär helfen mir die Medikamente sehr gut.

Allerdings - gäbe es hier in der Nähe eine/n fähige/n ADHS-Coach/in (das machen manchmal Ergotherapeut/innen, die sich fortgebildet haben), würde ich das zeitweise sicher gerne in Anspruch nehmen.

Ich kann schon Gesprächen folgen, aber nur wenn es mich interressiert, oder mir der Gesprächspartner sympathisch ist.

Und oder auch damit umgehen kann, das ich immer mal wieder „abwesend“ wirke, weil ich im Gedanken gleichzeitig, während des Gesprächs, noch andere Bestandteile des Themas analysiere.

Ich neige dazu, schnell vom 100 fachen ins 1000 fache „abzudriften“, verliere dann deshalb schnell den Faden.

So das der Gesprächspartner viel Geduld mit mir braucht, heisst mich wieder zum „Hauptthema“ zurück führen muss.

Ansonsten geraden die Gesprächsthemen schnell „ausser Kontrolle“, weil ich ständig Gedankensprünge mache. :lol:

Genau das kenne ich auch.
Ich lehne es schon lange ab mich über Belanglosigkeiten zu unterhalten. Ein Gespräch muss für mich befruchtend sein, damit ich zumindest versuche den Fokus zu halten. Entweder lerne ich etwas dazu, oder kann jemanden an meinem Wissen Anteil haben lassen. Alles andere, wie das Wetter, raubt mir nicht nur Lebenszeit sondern auch die Kraft bei wichtigen Themen den Fokus zu halten.

Aber trotz aller Mühe kam dann trotzdem oft genug ein Erdbeerkäse (oder ähnlicher Unfug) durch meinen Kopf geschossen und der Fokus war weg.

Und ohne Fokus kamen die Nachwirkungen meiner damals unbehandelten Schlafapnoe durch und ich bin regelmäßig in Meetings eingeschlafen. Mit Schnarchen. :ai