Gestaltung des Morgens/ Rituale etc.

Hallo
Ich wusste jetzt nicht, wie ich die Überschrift nennen soll, ich wollte nur mal erzählen, wie es mir morgen so geht, besonders vor der Arbeit. Es gibt Tage, da komme ich unheimlich schnell aus dem Bett, bin total energiereich und könnte ständig etwas tun, auch ziemlich extrem, dann, gibt es wieder Tage, da ist sogar schon das Essen, schon ein Joghurt, eine Herausforderung und anstrengend.
Es ist manchmal schwer, vor allem nach traumreichen Nächten ,wieder in die Realität zu kommen.
Auch mit kalter Luft, oder Yoga, ist es dann kaum möglich, diesen Schleier vor den Augen und dem Bewusstsein weg zu bekommen.
Und zum Thema Rituale: duschen, Kaffee trinken, Joghurt oder Banane essen, wegen den Medikamenten, sonst so zittrig, versuchen Yoga zu machen. Manchmal auch auf dem Balkon sitzen und den Himmel anschauen und die Vögel zwitschern hören.Lesen. Im Internet surfen.

Besonders der starke Wechsel, zwischen null Energie, und depressiver Verstimmung, also nirgendwo hin wollen /seine Ruhe wollen, und diese extreme Energie, wo man alles machen möchte, fällt mir bei mir so auf.

Was macht ihr morgens und wie kommt ihr mit der Stimmung klar? Viele liebe Grüße und einen schönen Morgen ha ha

Hey

Ich hab schon lange vor ADS Diagnose & Medikation meinen „Ablauf“ geändert:
Wie auch Du, hatte/habe ich Tage an denen ich übelst schwer „in die Gänge“ komme. Daher stehe ich schlicht & ergreifend einfach früh genug auf. Heißt: Als ich noch „in Arbeit“ war, 2h bevor ich „los musste“ (Wenn also z.B. 08.00 Beginn war, bin ich spätestens um 06.00 aus dem Bett). Somit habe ich schon mal ein bisschen den „Zeitdruck“ weggenommen. Zudem habe ich ein ganz festen „Ablauf“ am Morgen.

„Aufwachen“, aufstehen, eine „Runde“ im Schlafzimmer „laufen“ um die Knochen zu sortieren & den Kreislauf in Schwung zu bringen, dann „Morgentoilette“, Musik/Radio anmachen, danach Kaffee kochen & (digitale) Zeitung lesen, „To-Do Liste“ für den Tag erstellen, Kaffee trinken (Wenn immer es geht ohne Ablenkung durch Handy & Co.), Duschen & Anziehen und erst dann wirklich mit Smartphone o.ä. „beschäftigen“… Dann war meisten schon die Zeit gekommen, los zur Arbeit…

So ein „fester“ Ablauf hat mich zwar im Urlaub immer ziemlich „genervt“, hat mir aber geholfen morgens erst gar nicht „auf komische Gedanken“ zu kommen und somit meinen Kopf ein bisschen „auszutricksen“.

Inzwischen bin ich nicht mehr „in Arbeit“ und hab -zugegeben- manchmal auch zu kämpfen, „aus dem Bett zu kommen“.
Ich versuche weiterhin meinen ganz festen Ablauf morgens zu haben und „zwinge“ mich damit, an den „schlechten“ Tagen, meiner „Kopfkirmes“ nicht all zu viel Platz zu geben. Gelingt bei mir sehr häufig, aber natürlich gibt es auch immer noch Tage, an denen ich so gar nicht „aus dem Quark“ komme. Das ist aber für mich okay, diese -vereinzelten- Tage gestehe ich mir zu. Ich kann da von mir einfach nicht „verlangen“, wie eine Maschine zu funktionieren. Erst wenn ich wieder mehrer Tage in so einer „Phase“ wäre, würde ich mir ernste Sorgen machen…

Insgesamt helfen mir „feste Rituale/Abläufe“, To-Do-Listen und „geplantes“ Vorgehen auch jetzt mit der Medikation, die Depris" zumindest „kontrollierbar“ zu halten…

Ich bin krank geschrieben mit gebrochener Schulter seit Ende Januar. Ausschlafen bis 11 Uhr im Hotel Mama. Kaffeepads. Gemächlich frühstücken bis 12 Uhr und dabei stupide ntv glotzen. Dann so ganz langsam mal sich Richtung Bad bewegen. Dann hier der Overthesky-Profilneurose fröhnen. Dann wieder Kaffeepad. Dann WhatsApp. Dann google news. Dann wieder Kaffeepads. Gestern zwischendurch das Megan Markle interview gesehen. Sich fragen, ob Megan Markle wirklich meint, sie sei der Mittelpunkt des Universums. Dann sich ärgern, dass man selbst nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Dann wieder kompensatorisch Profilneurose als Overthesky pflegen. Dann Harry bemitleiden. Dann Megan Markle bemitleiden. Dann aus Langeweile irgendwas essen. Dann wieder WhatsApp und Glotze. Zugespitzt formuliert zwar, aber so im großen und ganzen der Realität entsprechend.

So richtig produktiver Tagesablauf :grin::sunglasses::beach_umbrella:

Seit Ausbruch der Pandemie ist mein Leben total aus der Bahn geworfen. Rituale die ich in meiner Therapie mühsam erarbeitet hatte, auf die ich stolz war, sind innerhalb kürzester Zeit wie ein Kartenhaus in sich zusammen gefallen. Die Einsamkeit, niemanden zum Reden zu haben, tut den Rest dazu. Ich war schon vor der Pandemie darauf angewiesen mich in dieser Sache mit anderen auszutauschen, sich gegenseitig Mut zu machen, auch mal über seine Schusseligkeiten lachen zu können, ein Feedback zu kriegen. Ich habe schon immer besser funktioniert wenn ich ein positives Feedback erhalte, ähnlich wie ein Hund dem man zur Belohnung ein Leckerli gibt. Aber jetzt bin ich nur noch allein, lebe in den Tag hinein, gucke stundenlang fern, schlafe, hänge am Handy rum, aber kriege nichts auf die Reihe, einfach nur noch deprimierend.

In der Woche wo ich auch arbeite stehe ich immer spätestens um 6:45 auf.vorher mefitiere ich zwieschen 10 und 20 min. (Je nach Tagesform)
Dann mache ich meine Krankengymnastik Übungen für mein Knie(Unfall Treppensturz letztes Jahr im November)
Dann gehe ich in die Küche und trinke einen Pott Milchkaffee.Jetzt ist mein Sohn im Bad!Bereite mein Müsli zu(Dinkelflocken,Joghurt und Banane.
Dann Wasche oder Dusche ich mich…
Danach frühstücke ich in aller Ruhe und fahre mit dem Rad zur Arbeit
Am Wochenende brauche ich kein Ritual

Für alle die noch ihre Arbeit haben ist Adhs bekanntlich weniger ein Problem, da man ja alleine durch die Arbeit schon „Struktur“ hat. Aber für alle, die auch, oder insbesondere in der derzeitigen Pandemie ihren Job verloren haben, oder nicht ausüben dürfen, ist diese „Leitplanke“ verloren, und dann kann es durchaus „passieren“ das man ganz auf sich allein gestellt ist. Besonders wenn man zum Beispiel „Single“ ist, oder „einsam“ ist, und solche Menschen gibt es tatsächlich mehr als man „denkt“. Auch „ohne“ Adhs betroffene Menschen, die zum Beispiel unter Angst oder Panik Attacken leiden, oder einfach Menschen die einsam sind, leiden sehr. Und dann kann es passieren, das man nicht nur sein Morgenritual, sondern jeglichen Halt im Leben verliert.

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Ich glaube eine gute Möglichkeit dem entgegen zu wirken währe ehrenamtlich was zu machen. Hatte jetzt z.B einen Bekannten im Coronatestcentrum getroffen, der einfach nur die Daten vorn aufgenommen hat.

Guter Café also keinen Discounter Café sorgt morgens für Energie… komisch ohne Surfen in Sozialen Medien istmein viel ruhiger.


@Nichtrichtig
Ich trinke jeden Morgen „richtigen“ italienischen Kaffee, ohne den ist Kaffee trinken für mich fast schon eine Qual. :neiiin
Und wegen dem im Internet surfen am Morgen, das geht mir genauso, wenn ich das anfange komme ich kaum noch davon los. Ich starte definitiv besser in den Tag ohne Handykonsum beim aufstehen. :lol:

Ja und beginnt sie „Religion“ was hat ist

@Nichtrichtig, Häää? Sorry habe nicht kapiert wie das mit „Religion“ gemeint ist. :nothere

Die :wink:

Macht trotzdem nicht so richtig Sinn, aber wir verstehen Dich alle :lol: :lol:
(das ist das Schöne an einem ADHS-Forum, man kann sich auch mal über Dinge lustig machen, über die sich andere normalerweise andere bei einem selbst lustig machen :nothere)

Back to topic:
Mir gehts ähnlich - entweder (meistens) recht fit beim Aufstehen. Dann mit Kaffee auf Sofa packt mich die Müüüüdigkeit… Das hat wohl was mit Prokrastination zu tun.
An Arbeitstagen sitz ich um 9 am Schreibtisch.
Aber an Uni-Tagen wirds hart. Es gibt immer Gründe. Und Ausreden.

fast 20 Jahre lang war ich morgens Joggen. Ich sollte meine Stöckchen schnappen und statt TV und Sofa morgens mein Ründchen drehen.
Sollte. Und so.

Bei mir hat das tatsächlich was mit Prokrastination zu tun - oder, aber eher in Ausnahmen, mit fehlendem Nachtschlaf. Sonst wäre ich ja nicht um 7 frisch wie der junge Frühling (oder wie der mittelalte Herbst…) - und um 8 knackmüde.

Oder träge.

Kaffeee ist bei mir auch eine Religion. Oder Meditation. So ein guter Cappu aus einem fairen Espresso… das blubbernde, duftende Mokkakännchen, der Milchschaum, das ist Luxus. Klar, hat was religiöses - oder aber was kulturell „elaboriertes“. Gehört das nicht auch zur Selbstsorge?

Falls jemand einen guten koffeinfreien, fair gehandelten Bioespresso kennt… der vielleicht sogar schmeckt: her mit dem Tipp!

Ok, jetzt ist der Groschen gefallen. :lol:

Hach ja, ein Morgenritual bräuchte ich auch. Wenn ich um die Zeit nur nicht so matschig in der Birne wäre, dass ich selbst das Prokrastiniere.
Aber morgendliches Yoga tut mir gut, wenn ich es denn mal mache.

[size=70]@Hibbelanna hast du mal den koffeinfreien Espresso von GEPA probiert? Der schmeckt mir zumindest gut,[/size][size=50] aber Achtung, der Tipp kommt von einer, nur sporadisch Kaffee trinkenden, Teeliebhaberin.[/size]

Aha…

Guten Morgen
Mein Psychotherapeut hat mir 7 mind empfohlen!
Das ist eine Meditationsapp.Einfach im Internet runterladen!
Man 7 Probemeditatinen kostenlos durchführen .
Eine Einheit dauert nur 7 Minuten.
Nacher bezahlt man jährlich einen Betrag der je nach Krankenkasse aber rückerstattet wird
Schaut es euch mal an

Einen schönen Tag wünscht euchRatte.

Ich leider nicht, wäre lieb wenn es mir einer erklären würde :fischglas

Ich tippe auf ein halbes covfefe oder ein Eichhörnchen zwischen Ursprungsgedanken und erster sowie zweiter Satzhälfte…

Ab 19:00 gehts bei uns (zumindest bei mir) nur mit Vorschau und 2x Lesen.

So, oder so ähnlich :lol: , mir geht es manchmal so das ich mitten im Satz abbreche, weil ich gedanklich schon weiter gesprungen bin. Tippe auf einen „Gedankensprung“. Insofern ist bei mir der Groschen gefallen, aber was „tatsächlich“ gemeint war, diesen Schleier des Nebels, der nach wie vor über der Aussage „hängen“ bleibt, könnte nur @Nichtrichtig lüften. :kaffeekochen