Gibt es Erfahrungen mit dem sozialpsychiatrischen Dienst oder der APP (ambulante psychiatrische Pflege)?

Hi,
hab selbst mal in so einem Dienst gearbeitet und kenne einige die es in Anspruch nehmen.

Kann schon was gutes sein. Man wird 1, 2 mal die Woche besucht (oder trifft sich anderswo), packt gemeinsam was an im Sinne des Body Doublings oder hat jemanden zum Auskotzen im Sinne von Entlastungsgesprächen und so weiter und so fort.
Ich schätze die Art des Angebots ist je nach Bundesland - oder Land - überhaupt unterschiedlich.

Ich kenn es als multiprofessionelles Team, mit Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen usw. Je nachdem wie gut oder schlecht es läuft, kann man auf die Betreuungsperson wechseln.

Zu den weiteren Spezifikationen (Dauer etc.) sag ich nichts, denn das ist sicher nochmal unterschiedlicher.

Kann es Personen empfehlen, die einen Klinikaufenthalt noch nicht so ganz möchte bzw vor allem noch nicht braucht. Oder die nach einem Klinikaufenthalt noch weitere, niedrigschwelligere Betreuung möchte/braucht.

Ergänzung: auch geht es manchmal schneller dort einen Platz zu bekommen, als für eine Psychotherapie. :point_up:

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Warum nicht ganz unabhängig von Klinikaufenthalten?

Ich habe auch mal bei so einem Dienst gearbeitet, das ist allerdings schon sehr lange her.

Denke aber das es keinen Bezug zu einem Klinikaufenthalt haben muss.

Eh auch ganz unabhängig.
Hab nur die Klinikaufenthalte (und Therapie) ergänzt, weil manche vllt abwägen was inwiefern sinnvoller oder für einen möglicher ist.

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Hallo zusammen. NOCH kann ich keine Erfahrungen beitragen, habe aber nächste Woche einen ersten Termin bei einem solchen Angebot.
Auf die Idee (vorher hatte ich davon nie gehört) hat mich mein Psychotherapeut gebracht, weil mir der Antrieb/Arschtritt fehlt, um die wirklich wichtigen Dinge anzugehen. Das Medikinet, was ich aktuell einnehme, hilft mir zwar im täglichen Leben und Ablauf und ermöglicht mir, den Alltag besser anzugehen, aber für die „großen“ Geschichten ist es m.M.n. nicht ausreichend. Da fehlt mir etwas „Druck“ von außen.
Nach einem ersten Telefongespräch bin ich der Meinung, dass dieses Angebot helfen KÖNNTE. Jemanden zu haben, der Erfahrungen einbringen kann, eventuell eine für mich nützliche Erwartungshaltung (die ich nicht enttäuschen möchte) aufbaut und so sanften „Druck“ macht. Hörte sich erstmal alles genau nach dem an, was mir in meiner Situation helfen könnte, da ich keinen Freundeskreis oder Partnerin habe, die solche Anstupser geben könnten.
Ich kann gerne berichten, was sich da entwickelt. Bis letzte Woche wusste ich gar nicht, dass es sowas überhaupt gibt.

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Muss der APP Mitarbeiter intelligent sein oder der Adhsler? Ich frage, weil ich nicht so ganz nachvollziehen kann, wie Betroffene nach einem intelligenten Mitarbeiter im Rahmen des APP fragen könnten :wink: das ist vermutlich ziemlich herausfordernd

Btw: @ulschke nutzt APP Unterstützung wenn ich mich richtig erinnere, vllt kann sie uns dazu berichten?

Eine zusätzliche Hilfe könnte da auch das Body doubling sein. Mir hilft es.

Ansonsten bin ich gespannt auf deine Erfahrungen.

Ich habe jetzt zum 3. Mal APP und finde es sehr hilfreich. Hab jetzt ein paar Monate gewartet.

So läuft das bei mir auch. Mal quatschen wir mehr, mal sortieren wir Papierkram, gestern haben wir an einem Text für eine Ausstellung gearbeitet, der nächste Woche weg sollte, … Manche machen auch einfach einen Spaziergang, gehen einkaufen oder begleiten bei offiziellen Terminen. Jede/r hat unterschiedliche Baustellen, bei denen Hilfe benötigt wird. Möglichkeiten, die Zeit zu füllen, gibt es viele.

Ob man seinen Alttag geregelt kriegt, hat ja mit Intelligenz und Bildung nichts zu tun. Das sehen wir ja auch hier im Forum.

Ich kann jetzt nur für NRW sprechen: APP gibt es normalerweise für 4 Monate im Jahr, wenn vom Psychiater verordnet. Der HA kann das unter bestimmten Voraussetzungen auch, aber dann gibt es nur 6 Wochen. Man muss Zuzahlungen leisten wir bei anderen Therapien auch. „Nur“ ADHS alleine reicht als Indikation nicht aus, aber die meisten haben ja eine weitere Diagnose, wie z.B. Depression.

Oh my, @ die Kürze der Betreuung in NRW. :see_no_evil: Da komm ich her.
Aber da wo ich lebe, in Ö, kann man den Dienst ein, zwei Jahre in Anspruch nehmen, wenn ich das richtig im Kopf habe. (Wird hier dann „mobile sozialpsychiatrische Betreuung“ genannt.)

Edit: Lese gerade die öffentlich zugänglichen Landesverordnungen dazu durch. Aber ich glaub, wenn ich euch mehr Spezifikationen meines Bundeslandes aufzähle, frustriert es nur. Außer ihr wollt eh hierher ziehen, haha.

Den sozialpsychiatrischen Dienst kann man allerdings länger als die APP in Anspruch nehmen, das läuft auch nicht über die Krankenkasse.

Bei besonderen Umständen geht es wohl länger. Aber bei mir war es zwar länger verordnet, wurde aber nur 4 Monate bewilligt, das ist wohl Standard. Aber das bezieht sich auf ein Jahr, ich habe jetzt das 3. Mal 4 Monate.

Versteh, ok. Ich hoffe das Beantragen macht die Betreuung oder hilft dabei. Das macht den ganzen Diensten ja wieder höherschwelliger, damit abschreckender, wenn man immer wieder ansuchen muss. :confused:
(Glaub u.a. daher ist es bei uns idR bald mal 1 Jahr bewilligt und kann dann nach Bedarf verlängert werden.)

Den sozialpsychiatrischen Dienst muss man nur anrufen. Bei der APP benötigt man ein Rezept.

Könntest du meine Frage (s.o.) dazu bitte noch beantworten? Mir ist der Satz unklar und auch @ulschke hat hierzu kommentiert
Man kann ihn falsch verstehen, daher bitte ich dich, das noch aufzuklären @Justine…merci

Kannst du mir kurz bei der richtigen Wortwahl helfen?

Stephen Hawking war Zeit seines Lebens auf Hilfe angewiesen.

Falls das auch dazu gehört?

Ich nehme Ambulant Betreutes Wohnen in Anspruch. Da kommt dann einmal die Woche meine Sozialarbeiterin vorbei und die Hilft mir bei dem Kram den ich alleine nicht immer hinbekomme, wie Termine Ausmachen, auf Termine begleiten, Quatschen (in den Wahnsinn Monologisieren :rofl:), Spazieren, eigentlich bei allem was man braucht. Auch Einkaufen zusammen würde darunter fallen.
Und man ist dann auch nicht ganz so einsam. Ich bin sehr Dankbar dafür.

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Ich finde das nicht abwertend.

Oft wird darin ausgegangen - auch in Fachkreisen - das solche niederschwelligen Angebote eher etwas für Menschen sind die sehr große Beeinträchtigungen haben und/ oder eine eine schlechte Bildung sowie auch kognitive Einschränkungen.

Das wollte ich tatsächlich thematisieren.

„Ach - und schicken Sie mir doch bitte das nächste Mal einen intelligenten Mitarbeiter! Vielen Dank :pray:

Auch das könnte theoretisch mal nötig sein :thinking:

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Klar, gern. Ich weiss nur nicht so genau was du sagen wolltest? Ich versuch’s mal…

Also, Wenn der APP Mitarbeiter intelligent sein soll, dann könnte man schreiben, dass es notwendig ist, dass der APP Mitarbeiter auf die Bedürfnisse des Patienten eingehen können sollte. Also, dass er sich auf eine fremde Person einstellen kann, sieht, was genau gebraucht wird und dann nach Bedarf und mit System handelt.

Wenn der Adhs Patient intelligent sein soll, könnte man sagen, dass er in der Lage sein sollte ansatzweise der APP Person zu erklären, was er braucht

Hilft dir das?
Gemeinsam sind wir stark :muscle: :blush:

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Nein. So meinte ich das natürlich nicht :sweat_smile:

Hatte oben schon etwas dazu geschrieben und doch dachte ich bereits beim formulieren das es irgendwie nicht richtig passt.

Okay, war ein Versuch :sweat_smile:
Wusste nicht genau was du brauchst. Aber jetzt ist es ja geklärt :wink:

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An den würde ich jetzt in diesem Zusammenhang eher nicht denken.

Ist dafür wirklich Intelligenz erforderlich? Wenn, dann doch eher vielleicht emotionale Intelligenz oder Empathie? :thinking:

Das ist manchmal aber ganz schön schwer.

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