Hi,
ich bräuchte mal ein bisschen Unterstützung, eine Sache einzuordnen.
Ich habe ADHS, was bei mir mit einer erhöhten Reizsensitivität und geringer Stresstoleranz einhergeht. Ich brauche deswegen öfter mal Rückzug.
Normalerweise hole ich mir diesen Rückzug, indem ich mich, nachdem meine Frau und Tochter ins Bett gegangen sind, in mein Zimmer verkrieche. Ab und zu verkrieche ich mich auch für ein paar Stunden in mein Zimmer.
Am Samstag hatten wir Besuch von einem Vater mit zwei ADHS-Jungs. Auch wenn ich selber ADHS habe, Jungs mit ADHS bringen mich fast immer auf die Palme und ich muss mich hart kontrollieren, das nicht so an mich rankommen zu lassen.
In der Nacht zum Sonntag bin ich dann noch ein paar Stunden Tanzen gewesen, um mich abzureagieren. War dann natürlich am Sonntag etwas müde, hab den Tag aber ganz gut verbracht. Am Abend war ich dann aber irgendwann drüber und ich habe meiner Familie schon um halb neun Gute Nacht gesagt, mit der Bitte, mich in Ruhe zu lassen.
MIt meiner Frau hatte ich das Thema vor einigen Tagen eigentlich schon, als ich ihr erklärt hatte, dass mich das auch bei unserer Tochter nervt, dass sie dann immer nochmal Gute Nacht sagen will, auch wenn man schon Gute Nacht gesagt hat und ich einfach irgendwann keine Interaktionen mehr will.
Abgesehen davon, dass man als Paar ja auch irgendwann am Abend kein Kind mehr betüddeln will, sondern auch mal ungestörte Zeit füreinander braucht.
Meine Frau kam dann aber halt doch nochmal zu mir ins Zimmer als sie schlafen gehen wollte und ich habe ihr gesagt, es wäre jetzt in Ordnung aber, dass ich mir wünschen würde, dass sie es in Zukunft respektiert, wenn ich meine Ruhe will.
Sie hat das gar nicht verstanden und wollte dann wissen, was ich tue und ich hätte halt eine Familie und bin kein Teeny mehr.
Ich habe das mit meiner KI durchgekaut, die mir natürlich recht gibt, was aber wegen dem Sycophancy-Prinzip nicht viel heißt. Aber ich denke, sie hat zumindest damit recht, wenn sie sagt, dass ich nicht versuchen sollte das zu rechtfertigen, sondern dass es eben ein Bedürfnis von mir ist, das mit anderen Bedürfnissen abgewogen werden muss.
Trotzdem habe ich nun das Gefühl, dass ich kein Recht auf dieses Bedürfnis habe und ich einfach unreif bin. Aber eigentlich ist das ja die Ansicht meiner Frau und gar nicht meine eigene. Für mich fühlt es sich eher so an, als wäre ich im Kindergarten gelandet, wo man den Kindern erklären muss, was Grenzen sind.
Und in einer Partnerschaft gibt es halt auch Grenzen.
Sie selber hat ihre Grenzen woanders und sie kann dieses Bedürfnis nach Rückzug nur schwer nachvollziehen, aber ich respektiere immer alles, was sie macht und braucht und versuche, nicht zu urteilen. Aber ich bin irgendwie immer der, der sich korrigieren muss/soll.
Bin ja auch in Therapie deswegen und arbeite an mir.
Aber gerade bin ich echt richtig wütend und würde ihr gerne an den Kopf knallen, dass sie auch endlich mal ihre Angststörung therapieren lassen sollte (Das mache ich aber natürlich nicht).
Sie denkt jetzt schon wieder, dass ich mich von ihr entferne und hat Angst, dass das dann irgendwann jeden Abend so ist obwohl es rein gar nichts mit ihr zu tun hat.
Hat auch nicht geholfen, ihr zu sagen, dass ich das nicht vorhabe. Sie denkt, dass ich da dann irgendwelche heimlichen Dinge mache.
Ja und selbst wenn? Darf ich das nicht?
Wir haben sogar eine Abmachung, dass jeder seine Geheimnisse haben darf.
Aber darum geht es mir hier gar nicht.
Ich habe leider eigentlich gar nicht viel Zeit, hier jetzt stundenlang im Forum abzuhängen, da ich arbeiten muss. Verzeiht es mir also bitte, wenn ich auf etwaige Antworten von euch nur kurz eingehen werde.
Ich würde nur gerne ein Gefühl dafür kriegen, ob solche Grenzen in einer Beziehung eurer Meinung nach okay sind oder eher problematisch.