Grenzen in der Beziehung

Siehst du Kommunikationsproblem und selbst wenns nur verschiedene Wahrnehmung ggf. wegen Stress oder sowas ist -
macht es manchmal bisschen anstrengend :see_no_evil_monkey:

Hochintelligenz und Spektrum schließen sich nicht gegenseitig aus.

Fazit: Gehe doch im Umgang mit Ihr einfach mal davon aus, daß Du nicht der einzige AD(H)Sler in der Beziehung bist - und daß auch Sie (Genau wie Du) ihre Schwierigkeiten hat und ihre Freiräume und Unterstützung braucht.

Das bedeutet natürlich Trauerarbeit für Dich, da Du Dich nicht mehr mit der „Ausrede ADHS“ einfach aus der Verantwortung ziehen kannst - aber es eröffnet auch die Chance tieferen gegenseitigen Verständnisses.

Und vor Allem eure Tochter könnte sehr davon profitieren.

1 „Gefällt mir“

Passt schon, bin manchmal etwas empfindlich.
Tut mir leid.
Eigentlich sollte man ja hier nicht unbedingt abends rumhängen, da fehlt dann bei mir zumindest schon manchmal etwas Impulskontrolle.
Aber da ist halt meistens Zeit dafür.

Wegen dem Verrat habe ich schon auch mal drüber nachgedacht, aber das hier funktioniert ja nur, weil wir alle mehr oder weniger anonym unterwegs sind.
Außerdem ist meine Frau hier nicht angemeldet.

Ich fand es gar nicht falsch was Du geschrieben hast.
Und letztendlich hast Du ja Recht.
Ich denke, dass Streit eigentlich so gut wie immer auf Kommunikationsproblemen beruht.

Ich kenne ein paar hochintelligente Personen und ehrlich gesagt, glaube ich, dass das gar nicht ohne Neurodivergenz möglich ist.
Letztendlich ist es ja per Definition schon nicht neurotypisch, da es am Rand der Gauss-Verteilung ist. Zumindest „Nerdismus“ haben die alle irgendwie.

Meine Frau hat jedenfalls mehr Überschneidung mit ASS/ADHS als sie sich eingestehen will. Aber ist ja auch egal, nicht für jeden ist eine Diagnostik sinnvoll.

Deine Ratschläge sind immer sehr treffend.
Tut ich tatsächlich genau so.
Es fällt mir nur manchmal schwer, weil ich ihr eigentlich alle Freiräume gebe, die sie will, nur halt sie mir nicht. Ich verstehe sogar, warum sie das macht, aber das hilft halt manchmal auch nicht, weil ich ja trotzdem ein Problem habe.
Und da sie kein Interesse hat, ihre Probleme anzugehen, wird sich da auch nicht viel ändern und ich muss um kleine Freiheiten, wie z.B. halt mal schon um 9 gute Nacht sagen, kämpfen.

Ich will mich hier jetzt aber auch nicht als der Tolle darstellen. Ich hab auch meine Seiten, die sie sicher mit Recht nerven. Es ist nur in diesem Thema eben so, dass da ein Ungleichgewicht zu meinen Ungunsten besteht.

Erwecke ich den Eindruck, dass ich das tue?
Dann müsste ich vielleicht noch einiges überdenken.
Denn eigentlich ist das ein Grundsatz von mir, dass ich ADHS nicht als Ausrede, sondern nur als Erklärung verwende. Als Erklärung für Dinge, für die ich ansonsten keine Erklärung finde.

Ein wenig :wink:

Aber wichtiger fände ich folgende Überlegung: Du schreibst, dass Deine Frau kein Interesse habe, etwas bei sich selbst zu ändern.
Das mag womöglich sein - aber nachdem ich ein wenig Erfahrung mit einer, der Deinigen Situation ziemlich ähnlichen Paarbeziehung habe, vermute ich eher dass Deiner Frau der Gedanke an eine Aufarbeitung oder gar Diagnose Angst macht.

War zumindest bei meiner Frau so.

Hallo Lieber @Traumfresserchen :hugs:
Obwohl Du hier wie ich find schon gute Antworten bekommen hast, möchte ich Dir gerne noch ein paar Dinge schreiben die mir durch den Kopf gegangen sind, und Dir hier nur als „Gedankenanstösse“ gelten sollen, heisst auf keinen Fall als Kritik zu verstehen sind.

Jedenfalls, wegen der „Gute Nacht Situation“ die Du beschrieben hast, heisst das es Dich stört, oder sogar wütend macht, wenn entweder Deine Frau, oder Deine Tochter nach dem „Gute Nacht“ sagen, noch mal zu Dir ins Zimmer kommen.

So muss ich Dir zu 100% und absolut ehrlich sagen, dass ich persönlich so einen krassen Cut wie Du ihn gegenüber Deiner Frau und Deiner Tochter vornimmst, heisst dann wenn Du "ungestört und alleine" sein willst, nicht in Ordnung finde.

Denn erstens: „Du hast eine Familie“, heisst Du hast eine Frau und eine Tochter, und das übrigens etwas ist was nicht jeder hat, sondern jemand anderes stattdessen z.B. ein Singleleben führt, und vielleicht auch niemals eigene Kinder haben wird.

Und zweitens: Sobald man in einer Beziehung lebt, aber vor allem und ganz im Besonderen, heisst sobald man Kinder hat, ist es vorbei mit dem Lebenstil den man „vorher“ hatte, denn ab diesem Moment gibt es kein „Du und ich“ mehr, sondern nur noch ein wir, und zwar weil man dann gegenüber seinem Partner:in, und "für immer" seinem Kind/ern gegenüber eine extrem hohe Verantwortung gegentüber trägt, und das wortwörtlich gesagt „lebenslänglich“.

Und diese Verantwortung, auf die man mit einem Eheversprechen eingegangen ist, und erst Recht wenn man dann Vater/Mutter geworden ist, die besteht immer, heisst Scheissegal wie spät es ist, welcher Tag heute ist, oder wie der Tag gestern war, oder, oder , oder.

Heisst die Verantwortung die man gegenüber seiner Familie hat, die lässt sich nicht wie mit einem Schalter auf „On oder Off“ stellen, und genauso wenig lässt sich ein Kind abends auf „On oder Off“ stellen, denn Kinder sind nun mal menschliche Wesen, und deshalb werden sich Kinder auch nicht einfach in eine Ecke stellen lassen, so wie z.B. ein Staubsauger nach getaner Arbeit.

Und deshalb würde mich persönlich z.B. wirklich sehr stark interessieren wie Du "nach Feierabend", jedenfalls für Dich „Feierabend“, dann damit umgehst wenn Deine Frau z.B. noch gerne über ihren Tag sprechen würde?, oder damit wenn sie z.B. noch körperliche Zuneigung benötigt?.

Heisst was machst Du dann?, schickst Du sie dann wieder aus dem Zimmer raus?, und das nur weil Du Deine Ruhe brauchst?.

Und was ist wenn Deine Tochter gerne noch ein bisschen mehr Zeit mit Dir verbringen möchte?, und sich vielleicht einfach z.B. danach sehnt das Du ihr vielleicht noch ein Gute Nacht Geschichtli vorliest?, oder sie vielleicht vor dem ins zu Bett gehen noch mal kurz von Dir geknudellt werden möchte?.

Und was ist z.B. mit organisatorischen Dingen für den nächsten Tag?, hilfst Du Deiner Frau, oder Deiner Tochter dabei?, oder überlässt Du diese Dinge einfach Deiner Frau?, und dass, während Du „auf Deine Ruhe bestehst?“.

Fragen über Fragen, und welche wahrscheinlich nur eine Frau und Mutter wie ich stellen kann.

Jedenfalls, all das interessiert mich, ehrlich, und Du weisst ja hoffelich das ich Dich mag, aber nicht destrotz bin ich eine sehr erfahrene Frau und Mama, und deshalb schreibe ich diese Denkanstösse. :white_heart:

2 „Gefällt mir“

P.s.
Heisst, und um zum Schluss zu kommen, und das meiner Meinung nach deshalb die wichtigste Frage von allen ist, stelle ich Dir eine sehr wichtige Frage, und auch eine total unbeschönigte Frage, nämlich: "Siehst Du Deine Frau und Deine Tochter eigentlich ehr als eine Art von Belästigung in Deinem Leben an?, oder vielleicht doch ehr sogar als eine Art von Bereicherung in Deinem persönlichen Leben an?.

Liebe AbrissBirne,
keine Sorge, ich schätze Deinen Beitrag und auch die andere Perspektive.
Ich wollte das ja.
Aber kann es sein, dass Du hier ganz viel nicht gelesen hast?
Ich habe nämlich sehr vieles eigentlich schon erklärt, was Du fragst.
Aber ich gehe mal in Kürze nochmal drauf ein.

Es geht wirklich nur darum, dass meine Frau nochmal Gute Nacht sagt.
Es bestehen da keine weiteren Bedürfnisse, aber natürlich ist es schon eine Zurückweisung, das ist mir klar, auch ohne dass ich wütend werde (was ich nicht tue). Aber ich nehme mir ansonsten fast immer Zeit für die Bedürfnisse meiner Familie.
Auch bei meiner Tochter geht es nur darum, ob sie mir vor oder nach dem ins Bad gehen Gute Nacht sagt. Die versteht das auch eher als meine Frau, weil sie ähnliche Bedürfnisse hat. Es ist auch nicht so, dass ich das immer machen möchte, sondern nur wenn ich überreizt bin.

Als Mutter weißt Du ja, dass Kinder haben wunderbar ist! Aber eben auch zeitweise mega anstrengend, besonders für Neurodiverse mit neurodiversen Kindern.
Und ich habe eine Zeit hinter mir, in der ich fast zusammengebrochen bin unter den ganzen Erwartungen und Pflichten.

Ich lerne nun, meine Bedürfnisse nicht immer hinten an zu stellen, damit ich weiter für meine Lieben da sein kann. Niemandem ist geholfen, wenn ich an der Last zerbreche.

Ich habe so viel zu reflektieren und zu denken. Das muss ich einfach irgendwann machen und bisher blieb dafür eben nur die Zeit nach dem Gute Nacht sagen, weil ich dann einfach wirklich meine Ruhe brauche. Das geht auf den Schlaf und dann bin ich müde und habe noch mehr Stress.

Ehrlich gesagt, haben meine Frau und ich uns kein Eheversprechen in diesem Sinne gegeben. Es sind da, glaube ich, eher gesellschaftliche Erwartungen, die man halt irgendwie erfüllen will, weil es halt so gehandhabt wird.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich meine Frau sehr liebe.
Der Wunsch nach Rückzug hat absolut nichts mit ihr zu tun.

2 „Gefällt mir“

Ja, das ist so. Und ich rate ihr sogar dazu, das nicht zu machen weil sie in der Arbeit wirklich sehr gefordert ist und die finanzielle Last der Familie trägt.
Ihre Vergangenheit aufzuarbeiten ist im Moment keine gute Idee, glaube ich.

2 „Gefällt mir“

Mein Lieber @Traumfresserchen , leider ist es für mich inzwischen schon zu spät um Dir auf Deinen Beitrag nochmal angemessen antworten zu können, heisst so das mein IQ nicht einfach aufgrund meiner eigenen Müdigkeit vielleicht zu sehr „abdriftet“, oder man könnte auch sagen: „abschifft“. :wink: :joy: :rofl:
:ship: :zany_face:

Jedenfalls, vielen herzlichen Dank für Dein Feedback, und ich melde mich dann morgen irgendwann nochmal, denn Du weisst, ich mag Dich, und möchte deshalb Dir gegenüber so objektiv wie möglich bleiben. :wink: :white_heart: :people_hugging:

Aber jetzt muss ich Gute Nacht sagen, von daher, bis morgen irgendwann, und schlafe gut. :sleeping_face:

P.s.
Denn momentan bin ich persönlich z.B. wieder einmal total vom „zügeln“ beansprucht, weil ich dem Universum sei Dank, endlich eine neue Wohnung gefunden habe, und welche für mich tatsächlich, und sogar bald, in Aussicht steht. :white_heart:

Zu allererst finde ich sehr gut, dass du deine eigenen Bedürfnisse wahrnimmst und deine Grenzen wahren möchtest.

Aus der Sicht einer zweifachen Mutter mit Kindern, die definitiv ebenfalls neurodivergent sin (der eine ASS/ADHS, der andere ohne Diagnose offiziell, aber sehr wahrscheinlich auch ADHS, vermutlich PDA) kann ich dir in einigen Punkten zustimmen, aber nicht in allen.

Ich trage seit der Geburt der Kinder die Hauptlast mental, ich bin nach je 1 Jahr wieder arbeiten gegangen. Ich co-reguliere 24/7 meine Kinder, seit fast 14 Jahren.

Meine eigene ADHS Diagnose habe ich seit einem knappen Jahr, ich schlage mich aktuell ohne Medikamente durch.

Maskieren ist natürlich ein mega Thema, ebenso die klassische weibliche ADHS, wie oben schon erklärt wurde.

Ich finde nachvollziehbar, dass du die Tage brauchst, an denen du „nicht mehr ansprechbar“ bist, andererseits ist man eben als Elternteil und Partner aber in meinen Augen eben keine Insel, dafür ist dein Kind noch zu klein.

Es geht gar nicht unbedingt darum, dass sie dich wirklich braucht, aber mit deinem Beharren auf „das ist jetzt meine Ich-Zeit“ grenzt du dich klar ab und ziehst dich aus der Verantwortung.

Es kann IMMER irgendwas sein. Zumindest bei uns ist es abends oft noch trubelig, bis alles erledigt ist, alles für den nächsten Tag fertig, alle Geschichten erzählt, alle blöden Situationen vom Tag/aus den Schulen besprochen etc.

Ich könnte mir vorstellen, dass deine Frau dir gerne zugesteht, dass du deine Ruhe/deine Grenze haben darfst, aber nicht 7 Tage/Woche ab 20 Uhr.

Eben weil sie dann die Ansprechpartnerin für alles ist. Indem du dich rausziehst, hat sie die komplette Verantwortung.

Genau das ist doch das mental-load Ding: wenn alles an einem hängt.

In eurem Fall hängt offenbar die finanzielle Versorger-Last zum Großteil an deiner Frau und jeden Abend hängt die Verantwortung fürs Kind komplett an ihr, weil du deinen Rückzug brauchst.

Du schreibst, du gestehst ihr ihren zu, aber sie würde ihre Baustelle ja nicht angehen wollen. Aber wie soll sie, irgendwer muss ja fürs Kind da sein.

Es ist offenbar noch nicht 25 und selbständig, sondern so alt, dass man - auch wenn es nach dem „richten“ irgendwann ins Bett geht - aber man hat doch als Eltern immer noch ein Auge drauf und geht nicht einfach selber um 20 Uhr ins Zimmer und denkt sich „nach mir die Sintflut“.

Kann man meinen wirren Gedanken folgen?

7 „Gefällt mir“

Wenn du so mit deiner Frau redest, in einer Situation, wo euch nichts mehr ablenkt, so ein echter, ehrlicher Moment, wo ihr euch gegenseitig zuhört, versteht sie vielleicht, wie wichtig das für dich ist, auch wenn sie vielleicht nie verstehen wird, warum es wichtig ist.

Ich habe mit meinem Mann immer wieder Mal solche Momente, wo er einfach nicht versteht, warum irgendwas für mich wichtig ist. Aber wir haben auch immer wieder festgestellt, dass er das gar nicht muss. Umgekehrt gilt das natürlich auch, wobei ich meistens weiß, warum, ohne dass er es erklären muss. Gerade das Beispiel Rückzug - er sagt mir, dass er in die Werkstatt geht, aber ich muss nicht wissen, was er da tut oder ob er überhaupt was tut. Vielleicht sitzt er da ja nur und sinniert. Das ist, als würde er ins Lagerfeuer gucken.

Und im Gegensatz zur Abrissbirne bin ich nicht der Ansicht, dass man sein Ich aufgeben muss, sobald man Familie hat. Du bist ja nicht nur Ehemann oder nur Vater.

1 „Gefällt mir“

Ja, ich mag Dich auch.
Mach Dir keinen Kopf! Sag mal, hast Du in Deinem Leben schon viel Zurückweisung erlebt? Du drückst Dich sehr vorsichtig aus. Das wäre bei mir gar nicht nötig.
Ich weiß, dass die Textform sehr konfliktanfällig ist und deute deswegen im Zweifel wenn möglichst positiv. Jeder kann hier ja auch frei seine Meinung sagen, finde ich.
Aber klar, ab und zu wird man von irgendwas getriggert. Bei mir aber eigentlich nur wenn jemand so von oben herab kommt. Und so nehem ich Dich überhaupt nicht wahr.

Was meinst Du damit? Umziehen = „zügeln“?
Gratuliere wegen der neuen Wohnung!

1 „Gefällt mir“

Hallo,
Ich finde Deine Gedanken in keinster Weise „wirr“
Danke für Deine Perspektive!

Du bekräftigst mich stark darin, nun wirklich ein feministischer Mann zu werden.
Feminismus ist nämlich auch für uns Männer absolut nützlich und notwendig. Durch die vielen Idioten (Männer, die Frauen die ganze Care-Arbeit machen lassen, Frauen belästigen und verletzen …) haben wir mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die ja letztendlich auch stimmen. Manchmal nur einer von 10, was in bestimmten Fällen schlimm genug ist, im Bereich Kinder aber wohl eher 9 von 10.

Ich gehöre da jedenfalls nicht dazu. Ich bin sogar Lead-Parent unserer jugendlichen Tochter. Würde sagen, dass wir so (ich) 60/40 (meine Frau) die Care-Arbeit aufteilen und den Haushalt mache ich zu 90 % während sie zu 85 % das Geld ran schafft.

Ich erwarte jetzt auch nicht, dass Du den ganzen Thread durchliest aber eigentlich bin ich auf das was Du sagst schon eingegangen. Du interpretierst da einiges in meinen Text hinein, was vermutlich durch Deine Situation bedingt ist, zuhause gefühlt alles oder zumindest einen zu großen Teil leisten zu müssen.

Das ist bei uns jedenfalls nicht so. Es geht jedenfalls in keinster Weise um Verantwortung. Es ist alles erledigt. Kuscheleinheiten könnten auch vor meinem Rückzug passieren und es handelte sich um einen Einzelfall.
VIelleicht klingt das jetzt hart, aber wenn meine Frau nur einschlafen könnte wenn sie eine Kuscheleinheit kriegt, dann wäre das nicht in Ordnung wenn ich dafür die Last zu tragen habe, die bei mir real auf die Gesundheit geht. Das wäre ja auch mir gegenüber lieblos auch wenn man vielleicht schnell denken kann ich bin der Bösewicht weil ich nicht kuscheln will.

Ich habe ihr übrigens auch ausdrücklich kommuniziert, dass ich natürlich in wichtigen Fällen ansprechbar bin. Im Prinzip will ich auch einfach nur ins Feuer starren.
Ist so ne Art Meditation und da will ich nicht „rausgerissen“ werden.

Übrigens haben wir kein Auge auf unser Kind nachdem es sich verabschiedet hat.
Es kann tun und lassen was es will und muss selbst die Verantwortung tragen wenn es am nächsten Tag übermüdet ist weil es bis 3 getanzt hat.
Das erachte ich als ganz wichtig bei der Erziehung von Teenagern, denn alle Verbote oder zu starke Kontrolle führen nur dazu, dass man hintergangen wird und zahllose Konflikte mit dem Kind erleiden muss. Das ist besonders bei ADHS-Kindern so - aber kann natürlich im Einzelfall auch ganz anders sein.

Mit ihrem Einverständnis gibt sie nur abends das Tablet ab weil sie sich da nicht unter Kontrolle hat und sich das sogar von uns wünscht, dass sie da reglementiert wird.

Hallo Seven,

danke Dir!
Ich sehe das auch so.
Wir haben ja auch geredet. Wir reden viel und streiten eigentlich auch wenig.
Meine Frau hat mir auch zugestanden, dass solche Themen bei ihr nicht rational ablaufen. Deswegen wird sich für mein „Problem“ auch nicht so leicht eine Lösung finden, auch wenn sie es eben auf rationaler Ebene akzeptiert, dass ich diese Bedürfnisse habe. Es wird eben ein Ausbalancieren sein müssen.
Und vor allem gute Kommunikation ist nötig.

Die war in der oben beschriebenen Situation nicht so richtig gegeben, was eben für mich auch schwierig war, weil wenn man „durch“ ist, dann ist man eben „durch“.
Aber in Zukunft wird sie es vermutlich eher verstehen.
Oder ja, wie Du sagst, vielleicht nicht verstehen in dem Sinn, aber das muss sie ja auch nicht. Obwohl sie neulich nach 5 Tagen Dienstreise mit zig Leuten 24/7 das dann auch mal gefühlt hat und da wollte sie dann auch mal nichts mehr von mir wissen.
Aber bei mir reicht da eben schon ein 2-stündiger Besuch am Abend nach arbeitsreichem Tag.

Ich versuche auf jeden Fall, diese „Sessions“ nicht all zu oft vorkommen zu lassen.
Es geht ja auch wirklich nur darum, dass ich mich am Abend mal vor dem Zubettgehen der anderen verabschiede, ansonsten bekomme ich schon öfter meine Freiräume und „darf“ mich auch mal in der Werkstatt verkriechen.

Ich vermute mal, dass AbrissBirne dem durchaus zustimmen wird. Wahrscheinlich werden gerade Mütter, die viel Familienlast tragen müssen oder mussten von meinem Thread getriggert, weil sich Väter oft gerne unter solchen Vorwänden aus der Verantwortung ziehen. Ich glaube nicht, dass sie wirklich meint, dass man sich aufgeben muss. Wobei das schon ein bei vielen Müttern zu beobachtendes Muster ist (wenn ich das als Mann sagen darf).

Das erlebe ich auch bei Freunden manchmal so und es ist absolut nicht gesund.
Ich habe eine befreundete Mutter, die sich wirklich den Allerwertesten aufreißt, um es allen recht zu machen und dabei irgendwie das Gegenteil bewirkt. Die Tochter ist richtig unglücklich und tatsächlich sogar vernachlässigt, trotz mütterlicher Fürsorge.

Aber wirkliche Fürsorge geht nur, wenn man irgendwie noch über Wasser ist und nicht im Fight&Flight-Modus auf Autopilot läuft.
Aber da gibt es noch andere Themen bei ihr, die ich hier jetzt nicht anführen mag und ja auch nichts zur Sache tun.

Gerade Deinen letzten Satz finde ich sehr wichtig.
Wie kann man denn ein gutes Vorbild sein, wenn man irgendwann gar keine Person mehr ist? Was sollen sich die Kinder denn dann von einem abkucken? Dass man sich die ganze Zeit in der Gegend rumscheuchen lässt und aus dem letzten Loch pfeift? Das wünscht man sich doch für seine Kinder auch nicht wirklich.

1 „Gefällt mir“

Durchschlagen klingt für mich jetzt danach, dass Du das gut findest, es ohne Medikamente zu schaffen. Das würde ich an Deiner Stelle mal überdenken.
Jemand der Fehlsichtig ist kommt auch nicht auf die Idee, auf die Brille zu verzichten weil er Brillen nicht mag.

1 „Gefällt mir“

Dem stimme ich zu. Bei mir ist es nochmal anders, da ich alleinerziehend bin und die Kinder immer habe und überhaupt nie sagen könnte, dass ich müde bin und jetzt schon schlafen gehe…

Aber ich habe beim Lesen auch gedacht: Der Vater geht in der Nacht noch Tanzen und ist dann am nächsten Tag sehr müde und verabschiedet sich deshalb am Abend früh in die Nachtruhe. Aha.

Was macht die Mutter in der Nacht wenn was mit dem Kind ist? Der Vater ist ja weg.

Kann die Mutter auch nachts Tanzen gehen? Hat sie überhaupt noch die Kraft dazu?

Der Vater ist dann am nächsten Tag müde. Logischerweise. Wie ist dieser Tag dann für die Mutter? Und das Kind? Entsteht da vielleicht Groll bei der Mutter weil der Vater nicht fit ist? (Wäre bei mir vermutlich so…)

Die Mutter trägt vermutlich auch an diesem Tag die Hauptlast weil der Vater ja müde ist.

Abends verabschiedet er sich dann früher als gewöhnlich und möchte nicht mehr gestört werden.

Alles verständlich. Aber auch gerecht?

Ich weiss nicht welche Ruhephasen deine Frau hat, die du ihr verschaffst…? Kann sie überhaupt noch ausgehen? Sie trägt ja die finanzielle Hauptlast und muss sowieso immer fit sein, oder?

Das sind die Gedanken, die bei mir entstanden sind. Sie sind bitte nicht als Angriff zu verstehen.

1 „Gefällt mir“

Ich komme hier wohl immer mehr in eine Rechtfertigungsspirale, die am eigentlichen Kern meines Posts vorbeigeht :wink:
Aber ist okay. Du hast auch völlig recht mit dem, was Du schreibst.
Ich kann mich aber nur wiederholen, dass es da keine Familienlast gibt, die sie dann tragen müsste.
Natürlich ist es vielleicht auch egoistisch wenn ich tanzen gehe und dann einen knatschigen Sonntag habe den meine Frau vielleicht lieber mit mir verbringen würde.
Aber so oft kommt das ja nicht vor und meine Frau ist dafür mehrere Monate im Jahr auf Reisen.
Und in ihrer Arbeit, die zwar sehr belastend sein kann, folgt sie ihrem Traum, und das war nur möglich (zumindest mit Kind) weil ich ihr immer den Rücken frei gehalten habe.
Ich finde, da darf ich auch mal ein bisschen nach meinen Bedürfnissen schauen.
Überhaupt hat man, blos weil man eine Beziehung hat, keine Flatrate aufeinander.
Das ganze sollte immer gegenseitig freiwillig sein. Wenn der eine jedes WE feiern will dann ist das seine Sache. Solange es gemeinsame Quality-Time gibt …
Wenn der andere sich dann alleine fühlt, dann gibt es ja vielleicht auch noch andere Menschen. Dafür ist nicht der Partner verantwortlich.

Okay, gerade hat der Postbote geklingelt und ich hatte ein Musterunterbrechung.

Ich merke jetzt gerade, dass ich hier eigentlich nur noch rechtfertige und davon kann ich nicht profitieren, sondern hier zuhause bleibt dann wieder alles liegen.
Ich habe hier alles geschildert und es wiederholt sich ständig, weil nicht alles gelesen wird (was ja auch verständlich ist).

Nimm es mir also bitte nicht übel, wenn ich diesen Thread nun auf Eis lege.

Liebe Leute!

Vielen Dank für eure Perspektiven und Anregungen.
Ich glaube, für mich hat sich das Thema nun erschöpft.

Ich stecke hier enorm viel Zeit rein weil ich den Anspruch habe, auf alles einzugehen, auch wenn ich mich dabei nun schon sehr oft wiederholen musste.

Ich würde also nun gerne diesen Thread einstellen.
Ich habe einfach keine Zeit, hier so lange „abzuhängen“

Ich rede sowieso auch nochmal mit meiner Therapeutin über das Thema, die mich ja auch ermutigt hat, mir Freiräume zu schaffen.
Sie würde übrigens auch sagen, dass man sich sogar/auch als Alleinerzieher(in) diese Freiräume schaffen sollte, selbst oder gerade mit neurodiversen Kindern.

Das Setzen von Grenzen ist keine Grausamkeit oder Egoismus und wird gerade von Kindern zwar mit Wiederstand beantwortet aber in der Regel auch relativ schnell akzeptiert wenn man es richtig anstellt.

Man sollte jedenfalls nicht seinen Selbstwert daraus ziehen, dass man sich aufopfert. Es geht in Beziehungen darum, die jeweiligen Bedürfnisse auszubalancieren und nicht, sie zu unterdrücken.
Das müssen auch Kinder lernen, und zwar nicht erst mit 10, oder 12, oder…

Mir ist bewusst, dass ich damit jetzt eine neue Diskussionsvorlage geschaffen habe wo ich aber (ganz gemein) nicht drauf eingehen werde.

Wer das Thema Grenzen in der Beziehung für sich noch weiter erforschen will, dem möchte ich wärmstens Erich Fromms Buch „Die Kunst des Liebens“ ans Herz legen.
Ein Must-Read für jeden, der an Beziehungen interessiert ist IMO.

Alles Gute euch und danke nochmal!

2 „Gefällt mir“