Grenzen in der Beziehung

Du musst dich nicht rechtfertigen.

Wenn das für beide ok ist, dann ist es doch prima :slightly_smiling_face:

Selbstverständlich. Vor allem wenn das bei euch zufriedenstellend füe beide aufgeteilt ist.

Sehe ich auch so. Mir ging es auch nicht darum.

Musst du nicht finde ich. Nimm, was dir hilft, den Rest lass liegen.

Ja, auch das stimmt. Nur ist das nicht so einfach mit einem Kind mit ADHS und einem Kind mit Trisomie 21. Das kann nicht jeder Babysitter und wenn dann ist es so teuer, dass ich auch gleich zuhause bleiben kann.

Sofern das für beide erwachsenen Menschen gleichermassen gilt ist das völlig in Ordnung.

Dann mache ich da wohl was falsch… Würde mich interessieren wie man das „richtig anstellt“. Ganz ernsthaft.

Danke. Ich wünsche dir auch alles Gute!

Nun gut, es gibt natürlich verschiedene Ausprägungen von ADHS und da sind bestimmt auch sehr extreme Fälle darunter, wo das schlicht nicht geht.
Mit Trisomie 21 kenne ich mich gar nicht aus, aber denke mal, dass das für Dich sehr anspruchsvoll ist.
Ich nehme an, Du hast professionelle Hilfe in Form von Therapie?

Ich glaube, mir ging es mit meiner Aussage vor allem darum, dass man einfach nicht alles wissen kann und wenn man Probleme hat, die man selbst nicht lösen kann, sollte man sich nicht scheuen, sich da Hilfe zu suchen.
Mir ist auch klar, dass das auch nicht immer einfach ist und auch, dass sicher nicht jeder Therapeut wirklich helfen kann, aber mit etwas Glück findet man vielleicht jemanden.
Meine Frau und ich haben sicher auch viel „falsch“ gemacht, besonders als wir noch nicht wussten, dass bei unserem Kind eine ADHS-Thematik da ist.
Wir Eltern machen das ja alle zum ersten Mal und oft greifen wir dabei auf Mechanismen unserer eigenen Erziehung zurück, die aber auch falsch sein können oder dem speziellen Kind nicht angemessen.
Dann braucht man Input von außen. Manchmal hat mir auch schon ein gutes Ratgeberbuch geholfen.
Gerade bei ADHS fand ich z.B. Hallowell sehr hilfreich.

Bei Alleinerziehend + Neurodivergenz hast Du eh schon mal Hochachtung verdient

Danke :smiley:

Ich kenn dein Thema aus meiner Beziehung (nur sozusagen umgekehrt). Als die Kinder noch zu hause waren, war das auch nicht so leicht die gegenseitigen Grenzen zu erkennen und einzuhalten, auch wenn wir viel geredet haben, war es öfter mal schwierig, was der eine gesagt hat und was der andere tatsächlich verstanden hat.

Als die Kinder dann raus waren, haben wir die Grenzen neu abgesteckt (vorher war das schon wg der Wohnungsgröße so gar nicht möglich, aber auf unsere Weise auch schon da) danach sind dann ne zeitlang ein bissel die Fetzen geflogen und wir haben überlegt, ob „wenn nach eins, macht jeder seins“, noch eine Beziehung ist die wir wollen (.. und jeder hat nebenbei noch seine Therapie gemacht .. vorher hatte ich die für ein paar Jahre nur alleine) .. aber ja, sie war es .. wir sind seit 1993 zusammen und haben 2024 geheiratet und inzwischen merken wir gegenseitig ziemlich gut, wenn das Bedürfnis nach Rückzug oder Nähe wichtig ist

Aber ich bin irgendwie immer der, der sich korrigieren muss/soll.

Diesen Satz habe ich früher oft von meinem Mann gehört, aber selber auch viel gedacht .. inzwischen finde ich ihn kaum noch relevant und hör ihn auch nicht mehr.. :wink:

Naja okay, ich stelle hier natürlich einseitig meine Sichtweise dar.
Aber zum Glück kann ich ja auch gut mit meiner Frau reden.
Wir streiten eigentlich auch recht selten.
Aber das ist jetzt wirklich Fakt, eigentlich ist immer sie wegen irgendwas sauer auf mich :winking_face_with_tongue:
Ich bin einfach mir oft selbst genug und lasse den anderen ihre Marotten.
Das kann sie nicht so gut. Aber dafür hat sie andere Qualitäten.
Durch unsere Beziehung habe ich auch viele Freiheiten und da „verbiege“ ich mich halt dann ab und zu ein wenig. Das ist eigentlich nur fair. In dem konkreten Fall hier ging es aber ja eher um „nötige“ Dinge. Ich mache auch schon seit ein paar Jahren mit einer Autoimmungeschichte rum, die mich zum Teil extrem belastet hat und trotzdem musste ich immer „funktionieren“ weil sie auch da sofort in den Angstmodus ging und mir das Leben noch schwerer gemacht hat.

Ich glaube wenn man in einer dysfunktionialen Familie groß wird und schon früh Elternaufgaben übernehmen musste dann entwickelt man einfach automatisch ein Kontrollbedürfnis. Eine Zeit lang fand ich das vermutlich sogar toll weil ich durch meine ADHS eben in einigen Bereichen nicht so gut kontrolliert bin.

Aber die Diagnose hat hier schon auch was verändert und ich will das jetzt nicht mehr, dass mich jemand kontrolliert.
Vielleicht muss sie sich da auch einfach erst noch dran gewöhnen.

Wir passen halt trotzdem irgendwie super zusammen, aber an anderer Stelle halt nicht so sehr.
Ist wahrscheinlich bei vielen so.

Ich habe ihr halt aber auch noch gesagt, dass, wenn sie immer fordert, das bei mir Abwehr auslöst. Ist wahrscheinlich auch so ein ADHS-Ding.
Ich will versuchen, aus dieser Spirale rauszukommen, denn wenn ich Dinge nur mache, um sie zufrieden zu stellen, dann ist das auf Dauer ja auch nicht das Wahre und vermutlich würde ich ihr freiwillig mehr geben (können), wenn sie etwas loslassen könnte.

Aber da kommen dann eben die Ängste ins Spiel.
Wir reden da an sich auch offen drüber und es ist ihr bewusst. Aber das sind ja Dinge, die man schlecht auf rationaler Ebene klären kann.

Ich denke, wenn sie merkt, dass ich diese Rückzugszeiten wohldosiert in Anspruch nehme, dann wird sie sich da auch wieder etwas beruhigen.

Also jedenfalls danke für Deinen Text. Hat mich jetzt spontan ins Reflektieren gebracht.

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ADHS hin oder her;

Was ich Euch auf jeden Fall empfehlen kann ist die beiderseitige Lektüre des Schulz von Thun - Klassikers „Miteinander reden“.

Wenn man erst einmal die Prinzipien und Hintergründe von Kommunikation verstanden hat, kann man sich viel reflektierter auf den Partner einlassen.

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Und mein Buch Tipp zum Thema Kommunikation in der Beziehung lautet „die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“, von John Gottman und Nan Silver, absolut lesenswert. :+1: