Haarausfall Elvanse

Hallo zusammen,
ich nehme seitdem ich 10 bin schon Mph zu mir und es lief immer gut, bis zur Unit Zeit. Dann wurde der Rebound aus dem nichts viel zu stark und ich bin auf Elvanse umgestiegen. Es lief gut , jedoch habe ich gemerkt das mir nach ca 2 Monaten die Haare ausfielen , bzw. dass ich weniger Haare auf dem Kopf hatte. Mir wurde schnell klar, dass es von Elvanse kommt, da es ein Diffuser Haarausfall ist und nicht erblich bedingt. Einen Nährstoffmangel kann ich eigentlich so gut wie ausschließlich, ich trinke und esse viel sowohl auf elvanse und mph dazu nehme ich auf supplemente zu mir. Ich bin wieder auf Mph umgestiegen, jedoch ca 5 Wochen nach dem absetzten von Elvanse , verliere ich täglich immernoch viele Haare und laufe mittlerweile mir einer Cap rum…
Kann mir jemand weiterhelfen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bin um jeden Kommentar dankbar…
LG

Hallo @Theras99 ,

ich weiß nicht, ob ich dir wirklich helfen kann, aber habe aktuell ein ähnliches Problem.
Hatte ca. fünf Monate Ritalin genommen und bin damit auch ziemlich gut klargekommen - bis auf den Rebound am Abend. Deshalb bin ich vor zwei Monaten auch auf Elvanse umgestiegen.
Mir ist seit dem auch aufgefallen, dass sich meine Haare verändert haben und habe das Präparat im Verdacht, weil sich sonst nichts groß seit dem geändert hatte. Eine Freundin, die Friseurin ist, hat den Haarverlust auch schon als „bedenklich“ eingestuft. Also verliere inzwischen bedenklich viele Haare nach dem Duschen.
Was ich aus der Vergangenheit weiß ist, dass ich schon auch mal zu sehr (!) stressigen Prüfungen auch etwas Haarverlust hatte. Habe dann besonders an den Schläfen kürzere Babyhaare. Nach dem Stress hat sich das dann aber immer normalisiert. Also ganz unbekannt ist mir das nicht, vielleicht neige ich einfach dazu bei Stress. Und vielleicht verspürt den mein Körper gerade anders stark mit Elvanse als bei MPH…
Habe ein wenig in wissenschaftlichen Publikationen dazu recherchiert, so richtig eindeutige Aussagen habe ich nicht gefunden. Also es gab vereinzelte Berichte zu Alopecia bei Elvanse, aber auch bei MPH. Also generell ist es möglich, wird wohl diskutiert und steht trotzdem noch nicht im Beipackzettel. Aber dass das Phänomen wie wir es anscheinend empfinden, also Ritalin top und Elvanse führt zu Haarverlust, schon mal beschrieben wurde, habe ich bei der Recherche nicht gefunden.
Das einzige, was da bleibt ist denke ich das Ausprobieren.
Ich werde beim nächsten Rezept wieder nach Ritalin fragen und kann dann nochmal berichten. Habe bei mir ansonsten noch beobachtet, dass mein Zähneknirschen schlimmer geworden ist, das ist wiederum eine eingetragene Nebenwirkung von Elvanse. Aber auch bei Ritalin, wobei hierunter mein Knirschen weniger geworden ist. Allein dafür möchte ich zurückkehren und versuche dann den Rebound etwas besser in den Griff zu bekommen.

Sag gerne bescheid, was dein Arzt/deine Ärztin beim nächsten Termin dazu sagt.

LG

Huhu :slight_smile:

Das ist ein sehr spannendes Thema und es gibt auch einige Menschen im Netz, die ähnliches berichten.

Jedenfalls wirkt es „viel“, denn Betroffene, die dieses Problem nicht haben, gehen ja nicht aktiv ins Netz und verkünden, dass sie keinen Haarausfall haben.

Aber noch mehr gibts scheinbar, die von ADHS Medikamenten keinen Haarausfall bekommen / bekommen haben.

Hier und da liest man sogar vom Gegenteil, wo sich die Lebensqualität im Alltag von Betroffenen so gut verbessert hat, dass sie sogar dichteres Haar (die müssen dann auch in kürzeren Intervallen zum Friseur, weil es so gut nachwächst), eine verbesserte Haut und gesündere Nägel bekamen.

Diese negativen, aber auch positiven Berichte findet man sowohl bezogen auf MPH, als auch auf Lisdexamfetamin (bzw. den aktiven Wirkstoff → Dexamfetamin).

Nur, um das mal kurz zu sortieren :slight_smile:

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Es gibt auch schriftlich festgehaltene Fälle und Studien bis 1960 zurück. Unter anderem gehts da auch um Haarausfall bzw. dünneres Haar bzgl. Amfetamine (da dann meistens aber in Verbindung mit Drogenmissbrauch).

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Es gibt scheinbar keine aussagekräftigen Studien, die den Wirkstoff der ADHS Medikamente dafür verantwortlich machen würden (soweit ich gelesen habe jedenfalls nicht).

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Es gibt einige Medikamente, wo sich in den ersten paar Monaten scheinbar Haarausfall / dünneres Haar bemerkbar macht.

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Was aber wohl allgemein gilt und hierauf sollte man wahrscheinlich am allermeisten achten:

  • Stress (u.a. zu viel Cortisol) kann eine sehr große Rolle spielen

  • Psychosomatische Beschwerden / Mental Health issues (z.B. Angststörung, Depression etc.)

  • Ernährung (Nährstoffe / Vitamine / Mineralien) - die ist bei unsereins sowieso schon extrem wichtig und mit Appetit mindernden Stimulanzien erst recht

  • Ausreichend Wasser trinken

  • Körperliche Verfassung / Bewegung / Übergewicht

  • ADHS Stimus verengen die Blutgefäße / stören hier und da den Blutfluss. Auch dadurch könnten Haarwurzeln schlechter versorgt werden, was ich so lesen konnte

  • Hormonelle Störungen / Ungleichgewichte

  • Die Genetik allgemein (sollte dann wohl aber nicht mit Medikamenten zusammenhängen)

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Aber ja, es gibt halt Fälle, wo auch angeblich die Ernährung usw. gut gewesen wäre und trotzdem kam es zu Haarausfall, der dann wieder stoppte, nachdem das ADHS Medikament abgesetzt wurde.

Aber obs wirklich der Wirkstoff war, oder doch die ganzen anderen Faktoren, die mir gewichtiger erscheinen… schwierig zu sagen, aber da gibt’s dann eben viel mehr Studien zu.

Daher würde ich persönlich zunächst da nach Ursachen suchen.

Was macht das Medikament mit mir?

Bin ich wirklich weniger gestresst, oder doch mehr getrieben und funktioniere noch mehr, weil ich weniger müde bin?

Ernähre ich mich gut? Vor allem wegen ADHS und Medikation?

Schlafe ich genug und auch gut?

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So in diese Richtung würde ich auf die Suche gehen :slight_smile:

Kann natürlich immer noch was anderes sein, aber es scheint halt doch eher selten.

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Huhu :slight_smile: ich hab bloss diese Studie gefunden, sehr aussagefähig ist sie nicht (Stichprobe), aber geht in die Richtung die du vermutest…vielleicht hilft es dir

Ich hatte auch nach einer Weile Elvanse Einnahme einen gewissen Haarausfall. Es war nicht dramatisch, aber ich hatte doch sichtbar weniger Volumen oben auf dem Kopf.

Die Hautärztin hat das natürlich dann auch gleich untersucht, war aber nicht genetisch.

Mein Apotheker empfahl mir Luvos Heilerde Kapseln mit Biotin für Haar und Nägel… und siehe da, wenn ich die eine Weile lang genommen habe, wird es wieder besser. Wenn ich dann länger pausiere, schleicht es sich wieder ein. Dann nehme ich mal wieder eine Packung. Biotin ist in vielen Präparaten rund um Haarausfall enthalten. Vielleicht helfen die anderen Sachen gleichermaßen.

Da ich aber schon Ü50 bin, kann ich nicht sagen, ob es vom Elvanse kommt oder vielleicht irgendwie auch hormonell bedingt sein könnte oder eben einer der vielen anderen Faktoren.

Ich habe mit Elvanse auch die Beobachtung gemacht, dass meine Haare dünner und weniger wurden. Mit dem Umstieg zu Concerta ist es dann besser geworden. Leider hilft mir Concerta weniger bei meinen sozialen Ängsten als Elvanse weshalb ich auch über jeden Tipp dankbar bin, wie sich Elvanse und gesundes Haar vereinen lassen.

Ja also ich würde dann einfach mal was mit Biotin ausprobieren.

Wenn es hilft ist gut und wenn es nichts hilft, weglassen.

Aber 2-3 Monate sollte man dem Experiment schon geben… erstmal müssen die einen Haare ja aufhören auszufallen und die anderen müssen ja auch erstmal mit wachsen in Gang kommen…

Hallo Zusammen

Vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare! Bin euch dafür sehr dankbar!
Zum Thema nochmal :
Der Hautartzt kann halt in erster Linie nur feststellen obs ein Diffuser Haarsaufall ist oder nicht, alles weitere ist sehr schwierig im Normalfall.
Dass man jetzt direkt von Elvanse sehr selten Haarausfall kriegt sonder eher indirekt , also durch z.B Schlafmangel aufgrund von Elvanse , verbinde ich dann schon damit dass es eben durch elvanse kommt.
Ernährung war immer bei mir top , trinke viel und ernähre mich ausreichen und Gesund , Hunger und Trinkgefühl waren nie ein Problem bei mir.
Ich muss sagen dass mir 2 Sachen sehr stark aufgefallen sind während der Einnahme.
Zum einen war mein Schlaf eine 6-, jedoch habe ich es kaum gespürt da nach Einnahme ich halt fit wie immer war. Gerade am Wochende wo ich keine Tablette genommen habe, habe ich es gemerkt. Da war keine Zeit mehr zum feiern am WE sondern nur zum Ausruhen und Schlafen. Dazu war mein Stoffwechsel sehr anders. Ich musste mindestens 2x am Tag mein Großes Geschäft machen. Oft sogar 4 mal am Tag.
Das alles ist mir aufgefallen während der Elvanse einnahme , jedoch falls Elvanse z.B Schlafmangel auslöst bei mir und dieser zu Haarausfall führt , dann ist es ja schon viel eher ein Grund die Tablette abzusetzten als die „direkte“ Nebenwirkung Haarausfall. Weil dann zeigt mir ja irgendwo mein Körper , dass es ihm garnicht gut geht.
Momentan habe ich die Tablette abgesetzt und bin bei ca Woche 7.
Mir ist aufgefallen dass weniger Haare rausfallen und mein Haar ein bisschen Stärker geworden ist. Bin gespannt wann wieder die ersten Haare nachwachsen , laut Internet zwischen 6-12 Monate? Mal schauen.

Hey , danke dir für deinen Beitrag.
Ja ich kenne das, finde Elvanse auch definitiv besser aber habe das Problem mit den Haaren auch.
Nach was für einem Zeitraum wurden deine Haare dünner? Und nach was für einem Zeitraum hast du Verbesserung gespürt?

Danke für deinen Beitrag!
Wir scheinen beide dasselbe gerade durchzumachen.
Hat das absetzten schon was spürbares gebracht bei dir?

Das ist leider das Trügerische an den Medikamenten, dass man den Körper auch recht schnell unbewusst erschöpfen kann, weil man sich fitter fühlt und endlich mal mehr leisten kann als früher.

Eigentlich müsste man dann aber erst recht auf die Ernährung, auf die Erholung tagsüber und auf den Schlaf achten, um genau das zu verhindern.

Das muss man sich bewusst machen und Achtsamkeit üben. Nicht einfach, aber es muss wohl.

Auch wenn es viel Input ist und man sich z.B. adxs.org vielleicht nicht von Anfang bis Ende durchlesen möchte.

Es lohnt sich, sich die körperlichen und neurologischen Aspekte von ADHS anzuschauen, was die Medikamente da machen (sollen) und wie man den Körper dabei unterstützen kann.

Was allein die Ernährung, der Schlafmangel und die verschlechterte Schlafqualität bei ADHS ausmacht, ist wirklich enorm. Wenn man dann versteht, wie ADHS Stimulanzien wirken, wird ein Schuh daraus, warum es so wichtig ist.

Wenn es zu viel Lesestoff ist, gibts auch genügend Videos und Podcasts mit Schlaf- und Hirnforschern dazu. Manche behandeln auch das Thema ADHS.

Es ist leider sehr zeitintensiv, sich da durchzuwurschteln. Man bekommt dadurch aber ein besseres Gesamtbild und kann sich dann mit der Zeit einiges logisch selber erklären und an sich herumexperimentieren.

Verständlicherweise ist das aber auch nicht gerade jedermanns Lieblingsbeschäftigung und/oder entwickelt sich zu einem Hyperfokus Thema :blush:

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