Ich wollte mal fragen, ob jemand Ähnliches erlebt hat. Ich habe seit kurzem eine ADHS Diagnose und habe jetzt den dringenden Verdacht, dass (fast) meine ganze Famile ADHS habe könnte… auf einmal wird mir so viel aus unserer Historie klar. Der für mich prägnanteste Hinweiß: wenn wir alle zusammenkommen, ist die Stimmung sehr angespannt, fast schon explosiv. Alle wollen reden, jeder redet nur von sich, keiner lässt den anderen ausreden Es wird viel „Blödsinn“ geredet, auch viel gelacht, aber man muss aber auch sehr aufpassen, was man sagt, um niemanden zu „verletzen“. Der Grad ist da ziemlich schmal….ist auch schön öfter eskaliert, habe mich deshalb auch größtenteils von meinen 4 Brüdern und meiner Mutter distanziert…Nur Treffen mit einzelne Personen gehen. Aber auch nach solchen Treffen bin ich immer wie ausgesaugt. Habe mal gelesen, dass wenn mehrere Menschen mit ADHS zusammenkommen, sich Symptome gegenseitig verstärken können.
Gibt es da draußen Familien unter euch, bei denen viele ADHS haben und sich ein ähnliches Bild aufzeigt?
Bis auf ein Bruder, zu dem ich ein herzliches Verhältnis habe und wir uns Energie geben , reicht schon ne Stunde Kontakt zu meinem Vater , früher auch Mutter oder den zwei anderen Brüdern und ich bin null Komma Nix ausgelaugt .
Es ist laut, es dreht sich nur um jeden selbst , jeder will reden und keiner hört dem anderen zu.
Partnerinnen meines jüngeren Bruders und mein Partner empfinden es auch sehr anstrengend , waren die ersten Male verwirrt über so eine Art von einer eigentlich „nicht“-Kommunikation
Ich muss mich bewusst entscheiden wann ich Kontakt aushalte und besten Falls sollte es nicht länger wie 2h dauern.
Das hört sich echt an wie bei mir, meine Partner waren auch immer dezent verstört…war mir auch immer unangenehm, sie mit zu meiner Familie zu nehmen. Hast du denn eine ADHS Diagnose? Irgendwer noch in deiner Familie? Hast du das mal thematisiert? Und wenn ja, wie wurde das aufgenommen? Würde am liebsten alle aus meiner Familie zur Testung schicken. Hilft dir die Annahme, dass deine Familie evtl auch betroffen ist dabei, zu akzeptieren, wie sie sind? Ich habe das Gefühl, seit ich vermute, dass wir alle betroffen sind, dass ich nicht mehr so hart mit denen ins Gericht gehe…fast schon Mitleid habe und helfen will. Geht es dir da auch so oder hast du “aufgegeben”?
Danke für den Austausch, bin neu im Game hier und habe noch so viele Fragen
Hallo! Ja, ich kann das gut nachvollziehen. In meiner Familie sieht es sehr ähnlich aus und mehrere Mitglieder haben mittlerweile auch eine ADHS-Diagnose. Besonders bei Familienfeiern ist die Stimmung oft hektisch und alle reden durcheinander. Mir hilft es, einzelne Gespräche zu suchen und nach solchen Treffen bewusst Pausen für mich einzuplanen. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Symptome sich gegenseitig verstärken können. Du bist auf jeden Fall nicht allein damit!
Ich habe zum ersten Mal darüber nachgedacht, ob ich ADHS habe, weil meine Schwester es bei sich vermutet hat. Etwa zum gleichen Zeitpunkt als die Lehrer meines Sohnes ADHS bei ihm vermuteten.
Meine Schwester meinte, wir hätten das bestimmt alle. Ich und mein Sohn sind jetzt tatsächlich die einzigen Diagnostizierten bei uns, aber meine beiden Geschwister haben es sicher auch, genauso wie mein Mann.
Zudem glaube ich, dass meine Mutter auch vom unaufmerksamen Typ betroffen ist und auch mein Vater ADHS hat, aber durch sein hohes Selbstbewusstsein und den für ihn richtigen Job keinen Leidensdruck hat.
Bei ihm sehe ich aber vor allem die Ungeduld und die Reizempfindlichkeit sehr stark, die ich auch selbst habe.
Mein Schwager hat es wahrscheinlich auch und ich bin schon am überlegen, wer es noch in der Familie haben könnte. Es wäre ja unwahrscheinlich, wenn es erst bei meinen Eltern angefangen hätte.
Das Problem war/ist, dass ich dadurch mich selbst und meine Schwierigkeiten als normal empfunden habe und wahrscheinlich sind wir dadurch in der Schulzeit nicht aufgefallen.
…und ich glaube, da mein Vater schnell genervt war, wenn wir zu zappelig waren, habe ich die Hyperaktivität sehr schnell unterdrückt. Ich bekomme immernoch ab und zu Kommentare von ihm, warum ich mir ständig ins Gesicht fasse oder an meinen Haaren herumfummele. Das konnte ich mir dann nämlich nicht abgewöhnen.