Eine kurze Eingangsfrage für den Einstieg, ein TLDR sozusagen:
Fühlt ihr euch manchmal gegängelt / schlecht behandelt, wenn ihr eure Medis abholt? Weil die Person in der Apotheke, der ihr euer Rezept in die Hand gebt, aus irgendeinem Grund sehr negative Vorurteile gegen die Medis zu haben scheint?
Ist euch wegen solchen Vorurteilen auch schonmal die Herausgabe verweigert worden, obwohl sie bei Vorlage eines Rezepts ja eigentlich zur Herausgabe verpflichtet sind?
Das würde mich sehr interessieren!
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Für alle, die diese sehr absurde Story, die auch eine Folge “Pastewka” hätte sein können, gerne im Ganzen verfolgen möchten, geht’s hier weiter:
Ich bin seit etwa einem Jahr mit Medikinet eingestellt. Die Rezepte löse ich für gewöhnlich im selben Gebäude ein, in dem auch die Gemeinschaftspraxis sitzt.
Praxis oben, Apotheke unten.
Passt.
Man könnte meinen, die hätten da öfter mal mit “solchen” Medis zu tun. Eben weil die Praxis ja genau oben drüber sitzt.
Sind auch alle sehr nett da unten.
Alle?
Nein, eine Apothekerin im fortgeschrittenen Alter wehrt sich!
Ich habe den Eindruck, dass sie, warum auch immer, entweder starke negative Vorurteile oder Ängste - oder beides - hat, wenn es um diese Medis geht.
Vor einiger Zeit lief ich ihr nämlich schonmal “über den Weg". Sie sollte da einfach nur die am Tag zuvor bestellten Medis heraus geben. Mehr nicht.
Sie verschwand für den Bruchteil einer Sekunde und sagte dann, das Medikament sei unauffindbar.
Ich sagte dann, wenn es noch nicht da ist, komme ich gerne später wieder.
Und da wurde sie dann sehr, SEHR nervös. Fing an sehr demonstrativ zu suchen, und sprach plötzlich voller Angst davon, dass sie nun ins Gefängnis käme (WTF?!) weil das Medikament sei dann ja unter ihrer “Aufsicht” verschwunden.
Ich fand das zutiefst verwirrend und auch übertrieben. Erwartete sie im Grunde von mir, dass ich ohne das “böse” Medikament stillschweigend einfach wieder gehe, damit sie “nicht ins Gefängnis” kommt? Ich blieb erstmal geduldig stehen und wartete.
Eine Kollegin bemerkte ihre “Nervosität” und half ihr dann, es zu “finden”.
Und ich habe am Ende (zum Teil auch aus Überforderung) noch ein paar beruhigende Worte an die Apothekerin gerichtet.
Sie schien darauf positiv zu reagieren, aber dennoch - WTF? Es sollte nicht meine Aufgabe sein, als Patient eine Apothekerin im Rahmen der normalen Ausübung ihres Jobs zu beruhigen.
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Nun kommen wir zu dem Vorfall, bei dem sie mir die Herausgabe nach Vorlage des Rezepts sogar verweigerte:
Mein Arzt wird zur Zeit vertreten. Die Kollegin sitzt im selben Haus, in derselben Praxis.
Ein Mal im Monat sammelt sie die Rezeptnachbestellungen seiner Patienten und stellt sie dann aus. Weil es schnell gehen sollte, schrieb sie die Rezepte diesmal von Hand. Ist nicht verboten, sehen aber nicht alle Apotheken gerne
Aus diesem Grund beschloss ich:
Ich gehe auf jeden Fall zu der Apotheke bei denen unten im Haus. Wenn denen was nicht passt, laufe ich dann einfach die kurze Strecke in den ersten Stock und lasse das fix nachbessern. So spare ich ne Menge Zeit.
Ich komme nach unten und sehe:
Die Apothekerin mit dem “freien” Platz ist die, die schon bei der Herausgabe das eine Mal solche Probleme hatte. Ich denke mir (naiv wie ich bin) nun gut, sie hatte bestimmt nen schlechten Tag, gebe ich ihr mal ne Chance.
Ich reiche ihr also mein Rezept - und ihr Gesichtsausdruck verfinstert sich.
Sie hat es nicht mal eine Sekunde lang betrachtet und haut sofort heraus: “Dieses Rezept ist ungültig!”
Ich frage warum.
Sie: Weil von Hand geschrieben.
Ich weise auf die Vertretung hin. Das Rezept stammt hier aus diesem Haus. Es wurde von Hand geschrieben, ein Stockwerk über der Apotheke, weil er zur Zeit vertreten wird.
Frage dann, was ihr genau daran nicht passt, dann werde ich auf ihr Wort hin sofort nach oben gehen und das nachbessern lassen.
Naja, nein. Also das sei ja nun doch nicht das Problem. (Achso? Das klang eben noch anders.) Sondern, sie könne es halt nicht lesen. (Aha.)
Kolleginnen kommentieren dann aber, dass es sehr wohl lesbar sei.
Nun gut. Sie stellt sich mit dem nun plötzlich lesbaren Rezept an den Computer.
“Das Medikament gibt es nicht", sagt sie nun. Sie hat kaum die Tastatur berührt.
(Computer sagt nein. XD)
Das Medikament ist Goldstandard. Diese Aussage kann also nicht wahr sein. Natürlich gibt es Medikinet! Zudem stehen alle nötigen Angaben + Produktnummer gut lesbar auf dem Rezept!
Eine Kollegin versucht zu helfen. Unsere Apothekerin wiederholt aber nur immer wieder “Das Medikament gibt es nicht. Auch nicht in dieser Verpackungsgröße! Das gibt es nicht!”
Ich denke jetzt mal nicht darüber nach was sie damit möglicher Weise implizieren will und schaue in meinen Rucksack. Da müsste doch noch ein Blister drin sein.
Nehme den raus und zeige den ihr - da steht ja auch der Name des Medikaments drauf. Und das zeigt ja, dass es das gibt und ich es bei mir führen darf.
(Zur Not hätte ich auch noch den Medikamentenplan auf meinem Handy gehabt und der hätte es DEFINITIV zweifelsohne belegt!)
Sie schaut nur halb drauf. Das reicht ihr auch nicht. Denn für die 20er habe ich ja KEINEN Blister vorgezeigt sondern nur für die 10er!
Ich sage: Ja, ich trag das Zeug ja auch nicht immer in Gänze mit mir herum. (WTF?!)
Eine Kollegin setzt sich nun mit mehr Nachdruck für mich ein. Erklärt, dass dies wirklich meine Medis sind. Zeigt, wie man die richtige Produktnummer eingibt.
Nun also wurde es endlich im System gefunden, aber welch unglücklicher Zufall: Das Medikament ist leider nicht vorrätig.
Kein Problem, sage ich, damit habe ich gerechnet, ich komme dann einfach morgen wieder und hole es dann ab.
Nun sagt sie: Aber für eine Abholung wohnen Sie doch viel zu weit weg!
Ich wohne eine (EINE!) Bahnstation entfernt! Ich habe ihr dann ohne Scheiß genau erklärt, wo ich wohne, und dass das nicht weit ist!
Ich löse das Rezept literally hier ein, weil die Ärztin ein Stockwerk über uns sitzt und ich sie dadurch bei Rückfragen schnell erreichen kann. Dies hatte ich eingangs bereits erwähnt.
Sie stellt nun ein paar komische Fragen, so als wolle sie prüfen, dass ich WIRKLICH in der Nähe wohne und auch ortskundig bin. Von mir aus. Wenn mir dann ENDLICH geglaubt wird!
Und schließlich… gibt sie nach.
Aber nur ein Stück weit. Denn gallisches Dorf und so.
Denn abgerechnet hat sie mir nur einen Teil. (Und es ist nicht so, dass ich davon jetzt ne Tonne auf dem Rezept zu stehen gehabt hätte. Sie entschied halt einfach eigenmächtig, dass das so reicht!)
Das war das Äußerste, wozu sie sich sozusagen “überreden” ließ, nachdem sie ja ursprünglich der festen Meinung war, dieses Rezept sei auf jeden Fall ungültig. (Als ob ich einfach so an ein Blankorezept mit dem Stempel meines Arztes gekommen wäre und das selbst da drauf geschrieben hätte - oder was?!)
Friss oder stirb. Alles muss “ihre” Ordnung haben. So kommt es mir vor. Ich habe dann (in meiner Hilflosigkeit, denn ich bin ihr ja in dem Moment ausgeliefert) wieder ein paar beruhigende Sätze gesagt, wodurch sie dann plötzlich in fröhlichen Smalltalk verfiel. Anscheinend richtig stolz auf ihre “sehr genaue” Arbeit.
Ich gehe nun also mit nur einem Teil der Medis nach Hause, weil sie eigenmächtig entschieden hat, dass dies das Äußerste ist, was ich haben “darf”.
Vielleicht bilde ich mir das ein, aber es kommt mir wie so ein “Boomer Kommentar” gegen die Medis vor.
“Früher ging das doch auch ohne diese bösen Medis. Streng dich halt mehr an! Also ich werde das auf keinen Fall unterstützen!”
So als ob sie, als Apothekerin, die mich überhaupt NICHT kennt, ein Anrecht darauf hat, zu entscheiden, welche Medikamente jetzt für mich optimal sind und welche nicht! Und es gleichzeitig auch noch schafft, dass ich mich schlecht dafür fühle, dass ich überhaupt eine kleine Menge mitnehmen darf. Dass ich es wage, Hilfe anzunehmen. Denn die gab es früher ja schließlich auch nicht!
Habe nun der Vertretung geschrieben und sie über die Probleme informiert. Mehr fällt mir da aus Patientensicht gerade nicht ein.
Das Problem ist nämlich:
Wenn die Vertretung jetzt immer alle Rezepte von Hand schreibt, dann kann ich in einer anderen Apotheke auch wieder an “so eine” Person geraten. Und dann gibt es ggf. wieder Stress. Und den möchte ich nicht. Vielleicht lässt sich da also was machen, dass es beim nächsten Mal vielleicht wieder “wie gewohnt” maschinell verfasst wird.
Wenn nicht, fällt mir für das nächste Mal nur noch ein: Medikemantenplan bei Zweifel sofort vorlegen. Zur Not auch die Email vorlegen die belegt, dass ich das Ansinnen weiter gegeben habe.
Und: Eine schriftliche Erklärung der Apothekerin fordern, auf der genau steht, warum sie die Herausgabe verweigert und damit dann zur Ärztin gehen.
Denn ich fühle mich wirklich sehr gegängelt und stigmatisiert.
Weil ich es wage, mir Medis für eine “Modekrankheit” abzuholen, die diese (sorry) Boomerapothekerin anscheinend sehr verteufelt und auf keinen Fall herausgeben will.
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Und daher frage ich mich wie gesagt wie eingangs erwähnt:
Kommt sowas öfter vor? Ich höre öfter von stigmatisierendem Verhalten von zB Allgemeinärzten, dem sozialen Umfeld etc.
Aber wie sieht es mit der Apothekerschaft aus? Habt ihr dazu Erfahrungen, die ihr gerne teilen würdet?
Da wäre ich wirklich sehr gespannt drauf!
Edit: Sorry, dass ich das hier nochmal editiert habe. Ich hatte es eigentlich fürs ADHS freundliche Lesen formatiert. Das funktioniert so in diesem Forumformat aber anscheinend nicht. Also habe ich nun noch ein paar Linien und ein paar Sachen in fett hinzugefügt. Die machen es hoffentlich leichter, einen besseren Überblick zu haben.