Hilferuf, Medikation bringt nicht den gewünschten Erfolg & ich kann dem Druck nicht mehr standhalten

Ach, Tumulte wären doch wirklich Zeitverschwendung. Wenn ich in diesem Thread mal durchzähle, wie viele Frauen sich damals während Deiner Krise Zeit genommen hatten, um ihren kleinen Beitrag zu leisten, damit Du wieder Deinen Mann stehen kannst…

… dann habe ich sehr den Eindruck, mehr davon braucht es jetzt nicht auch noch. Jedenfalls nicht vor gründlicher Lektüre, was sich hinter der

verbirgt.

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Würde ich nicht raten und wird auch laut Leitlinie nicht geraten. Es hat ja einen Grund, wieso viele hier vor der ADHS-Diagnose unzählige ADs durch haben, die alle nichts gebracht haben.
Bei dir scheint eher der depressionsblinde Psychiater das Problem zu sein.

Wenn trotz ADHS-Behandlung die Komorbiditäten bleiben, dann gilt es diese zu behandeln.

Tut mir sehr leid für dich. Und herzlich willkommen in der Selbstbestätigungsabwärtsspirale, die geht so:

Frauen böse → Frauen reagieren auf die Haltung negativ → Bestätigung, dass Frauen böse

So eine leichte Welt, da muss man einfach gar nicht mehr selbst denken, wie entlastend (wenn man nicht eine Frau ist, die aufgrund solcher Einstellungen noch mehr Gewalt erlebt, das nenne ich eher „belastend“)

Adieu

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Red Pill musste ich jetzt erst mal googeln, und ich bin entsetzt, dass Du so eine Einstellung hast und sie auch noch propagierst. Jetzt sind es die anderen, die sich Deiner Meinung nach Dir gegenüber schlecht verhalten, aber vielleicht ist das auch nur eine Reaktion auf Dein Verhalten ihnen gegenüber?

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Mhmmm im Bezug zu der richtigen Medikation würde ich eher sagen das da wohl die „Red-Pill“ für ein Teil der Symptome mit verantwortlich ist.

Würde empfehlen diese als erstes wegzulassen auch wegen zu heftiger Nebenwirkungen.

Die „Red-Pill“ verhindert die tiefer greifenden Fortschritte in Therapie und bringt die Selbstoptimierung in die falsche Richtung.

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:v:t3:

Doch. Laut Leitlinie soll zuerst die komorbide Störung behandelt werden bzw. die „assoziierte Störung im Vordergrund“.

Ja, im Vordergrund. Das ist Auslegungssache, schätze ich. Aber damit wird nicht empfohlen, Komorbiditäten vor dem ADHS zu behandeln.

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Bei einer schweren Depression. Das ist schon genau definiert.

Auch hier:

Die Therapie beider Erkrankungen sollte vom Schweregrad der Depression abhängig gemacht werden. Bei einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode sollte zunächst die Depression behandelt werden. Handelt es sich um eine leichte depressive Episode oder sogar um eine euthyme Phase, kann entweder zuerst die Depression oder die ADHS leitliniengerecht behandelt werden [5]. Pharmakologisch wird hierbei neben einer Behandlung mit Buproprion zu einer Kombinationstherapie aus einem Antidepressivum und einer langwirksamen Stimulanz bzw. einem Antidepressivum einer kognitiven Verhaltenstherapie geraten [8].

Und das macht auch Sinn. Man würde Patienten die suizidal sind auf jeden Fall keine Stimulanzien geben.

Hallo Justine,

aus dem Schaubild der Leitlinie lese ich erstens von assoziierten Störungen, die im Vordergrund stehen und zweitens ist dem Schaubild nicht zu entnehmen, dass diese zuerst zu behandeln ist und die ADHS-Behandlung so lange warten müsste. Steht das vielleicht irgendwo anders, im Text?

Ich denke, das Problem ist, dass in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle Depressionen eine Folge des unbehandelten ADHS sind und durch die ADHS-Behandlung verschwinden.
Dem steht gegenüber, dass in den wenigen Fällen, in denen Stimulanzien eine bestehende Depression demaskieren, das gravierende Folgen haben kann, so wie RivotrilxDon es beschreibt.

Meine Formulierung war bislang, bei leichten und mittleren Komorbiditäten zuerst das ADHS zu behandeln (auch, weil sich oft schon nach wenigen Tagen zeigt, ob Stimulanzien anschlagen, während Antidepressiva Wochen brauchen, bis sie (vielleicht) wirken und dann wieder Wochen brauchen können, um sie auszudosieren). Bei schweren Komorbiditäten (insbesondere suizidalen Tendenzen) geht ganz klar die Behandlung der Komorbidität vor.
Das sollte man ergänzen dadurch, dass die Möglichkeit einer Demaskierung von Depressionen beachtet werden sollte.

So sehe ich das auch! Da ADHS meist dann die Ursache der Depression ist macht es keinen Sinn einen ADHSler Antidepressiva zu geben.

Einen Kurzsichtigen würde ich auch nicht mit Protektoren ausrüsten weil er immer vor die Wände läuft - bevor ich ihm ne Brille :eyeglasses: gebe.

Ich finde Lachenmeier erklärt das ja auch sehr gut.

Und oftmals handelt es sich auch gar nicht um Depressionen sondern um Stimmungsschwankungen durch ADHS. Leider wird das oft verkannt.

Genau so steht es ja in dem Text den ich drüber zitiert habe.

Und der Threadersteller war eventuell schwer depressiv und hatte zudem keine gute Dosierung der Stimulanzien.

Und dann (glaube ein Jahr später):

Hat sich das auch in diesem Fall so bestätigt.

Eine schlecht begleitete Einstellung mit Stimulanzien bei jemanden der wirklich schwer depressiv ist - das ist wirklich fatal.

Ich verstehe diese „Red-pill-Sichtweise“ gerade noch nicht und das wirkt auf mich erstmal sehr absurd - aber in diesem Fall war es scheinbar ein Instrument um aus der Opferrolle herauszukommen und Eigenverantwortung / Selbstwirksamkeit zu erleben?

:thinking:

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Der Begriff “Red Pill” stammt ursprünglich aus dem Film “Matrix” und wird in diesem Kontext verwendet, um eine Weltanschauung zu beschreiben, bei der Menschen glauben, dass sie die Realität klarer sehen als andere, als ob sie eine Pille genommen hätten, die sie aus einer trügerischen Wirklichkeit erwachen lässt.

Daran ist erstmal noch nichts falsch und daran ist auch erstmal noch nichts Frauenfeindliches.

@RivotrilxDon mich würde interessieren, wie du das genau meinst? :thinking:

Gehts darum?:

Angelehnt an diese Szene hat sich eine Cyberkultur im Internet entwickelt, der mehrheitlich Männer angehören. Sie wollen anderen Männern symbolische Pillen verabreichen und ihnen auf diese Weise eintrichtern, sie würden von Frauen unterdrückt.

@Justine Dann erkundige dich bitte über das alles, bevor du sowas schreibst…

Frauenfeindlicher wird es kaum noch werden!

Und @RivotrilxDon sagte, dass man in jedem Falle die Komorbiditäten zuerst behandeln sollte. Dem hab ich widersprochen und so steht es auch nicht in den Leitlinien.

Ich bleibe dabei:

  1. Wer den Begriff im ursprünglichen Matrix-Kontext verwendet wissen will, würde sich anders abgrenzen und nicht gleichzeitig auf die Identität als

„weißer, gesunder, heterosexueller-Cis-Mann“

und auf toxische Männlichkeit verweisen. Nicht, ohne sich klarer zu distanzieren.

  1. Noch wichtiger: Der antizipierte „Tumult“ wäre Zeitverschwendung und würde ein Aufmerksamkeitsbedürfnis toxisch befriedrigen.

Ich mag mich sehr irren, in beiden Fällen. Denn mich verwirrt auch das „gesunder“ Cis-Mann, wenn ich den Thread-Beginn im Kopf habe und es im Übrigen auch im Weiteren um die Behandlungsreihenfolge von ADHS und Depression geht.

Gesundheit ist ja mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Dennoch wünsche ich sie natürlich allen. Gesundheit und Gesundung.

Es ist wie Du, @anon97342551, so gut beschrieben hast: Wenn wir da jetzt einsteigen und über Red Pill debattieren, dann bestätigen wir doch perfiderweise das Red Pill Weltbild.

Und wem helfen wir? Ich persönlich habe überhaupt keine Lust, mir zu überlegen, wo die Meinungsfreiheit aufhört und die toxische Männlichkeit beginnt.

Es mag Foren geben, in denen sich ein „weißer, gesundeter, heterosexueller-Cis-Mann" mit einem anderen austauscht, welcher Eiweiß-Shake zu welchem Jordan-Peterson-Video am besten passt und wie man mit Six-Pack stabil und selbstwirksam aus der Opferrolle kommt. Besser als Suizidalität ist das auf jeden Fall.

In dem Forum hätte ich nur evtl. nichts verloren. Vielleicht kann man da ja ein Sub-Forum öffnen. Denn @RivotrilxDon möchte ja freundlicherweise gern was vom Support zurückgeben.

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Danke @anon48277439

Das (und vermutlich die aktuelle Tageszeit) hilft nochmal, das klarer zu sehen.

Ich stehe manchmal echt dermaßen aufm Schlauch.

Frag mich dann, ob ich völlig blöd bin oder ob ich unbewusst gerne naiv sein möchte, weil mir die Realität nicht gefällt.

Das stimmt natürlich.

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Im ursprünglichen Matrix Kontext würde das dann wohl tatsächlich für die „Blue pill“ stehen.

Die Entscheidung für die “Red Pill” wird oft metaphorisch verwendet, um auszudrücken, dass jemand bereit ist, die Realität anzunehmen, auch wenn sie unangenehm ist, anstatt in einer trügerischen Illusion zu leben.

Obwohl mir der Begriff bis zu diesem Thread völlig unbekannt war (mein Freund ist auch immer wieder sehr erschrocken was für ein „Film-Defizit“ ich habe) finde ich es traurig, das der Begriff von so einer absurden Bewegung missbraucht wird und dann damit jetzt so negativ belegt ist, das man ihn nicht mehr nutzen kann.

Aber so isses wohl.

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Auch Dein Hinweis ist natürlich richtig, @Justine: Selbstwirksamkeit ist erstmal besser als Suizidalität.

Aufwachen ist auch meistens besser als in Illusionen leben.

Und konkretisierendes Nachfragen hat auch noch nie geschadet.

Es bleibt ja beim Thread-Titel „Hilferuf“ und auch beim Support-Angebot.

Es würde sicher auch weiter miteinander gehen, aber ich bin nicht (mehr) so co-abhängig, auch noch im Gegeneinander helfen zu wollen. Bin ja aber auch nicht die Klassensprecherin meines Geschlechts, daher nur meine Einzelmeinung.

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