Horror Elvanse Eindosierung Frauen in der Menopause mit Hormonersatztherapie

Hallo zusammen,

ich bin Knotenlöserin, eine Frau im späteren Erwachsenenalter, analytisch veranlagt und sehr an Erfahrungsaustausch rund um Eindosierungen, Selbstbeobachtung und Verlaufsmuster interessiert.

Ich weiß seit vielen Jahren, dass ich AD(H)S habe (Mischtyp). In der Zeit der familiären Abklärung hatte ich vor langer Zeit einmal einen sehr kurzen MPH‑Erfahrungswert – wenige Tage, in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein für mich ungünstiger Rebound. Deshalb bin ich damals ohne Medikation weitergegangen und habe lange versucht, mich organisatorisch durchzumanövrieren.

Mit Beginn der Wechseljahre wurde es deutlich schwieriger: mehr Hirnnebel, stärkere Reizbarkeit, massive Schlafprobleme und v. a. ständiges Katastrophisieren/Angstspiralen. Eine hormonelle Kombination aus Östrogen-Gel und Progesteron brachte schon spürbare Verbesserungen in Fokus, Klarheit und Reizfilter – aber nicht beim Schlaf und auch nicht bei den Ängsten.

Da mehrere Familienmitglieder mit Elvanse gute Erfahrungen machen und ich selbst eine Diagnose habe, wollte ich es sehr behutsam probieren. Ich reagiere sensibel auf alles, habe Kreislaufthemen und wollte daher mit minimaler Dosis und engem Selbstmonitoring starten.

Hier mein Verlauf der ersten drei Tage (Einnahme immer um 7.30h mit einer kleinen eiweißhaltigen Mahlzeit, kein Koffein und Alkohol an diesen Tagen):

Tag 1 – 15 mg

Zunächst keine eindeutige Wirkung.
Ab ca. 10 Uhr starke Kopfschmerzen, Erschöpfung, zunehmende Arbeitsunfähigkeit, trotz Schmerzmittel.
Erst gegen Abend (als die gefühlte Wirkung nachgelassen hatte) war ich klarer, konzentrierter und strukturierter.
Appetit erhöht.

Tag 2 – 15 mg

Wieder anfangs wenig spürbar.
Nach ca. 2 Stunden ausgeprägte Mundtrockenheit, dann ab 12:30 Uhr Kreislaufprobleme, Schwindel – ungünstigerweise mitten in einem Meeting.
Schwierigkeiten beim Formulieren klarer Sätze, später wieder Wattegefühl / „Elbdampfer“.
Sprache weiter beeinträchtigt bis zum späten Nachmittag.
Erst gegen Abend mehr Fokus.

Ich vermute, dass die zeitlich spätere Hormonapplikation an dem Tag den Verlauf beeinflusst hat.

Tag 3 – 20 mg

Bis ca. 8:45 Uhr stabil, dann früherer Einbruch als an Tag 2:

  • Kreislaufprobleme

  • Wattegefühl

  • verwaschene Artikulation / schwere Zunge

  • wechselnd heiß–kalt

  • starker Heißhunger gegen 10:30 Uhr

Nach Essen kurz stabiler, aber weiterhin hoher Puls bei niedrigem Blutdruck.

Dazu kamen:

  • ausgeprägte Sedierung,

  • motorische Verlangsamung,

  • Paraphasien (z. B. falsche Wortformen),

  • zeitweise eingefrorene Kiefer-/Zungenmotorik, Konsonanten schwer zu bilden,

  • lautes Lesen kaum möglich,

  • leichte visuelle Unschärfen,

  • zunehmend kognitive „Verdreher“ in Kausalketten.

Beim Einkaufen (ich bin nicht selbst gefahren) musste ich kurz überlegen, wo Fahrer- und Beifahrerseite sind. Am Abend dann Schüttelfrost, Verwirrtheit beim Sprechen („Ich muss das Licht anmachen, mir ist so kalt“ – falsche Logik im Satz).

Das alles hat mich ziemlich erschreckt – diese sprachlichen und kognitiven Aussetzer kenne ich sonst nicht. Ich habe daher zunächst abgebrochen.

Was dennoch positiv war

Ein spürbarer Reizfilter, weniger Grundrauschen im Kopf, weniger Gedankenkarussell – also Antworten in der Richtung, die man eigentlich erwartet.

Meine Fragen an euch

  • Kennt jemand aus der Community ähnliche Eindosierungsverläufe mit starken Schwankungen, v. a. im Bereich Sprache, Kreislauf und Motorik?

  • Gibt es hier andere „späte Frauen“ (Menopause/HET), die ein ähnliches „Drahtseilakt‑Gefühl“ hatten?

  • Und gibt es Erfahrungsberichte, dass unter solchen Bedingungen MPH (trotz früherem Rebound) besser toleriert wurde?

Ich freue mich über Austausch, Musterbeschreibungen oder Hinweise, worauf ihr in den ersten Tagen besonders geachtet habt.

Liebe Grüße an die Runde,
Knotenlöserin

Sorry irgendwie hab ich in deinem Text folgende Angaben nicht gefunden:

Welche Stärke von Elvanse hast du genommen?

Hast du es immer zur gleichen Zeit genommen?
Wer feinfühlig ist kann unterschiedliche Einnahmezeit zumindest in der Eindosierung deutlich spüren.

Wie war es mit Essen? Hast du regelmäßig gegessen und ausreichend gegessen?

Hab es auch mal Dosissteigerung bzw. einen Eindosierplan?

Woche 1 20 mg Elvanse woche 2 30 mg Elvanse etc?

Wowas kann schon viel ingesamt auswirken. Auch nicht zu essen weil man keinen Hunger hat können sehr unangenehm Einfluß nehmen.

MPH muß nicht schlecht sein, keine Ahnung was du da damals vom Kind probiert hast doch a) das war nicht vom Arzt verordnet und nicht in einer Eindosierung.

MPH hat Medikinet (ohne Generika) Retardierung (Zeitverzögerung) funktioniert über den vollen Magen mit schwerverdaulicher Nahrung (z.B. Vollkornbrot mit genau so dick Käse) weil je länger das Medikament im Magen gehalten wird desto länger dauert die Zeitverzögerung und desto gleichmäßiger wirkt es. Kannst oder magst du nicht Frühstücken dann ist Medikinet kein Medikament für dich. Ritalin und generika *essensunabhänig Retardierung chemisch über eine Umhüllung der Kügelchen) Concerta und Kinecteen und Generika ist auch über ein eigenes Retardierungsprinzip und so viel ich weiß Nahrungsaufnahmenunabhängig.
.Aber gar nicht essen ist nie eine Option das kann sehr viele Probleme und unangenehme Wirkungen erzeugen und man hält es dann für Nebenwirkungen sind aber keine weil der Körper das mit Unterzuckerung erzeugt und es Unterzuckerungssymtome sind. Hier muß nur nicht vor der Einnahme eine reichhaltige Mahlzeit einnehmen bei Medikinet ist zwingend notwendig eine reichhaltige Mahlzeit vor der Einnahme der Kapsel notwendig.

Stimulanzien werden sehr verschieden, auch in unterschiedlichen Dosierungen vertragen/empfunden. Wer mit der Medikation beginnt, beginnt quasi mit einem Medikament zuerst, es kann aber sein, daß einige Medikamente versucht werden müssen bis ein Medikament was gut vertragen wird und zu einem selbst passen kann versuchen muß, denn manchmal haben Medikamente zu viele Nebenwirkungen, sie helfen gegen nur einen Teil der Symptome und andere Symptome werden kaum damit verbessert was dann der Grund ist weshalb ein Medikament gewechselt werden mu ß.

Quasi man sucht das richtige Medikament und dann die richtige Dosis die wirkt und bei Methylfinidat muß man dann schauen wie lange wirkt eine Einnahme, wenn man das weiß kommt dann die zweite und je nach Medikament auch eine dritte ggf. auch in Einzelfällen eine vierte Einnahme bzw. die 4te Einnahme weil man auf einer Feier sein möchte und so auch den Tag um einige Stunden verlängert - da wirst du wahrscheinlich auch nicht ohne Medikation sein möchten.

Braucht ein wenig Zeit, Geduld und Ausdauer, doch in der Regel findet man schon etwas was lindert oder gute Erfolge bringt

Danke Dir Kathy für deine schnelle Antwort. Ich hab es zugegeben nur die 3 Tage genommen, weil ich nach dem Horrortrip gestern nicht weitermachen konnte. Die Angaben stehen in meinem Beitrag als TExtüberschriften in Fett, aber vielleicht dennoch verwirrend, da ich so viel geschrieben habe. also

am Do 15mg 7.30h - habe auch gegessen, eiweißreiche Kost. am Fr wieder 15mg wieder 7.30h wieder mit einem proteinreichen kleinen Frühstück. Gestern am Sa dann mal auf 20mg hoch wieder 7.30h, ähnliches Frühstück und später musste ich Kohlenhydrate nachliefern, Gehirn brauchte wohl Zucker. Habe danach auch ausreichend gegessen, hatte leider sogar Appetit.

Vielleicht hätten ja 5mg oder 10mg gereicht, eben wegen der Hormone.

Elvanse erhöht man max wöchentlich wegen Steady-state von 5 Tagen das kann schon viel machen kleinste Dosis ist eigentlich 20 mg wo dann ggf. 10 mg sinn bringen würden. Wie kamst du auf 15 mg ubd wie hast du sichergestellt das du immer die gleiche Dosis nimmst? Mit spritze und auflösen ? 20 mg in 20 ml wasser aufgelöst und dann z.B. 15 ml = 15 ml genommen?

Mit 15mg zu beginnen war eine instinktive Vorsichtsmaßnahme aufgrund meiner HET. Ich wußte ja dass Östrogen hier z.B. als Verstärker wirken kann. Und jemand der empfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert, tastet sich lieber vorsichtig heran. Ja ich habe das mit der Wassermethode präzise aufteilen können.

Worum es mir geht, gibt es andere Elvanse-Betroffene hier, die beim Eindosieren auch sofort diese neurologischen Aussetzer hatten, die ich oben beschrieb, also eher seltene untypische Nebenwirkungen (Sprachhemmungen, unwillkürliche Muskelanspannungen von Kiefer und Zunge, Artikulationsstörungen, kognitive FEhlleistungen) ? Ich vermute dass ich ein sog. High Responder auf Amphetamine bin, wo schon diese eher kleine Dosis gereicht hat, dass meine Rezeptoren so geflutet wurden, dass es zu den besagten Störungen kam.

  • Es kann in der Eindosierung ein paar Wochen dauern bis man mit der richtigen Dosis und dem richtigen Einnahmeschema den Rebound in den Griff bekommt.
  • Es kann an dem falschen MPH Präperat liegen .
  • Es kann nur zu Beginn eine Nebenwirkung sein und dann nach und nach zurückgehen .
  • Ernährung / Trinken kann eine große Rolle spielen. Ich vertrage grundlegend z.B die Medikation seit einer Ernährungsumstellung besser.
  • Schlaf hat auch viel Einfluss
  • Und natürlich Koffein

Je nachdem wie lange es her ist kann sich durch hormonelle Umstellung auch die Verträglichkeit verändern .

Hallo Knotenlöserin (ein cooler Nic, so jemand wäre ich gerade auch gerne),

Deinen Beschreibungen entnehme ich folgendes:

  • Du bist eine sehr genaue Beobachterin deiner körperlichen und geistigen Befindlichkeiten
  • Du machst deine Eindosierungen mit Elvanse während du normal arbeitest
  • Du hast vor Jahren eine negative Erfahrung mit MPH gemacht
  • Du hast Wechseljahresbeschwerden, die du mit Hormonen therapierst
  • Du weißt schon sehr lange um dein ADHS
  • Du hast die Dosis von Elvanse zwischen 15 und 20mg variiert innerhalb weniger Tage

Dazu folgende Fragen:

  • Ist dir bewusst, dass Elvanse durch seine lange Halbwertszeit 4-5 Tage für ein stabiles Gleichgewicht zwischen aufgenommener und abgebauter Menge an Wirkstoff benötigt? Daher rührt ja die Empfehlung, jede Dosisstufe mindestens 5 Tage durchzuziehen, weil es sonst keine verlässliche Aussage zur Dosis xy geben kann
  • Warum hast Du die Eindosierung in deinen normalen Arbeitsalltag gelegt und nicht in eine Urlaubszeit? Gerade weil du offensichtlich ein feinfühliger Mensch bist in Kombi schlechte Erfahrung mit MPH wäre es zu erwarten, dass du Unangenehmes wahrnimmst. Da könnte es hilfreich sein, dir den Raum fürs Schlechtfühlen zu geben, ohne den Druck funktionieren zu müssen.
  • Hast du mit deiner PsychiaterIn über mögliche Wechselwirkungen von HET mit Elvanse gesprochen?
  • Mit welchen Erwartungen bist du an die Eindosierung gegangen? Hast du mit Nebenwirkungen gerechnet oder kam das überraschend?
  • Was war der Auslöser, es nach so langer Zeit ohne Medis mit Elvanse zu versuchen?

Ich selbst bin noch nicht in den Wechseljahren und habe daher keine hilfreichen eigenen Erfahrungen dazu.

Ich habe an mir und anderen eine Fülle an Nebenwirkungen in der Eindosierung von Elvanse beobachtet - Muskelspannung, Wortverdrehungen, Nebel im Kopf, Verlangsamtes Denken, Kopfschmerzen, Müdigkeit- alles dabei.

Ich wünsche dir sinnvolle Erkenntnisse, die dir helfen, über die unangenehme erste Zeit hinwegzukommen und das Medikament als gute Unterstützung zu entdecken.

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten und sorry, hat ein bissel gedauert mit der Antwort.

Das mit dem MPH werde ich in Erwägung ziehen, aber erstmal warten… Wenn man funktionieren muss, zumindest zu festgelegten Zeiten (Job, z.T. lange Autofahrten, Chorauftritte…) kann man das alles vergessen mit Rebounds die man nicht kalkulieren kann, neurologischen Aussetzern, Kreislaufeinbrüchen und starker Mundtrockenheit etc. Frage mich, ob Leute, die singen, überhaupt Stimulanzien nehmen können….

Ja Optimistin (ich wäre gern eine Optimistin, so wie Du gern eine Knotenlöserin wärst :wink: ), deine Fragen sind mehr als berechtigt….

Auf Elvanse kam ich durch die positiven Erfahrungen männlicher Familienmitglieder. Die haben so geschwärmt, dass ich einfach dachte, ich könnte davon auch profitieren, zumal ja mit dem Alter das Kompensieren der ADHS Symptome schwieriger wird. Das zu frühe Steigern auf 20mg war ein “sich überreden lassen” weil 15mg ja vielleicht zu wenig seien und die Nebenwirklungen durch Unterdosierung hätten kommen können. Bzw. laut Psychiater wäre eh 30mg die Startdosis gewesen, egal wie die Umstände sind… und man probiert halt einfach so lange, bis es paßt - so die Empfehlung.

Ich habe mit diesen Nebenwirklungen nicht gerechnet - das war schockierend, ganz ehrlich, sonst hätte ich es vielleicht nicht in den Arbeitsalltag gelegt. Wobei in den Urlaub, wo ich erst recht aufs Auto angewiesen bin, auch nicht so gern, den will ich mir ja nicht versauen :wink:

Der Auslöser war a) die positiven Berichte meiner Verwandtschaft und b) ich hatte Hoffnung, dass ich mit Elvanse (oder einem anderen Stimulanz) 2 Fliegen mit einer Klappe schlage:

  1. mehr Fokus und Reizfilterung (also auch gegen die Hochsensitivität angehen)
  2. Minderung der Ängste (GAS) - allerdings hatte mein Hausarzt schon gewarnt dass Elvanse ggf kontraindiziert sein könnte, wenn man so ein überreiztes Nervensystem hat und dass man dann eher Escitalopram niedrig dosiert geben würde. Wobei Elvanse die Ängste schon gedämpft hatte. Dieses ständige Katastrophisieren, immer das Schlimmste zu erwarten und einen riesigen Aufwand zu betreiben, damit dieses Schlimme nicht eintritt, belastet mich mehr als die “reinen” ADHS Symptome, die nehme ich ein Stück weit liebevoll gelassen hin.

Was mich auch noch interessiert, wie Elvanse mit Narkosen / starken Betäubungen interagiert…

Optimistin, wie lange hielten diese Nebenwirkungen (v.a. die Wortverdreher) bei Dir an? Und mit welcher Dosis hast Du gestartet und wo bist Du jetzt?

Liebe Grüße von Knotenlöserin

Liebe Knotenlöserin,

ich finde, Du hattest sehr gute Gründe, Elvanse auszutesten - und ich hoffe, Du bleibst dran :+1:

Ich bin direkt mit 30mg gestartet, eine gute Wahl im Nachhinein. Die Nebenwirkungen haben sich fließend gebessert - für mich wahrnehmbar so ab dem 5. Tag. Das Doofe war nur die Zunahme der depressiven Symptome, für mich wahrnehmbar so ab dem 10. Tag. Deshalb habe ich nach 16 Tagen das Elvanse abgesetzt.
Nach Rücksprache mit dem Psychiater ein vorschneller Schritt - seiner Meinung nach ist diese Verschlechterung ein normaler Teil der Heilung (in Wellen) und kommt nicht vom Elvanse.

Nun mache ich eine richtige Titrationsreihe mit Elvanse, beginnend mit 20mg und kann sagen, dass die Symptome in der Unterdosierung deutlich ausgeprägter waren. Bin nun wieder auf 30mg und werde solange hochgehen, bis die positive Wirkung umschlägt.

Zusammen mit meinen Erfahrungen mit Medikinet, Ritalin und Kinecteen kann ich für mich festhalten:

  • Der Körper hat kein Gedächtnis für das Medikament - er stellt sich jedes Mal neu an, wenn er sich mit dem Medi anfreunden soll.
  • Nebenwirkungen in der Unterdosierung können fies sein.
  • Sie beginnen zu verschwinden, wenn die Dosis angehoben wird.
  • Man merkt wirklich fortschreitend über 4-5 Tage eine Veränderung in derselben Dosisstufe (Ursache steady-state) bei Elvanse.
  • So schwer es fällt - Mindestens 7 Tage eine Dosisstufe und nicht abbrechen, wenn es doof wird, sondern auf jeden Fall noch eine Stufe höher gehen.
  • Ich bin definitiv nicht so gelassen, logisch handeln und Strategietreu wie ich dachte - sondern setzte genauso hektisch wie manch anderer Medis ab und wechsle zum nächsten. :see_no_evil_monkey:
  • ich hege den Verdacht, dass sich so manche Nebenwirkung durch mein Oh-Man-warum-ist-das-jetzt-so?! verstärkt hat. Möglichst ignorierendes Aushalten statt protokollarischem Hinhorchen hätte mir (unnötige) Schleifen vermutlich erspart.

Ich wünsche Dir einen erneuten Anlauf mit Elvanse, mit für dich besseren Bedingungen - z.B. im Urlaub, mit reduzierter Erwartungshaltung i.S.v. es-darf-doof-sein und das-ist-nur-vorübergehend, und einem Start gleich mit 30mg (es gibt nicht umsonst diese Empfehlung vom Arzt/im Beipackzettel).

Ich wünsche Dir, dass du möglichst ruhig bleiben kannst, wenn die doofen Nebenwirkungen einsetzen und mit einer „Pfff-von-dir-lass-ich-mich-doch-nicht-ins-Bockshorn-jagen!“-Haltung die anstrengend Untiefen der unpassenden Dosis durchsegeln kannst, bis zu deiner optimalen Dosis in optimaler Tagesaufteilung. :four_leaf_clover:

Du schaffst das! :sports_medal: Wir schaffen das!

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Liebe Optimistin,

man könnte Dich auch “Mutmacherin” nennen, aber Optimistin paßt schon sehr gut :wink:

Danke für deine vielen hilfreichen Worte und deine Erfahrungsberichte. Und ja, kann sein ich habe zu früh aufgegeben und kann auch sein, ich hätte aushalten müssen und dann ggf die Dosis gar erhöhen nach 7 Tagen. Aber irgendwie konnte ich das nicht, denn ich muss ja funktionieren - auf Arbeit und aufs Auto bin ich auch angewiesen und wir haben jetzt die Konzerte, das ist es mir alles nicht wert, diese Einbuße an Lebensqualität bloß wegen der Medikamente. Und ich war zutiefst überzeugt und hab das auch nachrecherchiert, dass die Hormone hier ein Vielfachverstärker sein können, also meine 15mg sind bei nicht hormonersatztherapierten Menschen dann sowas wie 45mg ca. Inzwischen hab ich auch mit dem Psychiater gesprochen und der bestätigt das. Also bei Frauen mit HRT können Amphetamine tatsächlich kritisch sein. Ich folge seinem Vorschlag und probiere dann also später die Einstiegsdosis von Medikinet und sehe, ob das besser ist. Und wenn nein, dann war’s ein weiterer netter Versuch und das Thema Medikamente hat sich dann eben wieder erledigt….

Ein Mensch, dessen eine der Hauptängste darauf basiert, der Körper könne genau im entscheidenden Moment versagen, läßt sich wenn es drauf ankommt nicht mehr steuern (dieser Kontrollverlust) sollte nicht gerade Medikamente nehmen, die genau diese Zustände herbeiführen - damit nähre ich das, was ich eigentlich vermeiden will - die Angststörung. Und damit ist die ganze Sache ad absurdum geführt.

Jetzt schauen wir mal, irgendwie schafft man das, sonst muss ich gründlich am Thema Gelassenheit arbeiten, das wäre ja eine altersentsprechende Maßnahme :wink:

Dir wünsche ich, dass Du die optimale Dosis findest bzw. gefunden hast….

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Ich bin noch dabei- Tschakka :flexed_biceps:

Nimmst Du nur Östrogen? Dann verstärkte Wirkung auf Amphetamin wahrscheinlich.
Nimmst Du ein Kombipräparat mit Progesteron? Dann eher ausgleichende Wirkung zu erwarten.
(ist natürlich von Frau zu Frau verschieden stark ausgeprägt)

Dein Engagement im Chor ist offensichtlich eine wichtige Quelle von Freude in deinem Leben - da ist es verständlich, dass du deine Teilnahme nicht gefährden möchtest durch Nebenwirkungen auf deine Stimme. Vielleicht könntest Du mit einer abgesprochenen Pause von 6-8 Wochen dir mehr Luft für die Eindosierung verschaffe? Du weißt „Ich kehr wieder zurück“ und zur Zeit darf die Singstimme beeinträchtigt sein.
Nebenwirkungen bei der Eindosierung sind vorübergehend und schwächen sich i.d.R. mit jeder Dosissteigerung Richtung Zieldosis ab.
So wie ich deine Schilderungen verstanden habe, gibt es keine längere ADHS-Medi-Historie bei dir, sprich: Du hast noch nicht viele Erfahrungen mit ihnen gemacht. Mit ihren Wirkungsweisen auf deinen Körper in guter und nicht-erwünschter Art über die Zeit in verschiedenen Dosierungen.
Wenn dir die Zeit und Geduld für diese Reise fehlt, ist das voll okay - du bist ja bisher auch ohne Medis klar gekommen.
Wenn der Leidensdruck weiter steigt, versuche es gerne mit Medikinet - ich wünsche Dir viel Glück und gute Wirkung :four_leaf_clover: Berichte gerne, wie es für dich weitergeht.

Ein Gedanke zum Schluss:
Dieses „Ich muss ja funktionieren“ ist ein Begleiter so vieler Menschen (warum wohl überproportional bei uns Frauen..). Und dennoch keine Aussage über die Realität. Sondern meiner eigenen Wahrnehmung. Und wird spätestens, wenn ich mit gebrochenem Bein im Krankenhaus liege, ad absurdum geführt. Kein Mensch auf dieser Welt wird durch seinen zeitweisen Ausfall sein Umfeld zum Zusammenbruch bringen oder das eigene Leben gefährden. „Funktionieren“ ist kein alternativloser Lebenszwang.
Der Weg da raus beginnt im Kopf…

Hi,

gerade bei Angstthemen empfiehlt es sich eher, gleich mit 30 mg Lisdexamfetamin einzusteigen.
Denn Angst potenziert die Nebenwirkungen, und oft haben Betroffene dann nicht die Geduld, die - bei niedrigem Start sehr viel länger dauernde - Eindosierung geduldig (;_))) durchzuziehen bis zur Höchstdosis.
Aber das musst du mit deinem Arzt besprechen.

Fakt ist:

  • Der Körper bracht Zeit, um sich an Stimulanzien zu gewöhnen.
  • sehr niedrige Dosen können Nebenwirkungen auslösen, die bei höheren Dosen wieder verschwinden
  • ein besonders niedriges Einsteigen kann hilfreich sein für Menschen, die sehr empfindlich auf Medis reagieren (Autismus & Co) aber weniger für Menschen mit Angstthemen, weil das die Geduld überfordern kann
  • niemals einzelne Tage bewerten. Jeden Tag dokumentieren, aber immer nur den Schnitt mehrere Tage bewerten
  • genug essen und trinken - Stimulanzien erhöhen den Energieverbrauch

Und ganz generell:
Alles, was hier im Forum oder auf ADxS.org geschrieben wird, sind immer nur Infos, die dir das Gespräch mit deinem Arzt erleichtern sollen. Sie dienen niemals zur individuellen Behandlung!