hunter Farmer theory


Das ist aber eben Kino, Hollywood, Fantasy. Hat mit der Realität recht wenig zu tun :wink:

Im Grunde sehe ich es auch so, das ja vieles auf Modellen basiert, gerade auch beim Thema Psychologie, die ja ein relativ neues Forschungsgebiet ist.

Und welches noch garnicht lange als Wissenschaft akzeptiert ist, sondern im Gegenteil, sogar heute noch vielerorts angezweifelt wird, oder zumindest belächelt.

Das ist nicht meine Meinung zum Thema Psychologie, ich persönlich halte diese Forschung für sehr wichtig, sogar „Systemrelevant“.

Aber es gibt genügend Beispiele die diese Behauptung das die Psychologie zuwenig Beachtung findet untermauert.

Wie zum Beispiel die Tatsache, das sich Krankenkassen mitunter schwer tun, für Psychopharmaka und Psychotherapie aufkommen zu wollen.

Was dann auch gut aufzeigt, wie schwer es ist sich überhaupt Gehör zu verschaffen, mit seinen „Leiden“ überhaupt ernst genommen zu werden.

Deshalb finde ich das dieses Thema schon ein sehr komplexes Thema ist, das macht es ja gerade so spannend.

Deshalb sehe es auch so, das es nichts bringt sich auf die eine oder andere Seite zu versteifen.

OK jetzt haben wir schon viele gute Beiträge hier gelesen zu der Hunter und Farmer Theorie.

Und @neoneo hat geschrieben, das wir nicht das entweder-oder überbewerten sollten, sondern ehr ein sowohl als auch gelten lassen sollten um die Diskussion fort zu setzen, eine gute Idee würde ich sagen.

Keine Ahnung warum, aber ich frage mich gerade, ob es vielleicht interessant wäre, wenn wir irgendwo anders, vieleicht in einem neuen Thema, mal sammeln, was jeder einzelne aus seiner eigenen Lebenserfahrung, als seine Stärken oder Schwächen im alltäglichen Leben einteilt.

Nur um mal zu sehen, wo die meisten Übereinstimmungen, Ähnlichkeiten, oder auch Unterschiede zwischen uns Adhslern liegen.
Denn auch wir sind ja trotzdem nicht alle „gleich“.

Und wegen der Hunter-Farmer Theorie, wenn die Menschheit nicht anfängt auf die Bremse zu treten um den Planet zu retten, dann werden wir schneller Überlebende einer untergegangen Zivilisation sein, als wir denken, werden wir wieder in Steinzeitlichen Verhältnissen leben müssen.

Befände ich mich jetzt in einer Steinzeitlichen Welt, dann würde ich sammeln gehen, weil ich für die Jagd zu alt bin. :totlach

Wenn ich noch sehr jung „wäre“, dann würde ich mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen. ::sunglasses:

Obwohl?, wäre ich noch so zw. 30-40 J.alt, würde ich mich vielleicht mit Heilpflanzen beschäftigen um den Kranken und Verletzten zu helfen. :wink:

Sehr gut gesagt, eh geschrieben, @f_luxus , wieso die Psychologen und Psychiater das nicht schon längst durchgesetzt haben… fragt man sich…

(ich hab noch nicht nach dem Post weiter lesen können…)

Wenn 80.000.000 Menschen das Recht haben, einem unter ihnen zu sagen: „Du hast Dich schuldig gemacht - wir bestrafen Dich jetzt indem wir Dir Deine Freiheit nehmen“, dann stehen diese 80.000.000 mindestens für die Zeit, in der sie dem einen seine Freiheit nehmen, selbst in der Verantwortung, diesem dort alles zukommen zu lassen, was für seine körperliche und psychische Gesundheit notwendig ist.
Die Diagnoseprävalenz von AD(H)S bei Erwachsenen ist ca. 4%. In Männergefängnissen sind es 25 %. Häufigere Kriminalität ist eine Folge von AD(H)S. Lassen wir mal Ursache und Wirkung für diese erste Freiheitsstrafe beiseite.

Eine Nichtbehandlung (auch schon als billigend in Kauf genommene Folge einer Nichtdiagnostik) von betroffenen Strafgefangenen ist Körperverletzung durch Unterlassen.

Und es betrifft nicht nur den Gefängnisinsassen.
Es ist auch Mittäterschaft an den weiteren Straftaten der Betroffenen nach deren Entlassung.

Und wenn wir das dulden werden wir alle zu Mitläufern.

So hart, so klar, so wahr.

Auch das geht wieder auf das Thema „Patient*innen-Initiative“, an dem ich jetzt schon ne Weile knabber…
Da könnte / sollte Energie hinfließen.
Wir brauchen keine Legitimation unserer „Eigenheit“ durch ein Steinzeit-Gen.
Wir sind da. Reicht doch.
Wir brauchen hier und jetzt Engagement und Einstehen füreinander - denn sonst ist keiner da, der uns nachvollziehen kann.

Ob man sich mit dieser Disposition auf eine eigene Weise funktional oder dysfunktional entwickelt ist m.E. eine Frage von Zugriff auf Ressourcen und damit eine Frage von Privilegien. Und mit „funktional entwickeln“ meine ich nicht die Rundum-Zufriedenheit. Sondern einfach nur: zurechtzukommen OHNE jemanden zu verletzen (einschließlich sich selbst) - und einigermaßen unabhängig „da“ zu sein, mit einer Chance auf Zufriedenheit.
Als Vorbild könnte da ein Raul Krauthausen dienen. Ist ja nicht so, dass der Mann sonst nichts besseres zu tun hätte, weil das Leben ständig das goldene Füllhorn der Selbstverwirklichungsmöglichkeit über ihm auskippte… Er hat seine Möglichkeiten erkannt - und setzt sich dafür ein, dass andere entsprechend davon profitieren können.

Da nehme ich mal den Gedanken der „Wokeness“ auf, den die Generation meiner Kinder spinnt - und der oft bei uns „Altern“ gerne verlacht, verdreht und auf ziemlich dümmliche Weise totgetreten wird:
„Reflect your privilege!“
Und wenn es - mangels Ressourcen - auf ganz kleiner Flamme ist.

An dieser Stelle sei einfach mal die die Frage in den Raum geworfen:
Warum kommen wir Menschen mit ADHS eigentlich nicht vor?

NB: Zum Thema Gefängnis: https://www.youtube.com/watch?v=6fiRDJLjL94
So geht eine Gesellschaft mit Menschen um, die der Ansicht folgt, dass „Funktionieren“ ein Verdienst aufgrund einer Leistung ist, die jeder bringen kann = das Gegenteil von „Wokeness“. Damit fühlen sich die, die im Sinne des jeweiligen „Systems“ (System = Funktionseinheit, wertfrei) funktionieren, besser - eine Belohnung für alle, die funktionieren KÖNNEN. Das Problem ist, dass sich diese Gesellschaft so nicht entwickeln kann und mental in großen Teilen als vormoderner Gottesstaat daherkommt. Denn die, die oben schwimmen, werden einen Teufel tun und zulassen, dass diese Belohnung - Respekt für die Leistung - wegfällt, wenn die Leistung durch den gedanklichen Einbezug der Privilegien „geschmälert“ wird.

Puh, ein wirklich schwieriges Thema.

Jemand der kriminelle Straftaten begeht, der* fängt ja meist „klein“ an, ein Mörder z. B. „zündelt“ oder quält meist schon in der Kindheit Tiere, wird da bereits auffällig.

Wer es sehen „will“, kann dort schon davon ausgehen das dieser Mensch eine „tickende Bombe“ ist, meist wird es aber trotzdem nicht frühzeitig als mögliche Gefahr „behandelt“.

Andererseits gibt es auch solche die nie „auffallen“ vor ihren Taten sogar „rechtschaffene“ Bürger sind, als hilfsbereit und sozial eingestuft werden.

Niemand „ahnt“ sozusagen das dieser Mensch eine „schlafende Zeitbome“ ist.

Was Zeugenberichte bei solchen Taten immer wieder belegen, solche Aussagen wie: " ich hätte nie gedacht, das dieser Mensch so eine Tat ausführen könnte!".

Viele kriminelle Karrieren nehmen ja meist ihren Lauf, weil die Täter in einem desolaten Haushalt aufwuchsen wo Missbrauch, Vernachlässigung, Gewalt, sexueller Missbrauch, Drogen, Prostitution im Elternhaus mit rein spielen.
Im Grunde wird ja durch diese kaputte Ausgangslage die Bahn für die spätere kriminelle Laufbah angelegt, nicht weil das Kind von Geburt an böse ist, oder?.

Aber wie geht man „richtig“ damit um?, den Eltern ihre Kinder wegnehmen, in ein Heim stecken?.

Und dann die Frage: "wird ein Mensch kriminell geboren, oder wird er durch seine Lebensumstände dazu gemacht?, was für Antworten gibt es darauf, und welche ist richtig?.

Und stimmt es das „einige“?, oder „viele“? Kriminelle ein unbehandeltes Adhs aufweisen?, ist das bewiesen, oder ist das nur ein „Gerücht“ das kursiert?, ich weiss es nicht.

Ich bin in solchen Fragen unsicher, sehe nur das vieles anders laufen „sollte“, aber was ist „richtig“, oder wäre zumindest „besser“, wo fängt man an?.

???
Nein.
Nicht jeder, der kriminell wird, ist ein Sadist.

Hast du den Post weitergelesen?
Das hat AbrissBirne doch gar nicht behauptet…
Liebe Grüße :kaffeekochen
:winken

Stimmt, sorry….

Nun bin ich endlich dazugekommen, den Thread zu lesen. Ich sehe ihn schon länger.

Ich bin ja keine Anhängerin dieser These.
Bzw. war sie für mich nur solange schlüssig bis ich über die Aussage stolperte, dass sie wissenschaftlich nicht belegt werden konnte und wohl auch nicht mehr belegt werden wird (weil zuviel nicht zusammenpasst).

Die These ist obsolet.
Daher: Ganz egal, ob sie schön bildlich ist oder nicht - damit ist sie doch unbrauchbar?

Weil dieser Link hier zur Untermauerung der Hunter-Farmer-These zweimal genannt wurde:

→ darin wird die Hunter vs. Farmer-These auf eine Hunter vs Gatherer-These „abgewandelt“. (weil die hunter-farmer vom Zeitablauf nicht haltbar ist, überlegt der Autor, dass die „Spaltung“ schon vorher passiert ist).
Nun also der Sammler als Vorläufer des Farmers.
Die Zusammenstellung ist zwar übersichtlich aufbereitet, aber inhaltlich doch nicht ernstzunehmen.
Eine Spalte für die Jäger-Eigenschaften, eine für die Sammler-Eigenschaften und weitergesponnen, was das in der heutigen (Arbeits)welt heißt. Also schlussendlich ist der Chefarzt der Jäger und der Assistenzarzt der Sammler, der Jäger ist der Führer und der Sammler der Ausführer :?

Soll das jetzt als neue bahnbrechende Theorie der humanen Arbeitsteilung wahrgenommen werden ??

Der Autor ist keine Fachperson, keine Quellen oder sonstwas.

Wir sollten uns auf sowas nicht stützen.
Es bleibt doch einfach unzutreffend, auch wenn das eine oder andere irgendwie passt.
Was soll denn Gutes rauskommen, wenn man auf falschen Annahmen aufbaut?

@TulipRulesOkay hast schon Recht, wissenschaftlich ist diese „Theorie“ nicht wirklich, wohl ehr etwas fantastisch. :wink:

Und wenn man es genau unter die Lupe nimmt, kann man die Schwachstellen gut erkennen.

Man muss schon aufpassen, das man solche „Theorien“ nicht zu ernst nimmt, oder daran „glaubt“.

Ich für meinen Teil mache das auch nicht, betrachte das ganze mit Skepsis, aber jedem das seine. :smiley:

Das mit den Vorteilen sehe ich ehrlich gesagt (noch?) nicht.

Aber die neuen neurobiologischen Erkenntnisse oder zumindest Theorien interessieren mich. Tatsächlich wäre das deutlich mehr Rock n Roll. Hast du da ein paar Hinweise? Diskutieren wir hier sowas schon?

Ich schon, wenn auch nicht jeden Tag. Ein Vorteil kann evtl. schon sein, selbst ein ziemliches Päckchen zu tragen zu haben und dadurch manchmal die Blickrichtung auf Schattenseiten einzunehmen. Weil man dann anderes und andere sieht, die vielleicht nicht in den Blick geraten wären, wenn man nur seine eigene Sonne ist. Ein „Schiff mit Tiefgang“ sein heißt das bei Saint-Exupery. Im Sturm liegen die ziemlich gut durch den anderen Schwerpunkt. Jedenfalls dann, wenn man irgendwann mal rausgefunden hat, wie sie am besten zu steuern sind.

Manch eine/r/+ funktioniert besser mit engem Gerüst und Geländer und andere eher mit Wind unter den Flügeln oder in den Segeln und dem Narrativ, dass die Lebensbedingungen nicht immer waren wie heute und dass sie sich vielleicht auch wieder ändern und dass jeder und jede auf der eigenen Heldenreise unterwegs ist und weiter auf der Jagd nach der nächsten Bewährungsprobe, für die es sich heute nochmals aufzustehen lohnt.

www.hubermanlab.com ist eine reichhaltige Fundgrube dafür. Er gibt auch Beispiele, wie er sich anhand neurobiologischer Erkenntnisse durch den Tag steuert. Morgen erstmal raus, damit auf die Netzhaut Sonnenlicht kommt, etc. Von ihm kam u.a. auch ein Hinweis auf Reveri, eine tatsächlich interaktive App zur Selbsthypnose. Am Ende ist wohl viel nur Selbsthypnose von dem, was wir uns so erzählen den ganzen Tag. Da ist es gut, darauf zu achten, was für eine Art von Trance man ansteuert.

Ich finde es jedenfalls trotzdem irgendwie spannend dieses Thema hier, auch wenn es nicht wissenschaftlich bewiesen ist bla-bla, so macht es Spass, einfach so, mal nicht immer todernst zu resümieren. Sondern mal mit einer gewissen Neugier über den Tellerrand raus zu schauen, miteinander zu diskutieren, im Stil: was wäre wenn.

Und wer weiss schon wie sich die Welt bis in 30-50 Jahre verändert hat, wohin uns die höher, schneller, weiter Gesellschaftsform noch bringt, und ob wir dann plötzlich in 30-50 Jahren unter ganz anderen Bedingungen als jetzt leben müssen.

Was für mich zumindest keine generelle Frage mehr ist, sondern nur noch eine Frage der Zeit, heisst: ist es schon in 30 Jahren soweit, oder doch „erst“ in
50 Jahren.

Und dann kann es passieren, das wir plötzlich wieder ohne Computer oder Handy’s mit 150 App’s drauf, oder all die anderen technischen Spielereien leben müssen, weil sie nicht mehr funktionieren, oder weil dann auch das ganze Internet nicht mehr funktioniert, auf das sich alle so sehr verlassen.

Z. B.weil dann möglicherweise bis in 30-50 Jahren der 3. Weltkrieg ausbricht, um die Vorherrschaft der Weltmacht gekämpft wird, sowie um den Anspruch auf die verbleibenden Rohstoffe dieser Welt.

Und die Menschheit ausserdem nicht mehr um Öl, sondern ums Wasser kämpft, oder um Gebiete wo man noch leben kann ohne den Hitzetod zu erleiden.

Und unsere Zivilisation wäre ja dann nicht die einzige die „untergegangen“ ist, aber möglicherweise die „letzte“, zumindest auf der Erde.

Erworbene Copingstrategien als Ressource und sekundärer Krankheitsbewältigungsgewinn?
Kann ich inhaltlich gelten lassen. Ein direkter Vorteil im ADHS-Package ist es halt trotzdem nicht, wenn man von diesem Vorteil den Nachteil der Zeit und Mühe abrechnet, diese Ressourcen aufzubauen.
Aber gut: was man hat hat man dann auch und es wäre sehr verkehrt, sich dessen nicht bewusst zu sein und es nicht zu nützen! Gerade wenn es so teuer erworben ist.

Das mit dem Schiff ist eine schöne Analogie. :lovedumb

Sehr viele unbekannte Variablen in dieser Rechnung… Ich wüsste im Moment noch nicht mal, nach welcher davon ich die Gleichung auflösen soll. X? Oder hunter= und farmer=?

Bei Un(auf)gelöstem hilft ja immer Rilke: „Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forsche jetzt nicht nach den Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Lebe jetzt die Fragen. Vielleicht lebst du dann allmählich, ohne es zu merken, eines Tages in die Antwort hinein.“

nach hunter und farmer löse ich natürlich nicht auf, denn ich lehne die Theorie ja auch als reines Gedankenspiel ab, da ja erwiesen ist, dass sie nicht stimmt.

Für mich persönlich kann ich schon berechnen, wie viel Zeit und Mühe mich meine Copingstrategien gekostet haben.
Ein Blick in den Lebenslauf reicht :roll: :lol: :expressionless:

Ja, okay, der Weg ist das Ziel. Trotzdem. Auch wenn ich auf meinen Weg durchaus stolz bin (und zu recht sein kann), hätte ich es mir aussuchen können, hätte ich definitv einen weniger steinigen gewählt. Es war teilweise schon sehr hart. Und ist es noch.


Es ist gar nichts erwiesen.

Die Frage, ob sie „stimmt“ oder nicht, kann nicht beantwortet werden. Warum? Weil der Urheber selbst nie „Wahrheit“ für sich in Anspruch genommen hat.

Es ist einfach eine Idee, die erklären könnte, warum es ADHS überhaupt gibt. Ob man persönlich etwas damit anfangen kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

ich persönlich kann damit inhaltlich durchaus etwas anfangen und sie trägt teilweise auch mit zu meinen Selbstverständnis bei. Mehr aber auch nicht.