Hyperakusis und Misophonie - was hilft?

Vielen Dank @SneedleDeeDoo :adxs_wink: für die Beschreibungen, da klingt einiges, als wäre es etwas für meinen Jungen :adxs_gruebel: denn was @Gimufi da von ihrer Tochter schreibt, so oder so ähnlich, hat er sich auch mal, ganz beiläufig, geäußert.

Nur mit diesem in ear :adxs_kp: bisher kribbeln hier schon nach kürzester Zeit die Öhrchen…

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Ich kann mich deutlich besser Unterhalten da es wie ein dämpfender, zusätzlicher Filter funktioniert und ich dadurch besser Filtern kann, was je nach Stress, Geräusch, bei mir zu einer Gesprächs bzw. Denkblockade führen kann. Zu viele Informationen Gleichzeitig… ohne Stöpsel. Auch scheint mir, so wie es auch Ludger Tebartz van Elst beschreibt, dass Stress maßgeblich die Reizoffenheit verschlimmert und somit bin ich dann auf höhere Stufen angewiesen, da haben sich die Switch bewehrt. Zum Schlafen trag ich selber aber auch die einfachen Quiet.

Edit: Auch nehme ich meine eigene Stimme besser wahr und kann diese modulieren. Was mich verständlicher macht, ich merk dies leider nicht immer. Blöd gesagt helfen die Dinger zu mehr Achtsamkeit…

Edit2: z.B .merke ich anhand meiner Sprechgeschwindigkeit dann, dass ich Gestresst bin, bekomm ich leider nicht immer mit wenn das passiert. :roll_eyes:

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…was leider das Ganze nur noch schlimmer macht, weil einem dadurch suggeriert wird, man könne das willentlich aktiv steuern.

Langfristig haben solche „Tipps“, die im Grunde nur Aufforderungen sind, bei mir das Gefühl von Unzulänglichkeit ausgelöst. Ich hatte schon fast Schuldgefühle dafür, dass ich es nicht hinbekomme, weniger empfindlich zu reagieren und die Reaktionen genervter Nachbarn, die keine Lust hatten, nachts leise zu sein, haben das weiter verstärkt. Das Ganze ist dann irgendwann gekippt und ich habe angefangen, andere Menschen abzulehnen und ihnen mit Misstrauen zu begegnen.

Das ständige Gefühl „anders“ und „falsch“ zu sein, gleichzeitig aber erheblich darunter zu leiden, das nicht ändern zu können , gepaart mit der Erfahrung, vom Umfeld dafür abgelehnt zu werden, wirkt sich erheblich auf den Selbstwert, die psychische Gesundheit und soziale Beziehungen aus. Das wiederum schürt die emotionale Reaktion auf störende Geräusche und es kommt ein ganz fieser Teufelskreis in Gang.

Ich wünschte, ich hätte eine Lösung für uns parat :woman_shrugging:.

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Es ist spannend auf was wer wie reagiert. Es gibt Geräusche die höre ich fast überall durch und die machen mich wahnsinnig, egal wie leise wirken sie wie ein Presslufthammer auf den Hauptnerv.
An schlechten Tagen viel schneller an guten, dann ich es besser kompensieren und dann gubt es Geräusche mit denen ich hier quasi erpresst werde
„Babygeschrei aller Katze“, wenn sie damit ihren Willen auf bestimmte Speisen oder Leckerchen durchdrücken will.
Sie weiß sehr genau das ich mit den Tönen far nit umgehen kann, genauso gruselig empfinde ich dieses Qietschen der Straßenbahn in der Kurve oder ähnlich schrille Töne.

Ich glaube, daß es diese Supertips nur gibt, weil man nicht für voll genommen wird und sie einem das nicht sagen wollen.
Spannend ist eher wenn denen dann was passiert was sie nicht ab können und wie sie reagieren => Arzt im Umgang mit Vorzimmer etc.
teils echt spanbend, dann müsdte man den Leuten den gleichen Rat geben

Ich benutze schon seit fast 10 Jahren die günstigen Schaumstoffstöpsel von DM zum Schlafen, inklusive Schlafbrille. Über dan Tag hinweg trage ich immer Over-Ear mit Noise-Cancelling (hab damals vor Glück geheult, als ich das zum ersten Mal getestet habe und plötzlich Ruhe war).

Von meinem Hörakustiker habe ich gesagt bekommen, dass sich neuronormative Menschen mit Hyperakusis desensibilisieren können. Da gibt’s wohl ein spezielles Training. Bei neurodiversen Menschen sei dies schwierig. Die Welt bleibt für die meisten einfach zu laut.

Ich hoffe und spekuliere auf Hörgeräte, die gezielt der Geräuschunterdrückung dienen werden. Aktuell gibt es schon einige, auch über das Smartphone anzusteuernde Hörgeräte, die man auch für Podcasts und die Lieblingsmusik nutzen kann. Jedoch sind die Funktionen eher auf Menschen mit Tinnitus und/oder einem Verlust mancher Frequenzen ausgelegt. Störgeräusche werden, wie beim Noise-Cancelling auch, mit Gegenschall neutralisiert.

Ich habe mir extra einen „Gehörschutz“ beim Hörakustiker anfertigen lassen, leuchtet im Dunkeln und hat verschiedene Filter zum Auswechseln. Benutze ich nur für den Fall von Konzerten. Ist okay, aber nicht der Burner. Nur finde ich sie wegen des Leuchtens direkt wieder, sobald sie mir um die Ohren baumeln.

Bei allem anderen muss ich leider passen, oder weiterhin die Hoffnung haben, dass die Technik es bald richten wird.

Herzliche Grüße

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Gibt es eigentlich noise cancelling Kopfhörer, mit denen man trotzdem noch Unterhaltungen mitbekommt usw.?

Ja, die gibt es. Entweder gibt es die Möglichkeit die Intensität des Noise-Cancelling einzustellen, oder eine KI reguliert das Noise-Cancelling, sobald mit dir gesprochen wird. Die namhaften Firmen haben das auf jeden Fall im Programm.

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Gut zu wissen, danke. Sowas wäre für meine Tochter sicher sinnvoll. Allerdings will sie ja nicht auffallen, das ist damit in der Schule halt eher schwierig :roll_eyes: aber vielleicht wird das mit der Zeit noch besser, dass sie damit leben könnte, wenn andere das zb kommentieren (sie ist erst 9).

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„Damit leben könnte…“

Mit der Formulierung habe ich gerade so meine Schwierigkeiten…

Womit müsste sie denn leben? Damit, dass sie ein sichtbares Hilfsmittel benutzen würde? Wie so viele andere Menschen es mit Rollstuhl, Brille, Gehhilfe, Zahnprothesen, etc. doch auch tun, oder?

Das ist eine Sache der Ansichts- und Kommunikationsweise.

Das glaube ich nicht. Du weißt halt nicht wieces in ihrer Klasse ist und wie dort mit optischen Auffälligkeiten ist und vieles mehr.

Ichvgab früher so versucht nicht aufzufallen, sogar unsichbar zu sein. Ist nie geglück…

Derzeit gehe ich schon mit gewissen Dingen viel offener um und weißt, daß ich damit als Vorbild und als Stütze einzelen diene, aber von den anderen muß ich mir schon teil echt ordentlich auf und einscheppen lassen in der Uni. Ich weiß, daß ich älter bin als deren Eltern, ist trotzdem nicht immer schön, doch ich kann ja nicht auf der einen Seite Mentorin für Schwerbehinderte und Psychisch Beeinträchtigte sein und michcdann total verstecken.

Ich denke, daß Kinder ein gutes Gefühl dafür haben, ob sie auffallen können oder besser nicht

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Uuuuha, da scheine ich wohl übers Ziel hinaus geschossen zu sein.

Es tut mir leid, dass ich so direkt war. Ist keine Ausrede, aber vielleicht eine Begründung: mein ASS-Logik Modus war zu sehr aktiv.

Niemand muss meine Ansicht teilen, ich respektiere absolut und zu 100% wenn ihr andere Meinungen habt. Korrigiert mich, vorallem gerne mit Fakten :slightly_smiling_face:.

Was ich eigentlich sagen wollte (und bitte nicht böse sein, wegen meiner ASS kann ich nicht anders als auf Dinge logisch zu schauen, ich will niemandem etwas vorschreiben, schon gar nicht persönlich angreifen):

Achtung autistischer Logik-Modus an: Es gibt Hilfsmittel, die uns die Welt da draußen besser ertragen lassen (Kopfhörer, Assistenzhund, Fidget Spinner, Gewichtsdecken, Therapiekissen, Sonnenbrille, usw., usw.). Wieso um alles in der Welt sollen wir darauf verzichten? Passen wir uns nicht eh schon der neurotypischen Welt mehr an, als uns eigentlich gut tut? Ist Sichtbarkeit nicht vielleicht sogar ein heilsames Mittel für unsere Gesellschaft? Ist es nicht vielleicht sogar eine Pflicht für diejenigen, die es aushalten können, um der Welt da draußen zu zeigen: „Ja und gibt’s wirklich“? Ja, wir markieren uns als „da ist was anders“. Ich will auch nicht auffallen… Aber ehrlich gesagt ist mein Leidensdruck so hoch, dass es mir mittlerweile wirklich egal ist.

Während ich schreibe, merke ich, dass mich irgendwas bei dem Thema triggert… Irgendwie fühle und sehe ich eine Ungerechtigkeit, die ich so richtig gemein und unfair finde. Ich finde es blöd, dass wir uns schämen (müssen), dafür dass wir anders sind. Das ist einfach wahnsinnig ungerecht. Wir haben es eh schon schwer genug und dann kommt auch noch Scham dazu? Was können wir denn dafür, dass wir so auf die Welt gekommen sind…

So, nach der kurzen Selbstreflektionsrunde: an alle die Scham empfinden, weil sie auf Hilfsmittel zurückgreifen (müssen), die die Andersartigkeit in einer neurotypischen Gesellschaft extrem hervorhebt: fühlt euch mal ganz fest in den Arm genommen. Es ist gemein und ungerecht, dass ihr euch dafür schämen müsst! Ich hoffe sehr, dass es bald ganz normal sein wird, z.B. Erwachsene mit Kopfhörern und Assistenzhund beim Einkaufen zu sehen. Ihr habt nichts falsch gemacht!!! Und wenn ihr euch anpasst und dann doch auf Hilfsmittel verzichtet: Sich anzupassen spricht dafür, dass ihr sehr empathisch, meeeeeega resilient und ein extrem guter Teamplayer seid!!! Ich jedenfalls schaffe das nicht :woman_facepalming:t3:. Also Hut ab vor den anpassungsfähigen Kämpferchen :heart:.

Viel Liebe geht raus!

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Na ja, meine Tochter ist 9 und eines ihrer Hauptsymptome ist eine extrem ausgeprägte rejection sensitivity, da ist das halt nicht so leicht, „damit leben zu können“. Ist einfach so :woman_shrugging:

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Danke für deinen zweiten Beitrag, jetzt verstehe ich deine Intention besser und stimme dir zu: ja, es ist ungerecht und es sollte nicht so sein. Aber gerade für Kinder ist das halt trotzdem oft echt schwer, das mit der radikalen Selbstakzeptanz usw. :neutral_face:

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Ach guck, da habe ich wieder was dazu gelernt :slightly_smiling_face:! Reaction sensitivity → abgespeichert!

Du hast vollkommen Recht, radikale Selbstakzeptanz mit 9 Jahren wäre echt zu viel verlangt.

Meine Tochter ist 11 (fast 12) und gerade in der Pubertät - Selbstzweifel sind gerade das Thema. Sie wächst mit mir als alleinerziehende ASS+ADHS Mama bestimmt ganz anders auf, habe leider keine vergleichbaren Szenarien anderer Familien mit ähnlichen familiären Konstellationen.

Umso wichtiger sich hier respektvoll und auf Augenhöhe austauschen zu können. Danke für die Geduld und den Einblick! Ich bin gewillt dazu zu lernen :heart:

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Ja, Sichtbarkeit wäre langfristig betrachtet sehr heilsam für Alle. Das gilt eigentlich für alle Ebenen der Diversität. Bis aber die „Heilung“ einsetzt, müssen diejenigen, die sich als erste auf die offene Bühne der Welt stellen, Einiges aushalten. Nicht jeder kann und will das auf sich nehmen. Ist eine Frage von Kosten und Nutzen für das Individuum.

Für Dich überwiegt der Nutzen (Hilfe bei der Bewältigung des Alltags) die Kosten (Leidensdruck durch Sticheleien, Ausgrenzung, sich rechtfertigen und erklären müssen, etc.). Das Verhältnis ist bei jeden unterschiedlich und es ist o.k., wenn jeder für sich selbst entscheidet, ob man sichtbar sein möchte, oder nicht.

Das Problem ist, dass in der Realität manche Eigenschaften leider dazu führen, dass man belächelt oder gemobbt wird. Kinder sind dabei oft ganz offen grausam, Erwachsene neigen eher zu Tratsch.

Die Reflexion setzt in der Regel erst dann ein, wenn Menschen verstehen, was hinter dem „anders sein“ steckt, z. B. über ADHS und die damit einhergehenden Einschränkungen aufgeklärt sind, und wenn sie am eigenen Leib erfahren, dass es nicht immer möglich, oft auch nicht sinnvoll ist, individuelle Eigenschaften zu ändern. Dann setzt Empathie und differenziertes Denken ein. Manche Menschen kommen nie so weit, und Andere richten an ihren Mitmenschen erheblichen psychischen Schaden an, bis sie reif genug sind, zu verstehen was dort passiert.

Geht mir genauso. Nur: Ungerechtigkeit wird es immer geben. Die Wut, dass das so ist, kann uns dazu antreiben, etwas dagegen zu unternehmen. Es kann aber auch dazu kommen, dass Menschen verbittern, weil sie nicht damit zurecht kommen, benachteiligt zu sein. Mir persönlich hilft es, zu akzeptieren, dass das Leben ungerecht ist. Das lerne ich immer noch und es fällt mir nicht leicht, hilft mir aber dabei, handlungsfähig zu bleiben, und zu entscheiden, wie ich für mich selbst sorgen möchte.

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Ich verbittere nicht, das sicher nicht. Wut ist auch irgendwie nicht der richtige Ausdruck. Empörung trifft es besser.

Ich bin praktisch und logisch denkend. Zumindest lege ich mittlerweile bewusst meinen Schwerpunkt auf diese Denkweise. Diese Denkweise hat mich gerettet! Meine Intention ist es hier nicht andere für ihre eigene Herangehensweise zu bashen! Im Gegenteil. Ich sehe bei mir ein akzeptables Ergebnis und will es in die Welt hinausschreien, um anderen zu helfen!

Hier ist das Problem X und da eine mögliche Lösung Z → Ich leide, also versuche ich eine Lösung zu finden. Wenn das nicht klappt, next try. Ich kann akzeptieren und annehmen, dass die Welt ist wie sie ist. Aber ich kann nicht akzeptieren, nicht alles versucht zu haben, um mein Leben besser zu machen.

Nehmt es mir nicht übel, ich wollte keinen von euch angreifen. Ich habe auch viele Kämpfe gekämpft und wäre heute nicht da wo ich jetzt bin, hätte ich mich nicht immer wiede aufgerichtet. Ich weiß wirklich wovon ich rede und habe seeeeeehr viele wertvolle Lebensweisheiten zu teilen.

Ich akzeptiere es nicht, nicht handlungsfähig zu sein. Es gibt immer eine Lösung, zumindest aber einen Kompromiss.

Weiterhin viel Erfolg bei euren kleinen und großen Kämpfen und alles erdenklich Gute!

Viel Liebe geht raus :heart:

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Habe sie mir direkt bestellt :smile:

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Du bringst es exakt auf den Punkt! Besser hätte ich es nicht formulieren können,danke!

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Habe keinen deiner Kommentare als Angriff empfunden und wenn man dann noch die ASS berücksichtigt, erst recht nicht :slight_smile:

Ich verstand es auch eher als Ansatz, das Kind dahingehend im Selbstbewusstsein zu bestärken, um der RSD vorzubeugen.

Aber ja, Kinder können natürlich auch mal grausam sein und Mobbing scheint in der Schule immer ein Thema zu sein. So wars schon bei mir in den 90ern.

Auf der anderen Seite sind viele Kinder oft aber auch unbefangener und offen.

Kopfhörer sieht man heutzutage im Alltag auch auf gefühlt jedem fünften Kopf, oder eben Stöpsel im Ohr :adxs_daumen:

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