Ich bin von meinem Mann mit ADHS und Depression nur noch genervt

Guten Tag,

Mein Mann hat Depression Und nun sehr warsheinlich ADHS ( der Psychologe ist sich sicher aber der offizielle Test ist noch nicht gemacht). Ich weiss nicht wie es Euch - Angehörigen, so geht aber mitlerweile bin ich nur noch genervt von Ihm ich kann es nicht mehr hören, und habe absolut keine Geduld mehr. Es wird von den Angehörigen ständig nur Geduld, Verständnis, Humor erwartet aber dass Geht doch nicht !

Ich hoffe dass mich wenigstens hier jemand versteht

Grüße

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Was genau nervt dich denn an deinem Mann im Zusammenhang mit ADHS und der Depression? Es klingt schon ziemlich hart von dir..

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Zur Zeit ziemlich viel, das er schon so lange krank geschrieben ist und nur zu Hause sitzt ohne was zu unternehmen damit es voran geht, alle Vorschläge sind nicht gut es gibt immer einen Grund es nicht zu machen. Das jeder Kleinigkeit die zu Erledigen gibt ein Grosses Problem ist und immer diese Diskussionen und und und noch 1000 Sachen die so im Alltag passieren und ich jetzt nicht alles aufzählen kann. Sind Sie auch eine Angehörige?

Weiss nicht ob ich hier richtig bin, habe mich erst vor kurzuem angemeldet

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Nein, ich bin eine Betroffene, habe aber einen Partner, der sicherlich teilweise vor den gleichen Problemen steht wie du. Sorry, aber Sie in einem Forum finde ich schwierig :wink:

Als Partner braucht man ein dickes Fell und starke Nerven. Aber man muss sich auch abgrenzen, um sich selbst zu schützen. Wenn er keine Lust hat, Pech, dann machst du in der Zeit etwas für dich.

Es ist immer auch ein wenig davon abhängig, wie selbstreflektiert der Partner ist und ob er was ändern MÖCHTE. Wenn das beides nicht gegeben ist, dann wird es tatsächlich schwierig.

Um deinen Mann ein wenig in Schutz zu nehmen: ich kenne das auch, dass ich zu nichts Lust habe und mir alles irgendwie nicht passt, ich aber auch selbst nicht weiß, was ich eigentlich will und das nicht verbalisieren kann… Das könnte sowohl mit ADHS, als auch mit der Depression zusammenhängen.

Das Forum richtet sich auch an Angehörige. Vielleicht stöberst du mal ein wenig, um deinen Mann besser zu verstehen. Vieles macht er nicht um dich zu ärgern, sondern, weil er vielleicht nicht anders kann, weil sein Kopf nicht so will wie er! Für Betroffene ist es nicht leicht, gegen die Dämonen anzukämpfen, die uns so handeln lassen.

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Das weiss ich schon alles, ich habe schon alles mögliche zu dem Thema gelesen und mir Podcast angehört und in der Theotie passt dass alles leider ist die Praxis doch anders und wenn ich das nun schon wieder irgendwo lese Geduld und Locker, Humor und laaanges Atem haben zu mussen platzt mir zur Zeit der Kragen. Fahre bald in Urlaub nur mit unserem Kind und hoffe ich kann mich beruhigen.

Bitte nicht falsch verstehen als Betroffene und danke für deine Antwort. Das Sie kommt oft automatisch bei mir

Grüße

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Unabhängig von ADHS, was lange unbehandelt sehr oft im Lebenslauf dazu führen kann…

Verstehst du, was es bedeutet tief in einer Depression zu stecken?

Zur Info: Hier tauschen sich auch nicht-betroffene Eltern und Partner von ADHS Betroffenen aus bzw. suchen oft verzweifelt nach Hilfe und Erfahrungsberichten.

Die meisten hier sind allerdings ADHS Betroffene und haben mit vielen Problemen im Leben zu kämpfen.

Nicht wenige werden schon ihr Leben lang immer nur kritisiert, fühlen sich dadurch erst recht anders und unwohl in der „normalen“ Welt. Traumatische Erfahrungen kommen sehr oft auch noch dazu.

Themen, wie dieses hier, können daher Trigger auslösen und auch schon mal ein bissl explosiv verlaufen :four_leaf_clover:

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tut mir Leid ich will hier niemanden beleidigen oder was gleiches.
Nun ich denke dass auch die betroffenen Personen sollen wissen wie es für uns Angehörige ist mit jemanden zu leben der diese Diagnosen hat. Und nein ich weiss nicht wie es ist in eine tiefe Depression zu leben denn ich habe es nicht aber ich weiss wie es ist mit jemanden zu leben die es hat und es ist auch verdammt schwer.

Falls es das falsche Forum ist höre ich sofort auf , nun es ist bisschen schwierig das richtige Forum zu finden

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Hier gibt es natürlich auch Angehörige , aber im wesentlichen Selbstbetroffene, was nicht heißt, dass wir nicht auch die Perspektive von Angehörigen einnehmen können.

Depression und ADHS zusammen ist für einen selbst sehr belastend (auch für den Partner ) und man bekommt dann wirklich nichts mehr hin.
Die Dinge die du beanstandest beanstandet man oft an sich selbst auch und leidet darunter es nicht hinzubekommen.

Ist man erstmal in einem Loch dauert es auch wieder darauszukommem.
Manche bleiben in dem Loch und geben sich auf und andere suchen nach Lösungen. Vermutlich fehlt dir das von deinem Partner?

Mein Partner und ich hatten beide schon unsere Tiefs und haben jedem den Freiraum gegeben sich selber wieder rauszukämpfen. Leider kann man dann nicht viel erwarten.
Trotzdem haben wir versucht uns zu bemühen noch irgendwie was zum Alltag beizutragen. Es gab aber auch bei mir ne extrem Phase (allerdings auch PTBS) da konnte ich ihn sogar nur ein paar Minuten reden hören und musste das Gespräch beenden .

Das Tief eines Partners ist schwer auszuhalten. Im Grunde genommen kann man ihm nur die eigene Verantwortung für sein Leben überlassen und für sich seinen eigenen Weg gehen . Es steht nirgendwo das man mitleiden muss.
Natürlich kann man helfen und unterstützen aber auch wirklich nur da wo es notwendig ist.
Es muss schon eine eigene Not entstehen um eine Situation zu ändern.
Ich hatte allerdings das Glück , dass mein Partner auf seiner eigenen Weise seinen Lösungswege suchte auch wenn ich nicht alles verstanden oder sinnvoll fand.
Aber die Phase wo nichts geschah tut einem Weh und Ja kann auch echt nerven. Es war allerdings auch ein Spiegel für mich.

Was nervt dich denn am aller meisten von allem bzw. Was schränkt dich durch ihn am meisten ein oder fehlt dir?

Ich finde du darfst sehr wohl gefrustet und genervt sein und wenn du nicht nach Lösungen suchen würdest, dann würdest du dich hier ja nicht melden.

Hoffe nicht unbedingt auf Lösungen wie du deinen Mann ändern kannst aber vielleicht auf Unterstützung wie es dir damit besser geht.

Ich hätte mich manchmal auch nicht gerne als Partner wenn ich mal wieder schräg bin…..aber ich sehe mich schon in der Verantwortung an mir zu arbeiten , ihn zu verstehen wenn er bei mir an eine Grenze kommt und an mir zu arbeiten um was zu ändern wo es möglich ist.

Aber letztendlich kann man als erstes nur für sich selbst notwendige Schritte einleiten um Hilfe zu bekommen.

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dankeschön

Es ist einfach so dass man als Partner auch an die Grenzen kommt, und wir sind schon länger zusammen als diese Diagnosen gestellt sind und die Zeit davor war ja genau so Anstrengend. Dass die Diagnosen als Ursachen für alle diese " Sachen" jetzt da sind macht mir jetzt quasi noch mehr Drück denn jetzt muss ich ja richtig verständnisvoll sein er ist ja krank.

nun ja, das ich mich jetzt hier gemeldet habe war sehr spontan

danke für die Antworten

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Du schreibst, dass sich der Psychologe relativ sicher ist mit dem ADHS.

Was ich (und eigentlich alle andere ebenfalls) dir sagen können, ist, dass wenn das ADHS erst einmal bestätigt und in Behandlung ist, die realistische Chance besteht, dass sich die Situation bessert.

ADHS und Depressionen gehen leider gerne Hand in Hand.
Wenn jedoch das ADHS zusätzlich dann mit Medikamenten behandelt wird, wirst du und auch dein Partner merken, dass sich die Situation zum positiven verändert.

Ich will dir jetzt nicht vorenthalten, dass der Weg zum richtigen Medikament alles andere als „easy going“ sein kann. Es kann zu einer zusätzlichen Belastungsprobe werden.
Dieser Weg ist jedoch (so schwer er zuweilen auch war) einer, der sich für die meisten betroffenen durchaus gelohnt hat.

Mich selbst eingeschlossen :slight_smile:

Ich drücke dir die Daumen dass er bald eine Diagnose bekommt.
(Kann das der Therapeut eigentlich machen oder muss er wo anders hin?
Adressen für Diagnosemöglichkeiten für Erwachsene kannst du auf ADXS.org anfordern :wink: )

Und das mit dem Spontan irgendwo anmelden / was machen…

Nun ja, das kennen wir doch alle irgendwie :see_no_evil_monkey: :wink:

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Dankeschön, dann hoffe ich dass es irgendwann besser wird

Mann muss leider auf die Termine sehr lange warten und privat kostet es ca. 600 Euro deswegen dauert es noch aber bald ist es auch erledigt, und ohne gesicherte Diagnose kein Medikament also vorerst wird nur die Depression behandelt.

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Wie gesagt, fordere mal die Adressliste an.
Ist leider auch etwas Glück dabei einen entsprechenden Platz zu finden.

Vielleicht gibt es bei euch im Umkreis Psychiatrische Institutsambulanzen die sowas anbieten?

Von Selbstzahlern gibt es immer wieder durchwachsene Erfahrungen.
Also sowohl als auch…

Was du jedoch noch zusätzlich machen kannst, ist folgendes:
Du kannst mit / für ihn das ganze bereits vorbereiten.

Es gibt zusätzlich auf adxs.org die Möglichkeit, ein Screening (u.a.) auf ADHS zu machen.
Das ersetzt zwar keine Diagnose, gibt jedoch entsprechende Hinweise.
Und das Ergebnis kannst du dir als PDF rauslassen und zur Diagnostik beilegen.

Und aus spaß kannst du das ja auch mal machen.

Denn es gibt hier so eine kleine Aussage (die natürlich nicht auf euch zutreffen muss):
ADHS findet ADHS :slight_smile:
(Siehe mich und meine Partnerin oder @Nelumba_Nucifera und ihr Partner usw. usf. :innocent: )

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ok danke,
ja der Psychologe hat schon auch so ein Test mit Ihm gemacht aber er ist nicht Berechtigt die Diagnose zu stellen. Ich schaue mal rein auf adxs.org, nun die ganzen Test die zugänglich sind haben wir auch durch.

Es hat tatsächlich geholfen hier. Danke an alle die geantwortet haben

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Ich persönlich bin auch betroffener. Finde es erfrischend von Angehörigen zu hören. Wenn es einen Ort dafür gibt, dann sollte, es wie ich finde, genau dieser hier sein.

Selber kann ich nur berichten wie.. unsagbar quälend es sein kann sich zu etwas aufzuraffen. Was das an Energie kosten kann ist wirklich unglaublich. Und das Loch in das ich persönlich ab und an falle ist tief und voll mit Negativität. Da muss ich selbst raus und dann brauche ich auch niemanden, der es humorvoll nimmt, oder Verständnis zeigt. Ich brauche einfach nur Zeit und Raum.

Wie das nach Außen hin wirkt habe ich nie wahrgenommen aber es ist vorstellbar, dass euer Leidensdruck ähnlich groß ist und unsereins euch viel abverlangt wenn auch nur passiv. Wahrscheinlich werdet ihr nie viel Verständnis bekommen weil ihr nicht direkt betroffen seid und das ist irgendwie auch nicht fair. Wir können aber leider nicht aus unserer Haut (glaube mir, ich wünsche mir nichts sehnlicher als „normal“ zu sein) und damit können wir auch nicht unbedingt so tun als wären wir anders als wir sind.

Das was du schreibst klingt für mich als außenstehenden nicht besonders liebevoll und voller Frust, daher wünsche ich dir, dass du ein Ventil findest das dir hilft damit zurecht zu kommen oder aber einen zufriedenstellenden Schlussstrich ziehen kannst.

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Er scheint doch eine Therapie zu machen, wenn ein Psychologe jetzt einen ADHS-Verdacht geäußert hat? Eine Therapie hilft nicht von heute auf morgen. Das dauert.

Wie lange ist er denn schon zu Hause?
Geht er regelmäßig zur Therapie?

Kannst Du hier mal etwas konkreter werden?

Angehörigen wird eigentlich immer geraten, einen depressiven Menschen nicht zu drängen oder Vorschläge zu machen. Das kann den Kranken noch tiefer in die Depression ziehen - weil er sich dann noch schlechter fühlt, wenn er nichts davon annehmen kann. Und glaube mir, Dein Mann merkt, dass Du total überlastet und am Limit bist. Das wird ihn zusätzlich belasten - auch wenn er es nicht äußern und (im Moment) nichts dagegen machen kann.

Es ist leider nicht so, dass man morgens aufsteht und sich denkt: „Ach, der Aleks gehts auch mies, also reiße ich mich mal zusammen und greife ihr unter die Arme“. So funktioniert das nicht.

Schon morgens Aufstehen kann ein Kraftakt sein, der oft nicht gelingt. Selbst alltägliche Sachen wie Zähne putzen, duschen, den Schlafanzug an- oder auszuziehen, die Post aus dem Briefkasten holen, sich was zu essen machen - können unüberwindbare Hürden und nicht zu schaffen sein. Wenn dann noch jemand dazu kommt, der etwas fordert (und sei es noch so eine Kleinigkeit - wie den Müll rausbringen), dann ist der Depressive überfordert.

Aus der Sicht von jemandem, der das selbst noch nicht durchgemacht hat, ist das schwer zu verstehen. Aber man kann sich nicht dazu zwingen oder sich zusammenreißen und Dinge „einfach machen“. Es geht nicht. Ich habe das auch erst wirklich begriffen, als es mir selbst so ging.

Die Diskussionen kannst Du Euch beiden ersparen, indem Du auch die Kleinigkeiten nicht forderst.
Vielleicht kannst Du eine Liste anfertigen, auf der steht, was zu erledigen ist und Dein Mann kann sich davon aussuchen, was er sich zutraut und machen will? Und wenn er gerade nichts davon machen kann, dann ist das leider so.

Dann machst Du nur das, was unbedingt notwendig ist und der Rest wird auch mal nicht gemacht.

Sorry, aber das klingt schon ein bisschen überheblich.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass du gerade mal die Spitze des Eisbergs gesichtet hast. Die Wirklichkeit ist halt kein Podcast und auch kein Lehrbuch. Die ist verdammt hart. Für beide Seiten. Insbesondere wenn ADHS und Depression zusammenkommen.

Ja, im Moment ist tatsächlich Verständnis und Rücksichtnahme gefragt. Noch gibt es ja keine offizielle ADHS-Diagnose. Und wenn die Depression eine Folge von unbehandeltem ADHS ist, dann kann man so viele Antidepressiva nehmen und Therapien machen wie man will - es bringt nichts. Weil die Ursache behandelt werden muss. Das geht aber erst mit der ADHS-Diagnose und einem Arzt, der auch bereit ist, ADHS zu behandeln.

Aber auch bei Allem Verständnis musst Du nicht alles allein stemmen. Hole Dir Hilfe. z.B. Haushaltshilfe über die KK, Familie, Freunde, die Dir mal was abnehmen können (Kind, Einkauf, Putzen, Kochen…). und sobald Dein Mann in der Lage ist, sich Hilfe zu holen, geht es auch wieder aufwärts. Bis dahin hilft es aber nichts, ihn zu drängen und ihm Vorwürfe zu machen. Denn er macht das alles nicht mit Absicht. Er kann gerade wirklich nicht anders.

Es gibt auch Beratungsstellen für Angehörige von psychisch kranken Menschen. Dort kannst Du Dir Hilfe suchen. Solche Stellen gibt es aus gutem Grund und Du darfst diese Hilfe für Dich in Anspruch nehmen.

Ich finde das Forum genau richtig für Deine Probleme. Auch wenn die meisten hier selbst Betroffene sind, kann der andere Blickwinkel auch für uns sehr bereichernd sein. Und viele sind ja auch „beidseitig“ betroffen - weil sie nicht nur selbst ADHS (und anderes) haben, sondern Partner und Kinder ebenfalls. Also bleib ruhig hier. :adxs_trost:

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Du weiß offensichtlich nicht, wie es ist, eine Depression zu haben.
Meine Familie ist Neurodivergent ( Autismus/ADHS), mein Vater war Jahrelang schwer Depressiv, ich habe auch Depressionen (und ADHS).
ALs Kind habe ich mich auch gewundert, wieso mein Vater nur zuhause rumsitzt und nichts macht. Er war lange Arbeitslos, da er nicht arbeiten konnte. An guten Tagen hat er es mal, geschafft, das Bett zu verlassen. Haushalt, Kinderbetreuung - Fehlanzeige, blieb alles an meiner Mutter hängen. Sie hatte also 2 Kinder + einen quasi Pflegebedürftigen Mann, außerdem wenig Geld.

Zu sagen, sie war „genervt“, wäre die Untertreibung des Jahrtausends. Sie kroch Jahrelang nur auf dem Zahnfleisch, hat sich selbst komplett aufgegeben, nur für die Familie funktioniert. Denn irgendwie mussten wir ja in die Schule, haben essen gebraucht, das Haus wollte gepflegt werden, und Geld musste auch her. Wir hatten auch staatliche Unterstützung (Arbeitslosengeld, Wohngeld, das Jugendamt hat meine Mutter mit uns Kindern geholfen, wir hatten eine Familienhelferin).

Also ja, ich kann dich durchaus verstehen, glaub mir, als älteste Tochter war ich auch mehr als nur genervt

Aber als ADHSlerin mit Depressionen (wurde beides erst im Erwachsenenalter diagnostiziert) kann ich auch deinen Mann verstehen. Er unternimmt nichts, weil er nicht kann. Er. kann. nicht.
An meinen schlechtesten Tagen konnte ich nicht mal das Bett verlassen. Ich lag den ganzen Tag da, hab nichts gegessen, nichts getrunken, weil ich nicht mal die (mentale) Kraft hatte, mich um mich selber zu kümmern. Es war mir auch einfach egal irgendwo, wenn ich da gestorben wäre, wäre es auch okay gewesen.

Ja, kenn ich von meinem Vater (und teilweise mir) auch. Wenn du einem ADHSler sagst, was er tun soll, werde ich garantiert alles tun - aber nicht das. Vor allem, wenn es als Vorwurf formuliert ist / als Befehl: „Räum jetzt endlich die verdammte Spülmaschine aus!!“ Okay, wollte ich gerade tatsächlich tun, aber jetzt da du mich wieder blöd anmachst… du kannst mich mal kreuzweise, ich werd eher den Mount Everest besteigen als jetzt vor deinen Augen die beknackte Spülmaschine auszuräumen.

Das erklärt es vielleicht etwas:
"… Aber nicht nur das, was oder wie wir etwas sagen, kann zu Missverständnissen führen, sondern eben auch, wie wir Dinge auffassen. Denn genauso ungefiltert, wie wir manchmal sprechen, nehmen wir auch die Worte anderer auf. Ein Kommentar, der vielleicht neutral oder gut gemeint war, kann sich für uns plötzlich wie eine subtile Kritik oder Zurückweisung anfühlen. Nicht, weil wir absichtlich empfindlich sind, sondern weil unser Gehirn weniger Zeit hat, zwischen „harmlos“ und „bedeutungsvoll“ zu unterscheiden. Und genau da entsteht das nächste Problem: Während wir innerlich noch versuchen, die Emotion zu verarbeiten, wirkt es auf andere oft so, als würden wir uns grundlos angegriffen fühlen.

Was das Ganze noch schwieriger macht? Die Reaktionen von anderen. „Jetzt übertreib doch nicht!“„Du bist einfach zu sensibel.“, „Reg dich mal ab.“
Und genau das ist so frustrierend: Für andere wirkt es, als würde man ständig aus einer Kleinigkeit ein Drama machen. Aber das ist es nicht. Emotionen bei ADHS sind nicht künstlich verstärkt, sie sind einfach von Natur aus intensiver. Während andere noch abwägen, ob eine Situation sie überhaupt betrifft, trifft uns das Gefühl oft wie ein Schlag. Direkt, ungefiltert, ohne sanften Übergang."

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Ich finde es richtig gut, dass du hier mal Dampf ablässt. Und ja, ich denke, du bist hier richtig.

Wichtig ist wirklich die Diagnose, damit er Medikamente bekommen kann. Schon alleine der Gedanke, dass Hilfe unterwegs ist, wird die Depression etwas verbessern. Aber bis dahin wird es schwierig bleiben.

Mir hilft auch gar nichts, wenn ich mal wieder in einer tiefen Depression stecke. Ich weiß ganz genau, was mit mir ist und kann dem nichts entgegensetzen. Das einzige, was mein Mann dann machen kann, ist gut nach sich zu schauen, weil mich das sonst zusätzlich belastet und alles noch schlimmer macht.

Ich werfe jetzt mal zwei Sätze hin:

Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.

Lass mich, aber verlass mich nicht.

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Es ist interessant zu lesen was Ihr schreibt.

Nun ich muss sagen, ich finde mich nicht überheblich in dem ich schreibe ,dass ich gut informiert bin, denn das bin ich wirklich und das was Ihr schreibt ist mir wirklich nicht neu als Information.
Ich will einfach nur Sagen es gibt so Tage bei mir wo ich einfach keine Geduld mehr habe und kein Verständnis mehr und das darf ich ja garnicht denn ja es ist eine Krankheit und niemand kann was dafür. Aber ich bin mir sicher dass alle Angehörigen die das länger mit machen diese Gefühle haben und es wäre nett wenn man das einfach sagen kann ohne dafür verurteilt zu werden .
Auch die Liebe und Beziehung leiden deswegen.
Aber klar das wisst Ihr alle.
Und ja ich bin auch gefrustet geht aber auch vorbei und dann bin ich wieder sehr Verständnisvoll und geduldig

Aber es gibt einfach diese Tage …

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Wäre er in einer Klinik nicht gut aufgehoben? Wenn er mit dem Verdacht auf ADHS aufgenommen und diagnostiziert wird, könnte er dort vielleicht auch mit Medikamenten eingestellt werden. Und ihr hättet mal Abstand. Manchmal tut das gut.

Tut mir leid dass es für dich so schwer ist. Ich bin Betroffene und hatte auch mal eine Phase der schweren Depression. Mein Mann ist mein Held. Wir haben das gemeinsam durchgestanden, fragen uns heute noch wie, aber es hat uns zusammen geschweißt. Das wünsche ich euch auch. :white_heart:

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Danke

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