Ich bin von meinem Mann mit ADHS und Depression nur noch genervt

Liebe anon24013096,

herzlich willkommen im Forum!

Eigentlich sind wir hier nicht die, die zu Angehörigen sagen, du musst alles ertragen und nur Rücksicht nehmen und darfst keine eigenen Bedürfnisse haben. Im Gegenteil, ich glaube ADHS-ler wissen ganz gut, dass sie ihren (Ehe-)Partnern, Eltern oder Kindern ganz schön was zumuten.

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Ich habe selber ADHS und hatte öfters Depressionen, ich hab Freundschaften geführt mit Leuten die auch damit und mit Depressionen zu kämpfen hatten, aber irgendwann hatte ich auch die Nase voll. Es gab Verhaltensweisen, die waren einfach nicht mehr zu entschuldigen oder zu Ertragen.
Also als selbst Betroffene, ja ich kann dich verstehen. Aber andererseits stimme ich den anderen zu, deinen Mann zu drängen wird nicht viel bringen, fokussier dich lieber auf deine eigene Gesundheit.

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Wie kommst du darauf , dass mein Partner ADHS hat ? Er muss meins nur aushalten :sweat_smile:

Du dürftest auch gefrustet und genervt sein bei jeder anderen Krankheit, weil Einschränkungen durch einen Partner oder sonst wen auch mal nerven und frusten darf , weil es eben auch das eigene Leben beeinflusst.

Ich vermute mal dass du manchmal auch denkst , dass er sich darauf ausruht oder anstellt oder einfach nichts zur Besserung tut.
Weil es kann so wirken aber auch mal so sein. Ihr seid ja dran und kümmert euch um Behandlung und da werden die Dinge ja auch klarer.

Und liebe @anon24013096 ADHS zu haben ist zwar doof und hat Einfluss auf die Beziehung, aber seit dem ich die Diagnose habe und die Medikation ist einiges besser geworden oder lässt sich besser erklären und wir konnten ein paar Lösungen finden.

ADHS kann auch Depression bedingen .

Eigentlich kannst du „froh“ sein dass sich ADHS herausgestellt hat, weil dass neue Chancen neben dem ganze Scheiß gibt.

Hat sich dein Partner denn auch schon mit ADHS auseinandersetzen können.

Und mit ADHS nervt man nicht nur sein Umfeld , auch sich selbst .

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Ich danke Euch allen für die Antworten die Informationen und Ratschläge.

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Natürlich darfst Du auch mal keine Geduld mehr haben und Dein Verständnis darf „alle“ sein, weil Dir alles viel zu viel ist. :adxs_streichel: Die Situation geht auch an Dir nicht spurlos vorüber.

Umso wichtiger ist es, dass Du Dich auch um Dich kümmerst. Nimm Dir Zeit für Dich - auch wenn Du denkst, das geht nicht. Es geht doch. Und wenn es eine halbe Stunde am Tag ist, die nur Dir gehört - in der Du nicht erreichbar und für niemanden verfügbar bist.

Ich weiß nicht, wie alt Euer Kind ist. Aber es ist auch völlig legitim, dafür das Kind mal vorm Fernseher zu parken, wenn es nicht anders geht. Ihr habt gerade Ausnahmesituation in der Familie. Da muss nicht alles perfekt laufen.

Statt selbst zu kochen geht auch mal Fertigessen oder was Bestelltes. Damit kannst Du Dir Zeit freischaufeln.

Hau dir Musik auf die Ohren und lege Dich in die Badewanne.
Oder gehe mal alleine ne Runde spazieren.
Hole Dir ein Eis, setze Dich auf ne Parkbank oder ins Gras und beobachte Leute.
Auch Kleinigkeiten helfen Dir, Energie zu tanken.
Oder gehe in den Wald und schreie die Bäume an. Lasse den Frust raus. Tobe Dich aus.
Mach was, was Dir gut tut.

Wenn Du arbeiten gehst, ist es auch völlig in Ordnung, Dich mal für ein oder zwei Wochen krankschreiben zu lassen, um wieder Kraft zu tanken.

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Kontext / Formulierung :winking_face_with_tongue:

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Hey.

Ich kann dich sogar sehr gut verstehen. Ich bin selber betroffen und mein Mann muß darunter leiden.

Ich geb mir Mühe und hab Verständnis wenn ihm mal die Hutschnur platzt. Denn auch Angehörige sind nur Menschen und unser Verhalten ist nunmal auch belastend.

Daher bitte ich meinen Mann auch immer wieder etwas für sich zu tuen, Ausgleich zu finden etc. Da ich seinem Wunsch nach XY Verhalten nur geschauspielert entsprechen kann, das dann mir schadet und es am ende wieder doppelt zurückkommt.

Also gucken wir wie wir beide am besten mit der Situation auskommen. Immerhin auch der Angehörige kann seine Eigenarten und auch Krankheiten haben. Das geht nur mit Kommunikation, Reflexion, Kompromissen und wirklich validen Lösungen.

Ich kann es auch verstehen wenn Angehörige sich aus ÜBERlastung trennen. Mich verlassen. Ich gräme mich nicht. Es ist verständlich und OK.

Und mal Dampft ablassen und mal motzen, sich als Angehöriger auch mal tragen und trösten lassen ist das Mindestmaß was man den Angehörigen entgegen bringen MUSS.

Hast du mal an eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gedacht? Eben für DEINE Psychohygiene.

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Es ist wichtig den Angehörigen genauso viel Verständnis Endgegend zu bringen wie den Betroffenen.

Denn auch Angehörige sind menschen mit eigenem Erleben. Das wird gerne mal vergessen. In Fachjargon nennt sich das Chronifizierung. Das ist ein Egoistisches, Ich gerichtetes Verhalten aufgrund der Erkrankung. Sieht man sehr häufig bei massiv Chronisch Erkrankten.

Kurz der Ausbruch von anon24013096 ist ok, verständlich, muß raus und auch gehört werden. Es ist sogar gut das sie es sagt… Denn damit kommuniziert sie eine Grenze der Belastbarkeit.

Ein nicht beachten dieser Bedürfnisse führt auf kurz oder lang in die CoAbhängigkeit und ebenfalls zu Depressionen. Angehörige MÜSSEN auf sich achten, ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen, ihre eigenen Kräfte gut einteilen und auch schützen. Denn nur dann können sie es auch mit einem Betroffenen AUSHALTEN, helfen können sie sich nicht. Denn Angehörige können ADHS nicht heilen. Nur kompensieren und das geht häufig zu derer lasten.

All das muß i.d.R. erst erlernt werden. Daher Selbsthilfegruppen nur für Angehörige. Mit den Betroffenen haben die schon genug zu tuen,

Gerade so Sätze wie „Ich bin genervt“ … " der geht mir auf den sack"… " kann er nicht einfach mal…"
Die müssen raus, die dürfen gesagt werden, und ie muß man selber auch aushalten. Soviel selbstreflektion gehört in unsere Verantwortung.

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Wissen Sie,
Uns ADxSlern ist durchaus bewusst, was unsere Partner so mit uns „durchmachen“. Nur können wir halt nur begrenzt den Wünschen und Anforderungen neurotypischer Menschen nachkommen.
Oder wären Sie auch genervt wenn 8hr Partner ihnen nie zuhört weil Er hörgeschädigt ist?

Ich habe mich nach mittlerweile 20 Jahren Beziehung und Ehe mit einer neurotypischen Partnerin - im gegenseitigen Einvernehmen von ihr getrennt und bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.
Weil zum einen ich ihr einfach nicht das geben KONNTE was sie von einem „normalen Mann“ erwartete (inklusive Bett, Unternehmungen, Haushalt und Interessen). Ich durfte mir über 2 Jahrzehnte anhören, daß ich ihren Erwartungen nicht genüge.
Und zum anderen habe ich schlussendlich auch nicht mehr ertragen, daß sie meine überlebenswichtigen Strukturen wie eigene Ordnung (Wichtiges hat seinen Platz), eigenen Besitz und eigene Verantwortung für eigene Belange, nie respektieren konnte.

Ständig war ich am suchen, weil Sie wieder irgendwas von mir benutzt und nach eigenem Gutdünken aufgeräumt hat.

Jeden Tag hagelte es Kritik. Und mindestens einmal in der Woche gab es Streit.
Auch weil Sie sich berufen fühlte sich vorauseilend um meine Belange zu kümmern - und mir hernach vorzuwerfen, daß ALLES an ihr hängen bleibt. Weil entweder war ich selbst nicht schnell genug, nicht zuverlässig genug oder nicht perfekt genug.

Kommt Ihnen da was bekannt vor?

Mein Tip: Wenn Sie nicht bereit sind ihren Mann mit seinen Depressionen und seinem ADxS zu akzeptieren und die Verantwortung für seine Belange bei ihm zu belassen, dann lösen sie die Beziehung auf.

Mittlerweile besteht ihre „Partnerschaft“ wahrscheinlich eh nur noch aus einem Hürdenlauf durch einen Djungle von Triggern.
Kenne ich gut. Und lässt sich nur mittels räumlicher Trennung lösen.

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Hier spricht dein eigenes Beziehungstrauma welches du gerade hier rein projizierst.

Das hat mit anon24013096 nichts zu tuen.

Es gibt 3 Dinge…

  • Verständnis
  • Akzeptanz
  • Belastbarkeit

Verständnis erklärt und hilft Konflikte zu vermeiden.
Aber es macht nicht gleich belastbarer.

Akzeptanz kann auch ohne Verständnis bestehen, während man auch etwas verstehen, aber nicht akzeptieren kann.

Belastbarkeit wird nicht durch Verständnis und Akzeptanz vermehrt. Bei allem Verständnis und Akzeptanz, kenn es durchaus und das passiert meist… über die Belastbarkeit hinaus gehen und den Angehörigen selber schaden, aggressiv, gereizt, depressiv machen.

In meinem beruflichen Alltag sehe ich nur seeeeeeehr wenige Menschen die diesen Spagat hinbekommen.

Somit müssen beide Seiten mit der Fehlbarkeit seine Gegenübers rechnen und klar kommen. Das ist keine Einbahnstraße

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Ich fänds cool wenn der Titel des Threads geändert wird in irgendwas mit „herausfordernd“ oder sowas, keine ahnung, der titel triggert mich jedes mal und dann fühl ich mich wie der letzte mensch und angegriffen. das ich nerve weiß ich, nerv mich jeden tag selbst in hölle, manchmal sogar bis depressive stimmung aufkommt, muss ich nicht innem betroffenen forum noch von nem neurotypischen menschen lesen das man NERVT.

jaja geht nicht um mich und irgendwie schon, um uns alle.

will dein leid nicht kleinreden, adhs mit depression ist sehr herausfordernd für das umfeld, keine frage.

ich wünsch dir und deinem partner alles erdenklich gute und das ihr einen weg findet damit umzugehen und dass es ihm hoffentlich irgendwann wieder besser geht. :heart: :heart:

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Hey.

Das ist verständlich.
Ich möchte nur einen Gedanken teilen.
„es triggert dich, das ist deins… dein Ding, etwas was du daraus machst“

Denn anon24013096 hat rein gar nichts mit dir zu tuen. Ihr hatten bis auf diesen Thread nie kontakt. Es kann gar nicht gegen dich gerichtet sein.

Und ich finde im Thread den anon24013096 geöffnet hat, ist es IHR RAUM… ihr Safespace… Wir können unsere eigenen Räume in eigenen Threads öffnen. Und auch dort zu recht erwarten das dass dann auch unsere Raum/ Safe Space ist.

Mir persönlich hilft diese Erkenntnis sehr mit eben triggernden Momenten umzugehen. Ich kann in den Raum sehen, erkennen das es nicht mein Ding ist und den Raum wieder verlassen. Dann die Tür hinter mir schließen und mich etwas anderem zuwenden.

Als ich das einmal verstanden hatte … das hat mein Leben doch bedeutend verändert. Und auch mein Umgang mit meinem Gegenüber. Viele Konflikten haben sich durch diese Erkenntnis beigelegt. Mein Leben ist friedlicher geworden, vor allem mit meinem Partner.

Eben die Erwartung an den Angehörigen darauf ständig Rücksicht zunehmen ist eben so herausfordernd und eben auch nervig.

Auch hat jeder sein eigenes Erleben, seine eigene Realität.
Diese Realität hat wenig mit mir selbst zu tuen. Sondern ist das Business meines Gegenüber.
Wie ich darauf eingehe ist mir überlassen. Und wie man gemeinsam damit umgeht wird gemeinsam erarbeitet.

Auch von uns ADHSlern kann man Eigenverantwortung erwarten .

Das heißt nicht das man Masking betreibt, sondern sich auch mal wirklich in die Lage des anderen versetzt. Aber auch man in sich hineingehört wieviel man doch selber auf sich bezieht. Eben auch das zu akzeptieren.

Und ja… am ende kann auch heraus kommen das man sich gegenseitig nicht gut tut und den Weg trennen. Eine Trennung kann man auch erwachsen durchziehen und muß auf beiderseits kein Trümmerfeld hinterlassen.

Und ja ich weiß wie schwer es ist sich selber zurück zunehmen. Es ist anstrgend, harte Arbeit und verlangt einen Ausgleich. Der kann aber nicht sein das ein anderer das tragen muß, wenn er doch schon sagt das es im Moment nicht mehr geht.

Wie sagte mir einer mal… Auf „ja ich weiß ich sollte nichts sagen aber…“ „DANN LASS ES UND HALT DEN MUND“
und er hatte/ hat so recht. Mein Impuls ist mein Problem.

Ich persönlich bin durchaus froh wenn andere den Mut haben mir so den Kopf zu waschen. Mich an meine Verantwortung für mich selber erinnern. Und nicht den weg des geringeren Widerstands gehen bis sie nicht mehr können und mich verlassen.

Wir sind ADHSler und nicht dumme, unzurechnungsfähigeIdioten.

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Ich hatte eigentlich nur den Titel beanstandet. :heart:

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Ich weiß.

Ich will dir auch wirklich nicht auf den Füßen umtreten. Meine Intention ist nur eine Perspektive.

ich finde es traurig das anon24013096s Raum von uns ADHSler gekapert wird.

Ich finde den Titel des Thread akzeptabel und angemessen.

ok, ist auf jeden fall ein dopamin knaller der titel. ich verkrümmel mich wieder :slightly_smiling_face: :people_hugging:

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Hey @anon24013096

Bin auch Angehörige, mein Mann hat ADHS und hatte kürzlich ein Burnout, wir haben Kinder und ich fühle sehr, was du schreibst… Es ist nicht einfach und es braucht Nerven wie Drahtseile…

Das mit dem Urlaub ist ein guter Plan, es ist extrem wichtig dass wir gut zu uns selbst schauen. Ich habe immer das Bild vom Flugzeug im Hinterkopf: Immer zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, und erst dann anderen helfen. Wenn du ausfällst, hilft das niemandem was.

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Hm, ich empfinde es nicht so, aber wenn es dir so geht, lass uns @anon24013096 fragen, ein Vorschlag könnte sein Ich bin von meinem Mann gerade nur noch genervt.

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Stimmt halt schon, ich muss mir selbst eingestehen, dass Menschen mit ADHS halt Nervig wie sau sind, gerade wenn sie Depressiv werden, warum auch immer, werden sie eine richtige Zusatz Belastung für andere, vor allem neurotypische Menschen, die den ganzen Tag ganz fleißig sind. Traurig aber wahr.

Keine Ahnung was man da machen kann. :thinking: Ich kann auch nur empfehlen sich Abzugrenzen um sich selbst vor solchen Menschen zu schützen, ist nicht einfach, leider. Wer sich nicht helfen lassen will dem kann man nicht helfen.

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Ekelt mich grad richtig selber an, dass ich das geschrieben habe. Keine Ahnung warum aber irgendwie schon…

Also an die Menschen mit Depression hier die das lesen, ihr seid keine Belastung und auch nicht Nervig. Es ist herausfordernd, ja, ich hoffe Ihr findet baldigst jemanden der euch aus dem Loch heraus hilft, denn das ist manchmal ziemlich dunkel und einsam. Kenne ich mich selber mit aus. :heart: :people_hugging:

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Für andere und für sich. Depression ist ziemlich scheiße.

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