Ich habe dieses Problem seit jeher

Hey, ich bin es mal wieder!

Ich habe mal eine Frage:
Kennt das hier noch wer, der Jobs nie lange durchgehalten hat, weil er mit dem Druck nicht klargekommen ist, dass am nächsten Tag der Mist von Job wieder losgeht? Wieder dieses chronische Minutenzählen und auf die Uhr schauen und beten, dass der Tag rumgeht, bis man nach ein paar Wochen einfach nicht mehr kann?
Ist das typisch ADHS? Oder ist das nur typisch ich, weil ich eventuell das Arbeiten als solches nicht gelernt hab?

Ich durfte mir nämlich gestern wieder von einem Bekannten (ehemals guter Freund) anhören, dass ich eigentlich ja nur ein parasitärer Sozialschmarotzer sei der sich bei den Leuten die richtig arbeiten durchschnorren würde (zweiter Arbeitsmarkt und so.) Denn m Grunde genommen hat er ja Recht. Ich bin halt nur absolut nicht für volle 8 Stunden arbeiten ausgelegt wie es scheint.

Bin mal auf Eure Antworten gespannt! :slight_smile:

Bernd

Ich kenne das gut. Ich habe in meinem Leben mehr „nicht gearbeitet“, als „gearbeitet“. War aber bis jetzt noch nie wirklich abhängig vom Staat, weil ich lange bei meinen Eltern wohnte und diese ziemlich grosszügig sind.
Bin erst wenig ü30, aber hatte schon 7 verschiedene Arbeitsstellen. Für mich ist arbeiten einfach eine Qual. Bereits nach 2 Wochen würde ich lieber mit einem gebrochenen Bein im Spital liegen, als zur Arbeit zu gehen.
Ich weiss nicht genau warum, ich hatte nämlich einige wirklich gut bezahlte Jobs und auch oft gute Chefs und Arbeitskollegen. Das Maximum waren einmal 2 Jahre 100% arbeiten. Aber nur weil ich während der Arbeit
Hörbücher hören konnte und ich in meiner Fantasiewelt leben konnte.

Es ist einfach purer Stress für mich. Ich habe eine Angststörung, Soziale Phobie, ADHS und so weiter. Diese Diagnosen habe ich erst seit paar Wochen, aber die Probleme hatte ich schon lange. Schon seit immer.
Dabei merkt das Umfeld aber absolut nichts. Meine Fassade ist so gut, das ich’s mir manchmal fast selbst abkaufe. Wie ein Meisterspion. :mrgreen:

Ich habe auch nicht den Beruf gelernt, den ich wollte, sondern einer, der besser zu meinen Problemen passt.

Habe natürlich schon seeehr viele Versuche gestartet, irgendwie Selbständig zu arbeiten. Auch vielversprechende. Aber ich KANN einfach nicht daran bleiben. Meine Interessen wechseln schneller als das Wetter und meistens auch definitiv.
Etwas zu tun, was mich nicht interessiert ist fast wie Schmerzen zu haben. Natürlich nicht das selbe, aber gleich unangenehm.

Jetzt rede ich zwar über die Arbeit, aber das betrifft alle Bereiche, auch der Freundeskreis, Beziehungen, Zwischenmenschliches.

Merke: Niemand kommt dir „danke“ sagen, wenn du dich bei der Arbeit kaputt machst.

Da ich ADHS Diagnose erst seit paar Wochen habe, hoffe ich natürlich sehr auf ein gut wirksames Medikament. Meine einzige Hoffnung.


Chronsiches Minuten zählen bis zur nächsten Pause wo jede Minuten doppelt lang wirkt und Minuten zählen in der Pause wo jede Minute nur halb so lang wirkt. Es war gefühlt wie Folter inc jeden Sonntag meine Sonntagsabenddepression weil die Woche schon wieder bevorstand.

Mit einer Veränderung des Berufsfeldes wurde es etwas besser , aber auch da war irgendwann mal die Energie verbraten und dann benötigte ich zischendruch mal ne Woche Krankmeldung.

Sicherlich hat mir geholfen das ich knapp noch U30 ein Jahr ins Ausland gegangen bin und da Quasie eine Pause von all dem machen konnte auch wenn ich dort gearbeitet habe.

Dann habe ich mein Berufbereich gefunden wo ich innerhalb des Betriebes immer mal in andere Fachbereiche wechseln konnte und da habe ich dann den Bereich gefunden wo ich zwar auch immer noch etwas kämpfe aber im Vergleich zu allem anderen bisher am wenigsten und dort auch schon am längsten bin. Dort wird von mir immer wieder auf verschiedenen Ebenen was gefordert oder es steht plötzlich ein Veränderung an , selten ist etwas gleich so dass es sich manchmal so anfühlt als ob ich wieder was neues anfange. Also da habe ich trotzdem einen gewissen „wohlfühlfaktor“ die Arbeitszeiten und Urlaubsreglung kommt mir auch entgegen, was mir auch viel Druck nimmt.
Und ich arbeite nicht vollzeit, dass hilft auch.

Na ich denke da haben wir dich doch schon in deinem anderen THread drin bestätigt, das es hier mehrere davon gibt.

Löse dich von dem Ziel 8 Stunden schaffen zu müssen und es am besten gleich ganz sein zu lassen und wenn es irgenwann doch möglich ist dann freue dich.

Fang doch erstmal wieder an in einem Bereich wo du Lust zu hast anstatt dir vorher solche Gedanken zu machen. Es spielt auch schon eine Rolle ob man grundlegend das macht was man wollte. Ich musste Arbeiten als solches schon in gewisser Weise glaube ich auch einfach lernen vor allem das durchhalten. ICh habe es so gehasst.

Dein Bekannter hat schon recht dass die Arbeitenden jeden mit „durchfüttern“ der nicht arbeiten kann aber so ist das in dem Systhem ja auch gedacht.
Wenn ich einen Sozialschmarotzer mit durchfütter finde ich das auch scheiße, weil ich ja selber schon kämpfe.
Aber für jeden der Unterstützung benötigt arbeite ich gerne mit.

Ob du ein Sozialschmarotzer bist oder nicht das kannst nur du beantworten und wenn du keiner bist dann werden solche Sprüche trotzdem kommen weil die Menschen es nicht verstehen.

Ich kann es aber nachvollziehen wenn einer nicht arbeiten kann.

Ich wollte mal schnell auf das Wort ‚Sozialschmarotzer‘ eingehen! Jemanden, der aufgrund seines psychischen/körperlichen Zustandes nicht arbeiten geht obwohl er gerne einen Teil beitragen würde, würde ich nicht unter diese Kategorie packen!

Ich glaube, dass ich deine Situation ganz gut nachempfinden kann und ich bin erst Mitte 20! Ich habe diverse Berufe/Ausbildungen/jobs gehabt und bin oft sozial/psychisch/körperlich an Grenzen gestoßen!
Sei es der Kontakt mit den Mitarbeitern oder dem Chef, der fehlenden Konzentration, die daraus resultierende nicht optimale Leistung und die Selbstkritik bzw. Auch von Vorgesetzten! Fehlendes Verständnis für Andersartigkeit und Fluchtgefühl schon beim Aufwachen…

Ich kann dir sagen, dass es mit Medikation in meinem Fall besser wurde. Die Toleranz bzw. Die Filterung dieser negativen Reize/Trigger wurde stärker und ich schaffe es konstant und auch motiviert zu sein. Mittlerweile kann ich klar differenzieren, was mich stresst und was ich dagegen mache!

Bei mir ist z.B. momentan das Problem, dass ich das Gefühl habe mich mit meiner Art, meinem Intellekt, meinem Humor und diversen anderen Punkten runterregulieren zu müssen(ich mag dieses Wort zwar nicht, aber hier passt es), um nicht komplett in Konflikt mit meinem Chef und co. zu geraten!

Schaue auch schon nach anderen Arbeitgebern, wo meine Fähigkeiten und Ideen eventuell geschätzt werden!

Ich realisiere immer mehr, dass die Gestaltung eines idealen Arbeitsumfelds sich als schwere Herausforderung gestaltet. Mit Medikation bin ich dazu in der Lage, zu sehen wo meine Stärken und Interessen liegen(nicht nur kurzzeitig :wink: ) und diese zu verfolgen!

Grüße :winken

Das kommt mir bekannt vor. Ich bin 33 und bei mir haben sich mittlerweile 8 ganz verschiedene Jobs angesammelt. Bis auf den aktuellen habe ich keinen länger als ein Jahr ausgeübt. Einige nur wenige Wochen, weil ich es nicht ertragen habe. Ok, teilweise lag es am Miteinander mit den Kolleg_innen, aber bei manchen konnte ich das Gefühl nicht aushalten, am nächsten Tag wieder genau das gleiche am genau gleichen Ort tun zu müssen und das auch noch 8 Stunden lang. °___° Ich konnte (und kann) einfach nicht verstehen, wie die anderen das schaffen. Andererseits ist es mir auch schnell zu viel, wenn die Arbeit täglich zu viele neue Herausforderungen bietet. Dann bin ich überfordert. Es muss etwas dazwischen sein, nicht zu stupide und nicht überfordernd. Und Freiraum, Dinge auf meine Weise erledigen zu können, ist ebenfalls wichtig. Nicht einfach, sowas zu finden.

Hallo Zusammen,

ich denke schon, dass diese „Arbeits-Problematik“ sehr eng mit ADHS zusammenhängt, vermute aber dass auch die gesellschaftlichen Veränderungen da mit reinspielen und die sowie so schon niedrige Frustrationstoleranz noch verstärken.

Elvanse beschreibt es ja sehr gut. Die Eltern sind oft sehr tolerant und haben sehr viel Verständnis oder kapitulieren schlichtweg und so wird eine feste Struktur und Arbeitsdisziplin überhaupt nicht richtig erlernt. Und irgendwann ist das „Kind“ dann in den Brunnen gefallen; nämlich dann wenn das Kind ins Erwachsenenalter hineinwächst und dann irgendwie die Kurve in den Arbeitsalltag nicht hinbekommt.

Wenn ich mich hier so umsehe, haben es die Älteren - und dazu zähle ich mich auch - dann doch noch geschafft. Entweder haben sie ihre Nische gefunden und/oder sie hatten Unterstützung. Aber das Problem der jüngeren ADHSler ist einfach, dass ihnen die Ablenkung durch Smartphone, Internet und die Schnelllebigkeit der Gesellschaft meistens den Rest gibt und dann gar nichts mehr geht.

Ich war vorhin auf einem Vortrag zum Thema Stress und Entspannung und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und da wurde genau das thematisiert. Heutzutage kann sich kaum noch jemand längere Zeit auf etwas wirklich konzentrieren. Das ist schon für Neurotypische ein großes Problem, für AD(H)Sler führt das aber leider oftmals auf direktem Weg in das soziale Abseits.

Was ich mir aber auch bei euch vorstellen kann, sind Selbstblockaden durch negative Glaubenssätze, die ihr euch aufgrund eurer Erfahrungen angeeignet habt. Wenn ihr schon mit der Einstellung „Das schaff ich ja eh wieder nicht“ einen neuen Job beginnt, dann wird es auch ganz bestimmt so kommen. Da kann meistens nur eine Therapie helfen.

Die Anzahl der Jobs, die ich hatte ist im zweistelligen Bereich!

Mein längster war bei 3 Wochen! Danach ging nichts mehr.
Ich bin halt eine ziemlich gescheiterte Persönlichkeit. Ist leider so.

Deswegen Hut ab an alle hier, die so etwas mehrere Jahre ausgehalten haben!
Bei mir kommt dann auch immer wieder die Angst ins Spiel, wenn ich wieder daran denke, ins normale Arbeitsleben einzusteigen - einfach aufgrund meiner Erfahrungen,
wie @Andromache sehr schön beschreibt.

Ich hatte mir auch mal gedacht, einfach aus der Gesellschaft auszusteigen. Aber wie lange das gutgehen würde ohne jedweden Komfort ist die Kehrseite der Medaille.

Das sollte man wirklich nur tun, wenn man es freiwillig und es genau deshalb tut, weil man gerade dem Komfort abschwören will.

Das nennt sich Hamsterrad…

…raus aus dem Hamsterrad!

…heute in der Gefahrgutschulung nen Apotheken-Ausfahrer ein bischen kennen gelernt, der ein Kandidat sein könnte. Der fährt Medikamente an die Apotheken aus mit dem Sprinter in ganz Deutschland, kommt ordentlich herum in Deutschland. Vorher hat er ne Teil-Weltreise gemacht mit Rucksack aus der wegen Corona keine Voll-Weltreise wurde. War dann auf Malta gestrandet, hat da für Wettbüro gejobbed und jetzt eben fährt er aus Medikamente an Apotheken… hat mir auch erzählt, als wir uns über das Landesinnere von Griechenland unterhalten haben, dass er ne Fahrradtour gemacht hat von Deutschland über den Balkan über Griechenland über Istanbul immer die türkische Küste entlang bis Bodrum und von da nach Zypern…
ich finde das inspirierend :muscle::+1:

…la vie est belle und scheiß auf schuften, dienen für andere oder für die Deutsche Rentenversicherung zu arbeiten… oder das Leben ist kurz und man soll es genießen :beach_umbrella::sunrise::parasol_on_ground::sunrise_over_mountains:

Plus: in der Hostel in Palermo letzten September einen Australier kennen gelernt, der geht seit Jahren immer 6 Monate jobben und dann wieder 4 bis 6 Monate reisen…

Kommt drauf an: zum Beispiel Markenmöbel sind für mich kein Komfort (den gibt’s für ein 5tel an Euros bei Ikea genau so gut), sondern Status. Nun bin ich biographisch zwar „Statusdenken-geschädigt“ und insofern befangen als Statusfeind (Overthesky-Kenner wissen Bescheid), aber trotzdem, unzählige Dinge haben lediglich was zu tun mit Status und Abgrenzung und nicht mal mit Komfort.

@Overthesky
Sorry, dass ich dir mal wieder widersprechen muss, aber wer aus der Gesellschaft aussteigen will, macht sich um Markenmöbel ganz bestimmt keinen Kopf. Der macht sogar um Ikea einen ziemlich großen Bogen :wink:

Keine Ahnung, ob das was für dich ist, aber hast du mal nach Inklusionsbetrieben umgeschaut? Vor ein paar Wochen habe ich eine Doku über einen solchen Betrieb gesehen, das Modelabel „Wasni“, und finde das Konzept sehr ansprechend. Vorher hatte ich bei sowas eher an „Werkstätten“ gedacht, mir war nicht bewusst, dass es so unterschiedliche Inklusionsbetriebe auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt.
Hier ist die Doku:
Kleinwüchsig, gehörlos, depressiv: Jobs für Menschen mit Handicap | SWR Doku - YouTube
Das was Mitarbeiterin Kadde dort erzählt, kann ich gut nachempfinden.

Ich hab da ja schon an anderer Stelle was zu geschrieben…

Klingt zwar einfacher als es ist, aber nimm Dir solche „Sprüche“ nicht all zu sehr zu Herzen @Bernd_Knipperdolling :wink:
Ich hab mich lange Zeit davon beeinflussen lassen, habe Dinge getan und Berufe (Ja… Mehrzahl!) erlernt, die mir zutiefst wider waren. Ich habe aber immer gedacht, dass „die Anderen“ ja nicht ganz unrecht haben können mit dem was sie so sagen. Und hab mich deswegen eigentlich jedes Mal sehendes Auge ins „Verderben“ gestürzt. Ende des Lieds (oder Leids) war, dass ich vor vier Jahren psychisch so dermaßen zusammengeklappt bin, wie ich es bislang eigentlich nur bei meinem „ersten richtigen Ausbruch“ vor inzwischen 18 Jahren erlebt habe…

Das war für mich dann der berühmte „Weckruf“. Nach langen „Anfangsschwierigkeiten“ (Weil ich eben ähnlich gedacht habe: Man „muss“ ja Leistungsfähig sein, im Berufsleben stehen und etwas „vorzuzeigen“ haben, ansonsten ist man nichts!) habe ich mich dann -seit vielen, vielen Jahren- tatsächlich mal langfristig Krankschreiben lassen, hab auch „ohne Reue“ Krankengeld bezogen, bin nach mehreren kleineren Versuchen wieder im (zuletzt ausgeübten) Beruf Fuß zu fassen (bewusst) in die Arbeitslosigkeit „gerutscht“, hab ein Jahr (gutes) ALG bekommen, hab in dieser Zeit den letzten Beruf endgültig an den Nagel gehangen und bin jetzt seit Anfang des Jahres auf ALG2 angewiesen. Das ist sicherlich alles andere als schön, aber da ich ganz bewusst und vor allen von mir aus diese Entscheidung getroffen habe, geht es mir persönlich relativ gut dabei.

Was da andere (im „erweiterten“ Umfeld) von mir denken, ist mir seit dem Zusammenbruch vor vier Jahren ebenfalls ziemlich egal. Ich hab das nicht nur einmal in Kliniken oder in Gesprächen mit anderen Betroffenen gesehen, wie sehr sich viele Menschen „aufreiben“ und zwanghaft versuchen an irgendwelchen gesellschaftlichen Normen festzuhalten, obwohl die „Zündschnur“ schon lange abgebrannt ist…

Ich war die Woche bei der Tafel um dort einen „Ausweis“ zu beantragen und hatte viele, sehr angenehme Gespräche mit den Mitarbeitern aber auch Kunden dort…
Solche „Kleinigkeiten“ haben mir mal wieder aufgezeigt, dass unser aller Probleme vielleicht nicht so sehr das Bruttojahreseinkommen, die schicke Wohnzimmergarnitur oder das „tolle“ (geleaste?!) Auto sein sollte…

Daher auch hier nochmals mein Rat:
Geh Deinen Weg mit dem Du Dich wohlfühlst! Hör auf Dich, Deinen Kopf, Deinen Bauch und Deinem „Herz“…
Du musst Dich in Deinem Leben wohl fühlen. Kein anderer! Und genauso kann kein anderer in Dich hinein gucken oder vielleicht auch wirklich verstehen wie Du Dich mit solchen „Sprüchen“ fühlst…

Danke für den Link , sehr bereichernd.

Berufung und Raum für Inklusion welch schöne Kombination bitte mehr Stellen davon.

@Bernd_Knipperdolling

und auch wenn ich in der Lage bin zu arbeiten, liegt es glaube ich wirklich im wesentlichen daran , dass ich meine Nische gefunden habe.
Unbewusst habe ich meine Ausbildung meine Job wirklich danach ausgesucht wo ich dachte dass ist ein Beruf wo ich eine Chance haben könnte das Arbeitsleben „auszuhalten“. Es sind einfach auch ein paar Rahmenbedingungen dort die es für mich einfacher machen.

Ich weiß nicht wie es wäre wenn ich in einem Job der mir nicht liegt 8 oder auch nur 5 Stunden täglich , mit vorgegeben Pausen arbeiten müsste.
Ich glaube ich wäre schnell durch und es würde mich depressiv machen. Allerdings weiß ich nicht ob es jetzt vielleicht besser gehen würde , weil ich ja „arbeiten“ geübt habe. Aber ausprobieren möchte ich es nicht, alleine der Gedanke macht mich depressiv !

@schnuppi Ich bin echt ein Schussel! -.-
Ich hatte vor 2 Wochen in einem anderen Thread von mir nach diesem Link gesucht, weil ich dir dafür danken wollte. Hab den selbstredend nicht gefunden - aber jetzt.
Der Link ist wirklich klasse!
Und ich fange ja jetzt vom zweiten Arbeitsmarkt ausgehend in einem Inklusionsbetrieb für Online-Marketing an.
Dienstag ist der erste Probetag. (ich hoffe dass das gutgehen wird und die von mir überzeugt sind!)
Ich hoffe es nämlich einfach! Denn ich kann mir nicht vorstellen in meiner Situation (ohne Ausbildung) irgendwo zu putzen - das würde nämlich nicht länger als ein bis zwei Wochen erträglich für mich sein…

Also ich habe keine abgeschlossene Ausbildung, mehrere Lehrabbrüche, demzufolge mein Leben mit Hilfsjobs gefristet. Die Lehrabbrüche sind aber in meinem Fall nicht „nur“ deswegen weil ich Adhs habe, sondern vor allem deswegen, weil ich damals nicht die beste Ausgangslage hatte. Meine Eltern liessen sich scheiden als bei mir gerade das Thema „Berufwahl“ in der Schule anstand. Naja und die Scheidung meiner Eltern verlief alles andere als „friedlich“. Jedenfalls bekam ich Depressionen und musste sehr oft umziehen, oder wurde auch „herumgereicht“. In meinem Fall gebe ich ehrlich gesagt ehr diesen schwierigen Lebensbedingungen die Schuld, als jetzt dem Adhs. Obwohl natürlich das Adhs wahrscheinlich sozusagen den Rest dazu geliefert hat, so wie ja bekannt ist, das Menschen mit Adhs mehr Mühe haben etwas von Anfang bis Ende „durchzuziehen“. Trotzdem konnte ich mich aber dann später recht gut in meine Hilfsjobs einfinden, galt als teamfähig, zuverlässig, beliebt bei Vorgesetzten wie Mitarbeiterinnen. Aber den Mut um es später, als es mir besser ging, normal eine Lehre zu beginnen, den fand ich nicht mehr. Die Angst vor einer erneuten Niederlage war einfach zu gross.

Warum soll man denn mit Hilfsjobs wenn man damit soweit zufrieden ist gar so wie du wertgeschätzt wird, nicht genau so gut durchs Leben kommen?
Es gibt bestimmt genug Jobs bei denen man trotz Ausbildung auch nicht viel verdient.
Es gibt genug die trotz Ausbildung ihren beruflichen Weg nicht finden.
Es gibt genug die trotz Ausbildung nicht arbeitsfähig sind.

Mein Problem ist halt, dass ich jetzt alle Welt verrückt gemacht habe, dass ich mir ne Ausbildungsstelle suche(n) (will).
Nur habe ich nach wie vor die Panik, dort völlig unter die Räder zu kommen, einfach weil ich nicht für mehr als ein paar Stunden machen kann was mir überhaupt nicht zusagt (also sowas wie Klempnern, Tischlern, etc.).
Aber vorhin war mein Vater da und hat natürlich (er macht sich halt auch Sorgen, was ich ja auch verstehen kann) wieder davon angefangen, dass es in Münster über 100 freie Ausbildungsstellen gibt.
Normalerweise sollte ich eigentlich sagen „Willst du nicht machen, solltest du aber machen, weil du dann deine Ausbildung hast!“, aber nicht wissend wie sehr mich der Stress, dieses immer 100 Prozent geben, sich Tag ein Tag aus aufraffen können, nicht völlig überfordert nach ein paar Wochen/Monaten, sodass ich dann wieder völlig kaputt und ausgesogen aufhöre.
Ich hab mir halt beim Programmieren gedacht, dass ich es dort nicht so extrem haben werde wie bei oben beschriebenem, aber sämtliche Bewerbungen die ich schreibe bekommen nur Absagen. Und die eine Firma bei der ich das Vorstellungsgespräch hatte, meldet sich auch nicht mehr. Ergo, das Programmieren soll wohl nicht mein Weg sein.
Aber einen anderen Ausbildungsweg, den ich aushalten kann, fällt mir nicht ein.

Und ich werde mich als neurodiverser bestimmt nicht mit Normalos vergleichen. Auch wenn die es bestimmt genauso scheiße finden wie ich und trotzdem machen…

Das ist eben die Zwickmühle in der ich stecke.

Sorry für das Herumgeheule :oops:

Aber bevor du weiter rumheulst
:stirnkuss

könntest du dich doch genau so gut darüber freuen

:knuddel

:wink: :winken