"Inoffizielle" Diagnose, bestätigt durch Medikamente.. wo bekomme ich aber jetzt ein Rezept? ;-;

Hallo Zusammen,

ich befinde mich zurzeit in einer Tagesklinik wegen einer Vielzahl an psychischen Beschwerden, von denen ich eigentlich dachte, dass sie hauptsächlich durch vor langer Zeit diagnostizierte Depression hervorgerufen wurden.

Vor einiger Zeit hatte ich von mir aus aber dann auch den Verdacht auf ADHS und hatte dann eine „Diagnostik“ machen lassen - diese war aber eigentlich nur ein ellenlanger Fragebogen mit vielen Fragen, die sich wiederholen und extremst auf Kindheit und Hyperaktivität bezogen… besonders hyperaktiv war ich nie und an meine Kindheit kann ich mich nur ganz schlecht erinnern.

Lange Rede kurzer Sinn, mir wurde gesagt, es sind eventuell Tendenzen da, aber nichts wo man jetzt etwas gegen unternehmen müsste.

Nun wurde mir in der Klinik aber Medikinet verordnet, nachdem meine Therapeutin einen Online-Test der WHO mit mir durchgeführt hat (12 Fragen oder so, bezüglich Problemen in Alltagssituationen) und es viele Anzeichen für ADHS bei mir gab.

Ich war so erleichtert nach der Einnahme, da ich eine Entspannung empfunden habe, bei der ich nicht weiß wann das letzte Mal war, dass ich sie so gefühlt habe. Auf einmal war es, als hätte man mir eine Last abgenommen, von der ich gar nicht wusste, dass sie nicht ein Teil von mir war.

Außerhalb der Klinik bin ich aber nicht in Behandlung eines Psychiaters oder Psychotherapeuten.

Nach etwas Recherche mache ich mir nun ziemliche Sorgen, da ich ursprünglich dachte, ich kann mir das Rezept dann nach der Klinik bei meinem Hausarzt holen - was aber nicht der Fall zu sein scheint.

Wisst Ihr, ob ich bei einem Psychiater das Rezept mithilfe meines Entlassungsbriefes (auf dem dann Diagnose und verordnete Medikamente stehen usw…) bekommen kann? Oder muss ich mir dann tatsächlich einen richtigen „Platz“ suchen, was dann schon mal 6-12 Monate oder wer weiß wie lange dauern kann und diese Zeit ohne Medikamente aushalten?

Danke schonmal im Voraus :slight_smile:

Viele Grüße, Samantha

Ein Hausarzt kann nur in Ausnahmefällen die Medikation übernehmen, wenn eine Begleitung von einem Facharzt gegeben ist.

Mit der Diagnose und dem Entlassbrief kannst du zu einem Neurologen, Psychiater, Facharzt für Psychotherapie und dort ein Rezept zu erhalten .
Allerdings muss der Arzt leider Kapazitäten haben und die Diagnose anerkennen . Manchmal haben Ärzte eigene Vorgaben……

Ich würde alle umliegenden abtelefonieren oder anmailen und sagen dass du nur eine Medikation benötigst und keine Therapie oder Diagnostik.

Du kannst dir auch eine Ärztliste anfordern ADXS.org

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Ich würde sehr deutlich mir Adhs und ggf. mit Medikation von Medikinet deutlich Besserung des Gesundheitszustandes in den Brief hineinschreiben lassen. Sonst könnte ea sehr schwierig werden. Du brauchst einen Psychiater im Zweifel bitte die Tagesklinik dir bei der Suche zu helfen oder dich gezielt zu einem schicken der dich dann weiterbehandelt.

Das würde für mich so am meisten Sinn machen

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Ja das habe ich befürchtet. Interessant finde ich dann aber, dass es wohl einige Leute gibt, die das Rezept „normal“ einfach vom Hausarzt bekommen. Ärzteliste habe ich mal angefordert und hoffe, dass sich da eine schnelle Lösung findet ;-;

Danke Dir!

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Ja, ich werde auf jeden Fall darauf bestehen, dass mir das ganz deutlich in den Brief geschrieben wird. Ich hatte eine Liste mit Psychotherapeuten in meiner Umgebung erhalten, aber für Psychiater werde ich auch mal noch nachfragen. Außerdem werde ich mich erkundigen, ob sie dort vielleicht einen ansässigen Psychiater haben, der mir zumindest das Rezept verschreiben würde, bis ich vielleicht einen in meiner näheren Umgebung finden könnte.

das geht halt nur unter bestimmten Umständen; der Hausarzt muss dich wirklich schon lange / gut kennen und dir Vertrauen, und er braucht vom Facharzt einen Medikamentenplan. Außerdem haben Hausarztpraxen nur ein bestimmtes Kontingent pro Quartal an BTM Rezepten, und das wollen sie verständlicher weise nicht alles an ADHSler raushauen…
Meine Hausärtztin zB meinte letztens zu mir, dass sie keine BTM mehr an ADHSler verschriebem, weil´s da mal Probleme mit einem Patienten gab (ich weiß nicht was). Aber das hätte wohl ziemlich ärger gegeben, auch rechtlich, und seitdem machen sie das nicht mehr (vielleicht Medikamentenmissbrauch oder so, keine Ahnung).

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Hmm okay.. dann frage ich vielleicht einfach mal nach, kann ja nicht schaden.

Du brauchst halt wie gesagt einen Medikamentenplan und einen Psychiater, der die Fachliche Begleitung macht. Den solltest du 1-2x im Jahr aufsuchen, weil man muss ja auch mal die Dosis anpassen oder will ggf wechseln etc.

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Wende dich an die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) deiner Region.

Die PIA ist dazu da, auch Menschen aufzunehmen, die bei niedergelassenen Fachärzten keine zeitnahe Behandlung finden. PIAs haben von ihrem Bundesland oder Bezirk einen Versorgungsauftrag und sind somit gesetzlich verpflichtet, die Behandlung sicherzustellen.

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Da hatte ich mal nachgeguckt, aber so konkret konnte ich jetzt bei denen zumindest auf der Homepage nichts dazu finden… da stand eher nur was zu deren eigener Tagesklinik. Aber dann rufe ich vielleicht einfach mal an und frage nach.

Ja, das hätte ich auch echt gerne :smiley:

Ich habe eben nur Angst, jetzt wo ich weiß wie gut es mir gehen kann mit den Medikamenten, dass ich dann nach der Klinik vielleicht für Monate kein Rezept bekommen kann… vor allem weil ich im August eine neue Ausbildung anfangen werde ;_;

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Also „meine“ PIA ist eine Abteilung des Bezirkskrankenhauses. Und dieses BKH hat auch drei Tageskliniken, zwei Ambulanzen, Krisenstation und Sozialdienst über den ganzen Bezirk verteilt.

Eigentlich müsste deine jetzige Klinik das wissen.
Die müssen dir zumindest irgendeine Tür öffnen.

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Deinen Hausarzt würde ich trotzdem fragen , eben weil es unterschiedlich gehandhabt wird. Manchmal wissen die Hausärzte das Regelwerk nicht genau und verschieben einfach , aber man will seinen Hausarzt ja auch nicht in eine doofe Situation bringen .

Wenn es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt, würd ich da auch nochmal nachfragen.

Und vielleicht kann dir die Reha auch erstmal ausreichend was verschreiben?

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Ich fände es auch angebracht wenn die Tagesklinik dir bei einer Anschlusslösung helfen würde. Die haben doch ganz andere Möglichkeiten und können dich eventuell an einen Kollegen vermitteln?

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Hausärzten droht bei allem immer gleich Regess. Selbst viele Medikamente die der Facharzt verordnen darf darf so nicht verordnet werden.
Wenn sowas gemacht wird muß dann sehr streng mit ständigen Berichten am Facharzt angebunden sein.

Da Hausärzte aber sehr sehr viel Ärger für alles und ständig bekommen sind einige Praxen auch wesentlich sensibler, was ich aber auch gut verstehen kann. Gerade Hausärzten wird durch KV und Dokumentationsregeln, Auflagen und vielem mehr recht hart mitgespielt.

Warum unsere geistlosen Politiker bis heut nicht verstanden haben, daß auch genau diese sehr verachtende Praxis auch vielen Hausärzten den Spaß am Umgang mit ihren Patienten versaut, und auch deshalb die Hausarztniederlassung so rapide abgenommen hat und auch sehr viele abschrecken wird findet politisch keinerlei Gehör.

Deshalb ohne Facharzt wird das nix mit Bericht sollten aber Kliniken ambulante Sprechstunden haben und auch zumindest solange aushelfen können oder viele Akutambulanzen helfen öfters aus

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Selbsthilfegruppen wollen und geben keine Empfehlungen zu Ärzten, Praxen und wie Medikamente verordnet werden.

Das nervt total in Selbsthilfegruppen und führt sehr oft dazu das irgendwann das Thema Medikamente und Ärzte komplett ausgeschlossen werden. Hatte ich dann genervt nach 6 Monaten dann auch so gehandhabt

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Ja das werde ich mal gezielt ansprechen. Da die Klinik nicht in meiner näheren Umgebung ist hatte ich das erstmal ausgeschlossen.

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Echt? Also meine schon :wink: wir sind da gerade bei neuen Leuten sehr hilfsbereit und geben gerne Infos weiter bzgl Ärzte, Therapeuten und v.a. Medikamente, Eindosierung usw. Ist mir neu, dass andere das nicht machen… :open_mouth: dafür sind solche Gruppen doch auch da!

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Macht eigentlich auch Sinn irgendwie… ich muss sagen, ich fühle mich momentan etwas hilflos. Heute hatte ich noch keine Gelegenheit es in der Klinik anzusprechen, aber morgen nehme ich es mir definitiv vor!

Mein Hausarzt und bereits seine Praxisvorgängerin verordnen mir seit über 20 Jahren Methylphenidat. Alle ein oder zwei Jahre wollen sie einen aktuellen Kurzbericht vom Psychiater sehen (worin in der Regel steht, dass sich nichts geändert hat).

Also wenn aus deinem Krankenhausbericht die Medikation hervor geht, sollte nichts schief gehen. Okay, irgendwann müsstest du eine Facharzt-Praxis finden, die dich aufnimmt, aber solange das noch nicht der Fall ist, kann dir der Hausarzt doch aushelfen, schließlich brauchst du doch dein Medikament!

Und natürlich ist deine Diagnose „offiziell“. Die Therapeutin hat den Fragenkatalog mit dir ausgefüllt, deine Reaktion auf das Medikament bestätigt den Verdacht.

Es sei denn, die Klinik steht nicht dazu und lässt dich jetzt im Regen stehen. Wenn der Chef- oder Oberarzt sich für klüger hält als die Therapeutin. Das wäre eine Riesensauerei, aber denke erst mal optimistisch.

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