Intoleranz gegenüber Menschen

Hi, ich verstehe, was du meinst. Ich finde, gerade Seneca steht offen dazu, dass er auch nicht perfekt ist, der Unterschied ist, ob man es versucht oder eben nicht. Und natürlich hilft sein Ansatz nicht jedem, Menschen sind unterschiedlich. Ich habe Audhs, habe mit der Impulskontrolle allerdings tatsächlich nicht so viele Probleme, solange ich nicht an den Punkt komme, an dem ich total überreizt bin. Zum Glück habe ich mit der Zeit gelernt, wann ich kurz die Bremse ziehen muss, um das zu vermeiden. Mir hat Seneca also tatsächlich sehr geholfen, weil ich einfach viel von den unnötigen Aufregern jetzt gelassener sehe und das Fass deswegen nicht mehr ganz so schnell überläuft. Für dich ist vielleicht etwas anderes hilfreich, was mir nichts bringt.

Ich erwähne einfach gerne, dass es mir etwas gebracht hat, die meisten hier sind ja auf der Suche nach ihrem eigenen Weg, wenn es nur für einen davon so nützlich ist, wie es für mich war, freue ich mich!

Abgesehen von Seneca ist es bei mir übrigens schwimmen. Regelmäßiges Schwimmen baut extrem Stress ab, hilft meinem gesamten Nervensystem und sorgt ebenfalls für mehr innere Ruhe. Ist aber auch nicht jedermanns Sache.

Deinen Ansatz, es einfach auszusprechen, aber die Eskalation möglichst zu meiden, finde ich übrigens auch sehr gut. Ich kann das in dem Moment nicht. Ich kann nur weggehen, mich der Situation entziehen und dann eben den Vernunftansatz nutzen. Ich erkenne auch oft die Wut nicht als Wut, ich merke nur, irgendwas ist nicht gut, dauert dann eine Weile, bis ich kapiert habe, was und wieso.

Und dann versuche ich auch, den Trigger zu finden. Nicht erst genommen werden, nicht verstanden werden, wie du es sagst, das sind Auslöser. Und da hilft es in der Tat, das Warum dahinter zu entschlüsseln. Seneca nutze ich für die Nichtigkeiten, den blödsinnigen Kleinkram, der einen nervt, den man aber praktisch überhaupt nicht ändern kann. Und diesen Unterschied erkenne ich immer besser und kann gelassener werden.

Liebe Grüße

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Hey, man hat ihm das tatsächlich vorgeworfen, dazu hat er sich auch in mehreren Schriften geäußert. Ich habe fast alles von ihm gelesen und mag seinen Ansatz, weil tatsächlich ein sehr gesunder Realismus enthalten ist. Er lehnt Luxus nicht ab, wie andere Stoiker. Er sagt nur, alles was du hast, kannst du auch wieder verlieren, also mach dich nicht davon abhängig. Dein Seelenfrieden sollte in dir selbst liegen, nicht in dem, was du hast und was dich umgibt, auch wenn du es natürlich genießen darfst, solange es währt. Ich finde das schön und sehr menschlich. Aber wie ich in einem anderen Beitrag schon sagte: Es ist nicht jedermanns Sache, dem einen hilft es, dem anderen nicht, wir sind alle unterschiedlich.

Liebe Grüße

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Mit viel Schweigen.

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Das stimmt, ich gehöre auch manchmal dazu. Vielleicht weil man diese Schwächen besonders gut kennt, dann hat man auch mehr Bewusstsein dafür, und wenn man selber sie vielleicht schon ein Stück weit überwunden hat, denkt man, dass andere es auch müssten.

Nicht wissentlich. Vielleicht zufällig ein ähnlicher Gedanke.

Stimmt, das Glascontainerbeispiel passt nicht dazu. Ich halte mich da schon dran und nehme Rücksicht. Allerdings kann es manchmal sein, dass bei knappen Zeit- und Nervenressourcen ich manchmal etwas machen muss, obwohl es potenziell andere stören könnte. Zum Beispiel soll man bei uns im Haus nach 22 Uhr keinen Müll mehr runterbringen, ich mache das aber regelmäßig nach 22 Uhr, weil ich dann nicht so vielen Leuten begegne (im Optimalfall gar niemandem), und weil es oft das letzte ist, was mir abends vor dem Schlafengehen noch einfällt. Aber zumindest bemühe ich mich dann, die Türen leise zuzumachen.

Das hört sich nach einem sehr gangbaren Weg an!
Gut, dass Du das immer besser unterscheiden kannst. Ich hab auch AuDHS, aber das ADHS überwiegt bei weitem und ist auch noch vom Typ HI.
Ein Teil im Teilchenbeschleuniger.

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Für ADHSler Schleunchenbeteiliger habe ich hier gelernt :index_pointing_up::relieved_face:

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Wenn man sie überwunden hat, ist man glaube ich gnädig.
Aber wenn man einen inneren Kritiker hat, vor dem Hulk sich fürchten würde, und der einen brutal zusammen hält, weil man sonst einfach auseinanderfliegen würde in dieser Gesellschaft… wenn man dann Leute sieht, die Sachen machen, für die man sich selbst (aus Selbstschutz) fertig macht, stellvertretend für alle begrenzenden Erziehungspersonen in der eigenen scheiß Biografie, dann wechselt dieser innere Kritiker die Seiten. Wird vom inneren zum äußeren Kritiker, und schlägt zu.
Nur um dich dann später wieder gründlich abzulaschen, dafür wie harsch und unangemessen du überreagiert hast, weil jemand doch nur mal nachts die Waschmaschine laufen lassen hat auf 6000 Schleudertouren, nachdem du drei Wochen nicht wirklich geschlafen hast oder auf der anderen Seite der Wand die ganze Nacht das Klavier quält, oder oder oder…
Si, und fürs Protokoll: ich habe drei Wochen versucht, mit Ohrstöpseln zu schlafen, die mich irritiert hat ohne Ende und ich habe jetzt eine super schmerzhafte Entzündung im äußeren Gehörgang. Es ist zum verzweifeln :face_with_spiral_eyes:

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Nicht zwingend. Wenn man z.B. an Raucher denkt, so sind die stärksten Kritiker oft die ehemaligen Raucher. Kann so oder so sein.

Vielleicht warens noch nicht die richtigen. Ich trage meine manchmal 24 Stunden am Stück ohne Probleme. Es darf nicht wehtun, weil wenn es wehtut, dann drücken sie irgendwo, und vielleicht gibt das eine Entzündung, die dürfte aber schnell wieder weggehen. Es gibt viele verschiedene Ohrstöpsel, da muss man sich durchprobieren. Mein Favorit sind die bunten von Ohropax aus Schaumstoff. Wenn die ausnahmsweise doch mal drücken, schneide ich außen ein kleines Stück vom Rand weg.
Sonst gäbe es auch noch die individuell angepassten Ohrstöpsel nach Abdruck. Hatte ich auch schon, fand ich aber nicht so gut.

Danke für den Tipp!
Tagsüber geht es ohne Probleme, wobei ich da active noise cancelling bevorzuge. Ich kann nur nicht drauf liegen. Vor allem dürfen die keinesfalls knistern oder knirschen.
Ich habe offene Stellen im Ohr, habe jetzt Kortisonsalbe. Hoffentlich geht das schnell weg.
Mein Sohn hat Loops, die probiere ich als nächstes aus. Wobei da Silikonhütchen drauf sind, was ich etwas eklig finde von der Haptik her.

Ich finde das einen sehr interessanten Gedanken und finde mich da auch irgendwie wieder. Also ich denke, es gibt wirklich auch sehr egozentrische Menschen, die gar nicht drüber nachdenken, wie es anderen geht. Dann gibt es noch die neurotypischen, die zum Teil wirklich erstaunlich nett sind, also wirklich sehr nett zum Teil. Aber bei vielen fehlt mir dann irgendwie die Ressonanz und Tiefe. Das meine ich nicht wertend in dem Sinne, dass sie irgendwie schlechter sind (ganz im Gegenteil, viele von denen finde ich teilweise menschlich viel besser als mich z.B.), sondern eher in dem Sinne, dass mir da geteilte Interessen fehlen und ich keine Ressonanz und mich nicht verstanden fühle. Ich habe eine Freundin, die kenne ich seit 30 Jahren und ich frage mich noch heute, wie diese Freundschaft so völlig unbeschadet und konflitkfrei die Zeit und auch die Distanz überstanden hat… und inzwischen glaube ich, dass sie evtl. auch undiagnostiziertes ASS hat. Weil ihr nämlich glaube ich auch zwischenmenschliche Kontakte schwer fallen.
Also, wenn man von den Menschen die egozentrierten abzieht und dann noch die Neurotypischen, die zwar sehr nett sind, aber mit denen man irgendwie keinen Vibe hat, dann bleiben dann doch nicht mehr so viele übrig, oder?

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Also was mir noch dazu einfällt, ich hatte immer das Gefühl ich verstehe die Menschen nicht und auch nicht, wie man sich verhalten soll. Und dann habe ich versucht dafür eine allgemein gültige Regel zu finden sozusagen, also wie ich mit Leuten klar komme, dass sie mich mögen. Dann habe ich aber gemerkt, das funktioniert so nicht und dann wird man auch oft ausgenutzt, also habe ich mich auch noch mit Persönlchkeitsstrukturen beschäftigt. Es ist ja auch so, wenn man Grenzen setzt: bei einem reicht ein etwas irritierter Blick und sie spüren schon, dass einen das nicht recht ist. Bei anderen muss man massiv klar eine Grenze setzten und die wie ein Wachhund bewachen sozusagen, weil die Personen immer und immer wieder versuchen sie zu überschreiten (bspw. toxische Menschen) .
Irgendwie führte das aber eben auch zu dem Phänomen, dass ich mich immer anpasste und daher eigentlich gar nicht weiß wer ich genau bin. Also eine Art falsches Selbst entwickelte.
Andererseits ist das ja alles auch so hyperkomplex mit den Menschen und der Kommunikation, dass man es gar nicht mehr mit dem Verstand greifen kann.
Ich frage mich aber dann, wenn ich so überfordert bin, wie Neurotypische das machen. Und die dann noch soziale Interaktionen toll finden.
Wie macht ihr das denn? Versucht ihr Muster zu erkennen? Oder auch eher intuitiv?
Sicherheit gibt es mir, eine klare Rolle zu haben oder auch wenn man gemeinsam an etwas arbeitet, sich gemeinsam für ein Thema interessiert. Dann hat man auch gleich Gesprächsstoff.

Nein, es bleiben nicht viele übrig :sweat_smile: leider.

Normal finde ich diese Oberflächlichkeit und Einseitigkeit immer noch nicht

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Verstehe ich gut, war auch überangepasst und mittlerweile mit Diagnose und ernüchternden Erkenntnissen über die Art wie Menschen sind, kommunizieren und Beziehungen führen, wusste ich auch nicht mehr, wer ich überhaupt bin, pfeife aber immer mehr drauf und mache mein Ding. Die Leute reden so oder so.

Da ich Menschen extremst lesen/ durchschauen kann und fühle, kann ich dir zu deinen Fragen leider nichts antworten. Es ist ein Automatismus, evtl. auch ne Traumafolge..