Kein EKG gemacht - Angst

Hallo liebes Forum,

habe mich frisch angemeldet und habe auch schon ein Anliegen :smiley:

2017 wurde bei mir AD(H)S in einer Spezialambulanz diagnostiziert. Gleich danach wurde über die Medikation gesprochen und ich bekam einen Zettel, mit dem ich zum Hausarzt gehen soll, wo draufstand, dass ein EKG etc. gemacht werden muss, bevor Medikamente verschrieben werden können. Ich habe es aber bis dato nicht in Anspruch genommen und wollte ohne Medikamente auskommen, weil ich zu viel Respekt davor hatte.

Seit letztem Jahr, aufgrund bestimmter Umstände, habe ich gemerkt, dass es vielleicht doch eine Möglichkeit wäre es auszuprobieren. Um es kurz zu fassen: Seit gestern nehme ich Medikinet 5 mg. Das was mich besorgt ist die Tatsache, dass kein EKG gemacht wurde und jetzt spinne ich mir die ganze Zeit zusammen, dass ich vielleicht einen unerkannten Herzfehler habe und ich diese Medikamente eigentlich nicht nehmen darf und dass ich irgendwann nicht mehr aufwache oder einen plötzlichen Herztod erleide :open_mouth:

In 4 Wochen habe ich wieder einen Termin beim Arzt, um zu schauen, wie ich damit klar komme. Meint ihr es ist berechtigt zu fragen, zwecks EKG? Im Januar wird auch noch ein großes Blutbild gemacht. Gibt es noch jemanden, bei dem kein EKG gemacht wurde und noch lebt? Mache mir immer so viele Sorgen um meine Gesundheit…

Hallo, erstmal herzlich Willkommen im Forum hier.

Also ich lebe noch :grin:

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Also bei mir wurde zwar ein EKG gemacht. Hatte einen Inkompleten rechtsschenkelblock. Was auch immer das ist :smiley: Habe die Medis angefangen zu nehmen ohne das nochmal nachkontrolliert wurde…

Denke solange du nicht das Gefühl hast, dass dein Herz einen Kasper hat wird da auch nichts passieren :slight_smile:

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Also so wie es aussieht, wurde vor den Medikamenten kein EKG bei dir gemacht?

Ich versuche mich da auch nicht mehr reinzusteigern, ich meine die Hauptsache ist ja, dass ich trotzdem regelmäßig körperlich untersucht werde hoffentlich :sweat_smile:

Hast Du Herzrhythmusstörungen? Stolpert Dein Herz, deutlich häufiger als ohne ?

Wenn nein: keine Sorge.

Es ist die absolut absolute Ausnahme, dass da was schief geht.
Mach Dir keinen Kopf…

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Hallo erstmal!

Ich habe ebenfalls kein EGK gemacht, bei mir wurde vor 3-4 Jahren Bluthochdruck diagnostiziert, was ich alleine durch Nahrungsumstellung in den Griff bekommen habe und auch ich lebe noch. Nehme das Medikinet jetzt seit fast 5 Monaten. Am Anfang dachte ich, mein Herz bollert wie verrückt und ich müsste einen Blutdruck wie bescheuert haben, habe ein Blutdruckmessgerät zu Hause und es war bei jeder Messung alles in Ordnung. Ich machte mir anfangs tatsächlich Gedanken um einen Herzinfarkt, war und ist aber total unbegründet.

Viele Grüße

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Hallo Danisahne und herzlich willkommen,

nein, diese Gefahr sehe ich nicht. Also nicht unbedingt durch das Medikament. Irgendwann wirst du leider nicht mehr aufwachen - wie wir alle.

Ein EKG vorher zu machen (und den Blutdruck und ein paar Blutwerte feststellen zu lassen) hat einen anderen Grund - dann hast du „Vorher“-Werte. Wenn nach einem halben Jahr wieder Werte erhoben werden, und dann stellt man fest, hoppla, das ist aber jetzt nicht in Ordnung, dann liegt natürlich nahe, dass es am Medikament liegt.

Aber eventuell war dieser Wert vorher schon kritisch, ohne dass es jemand gemerkt hätte. Dann muss man natürlich auch aufpassen, aber du wüsstest wenigstens, am Medikament liegt es nicht.

Aber dass du bisher soweit es dir bewusst ist gesund bist, und im EKG wäre herausgekommen, eigentlich darfst du Ritalin gar nicht nehmen - das ist äußerst selten. Wer so krank ist, weiß es in der Regel. Und selbst die könnten fast alle mit Vorsicht und unter genauer Beobachtung einen Medikationsversuch machen.

Hol das EKG doch einfach nach, solange du noch bei 5 mg (Kapsel?) bist - das ist ja fast nichts.

Ansonsten leben wir mit den Medis natürlich viel gesünder als ohne! 1. Man ist gelassener. 2. Die Unfallgefahr sinkt. 3. Da sich Methylphenidat meist nicht mit Alkohol verträgt, fällt das Saufen als Gesundheitsrisiko weg. 4. Kritische Blutwerte, Bluthochdruck usw. fallen zukünftig schneller auf, weil wir öfter kontrolliert werden. Und 5. Scheidungen, Suizide, Kündigungen, Straffälligkeiten sind jedenfalls statistisch weniger wahrscheinlich mit behandelter als mit unbehandelter ADHS. :adxs_daumen:

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Ja. Wenn Du Dir Sorgen machst, in jedem Fall.
Abgesehen davon, dass das auch so gehört…
Problematisch ist nicht, was Du Dir ausmalst - sondern der Stress, der bei der Einstellung des Medikaments kontraproduktiv ist. Wenn Du Dir Sorgen machst, kann sich das auf Deine Compliance auswirken.
Wenn Du schon in 4 Wochen einen Termin hast, dann hast Du auch einen sorgfältigen Arzt.

Aber zu Deiner Beruhigung: da geht es um Nebenwirkungen, die sich idR. wenn, dann eher langsam entwickeln - und meist auch wieder vergehen. Es geht nur darum, schon zu Beginn, vor der Einnahme, überhaupt einen Vergleichswert zu haben um abschätzen zu können, ob es das Medikament ist, das für den Effekt verantwortlich ist.
Passieren kann da m.E. nichts, schon gar nicht bei 5 mg.

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Ich nehme seit 2018 MPH (bzw. seit 2020 AMP) und in der ganzen Zeit wurde bei mir nur 1x ein EKG gemacht was unauffällig war. Ich hatte und habe immer mal wieder einen hohen Puls (seit den Medis), das liegt aber dann meist daran, dass ich den Kaffee zu früh getrunken habe (in meinem Fall muss da mindestens 1h Abstand zwischen Koffein und Medis liegen).

Also ich denke, du musst dir keine Sorgen machen, solang es dir gut geht.

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Bei mir wurde auch kein EKG gemacht. Habe aber nach einiger Zeit Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag festgestellt… Zuerst war ich unsicher was los ist, aber zwischenzeitlich ist es mir klar.

  1. Bei Adhs kann die Herzratenvariabilität niedriger sein als normal. Also die Herzfrequenz passt sich nicht so schnell an die aktuelle Situation an. Wenn man das bisher nicht kannte, könnte man meinen das Herz stolpert plötzlich… aber tatsächlich kann es sein dass es jetzt zum ersten Mal normal auf einen situationswechsel reagiert.

Hat etwas gedauert das raus zu finden aber jetzt ist mir auch klar, warum ich beim Treppen steigen früher immer dachte ich wäre total unfitt. Bis der Puls hoch geht war ich bisher schon 3 von 5 Stockwerke hoch gekletter, total außer Atem und am 5. Stockwerk hab ich danach 2 Minuten pause zum durchatmen gebraucht. Dafür ist aber ausdauernde Anstrengung die langsam gesteigert wird kein Problem. Dachte bisher das ist normal… aber nö. Nach ein paar Monaten mit medis wird der puls ab der ersten Stufe schon höher und oben angekommen ist auch paar Sekunden später schon wieder alles normal… Und außer Atem bin ich jetzt auch nicht mehr nach 5 Stockwerken

  1. Ich meine das oft auch nur die Empfindung auf etwas mit dem Herz hindeutet. Dabei ist die medi dosis gerade unpassend und das was man für einen stolpernden Herzschlag hält hat damit gar nichts zu tun. Früher hatte ich ohne medis z.b. immer wieder stechenden Schmerzen links im herzbereich… seit der richtigen medi dosis die den ganzen Tag hält ist das nicht mehr vorgekommen.

  2. Ganz klar kann es auch passieren dass Koffein plötzlich einen Effekt hat, wenn dies ohne medis eher nicht der Fall war. Was dann auch mit medis deutlich normaler wäre wie ohne.

Alles was ich so mitbekommen und selbst erlebt habe deutet eher darauf hin, dass bei richtiger Dosierung deutlich weniger Probleme mit dem Herz auftreten wie ohne. Richtige Dosierung bedeutet allerdings auch, dass sie nicht zu niedrig sein darf. Ich selbst habe eigentlich nur Nebenwirkungen, wenn die dosis zu niedrig ist.

Wenn ich die meisten Studien lese, scheint mir dass man viel zu oft wegen blutdruck oder vermeintlichen herzproblemen die adhs Medikamente nicht verschreibt… aber langzeitstudien haben oft gezeigt, dass all diese Probleme mit der richtigen adhs Medikation eher verbessert werden. Aber man darf zum einen nicht zu früh aufgeben, und zum anderen muss man immer daran denken, daß auch eine zu niedrige dosis zu Problemen führen kann… wenn man also Nebenwirkungen hat, muss das nicht an zu viel mph liegen… es kann auch einfach sein, dass es noch zu wenig ist…

Zum Schluss muss man alles abwägen, aber ich persönlich denke, dass ohne mph meine Lebenserwartung deutlich geringer wäre…

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@Andreas

Ich hatte Herzratenvariabilität bisher immer als eine Anpassung, die im Sekundenbereich liegt, gesehen. Dass eine verringerte HRV auch auch in Richtung Minuten auswirken kann (zu langsame Anpassung an Treppensteigen) ist mir neu. Bist Du Dir da sicher ?

Eure Berichte überraschen mich irgendwie sehr. Denn mein Arzt verschreibt mir keine Medikamente wenn ich nicht alle 6 Monate eine aktuelle EKG liefere. Dazu misst er auch immer mein Blutdruck vor Ort.
Entweder ist mein Arzt zu ängstlich oder eure zu locker drauf?

Ist hier nicht eher u.a. eine QT- Zeit Verlängerung, die auftreten könnte und daher regelmäßig untersucht werden muss?

@Danisahne , herzlich willkommen von mir! Was hindert dich daran ein EKG zu machen? Es tut nicht weh und dauert 5 Minuten?

Nun ich hab das ganze natürlich nicht wissenschaftlich untersucht… Ich weiß nur, dass soweit ich mich zurück erinnern kann, immer bei kurzen spontanen Anstrengungen der erste Gedanke war: Wie kann man nur so unfitt sein.
Wobei es eigentlich auch früher immer so war, dass bei länger anhaltender Aktivität das alles kein Problem war.

Als wir vor 5 Jajre umgezogen sind und plötzlich mehrere Stockwerke jeden Tag zu überbrücken war dachte ich nij, da wird man sich schon dran gewöhnen… Komisch fand ich aber immer, dass ich mit dem Auto nach Hause komme, 4 Stockwerke erklimme und oben schnaufe wie ne alte Dampflok… Aber 40 mal die Treppe rauf und runter zum Möbel hoch tragen ist nach ein paar Minuten kein Problem.

Ich dachte auch dass die hrv im sekundebereich ist… aber was wenn das auch beim start und ende einer Aktivität wichtig ist? Kann mich dran erinnern dass ich immer ewig nach der Anstrengung einen hohen puls hatte. Das ist mir in letzter Zeit aber überhaupt nicht mehr aufgefallen.

Seit es mir komisch vor kam, dass bereits beim umdrehen oder spontanen aufstehen nachts sofort der puls etwas ansteigt, was ich zuerst total unnormal fand, habe ich auch auf andere Dinge geachtet und dabei hab ich gemerkt, dass vor allem diese kurzzeitig Aktivitäten wie Treppen steigen, plötzliches aufstehen oder sonstige spontane körperliche Anstrengung deutlich besser funktionieren.

Dabei wurde mir früher extrem oft schwindlig oder ich hatte danach so Herzklopfen bis ich wieder runter gekommen bin. Das scheint aber jetzt alles weitgehendst nicht mehr so zu sein.

Das fand ich alles früher im Schulsport schon unnormal… Aber alle haben das auf zu wenig Sport zurückgeführt… Klar, ich und früher zu wenig Sport wo es keinen Baum und keinen Berg gab den ich nicht sofort als Kind erklättert hätte… Wandern alles top, Der Rest der Klasse am jammern und ich könnte gerade weiter machen. aber wehe jemand verlangte einen Sprint…

Also für mich sieht es so aus: Es hat sich bei mir so viel durch die medis geändert, dass selbst ein schlechtes ekg für mich kein Grund wäre diese abzusetzen… Allerdings hab ich bei adhs wo es um die Verteilung der Dymptome geht zusammen mit meiner Frau wohl „hier“ geschrien. Es gibt nämlich kein einziges Adhs Symptom dass nicht zumindest einer von uns beiden hat.

Da muss also mindestens mal ein Herzinfarkt auftreten bevor ich überhaupt auf die Idee kommen würde über das absetzen der medis nachzudenken Und selbst dann müsste erst mal jemand nachweisen dass es definitiv die medis als Ursache sind.

Wenn ich in den letzten Monaten eines gelernt habe, dann dass man bei der Suche nach der Ursache für etwas genau aufpassen muss. Nicht immer ist der Zusammenhang klar und wird auch oft von den Ärzten falsch gedeutet.

Bestes beispiel: Eine Studie hat festgestellt dass Koffein und Zucker Adhs verstärkt. Ganz klare Erkenntnisse von mir ist aber dass adhs das Verlangen nach Zucker und Koffein verstärkt. Was ist also wahrscheinlicher? Dass man unterbewusst mehr Zucker und Koffein konsumiert weil das adhs gerade schlimmer ist und der Körper das ausgleichen möchte, oder dass man wegen Koffein und Zucker plötzlich mehr adhs Symptome hat?

So ist es auch beim ekg… Ist das jetzt wegen den medis anders oder wegen der geänderten Lebensweise. Oder vielleicht doch einfach wegen dem adhs an sich?

Wie viele haben denn schon ein regelmäßiges ekg über Jahre oder Monate gemacht bevor sie Medikamente genommen haben um es vergleichen zu können?

Und nicht vergessen: Auch der Körper weiß am Anfang nich gar nicht so richtig wie er unterbewusst Funktionen plötzlich steuern kann wenn das mit medis besser geht wie früher. Da kann es schon mal in den ersten Monaten mit medis zu Merkwürdigkeiten kommen…

Sorry für das abschweifen und deutlichvzu übertriebene Antworten. Aber hab erst vor 10min medis genommen und daher bin ich wohl etwas … naja… manche werden verstehen.

Ganz wichtig: keine Angst haben was auszuprobieren und lasst euch nicht von anderen verunsichern. Vor allem nicht von Ärzten die selbst kein adhs haben und bei allem von der norm ausgehen… aber für uns kann man die norm wohl eher nicht als Maßstab verwenden.

Und noch mal sorry für diesen total übertrieben langen Post.

Das wäre grober Unfug :wink:
Wie Du bei Dir völlig richtig bemerkst ist es eher andersherum.

Zuckerunverträglichkeit kann aber bei den jeweils Betroffenen AD(H)S verstärken - ganz genau so wie jede andere Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Regelmäßig über Jahre hinweg ist nicht nötig, sondern einmal vorher und dann immer mal wieder. Mein Arzt macht das alle 2 Jahre, glaube ich.

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Alle 2 Jahre ein normales EKG und ab 45 auch ein Belastungs-EKG sollte zur allgemeinen Vorsorge gehören, ebenso wie die wichtigsten Blutwerte.
Wenn dann nämlich mal was ist, nutzen die aktuellen Blutwerte ja nur im Vergleich zu den langjährigen früheren. Dann sieht man z.B. auch, dass da, wo was jetzt am oberen Rand des Normbereichs liegt, was im Argen ist, wenn es bisher immer am unteren Rand war.

Da ist es natürlich ein Vorteil, regelmäßig zur Blutspende zu gehen. EKG wird dort zwar nicht gemacht, aber Blutwerte und Blutdruck ermittelt.

Und falls jemand fragt, ja, das darf man auch wenn man Methylphenidat nimmt.

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Hey Leute,
jetzt melde ich mich auch mal wieder ^^
Ich hoffe ihr nimmt mir das nicht übel, wenn von mir nichts mehr kam, aber ich hatte nicht so viel Zeit und Ruhe zu schreiben, wegen dem Schulstress (versuche zum 2. Mal die Fachhochschulreife zu machen) :slight_smile:

Ehm ja… ich weiß gar nicht, wie ich jetzt anfangen soll :laughing:
Also zu allererst habt ihr mich etwas beruhigt mit euren Antworten. Es ist noch so, dass ich mir trotzdem noch oft Sorgen mache um meinen Körper und gerade immer bevor ich die Tablette nehme und kurz danach habe ich noch ein kleines Gedankenkarussell, ob es jetzt richtig war diese zu nehmen, ob mir wirklich nichts passiert, ob ich gesund bleibe, was ist mit meinem TSH Wert und der Schilddrüse (habe eine latente Unterfunktion) und auch macht mir die Nebenwirkung Appetitverlust, die auftreten könnte, Angst und bin besorgt, um mein Essverhalten, ob ich es schaffe etwas zu essen und wenn ich keinen Hunger habe und nichts runterkriege, ich umfallen könnte. Ich weiß, es klingt wirklich alles übertrieben, aber ich mache mir immer sehr schnell Sorgen. Naja zur Info kann ich sagen, dass ich unter einer generalisierten Angststörung litt, mit hypochondrischen Ängsten, die Angst vorm Kontrollverlust, Ohnmachtsgefühle und mir oft schwindelig war, weil ich aus Angst nicht mehr essen konnte. Es ist auf jeden Fall viel besser geworden, aber nun mache ich mir trotzdem noch viel Sorgen, ob mein Körper es verträgt. Meine Betreuerin hat mich schon die ganze Zeit beruhigt, dass ich jederzeit die Medikamente absetzen kann, wenn ich es nicht vertrage und ich hoffentlich auch regelmäßig ärztlich betreut werde.

Und zu Info: Soweit sind mir keine Herzleiden bekannt. Habe in der Vergangenheit ein paar EKGs schon machen lassen und welch Überraschung? Es war nichts :smiley: Allerdings ist das Letzte schon ca. 7 Jahre her…

Nun ja, ich hoffe wirklich, dass das Medikament mir trotz der Angst einiges erleichtert. Einfach wie sich AD(H)S auswirken kann. Möchte gerne wieder Spaß im Leben haben, einfach normal den Alltag leben, endlich Interessen nachgehen (kann mich schwer beschäftigen, weil ich einerseits viele Ideen habe, aber es ist alles so durcheinander in mir, dass es mich überfordert und ich dadurch dann einfach gar nichts mache, obwohl mich das frustiert).

Vielleicht verbessert sich dann auch mein Haushaltsmanagement. Nicht nur die Konzentration ist das größte Problem (habe das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist, deswegen habe ich meine Schilddrüse neu checken lassen, aber ich wurde gut eingestellt und es ist immer noch nicht besser), auch diese innere Unausgeglichenheit, dass ich oft so unzufrieden bin, weil ich immer so schnell gelangweilt bin und ich irgendwie mich so zerrissen fühle, weil ich nicht weiß, wohin mit mir. Aber das, was mich am meisten belastet ist meine Sensibilität und Stimmungsschwankungen → diese treten vor allem auf, wenn ich in einer Gruppe von Menschen bin, wie jetzt z.B. die Klasse. Ständig schwankt es, mal denke ich, ich bin doch vielleicht ganz in Ordnung und dann reicht nur eine kleine Reaktion meines Gegenübers, wie ein komischer Blick und er/sie reagiert anders, als ich es eigentlich erwartet habe und ich werte meine gesamte Person wieder ab, denke ich werde doch nicht gemocht, stelle mich infrage und steigere mich noch mehr rein. Ich meine, da kann man sich ja auch wahrscheinlich nicht gut konzentrieren, nicht wahr? Mein Selbstwertgefühl war eh nie sonderlich hoch, aber innerhalb des negativen Spektrums gibt es trotzdem reichlich Schwankungen. :arrow_right: kleiner Ausschnitt meines Empfindens.

Ich habe es langsam so satt, weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll, deswegen hoffe ich so sehr, dass mir diese Medikamente mir Linderung verschaffen, damit ich vielleicht einen anderen Blick auf die Sache habe, weil ich endlich anfangen möchte an mir zu arbeiten, mehr Selbstliebe zu schenken, wisst ihr was ich meine? Falls es denn am ADHS oder eher ADS(?) liegen sollte.

Trotzdem habe ich auch noch das Gefühl, von wegen: „Was ist, wenn ich einfach zu faul bin und es eigentlich auch ohne hinkriegen würde und ich quasi mein Gehirn nur dope?“
Sowie Studenten, die das nehmen, um stundenlang lernen zu können…

Naja, komme ich mal zum Schluss ^^
Ich nehme Medikinet unretadiert morgens 5 mg und je nach Bedarf nehme ich noch gegen Mittag/Nachmittag noch eine. Was soll ich sagen? Ja klar, meine übermäßigen Sorgen und dass ich mich etwas reinsteigere, aber ich fühle mich doch schon etwas fokussierter und mehr bei mir, aber die Wirkung hält nicht lange, ich glaube nach 2 Stunden lässt sie langsam nach. Ist das normal? Kommt es auch bei der Dosis auf die Körpergröße und Gewicht an?

Achja noch eine Frage: Ich weiß nicht, ob ich die Einzige bin, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Symptome, die eventuell vom AD(H)S kommen könnten, schlimmer geworden sind, je älter ich werde (bin noch nicht alt, erst 24)? Fühle mich so schnell überfordert mit der Schule, Haushalt (wohne alleine) und den sozialen Kontakten, sodass es mir keinen Spaß macht. Zum Glück habe ich eine Betreuerin, sie hilft mir etwas. Kennt das denn jemand auch? Oder habt ihr eure Beschwerden euer ganzes Leben lang „gleichstark“ bemerkt?

So das wars jetzt wirklich, habe jetzt einfach mal drauf losgeschrieben, ich hoffe es ist nicht schlimm :smiley:

@Danisahne Was hindert dich daran, beim Hausarzt anzurufen und zu sagen, dass du jetzt Medikinet bekommst und sicherheitshalber ein EKG machen lassen möchtest, da das aus gutem Grund so in den Leitlinien steht? Der wird sicher nicht nein sagen, und zahlen tut das die Krankenkasse. Gleiches gilt für Blutbild und Blutchemie. Dann hast du Klarheit und fühlst dich sicherer, und außerdem wird auch im Zweifelsfalle erkennbar (bei regelmäßiger Wiederholung, so wie das sein sollte), wenn sich etwas verschlechtert.
Zu deiner Frage zuletzt: Bei mir ist es so, dass ich immer mehr Kraft aufbringen musste, die Symptome (von ADHS und von Autismus) zu kompensieren, und dass meine Kompensationsstrategien irgendwann nicht mehr griffen. Ich landete in einer sehr heftigen Erschöpfungsdepression, und auch nach der Erholung bin ich nur noch sehr eingeschränkt in der Lage zu kompensieren. Erst durch den Zusammenbruch und die Folgeerscheinungen kam es überhaupt zu den Diagnostiken.
Das scheint absolut kein Einzelfall zu sein, also ja: Kann „schlimmer“ werden, wenn die Belastungen (Berufsleben, alleine wohnen, Beziehung, Familie) wachsen und andererseits man älter wird.

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