Keine Wirkung Medikinet | Essen oder Stress als Ursache?

Hallo Zusammen! :slight_smile:

ich habe gesehen, dass in den letzten Tagen noch jemand anderes einen änlichen Thread eröffnet hat, aber da wollte ich jetzt nicht reingrätschen.

Ich habe vor ca. 2 Wochen hier einen Thread eröffnet, weil ich kurz zuvor mit der Einnahme von Medikinet begonnen habe. Mittlerweile bin ich bei einer Dosis von 40mg morgens angelangt und spüre keine Wirkung. Es ist als hätte ich nichts eingenommen. Tatsächlich habe ich bei der Wirkstoffsteigerung etwas geschummelt (ich weiß, vermutlich war das dumm) und habe nach 5 Tagen auf 20mg und wieder nach 5 Tagen auf 30mg erhöht. Zwischen 30 und 40mg lagen nun 7 Tage. Heute der erste Tag mit 40mg.
Da ich gelesen habe, dass man Medikinet zum essen einnehmen sollte, habe ich mir angewöhnt zu frühstücken. Ich esse jedoch nicht wirklich viel, teilweise ist es nur eine Scheibe Brot oder eine kleine Schale Müsli. Aber kann das so eine Auswirkung haben? Außerdem habe ich aktuell ziemlich viel Stress auf der Arbeit und schaffe es häufig nicht vor 12/13 Uhr mehr zu essen.
Letztes Wochenende (bei 30mg) hatte ich recht gut gefrühstückt und es war trotzdem keine Wirkung zu spüren.
Ich habe auch schon überlegt, ob es vielleicht wirkt und ich es einfach nicht merke. Durch den Stress bei der Arbeit bin ich aktuell vormittags immer auf einem „Leistungshoch“ und habe gar keine Zeit, um mir Gedanken zu machen oder „nicht bei der Sache zu sein“. Unpraktischerweise ist der Stress auch erst so stark seitdem ich mit der Einnahme von Medikinet begonnen habe. Nachmittags falle ich häufig in ein „Loch“, da mich der Vormittag/Mittag einfach unfassbar auslaugt. Dann werde ich gereizt und zum Teil auch ziemlich fies (Feedback von Kollegen). Probleme, wie das Vergessen von Dingen, das Anfangen von hundert Dingen gleichzeitig ohne eines zu beenden und „ungenaues Arbeiten“ sind aufjedenfall noch „präsent“ und werden auch von Anderen bemerkt. Wie es aussieht mit abschweifen, unkonzentriert sein usw. kann ich aktuell aufgrund des Stresses bei der Arbeit nicht wirklich beurteilen.

Ich bin um ehrlich zu sein etwas frustriert und hoffe, dass ihr mir Tipps geben könnt wie ich herausfinde, ob das Medikament wirklich einfach nicht wirkt/falsch ist usw. oder, ob ich zu blöd für die Einnahme bin.

Das ist leider echt eine Schwierigkeit, dass unser Leben nicht unter Laborbedingungen stattfindet. Kenn ich auch noch aus meiner Eindosierungsphase, dass sich gleichzeitig Umgebungseinflüsse ändern und man gar nicht mehr weiß, „was jetzt von was kommt“.

Aber lese ich das richtig, dass Du nur morgens Medikinet nimmst und nachmittags gar nichts?

Dann könnte es sein, dass es durchaus „wirkt“ - und vielleicht gar nicht mal schlecht sogar. Aber eben nur vormittags, wenn Du ja (vielleicht trotz und nicht wegen des Stresses?) recht gut und jedenfalls nebenwirkungsarm „funktionierst“?

Du wirst hier viele Threads dazu finden, dass kaum jemand mit einer Morgengabe Medikinet Retard durch den ganzen Tag kommt, leider entgegen der Herstellerangaben. Und es ist gar nicht selten, dass sich dann der Rest des Tages schlimmer anfühlt als ohne Medikation. Die einen nennen das dann Rebound, die anderen Kontrast zur Wirkung während der Wirkung… Ist auf jeden Fall unangenehm.

Vielleicht kommst Du also schon einen guten Schritt weiter, wenn Du - nach Absprache mit Deinem Arzt - auch am Nachmittag etwas nimmst. Die meisten brauchen da einen Schnuff weniger, weil ein bisschen schon noch im System ist, aber eben nicht genug.

Ob das dann schon der Schlüssel zum Glück ist, muss man sehen. Der Anfang ist leider wirklich schwer, weil sich „zu wenig“ und „zu viel“ fast gleich anfühlen. Notfalls könnte man ja auch noch andere Wirkstoffe testen, aber wir sind, glaube ich, am Anfang alle ein bisschen versaut von solchen Hollywood-Szenen oder schlechten Dokumentationen, in denen nach Einnahme einer Pille immer wie von einem Roboter alles wegarbeitet wird… Das wäre eigentlich keine gute Wirkung im realen Leben. Darauf sollte man nicht warten und das Erlebte nicht daran messen. Ich glaube, @Nono war es, die schon mal sehr gut davon berichtet hat, dass zu viel Fokus in diesem Roboter-Sinn auch zu Problemen führen kann, weil man nicht mehr flexibel zwischen Aufgaben wechseln kann.

Eine gute Wirkung kann sich vielmehr darin zeigen, dass das Umfeld vor dem Betroffenen selbst merkt, dass etwas anders ist. Oder eben in Zeiten ohne Medikation nachfragt, was denn jetzt wieder los ist (im Kontrast zu den Besserungen während der Wirkzeit)…

Schau mal hier:

<URL url="https://adhs-forum.adxs.org/t/wirkkurve-elvanse/357/1 text=„viewtopic.php?f=8&t=414“>https://adhs-forum.adxs.org/t/wirkkurve-elvanse/357/1

Der Thread könnte interessant sein…

Hallo Plasiz,

warum hast du nicht im ursprünglichen Thread weitergemacht? Dann musst du nicht alles doppelt erklären.

Wenn du vormittags die Wirkung gar nicht so gut einschätzen kannst wie du schreibst und du den Arzt nicht so schnell erreichst, dann könntest du es zur Abwechslung ja nachmittags anstatt vormittags nehmen?

Alle 5 Tag ist nicht unbedingt zu schnell zum Steigern. Allerdings ist es schon seltsam, wenn du bei 20 und bei 30 mg noch gar nichts gespürt hast. Du könntest deine „richtige“ Dosis schon verpasst haben?

Auch am Wochenende, ohne Stress, so gar keine Änderung?

Danke für eure Antworten!

Sorry, Falschparker, ich wusste nicht, ob das hier so gerne gesehen wird. Daher habe ich lieber einen neuen Thread eröffnet, ich hoffe, das ist so in Ordnung.

Bislang habe ich auch an den Wochenenden (eins mit 10/20 und eins mit 30) nichts gespürt. Wobei ich sagen muss, dass ich an dem Sonntag, wo ich auf 20mg erhöht habe schon irgendwie so eine Art „Motivation“ hatte und auch einiges erledigt habe, wenn ich darüber nachdenke. Das zweite Wochenende ist nicht wirklich aussagekräftig, da ich Besuch hatte. Diesen hatte ich auch um Feedback gebeten und es wurde keine Veränderung festgestellt. Wenn ich ganz genau überlege, hatte ich letzte Woche einen Tag, wo es eher entspannt war bei der Arbeit und da wurde mir gesagt, dass ich wirke als sei ich „aufgeregt“. Das war der erste Tag bei 30mg. Das kann allerdings auch einfach ganz normal gewesen sein.

Da ich morgen ohnehin die Einnahme etwas nach hinten verschieben müsste wegen etwas bei der Arbeit, werde ich es morgen beim Mittagessen probieren.

Was mich halt besonders wundert ist, dass ich praktisch keine (spürbaren) Nebenwirkungen habe. Es ist also nicht nur keine spürbare Wirkung, sondern gar kein Effekt da.

Naja, es gibt sie, die Non-Responder… vielleicht bist du einer und solltest einen anderen Wirkstoff probieren…?

Moin

Neben allen anderen hilfreichen Tipps, dazu noch meine ganz persönlichen Erfahrungen:

Ich bin inzwischen bei 30/30/0 „angekommen“ und bin auch nicht so der „Musterschüler“ was das „Essen zur Einnahme“ angeht.
Lasse auch mal Morgens oder Mittags zur Einnahme die Nahrungsaufnahme weg. :zipper_mouth_face: Spüre dann allerdings trotzdem noch eine „Wirkung“, die allerdings dann nicht so lange anhält. Wenn Du aber sagst, dass selbst bei 40mg Morgens sich so (fast) gar nix tut, dann wäre ja eventuell ein Wechsel zu einem anderen Präparat ja zumindest mal eine Option.

(Und wegen der „Erhöhung“: Ich sollte laut Diagnose-Ambulanz und meiner Fachärztin, am Anfang sogar alle drei bis vier Tage die Dosis steigern. Da scheint es also durchaus verschiedene „Meinungen“ zu geben. Ich hab mit Medikinet die Erfahrung gemacht, dass man gerade am Anfang viel „probieren“ muss…)

Ja da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen. Dabei fallen die aus dem Raster die schon auf geringe Dosen und Erhöhung reagieren.

Ich glaube man kann besser langsam aufdosieren bis man seine Dosis ggf sehr hohe Dosis gefunden hat, wie jemanden gleich am Anfang mit einer zu hohen Dosis oder zu schneller Steigerung zu überfordern.

Bei Medikinet musst ich nicht so viel probieren da ich ja diesen langsamen Eindosierungsplan hatte und erst als ich von 5mg/0/0 wöchentlich auf 10/10/10 war ging es an den Feinschliff . Wobei ich ja auch schon auf 5mg und dann 10mg ansprach , weiß nicht wie es gewesen wäre wenn nicht. Aber ich vermute dann hätten wir zunächst gesteigert bis ich was gespürt hätte .

Guten Abend Euch!
Danke für eure weiteren Antworten und Erfahrungsberichte.

Heute habe ich die 40mg Medikinet mit einem ausgiebigen Mittagessen eingenommen.
Und entweder ich unterliege einem gigantischen Placeboeffekt, oder ich hatte tatsächlich eine Wirkung.
Jedoch nicht unbedingt positiv, denn ca. eine Stunde nach der Einnahme war ich sehr aktiv, unruhig, getrieben und nervös. Ich (und mein Umfeld ohne wissen vom Medikament) haben einen eindeutigen Unterschied bemerkt. Das Ganze war nicht unbedingt angenehm :fischglas
Ich denke, ich werde die Dosis morgen wieder senken auf 30mg und die Einnahme am Mittag aktuell beibehalten. So kann ich vielleicht auch etwas besser vergleichen wie das Medikinet wirkt.

Also wenn man die „Silvesterrakete“ bemerkt (Man ist deutlich aktiver & „aufgekratzt“), dann kann das m.E.n. schon zu viel sein.
Ich hatte das man an zwei Tagen, an denen ich auf 80mg bzw sogar einmal auf 90mg gesamt an Tag gesteigert habe. Das war mir dann auch zu „rappelig“
(Bei den insgesamt jetzt 60mg täglich, ist ein ein guter „Mittelweg“ bei mir zwischen „wenig bis gar keine Wirkung“ & „genau richtig aktiviert“ werden)

@Plasiz Liest sich doch gut an!

… du könntest auch mal 35 ausprobieren, ist halt fummellig, aber möglich.

Manche Menschen sind empfindlich und brauchen die „ganz genaue“ Dosis, nicht mehr und nicht weniger…

Was war denn die niedrigste Dosis, die du genommen hast bzw ab der du eine Wirkung gespürt hast?


Nein bist du nicht
Du solltest kein medikinet nehmen und 45min vorher oder 45 min nachher Milch trinken
Sonst bleibt die Wirkung aus

Außerdem gehen die Medikamente immer davon aus
, so empfinde ich es, dass du einen geregelten Tagesablauf hast
Und das hat ein Typ AD(H)S eigentlich nie

Daher mein Tipp :
Medikinet adult nehmen, soviel vom Arzt festgestellt wurde ( bei mir 30mg )

Methylpheni TAD unretadiert evtl mal 5mg nachnehmen evtl. mal 10 mg nachnehmen

Mann kann die 10 mg Methylpheni TAD problemlos halbieren oder sogar vierteln

Allerdings sind sie nicht für Erwachsene frei verschreibar
( warum auch immer

Außerdem finde ich das letzt genannte Medikament für das eindeutig bessere, kenn allerdings niemanden außer mir, der es nimmt