Könnt ihr eure Bedürfnisse verständlich kommunizieren?

Hallo ihr lieben :winken

Meine Diagnose ist jetzt schon drei Jahre alt. Mittlerweile habe ich auch begriffen was mein ADxS ausmacht und welche Bedürfnisse sich daraus ergeben. Ich habe jetzt akzeptiert, dass ich nicht immer/ nicht in jeder Situation/ nicht lange zuhören kann. Früher habe ich dann versucht weiter zuzuhören, obwohl es nicht mehr ging. Ich habe versucht freundlich zu kucken und ab und zu genickt. Nach dem Motto Augen-zu-und-durch.
Aber mir geht es nicht grade besser, wenn die Überreizung immer schlimmer wird und ich das Gefühl habe mein Köpf würde bald explodieren. Außerdem finde ich es unhöflich jemanden weiter sprechen zu lassen, wenn ich nicht zuhöre.

Seit einiger Zeit bin ich dazu übergegangen meine Bedürfnisse klar zu kommunizieren. Leider können Personen aus meinem Umfeld dass nicht verstehen.

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  • Ich sage z.B. wenn mir jemand etwas langatmig erzählt, dass ICH nicht mehr zuhören kann, weil es MIR zuviel wird. Beim Gegenüber scheint aber eher „Halts M…l, ich will dein Gelaber nicht hören“ anzukommen. Dann bekomme ich so etwas wie „Mit dir kann man auch gar nicht mehr reden“ oder „Ich lass mir doch von dir das Sprechen nicht verbieten“ als Antwort.

    Oder ich sitze am Schreibtisch und versuche mich auf etwas zu konzentrieren. Dass teile ich anwesenden Personen auch im Vorfeld höflich mit. Trotzdem werde ich wiederholt angesprochen. Und ja, wenn ich zum zehnten mal sagen muss, dass ich meine Ruhe brauche, werde ich auch genervt. Darauf folgt dann der Vorwurf „Du bisst auch nur noch genervt“.

    So letztes Beispiel: Ich bin dabei mir das ewige „Ja“ sagen ab zu gewöhnen. Wenn ich auf eine Bitte „Nein“ sage, stoße ich oft auf Unverständnis. Dann kommt „Warum denn nicht?“, „Kannst du doch ruhig machen“ und zum Schluss ein beleidigt, vorwurfsvolles „Dann halt nicht“.

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    Das passiert mir bei Mensche denen ich erklärt habe was mein ADxS bedeutet und bei welchen die nichts davon wissen. Wobei ich es bei ersteren schlimmer finde, eben weil sie bescheid wissen. Ich tue so etwas ja nicht um jemanden zu ärgern, sondern aus Selbstschutz. Und andere sind doch auch nicht immer aufnahmefähig oder in der Lage zu helfen, warum erwarten sie es dann von mir.

    Wie schafft ihr es, solche Bedürfnisse klar zu kommunizieren? Ohne dass es beleidigte gibt?

    Liebe Grüße
    Nymphaea

    P.S. Oder bin ich unhöflich ohne es zu merken?
    Ich formuliere so etwas höflich und spreche im normalen Tonfall. Genervt werde ich erst wenn man mich wiederholt ignoriert.

    Ich weiß natürlich nicht genau, wie du es rüberbringst, aber ich kann grundsätzlich nichts Ungewöhnliches an der Formulierung deiner Bedürfnisse erkennen. Möglicherweise fällt es dir noch schwer, das Ganze nicht gleich ADHS-typisch „mit der Tür ins Haus“ zu formulieren. Wir sind nicht umsonst Smalltalk-Legastheniker, d.h. die Zwischentöne der Kommunikation abseits der reinen Information sind für viele von uns ein Buch mit sieben Siegeln.

    Andererseits erkenne ich bei den Leuten, von denen du sprichst, wenig Rücksichtnahme und auch Einfühlungsvermögen dir gegenüber.

    Meine These: Die Leute kennen dich als jemanden, mit dem man alles machen kann. Und jetzt kommst du an, und formulierst ernsthaft, was du brauchst? Daran muss man sich offenbar erst gewöhnen (im günstigsten Fall), vielleicht wird es aber auch einfach nicht akzeptiert (im ungünstigsten Fall).

    Anders kann ich es mit nicht erklären.

    Auch wenn du auf dem Weg, deine Bedürfnisse immer deutlicher zu formulieren, die eine oder andere Personen verlieren wirst, die sich in deiner Ja-Sager-Rolle gemütlich eingerichtet hatte: Mach weiter!

    Ach so, ein Tipp noch: Viele Menschen erwarten eine ERKLÄRUNG, warum man nein sagt. Auch eine gewisse Zerknirschtheit wird oft stillschweigend erwartet. Ich finde zwar, dass das eigentlich nicht nötig ist, aber es ist offenbar eine Konvention, deren Einhaltung einem das Leben leichter machen kann, auch wenn man nicht wirklich dahintersteht. Aber klar, so ein Verstellen ist mit ADHS natürlich auch schwierig.

    Ich meine es höflich auszudrücken, aber ob es auch so nach außen wirkt ist schwer zu sagen. Zumal in solchen Situationen meist niemand dabei ist der mir die Außenwahrnehmung objektiv schildern könnte.
    Ich empfinde es auch wenig rücksichtsvoll, bin mir dann aber oft nicht sicher, ob dass nur an meiner Empfindlichkeit liegt.

    Ein Familienmitglied scheint sich leider für den ungünstigen Fall/ nicht akzeptieren entschieden zu haben. Da haben alle Erklärungsversuche nichts gebracht, und ich fange leider sehr schnell an, mich zu rechtfertigen. Leider kann ich in dem Fall nicht den Kontakt abbrechen/ deutlich einschränken.

    Danke dir
    Nymphaea

    P.S. Zerknirschtheit heucheln möchte ich eigentlich nicht, weil ich von dem Verstellen und so tun als ob, ja grade weg will. Aber stimmt schon, einfacher wird es dadurch bestimmt.

    Oje, Familie, da sagst du was.

    Nirgends wird wohl auf meine Befindlichkeiten weniger Rücksicht genommen als in meiner eigenen Familie.

    Ob’s daran liegt, dass da auch einige betroffen sind? Ich versuche mir das immer wieder klarzumachen, besonders bei meiner Mutter, die die Bedürfnisse anderer schlicht nicht wahrnehmen kann.

    Ich akzeptiere es nicht und mache meine Befindlichkeiten weiterhin deutlich, aber das macht es etwas einfacher.

    In meiner Familie (mütterlicher Seits) bin ich die einzige mit ADxS, bin quasi das schwarze Schaf. Aber das macht es auch nicht besser. Wahrscheinlich liegt es (zum Teil) daran, dass sie Erwartungen in mich hatten/ haben die ich nicht erfüllen konnte/ wollte.
    Ich scheine es von meinem Erzeuger geerbt zu haben, und von der Seite bin ich nie jemandem begegnet.

    Nymphaea

    Hallo @Nymphaea alba ,
    Ich habe gemerkt, dass Erklärungen wenig bringen, da die Umgebung, egal wie nett man es packt einfach, uns nicht versteht. Daher sage oder zeige ich direkt, was ich im Moment will ohne mich rechtfertigen zu müssen. Sonst bin ich ganz gut daran abzuschalten.

    Ich kann mir gut vorstellen dass es für einige ungewohnt ist , wenn du dich plötzlich mehr in deinen Bedürfnissen mehr äußerst .
    Das heißt ja nun für dein Gegenüber selber in die Pötte zu kommen, oder sich dir anzupassen.
    Du durchbrichst komplett etwa was man mit dir gewöhnt war und Menschen und Veränderung sind so eine Sache. :wink:

    Kann auch sein das einfach durch die Veränderung Menschen dann vielleicht schlechter mit dir klarkommen werden, aber auf Dauer vielleicht auch welche besser.

    Mein Partner fand das eine ganze Zeit schlimm wenn ich in Gesprächen sage, ich bin nicht mehr aufnahemfähig und das gab den ein oder anderen Konflikt, aber jetzt geht es. Ich hätte da umegekehrt auch ein Problem mit , vor allem weil ich ja weiß dass ich manchmal zu viel rede.

    Du selbst musst dich ja auch an die Veränderung gewöhnen, bist in dem Nein sagen noch unsicher , dass spüren die Leute auch und versuchen vielleicht doch noch was zu bekommen.

    Das mit dem Schreibtisch und nicht gestört werden ist immer schwierig wenn man da quasi ansprechbar sitzt. Mir passiert es ja leider auch das ich andere anspreche und da bei störe. Mir fehlt da ein klareres Signal , wenn jemand dann z.B Kopfhörer trägt dann ist das für mich besser zu erkennen.

    Vielleicht kannst du ein Schild hinstellen wo eine Zeit drauf steht, oder eben Kopfhörer auf. ?
    Aber auch hier müssen sich die Leute erst dran gewöhnen, dass man plötzlich nicht immer ansprechbar ist. Es ist ja nicht unbedingt böse gemeint, aber schon auch etwas unhöflich finde ich wenn du es vorher schon sagst.

    Ich habe das mit dem ADHS keinem auf der Arbeit erzählt weil ich einfach denke, dass es eh nichts bringt und wenn ich dich lese scheint es sich leider zu bestätigen .

    Du kannst ja den ein oder anderen auch noch mal fragen ob du es anders ausdrücken kann, damit es keine Konflikte gibt.

    Ansonsten kannst du wohl nur so weiter machen und musst noch einige Zeit damit leben das Leute in dem Moment angenervt sind. Es scheint ja nicht so , dass die dir dauerhaft sauer sind.

    Kopfhörer - oder noch besser: Baustellenohrschützer, auch „Micky Mäuse“ genannt. :lol:

    Hallo @Nelumba_Nucifera

    Da hast du recht. Mir selbst fallen die Veränderungen ja auch sehr schwer. Und ich weis, dass ich andere Menschen nicht ändern kann. Bleibt für mich nur zu hoffen, dass sie merken, dass es auch anders/ für alle angenehmer geht.

    Kann ich mir gut vorstellen. Sollte es in Einzelfällen so bleiben, wie es jetzt ist, hilft glaube ich nur den Kontakt stark einzuschränken.

    Oh ja, zu viel reden kann ich selber leider auch. Wen ich es dann bemerke, tut es mir leid, dass ich jemanden zugetextet habe. Ich wäre froh, wenn das Gegenüber mir dann bescheid sagen würde, dass ich im todlaber Modus binn. Aber leider hören die Meisten aus Höflichkeit zu. Und ich muss mich jetzt gegen solche gesellschaftlichen Regeln stellen, aus Selbstschutz. Ist nicht einfach. Aber ich will nicht mehr nach Außen angepasst sein, nur um janicht auf zu fallen. Ich will echt sein dürfen, einfach ich selbst.

    Bei Anderen merke ich es auch nicht immer, wann ich sie nicht ansprechen sollte. Aber ich verstehe, wenn sie es mir dann sagen und dann gehe ich nicht noch fünf mal hin und störe. Das eine mal würde ich auch bei mir nicht so schlimm finden, aber wenn dass ignoriert wird, dass nervt mich einfach. Dann ist halt die Konzentration irgendwann komplett futsch. Und ich bin dann auch total gestresst, weil ich unterbewusst auf die nächste Störung warte.
    An meiner Tür hängt schon ein „Bitte nicht Stören“ Schild, wenn ich etwas wichtiges erledigen muss. Aber das wird gerne mal übersehen. Manchmal frage ich mich, wer hier eigentlich das ADxS hat :wink:

    Sorry, meinte meinen heimischen Schreibtisch. Arbeiten tue ich zur zeit leider nicht.

    Nein, dauerhaft sauer ist zum Glück scheinbar niemand, nur halt immer wieder.
    Dass ist echt doof, ich versuche mich/ mein Verhalten zu ändern, damit es mir besser geht/ damit ich weniger Stress habe. Und dann gibt es genau dadurch neuen Stress. :neiiin
    Kann ja nur noch besser werden. :anfeuer

    Danke für deine Antwort.
    Liebe Grüße, Nymphaea

    @Nymphaea alba

    ooops sorry ich dachte du schreibst komplett über Situationen auf der Arbeit??

    Sind diese Konflikte alle im familiären Kontext ? Magst du ein wenig grob erzählen wann wo mit wem dieser Konflikte sind ?

    Ich finde immer Familie, Freunde oder Arbeit sind da noch ein unterschied.

    @Nelumba_Nucifera
    Ja und nein das kommt auch auf das Gegenüber an.
    Das mit Erklärungen kann helfen oder aber als Ausrede gewertet werden.
    Ich würde Sie kurz und knapp halten und möglichst selten mit deiner Person erklären.
    Ein Arbeits Grund ist Akzeptierter und lässt sich einfacher Durchsetzten und schützt besser vor rausschmiss.
    Da ist weniger wirklich oft mehr.
    Es ist dann auch keine Lüge für mich, denn ich lasse zwar etwas persöhnliches an Begründung weg (womit ich mich auch weniger angreifbar mache) und suche nach einer, die auch Vorteile für die anderen mit sich bringen könnten.

    Solche Geschichten habe ich schon durch eine kronischen Erkrankung durch, meine Ergebnisse dazu sind das,
    manche einfach nicht die Probleme verstehen können
    und somit die Folgen.
    andere meinen Sie müssten ein Art Wettstreit draus machen und sagen Ihnen geht’s schlimmer weil…und wollen dann trotzdem, das man so weitermacht.
    Sie denken schlicht nicht dran, müssen sich erst daran gewöhnen.
    Sie denken man will sich Wichtig tun.
    Man ist Ihnen dann zu kompliziert.
    haben selber grad keinen Kopf dafür, weil eigene Probleme.
    Sie sind der Meinung was nicht tötet härtet ab und wenn man es nicht hinkriegt, soll man gehen.
    Sie fühlen sich getäuscht/irritiert, weil man vorher nix gesagt hat.
    fehlendes Einfühlungsvermögen und Interesse an belangen von Kollegen.

    Es ist aber gut für Dich, wenn Du das machst. Auch wenn es dann welche gibt die dich dann nicht mehr mögen.
    Dafür kommen villeicht andere. Und deiner Arbeitsleistung ist das auch zuträglich.
    Ich konnte früher zwar nicht erklären warum ich in bestimmten Situationen nur Murks fabriziere, aber wenn man mich bei XYZ Tätigkeiten in Ruhe lässt passiert das halt so gut wie gar nicht. Das konnte ich meist durchsetzten und letztendlich half das dann auch den anderen, auch wenn das mit der Einsicht nicht immer aber manchmal Dauerte.:joy:
    Zu der Freundlichkeit deiner Seits und anders herum kann ich natürlich nichts sagen, aber das Problem kenne ich auch nur zu gut. Da kann man einfach nur weiter üben und probieren bis man für sich meint so könnte es klappen. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, das Du in deiner Firma einen Weg finden wirst. :wink:

    @Wusselinchen
    Meintest du eigentliche @Nymphaea alba statt mich nelumba ?


    Ehm ja richtig :nothere


    Nun ja bei zwei so Wasserpflanzen kann das doch Mal passieren :lol: :wink:

    Jetzt bin ich komplett verwirrt :?: Von Arbeit habe ich doch gar nichts geschrieben, sorry wenn ich mich so unklar ausgedrückt habe. :rotwerd

    Die Probleme aus meinen Beispielen habe ich nicht nur mit Familienmitgliedern, sondern auch mit Bekannten und Personen, zu denen ich keinerlei persönliche Beziehung habe. (Ok, bis auf die Situation, wenn ich am Schreibtisch sitze- zuhause ist halt hauptsächlich Familie anwesend.) Aber es sind immer Personen die mich schon länger kennen/ bzw. denen ich vor meinen Verhaltensänderungen begegnet bin.

    Warscheinlich war ich als ewige „Ja“ sagerin, die (scheinbar) immer zuhört, immer hilft und sich nebenbei noch die Schuld für alles mögliche selbst in die Schuhe schiebt, einfach viel nützlicher (weil ausnutzbarer)
    für andere Leute. :idea:

    Liebe Grüße
    Nymphaea

    @Nymphaea alba

    Nein du hast nicht von Arbeit geschreiben, aber von Schreibtisch und deswegen habe ich automatisch gedacht du sprichst von Arbeit . :wink:
    Wie alt sind denn die dich nicht in Ruhelasser?.

    Wenn man ewige Ja-Sagerin mit Schuldfunktion war, ja loisch, dass sich das Volk wehrt :wink: , da heisst es nur GEduld bis die kappiert haben. :wink:

    Das kenne ich nur allzu gut. Man macht gerade etwas und jemand möchte einem etwas erzählen, alleine dabei zuzuhören funktioniert bei mir überhaupt nicht. Ich habe aber dann auch nur die Sachen km Kopf, wo ich gerade dran bin. Mir tut das auch total leid. Wenn ich sogar mit meinem Kram aufhöre um demjenigen zuzuhören, bin ich trotz allem nicht bei der Sache. Ich kann verstehen, dass da viele irgendwann genervt sind. Ich möchte ja auch, dass mir zugehört wird, wenn ich gerne etwas erzählen möchte.
    Oder wenn ein Thema immer wieder durchgesprochen wird, ich bin einfach nicht da.
    Viele sprechen immer wieder drum herum, bringen Beispiele und und und…statt einfach auf den Punkt zu kommen. Bei sowas langgezogenem bin ich nach 3 Minuten schon lange nicht mehr mit meinem Kopf anwesend.
    :neiiin wie willst du jemandem so etwas erklären?
    „Tut mir leid, aber kannst du nicht langsam auf den Punkt kommen?“ Da ist jeder verletzt oder glaubt doch man hätte kein Interesse. :ai

    Bei mir auf der Arbeit wissen die, dass ich häufig mal etwas verträumt bin. Also ich hab es ihnen noch nie erzählt, aber aus der Erfahrung wissen die das ^^

    Mit der Kollegin, mit der ich mein Büro teile, quatschen ich immer sehr viel, und manchmal bin ich auch der, der sie voll quatscht. Wenn ich von ihr voll gequatscht werde und mich nicht darauf konzentrieren kann, dann gebe ich ihr zumindest das Gefühl, dass ich ihr zuhöre. Nur weil etwas gesagt wird, muss es noch lange nicht gehört werden. Aber es ist fair, wenn ich ihr zumindest das Gefühl gebe, dass sie gehört wird. Aber das ist ein geben und ein nehmen.
    Wenn es um fachliche Dinge geht, gehe ich zu ihr und konstruiere mir mit den Dingen die sie gesagt hat eine Feststellung. Das teile ich ihr dann mit und dann bekomme ich Resonanz ob sich das deckt, was sie mir gerade erzählt.
    Falls nicht muss sie es mir nochmal erklären, aber dann habe ich mich von meiner Gedankenblase ein Stück entfernt und kann ihr besser folgen.


    Das gefällt mir so gut, dass ich überlege, es tatsächlich als Begründung zu benutzen. :mrgreen:

    Aber im Ernst: Den richtigen Ton zu finden, dass sich niemand bevormundet fühlt, aber auch rüberkommt, was ich sagen will, ist eine Kunst, an der ich regelmäßig scheitere. Selbst wenn ich einige besonders toxische Leute aus meinem Bekanntenkreis ausshließe (also aus der Betrachtung, aus em Bekanntenkreis teils auch), die meinen freundlichen Normal-Ton als „mit dem kann man’s ja machen“ interpretieren, das ausnutzen und wenn ich mich beschwere, das dann mir zum Vorwurf machen. Irgendwo zwischen „was bist du denn plötzlich so aggressiv“ und „na toll, erst alles gut finden und dann plötzlich die Meinung ändern und anderen den Boden unter den Füßen wegziehen“. Alles schon gehört.

    Vor Allem für diejenigen von uns, die erst spät von ihrem ADHS erfahren haben und jetzt halt nicht mehr jeden Bullshit mitmachen wollen, kann das schwierig sein. Vor Allem Familien, aber auch Freundeskreise sind eingespielte Gruppen mit festen Rollen und Verhaltensmustern. Wenn dann plötzlich einer nicht mehr mitspielt, fühlen sich die anderen leicht angegriffen. Vor Allem wenn’s derjenige ist, der vorher doch immer so zuverlässig den Deppen gespielt hat, denn die Aufkündigung dieser Rolle bedeutet zwangsläufig eine Kritik an den Verhaltensweisen, die ihn in diese Rolle gebracht haben.