Kombination aus mehreren ADHS Medikamenten

Hallo liebe Leute, ich habe bisher noch kein Beitrag explizit über Medikamente von euch gelesen und wollte mal fragen ob ihr euch mit dem Thema auskennt.
Ich bekomme aktuell eine Kombination aus Elvanse 70mg und Elontril 300mg.
Jetzt wollte ich morgen zu meinem Psychiater gehen und um eine Umstellung wieder zurück auf Medikinet erbitten.
Jetzt hat mein Psychiater wegen dem Elontril schon gemeckert, dass man keine zwei dopaminerge Medikamente zusammen gibt sondern immer nur eines davon und das er spaßeshalber nicht mehr weiss wie man dieses Behandlzngskonzept nennt.
Ich wünsche mir eigentlich auch wenn ich es noch nicht angesprochen habe eine Kombination aus Medikinet, Attentin und Elontril.
Jetzt Weiss ich ehrlich gesagt nicht ob er das machen wird oder ob er das überhaupt verschreiben darf.
Ich habe mal gehört und jetzt kommen wir zu meiner eigentlichen Frage, dass man eigentlich eine Kombination aus zwei dopaminergen Präparaten verschreiben kann. Das wünsche ich mir auch.
Mit dem Elontril hat er eine Behandlung damals begründet, dass andere SSRI Antidepressiva meine QT-Zeiten vom Herz verlängern und ich diese nicht vertrage. Jetzt möchte ich wieder eine Änderung. Hat jemand von euch eine Kombination dlaus zwei oder mehreren Präparaten oder weiß jemand ob das dem Arzt erlaubt ist diese Kombination zu verordnen.
Mfg Dregoudi

Die Kombination Elontril und Methylphenidat geht (hatte ich selbst schon). Die Frage ist natürlich, wie sinnvoll das ist…

Vielleicht kann der „Chef“ da mal was zu sagen…:smirk:

Ich weiß nicht ob es sinnvoll ist Elvanse und Elontril gleichzeitig zu nehmen. Vielleicht solltest du die Medikation noch einmal in Ruhe mit deinem Psychiater
besprechen.

Hier würde mich vor allem interessieren: Bringt dir das Elontril wirklich etwas? Ich habe immer den Eindruck, Elontril habe den Ruf bei ADHS zu helfen, aber mehr auch nicht? :wink:

Und mal vom Elontril abgesehen, warum willst du Medikinet und Attentin kombinieren? Nicht dass das nicht ginge, aber ich bin eben neugierig welche Überlegungen dich dazu bringen?

(Wirklich sinnvoll fände ich ja den umgekehrten Fall- Elvanse mit unretardiertem MPH kombinieren; für alle bei denen Elvanse nicht bis zum Abend reicht, Attentin aber auch zu lange wirken würde. Zumal wenn man das unretardierte sowieso selbst zahlen muss, ist ein MPH-Generikum natürlich viel billiger.

Ich nehme nur MPH, kombiniere aber Medikinet Adult morgens, Ritalin Adult mittags und unretardiert spätnachmittags. Mein kleiner Sohn nimmt Attentin 2x täglich, das ist bei ihm (!) besser als MPH.)

Wenn ich das richtig verstehe hattest du Elontril seit Beginn, damals noch in Kombination mit Mph… und hast dann zu Elvanse gewechselt- das Elontril aber beibehalten, oder? Ich hatte auch eine ganze Weile Mph und Elontril genommen, allerdings habe ich beim Wechsel zu Elvanse beides weggelassen, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen und Elvanse selbst überhaupt objektiv beurteilen zu können! Ich würde dir auch empfehlen, Elvanse erstmal ohne Elontril zu versuchen, bevor du das Medikament an den Nagel hängst :wink:

Grundsätzlich würde ich erstmal immer bei einem Wirkstoff bleiben, also Mph retardiert/unretardiert oder Elvanse/Attentin… erst wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert, würde ich über eine Kombination nachdenken- aber das ist nur meine Meinung… :geek:

Moinsen,

Elontril = Bupropion kenn ich auch als Ergänzungsmedikament zu Medikinet oder Elvanse bei ADS-Betroffenen, die sehr starken Antriebsanschub brauchen.
Bei ADHS-Typen, die eh schon etwas aufgedreht sind, hat mal jemand mit nem veritablen weisen Kittel was von „dekompensieren“ gemurmelt und davon abgeraten.

Dass man dopaminerg + dopaminerg nicht kombinieren dürfe halte ich für unsinnig. Für richtig halte ich allerdings, dass man die Addition der dopaminergen Wirkung berücksichtigen muss.
Es könnte aber gut sein, dass dopaminerg nicht ganz gleich dopaminerg ist, so das eine Zusammensetzung von zwei „halben Dosen“ von Mitteln, die jeweils dopaminerg sind, sinnvoll sein kann.
Jugend forscht - da kennt sich doch kein Mensch damit aus.
Nur: wenn was schief geht, dann auch nicht pienzen, der Doc hätte es wissen müssen - nein, weiss er eben auch nicht, weil es keiner weiss…

Hier die Seite zu Bupropion:
<LINK_TEXT text=„https://www.adxs.org/adhs-behandlung-th … bupropion/“>https://www.adxs.org/adhs-behandlung-therapie/medikamente-bei-adhs-uebersicht/geeignete-medikamente-bei-adhs/medikamente-bei-adhs-bupropion/</LINK_TEXT>

Bupropion ist eines jener Medikamente bei denen ich nicht verstehe wieso es überhaupt verordnet wird da es nahezu wirkungslos ist. Bei O.P. müsste man wissen ob bei ihm eine echte Depression vorliegt (also eine die auch ohne zusätzliches ADHS behandlungsbedürftig wäre). Wenn ja dann sollte man diese behandeln und zwar mit einem wirksamen Antidepressivum. Wenn nicht sollte man sich um das ADHS kümmern. Auch hier ist dann Bupropion allenfalls fünfte Wahl, d.h. man kann es vielleicht probieren wenn alles andere Wirkungslos ist aber man sollte es nicht als Alternative zu Stimmulanzien betrachten.

Bupropion IST ein wirksames Antidepressivum und wirkt auch leicht positiv auf die ADHS-Symptome. Bei komorbider Depression kann es also sinnvoll sein, zumal SSRI bei ADHS nicht ideal sind. Bei ausgeprägter ADHS dürfte es nicht reichen, höchstens vielleicht bei leichter Symptomatik mit Motivations- und Antriebsproblemen.

Noradrenerge Antidepressiva (Bupropion, Reboxetin, Venlafaxin …) sind schreckliche Medikamente. Gegen Depressionen sind sie ähnlich (un)wirksam wie SSRI, haben aber zusätzlich enorm hohe Suizidraten. Eigentlich müssten diese Medikamente allesamt vom Markt genommen werden.

Die Pharmaindustrie ist sich dieser Problematik natürlich bewußt und versucht für diese Medikamente eine andere Nische zu finden: ADHS. Die Logik dahinter scheint zu sein: Ein Medikament das minimal gegen ADHS hilft und minimal gegen Depressionen ist auf einmal ein gutes Medikament wenn Jemand ADHS und Depressionen hat. Was dabei aber vergessen wird ist dass die Wirkung auch in diesem Fall auf beide Krankheiten sehr gering ist und man besser fahren würde wenn man statt dessen ein wirksames ADHS Medikament und ein wirksames Antidepressivum verschreibt.

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Medikamente bei Depressionen durchaus wirksam sind. Natürlich sollte man kritisch sein gegenüber Big Pharma, aber zu behaupten, Antidepressiva würden per se nicht wirken, ist Unsinn.

Ich nehme gegen die Depression Sertralin. Elontril hatte ich vor längerer Zeit auch mal genommen, aber das hat keine Wirkung gezeigt. Jetzt mit dem Sertralin geht es etwas besser, aber ob es letzt endlich das Richtige
Medikament bei Depressionen ist weiß ich nicht.

„Die“ Depression gibt es noch weniger als „das“ AD(H)S.
Depressionen können aus Serotoninmangel und oder Noradrenalinmangel und oder Dopaminmangel und oder noch einigem anderen entstehen…
bei den einen wirken diese Medis, bei den anderen jene.
Und bei 34 % derjenigen mit einer behandlungsresistenten Depression, bei denen also gar nix wirkt, liegt ein unerkanntes AD(H)S zugrunde…
…aber eben auch da nur bei 34 %…

Wer sich mal tiefer in die Ursachen von Depression reinlesen will:
<LINK_TEXT text=„https://www.adxs.org/diagnostik-von-adh … -bei-adhs/“>https://www.adxs.org/diagnostik-von-adhs/differentialdiagnostik-bei-adhs/depression-und-dysphorie-bei-adhs/</LINK_TEXT>

Also ich meine mal gehört zu haben das die Depression eine der häufigsten Diagnosen ist und eine Volkskrabkheit. Ich bekomme Elontril, weil die anderen Antidepressiva das Herz also die QT Zeiten langsam machen.
Ich finde das Elontril ist sehr potent bei 300mg. Also ich merke immer ganz deutlich einige Stunden nach der Einnahme das es wirkt. Also die Behauptung teile ich nicht, dass Antidepressiva keine Wirkung erzielen. Aber die Selbstmordrate ist bei SSRI so hoch, weil sie am Anfang abtriebssteigernd wirken und somit die Impulskontrolle verschlechtern und es häufig zu Überreaktionen kommt. Deshalb sollte man einem Suizidalen auch keine abtriebssteigernden Antidepressiva geben. Zuerst tritt der abtriebssteigernde Effekt ein und nach zwei Wochen sagt man erst der antidepressive. Dann hat sich das wieder ausgeglichen.
Ich bin mit dem Elontril schon zufrieden aber in meinen Augen auch nur suboptimal.
Ich habe diese Woche mit meinem Psychiater gesprochen, wegen der Kombination aus Elvanse und Medikinet und er meinte wenn er mir das am Abend noch ansetzt könne ich nicht mehr schlafen und da ich bald den Psychiater wechseln muss, weil ich die therapeutische Einrichtung inder ich gerade Therapie mache Wechsel sollten wir keine Experimente mehr starten.
Also warte ich erst auf den Wechsel und spreche das nochmal an.
Ich hätte gerne Morgens das Elvanse und Abends halt Medikinet unteradiert von mir aus. Das wirkt dann 4 Stunden und ich kann um 23Uhr schlafen. Für mich wäre das super aber die PsychoDocs sagen wie immer zwei mal dopaminerg sollte man nicht machen was meiner aber schn tut und das Präparat jetzt zu wechseln sei zu früh. Er mache sich im Moment Sorgen sagt er aber auf eine Umstellung will er sich auch nicht einlassen. Wie immer die Ärzte halt, verstehen kann und muss man sie nicht immer.

Hallo Dregoudi,

bis wann genau wirkt denn dein Elvanse? Und wann ist bei dir „abends“?

Vergiss die 4 Stunden, versuch lieber herauszubekommen wie lange das unretardierte MPH bei dir wirkt. Medikinet ist übrigens unnötig teuer, es gibt preiswertere Generika. (Aber falls deine Krankenkasse zahlt, muss sich dein Apotheker natürlich nach dem aktuellen Rabattvertrag richten, d. h. in diesem Fall hast du keinen Einfluss welches unretardierte MPH du bekommst.)

Ich nehme meine letzte Dosis, nämlich 5 mg unretardiertes MPH, so zwischen 16:30 und 18:00. Richtet sich danach wann ich die vorletzte Dosis nehme, ich muss ja darauf achten dass es keine Lücke gibt.

bzgl. des nicht erstattungsfähigem unretadiertem MPHs. Kann man sich das nicht aus dem retadierten selber kauen :roll:

So teuer ist es nicht, das lohnt den Aufwand nicht, und welche Dosis du dann herausbekommst ist höchst unsicher. Meine 5 mg/Tag (also eine halbe 10-er MPH 1a) kosten 17 Cent.


Ist bestimmt auch nicht so lecker… aaber crunchy :lol: (und alle Kügelchen erwischt du ja doch nicht…)
Wie Falschparker schon sagte- lohnt nicht!

Sehe ich auch so.

Hi,
Ich weiß nicht ob du schon in betracht Attentin (Dexamphetamine IR) in betracht gezogen hast. Gibst in Tabs von 5-20mg oder in Tropfen. Wirkdauer 3-6h (hängt von vielen Faktoren ab. Aber ich hab die Kombination Elvanse 30+10Att morgens + 20 Att mittags + 10mg Att mittags. Finde das tut ganz gut. Von einem SNRI würde ich aus Blutdrucktechnischen Gründen abraten, ging bei mir nicht gut, Ruhepuls 100 + usw^^
Sonst wäre natürlich auch Elvanse + Medikinet/ Ritalin sinnvoll aber ich glaube es gibt wenig Ärzte die das machen…
Lg

Hallo Kruzaide,

ja, hat er, guck mal in den allerersten Beitrag.

Ich denke nur gerade angestrengt nach, welchen Sinn deine Kombination jetzt hat? :?:

Also das retardierte Amfetamin (Elvanse) wirkt ungefähr doppelt so lang wie das unretardierte (Attentin), oder auch etwas länger, wie auch immer. Aber warum gleichzeitig retardiertes und unretardiertes, da könntest du doch auch eine höhere Dosis Elvanse nehmen?

Und das zweite mittags soll vermutlich nachmittags heißen? Das heißt du nimmst die 10 mg Attentin, damit noch etwas wirkt wenn das Elvanse ausläuft? Das ist sicher sinnvoll, aber die anderen beiden Dosen Attentin, na gut, du wirst mich sicher aufklären.

Mein Sohn nimmt auch Attentin, aber viel weniger, nämlich morgens 3,75 mg und (nach)mittags 1,25 mg. Er ist allerdings erst 7 Jahre alt. Und doch, auch diese kleinen Dosen wirken sehr deutlich, das ist kein Placebo.

Zahlt bei dir die Kasse, und wenn ja war es schwierig durchzusetzen?

Viele Grüße
Falschparker