Kranker Psychiater

Es ist wie verhext, aber ich habe bis heute noch keinen guten, kompetenten und professionellen Psychiater finden können. Erst war ich bei einem der mir das Ritalin illegal verschrieben hatte (ich erfuhr das erst nachdem ich zu einem neuen Therapeuten wechselte und dieser mir mitteilte dass er für die Verschreibung vom Ritalin eine Diagnose brauche und das Kantonsarztamt das R. gar nie bewilligte…)
Davor hatte ich noch anderweitige Erlebnisse mit anderen Psychiater auf die ich jedoch nicht weiter eingehen kann, zum einen weil die Geschichten zu lang wären und auch weil ich so einiges noch gar nicht richtig verdauen/verarbeiten konnte.
Nun, aktuell ist es so dass mein Psychiater im Herbst pensioniert wurde, er aber auf unbestimmte Zeit weiter arbeiten möchte. Jedoch muss in den letzten 2 Wochen etwas gravierendes passiert sein, denn ich erkenne ihn nicht wieder und er ist offensichtlich sehr krank. Manchmal erläutert er etwas in diese Richtung wie z b. dass er kein Covid oder Krebs habe, jedoch gibt es auch immer wieder Situationen in denen er dann alles abstreitet und so tut als ob es ihm wunderbar gehen würde, was ich ihm einfach nicht glaube. Es kann auch unmöglich sein denn er hat folgende „Symptome“ welche auf einen Schlag da waren:

  1. Er torkelt und kann nicht mehr richtig gehen
  2. Er hat massive Sprachstörungen und hat Mühe Sätze zu bilden
  3. Er vergisst sehr vieles
  4. Er wirkt müde und apathisch plus resigniert
  5. Er kann keine Gespräche mehr führen da er Schwindelanfälle hat und oft beinahe zusammen fällt

Gestern hatte ich einen weiteren Termin und er kotzte mir satte 3x vor die Füsse!!! Ich sah dass es ihm auf einmal ganz schlecht hing und fragte ihn wie ich mich verhalten solle und was ich tun müsse sofern er bewusstlos wird, doch leider gab er mir keine Antwort darauf und Tränen flossen über seine Wangen, kurz danach bekam er einen seltsamen Anfall wobei er dich dann eben übergeben musste.
Ich war starr vor Schrecken und wusste nicht was tun…Als er wieder ansprechbar war fragte ich ihn ob er wieder gesund werde und er sagte vielleicht. Danach entschuldigte er sich mehrmals und wiederholte immerzu dass er mit Sicherheit nicht betrunken sei (seltsamerweise machte ich ihm keine Vorwürfe und fragte ihn nicht ob er betrunken sei, nebst dem ich das sicher gerochen hätte, oder?).
Nun denke ich dass es keinen Sinn macht wenn ich weiterhin Termine bei ihm vereinbare, vor allem weil ich einfach spüre dass diese Situationen mir nur schaden anstatt zu helfen, und ich habe das Vertrauen verloren da er sich ständig widerspricht. Es verwirrt mich letztendlich nur no nebst dem ich nun bei jedem Termin alles wiederholen muss was ich schon mehrmals erzählte und er selbst auch immerzu die selben Dinge erzählt. Ich habe ihn such schon darauf angesprochen dass er mir alles schon erzählt habe, doch er kann oder will nicht mehr zuhören. Ich verstehe nicht weshalb er sich das antut, und warum er in solchem Zustand überhaupt noch praktiziert.
Kann mir Jemand einen Tipp geben was ich nun am besten machen soll und ob ich dies nicht besser irgendwo melden könnte? Letztendlich leiden 2 Menschen darunter und es sollte eigentl nicht sein dass ich ihm, als Patientin, helfen muss…wohl eher umgekehrt. Ich weiss dass die Suche nach einem neuen Therapeuten schwierig sein wird. Aber ich brauche Hilfe.

Der Mann muss in Behandlung, das klingt nach Drehschwindel - oder Schlaganfall… Wenn er eine Kassenzulassung hat ist die Frage, ob man das nicht melden sollte wenn das länger geht, denn es gibt ohnehin zu wenig Plätze. Er wird ja auch noch andere Patienten haben…
Eigentlich müsste er ja auch eine Vertretung haben, oder?

Google mal nach „Beschwerden über Kassenarzt“, da findest Du Ansprechpartner.

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Vielen Dank für deine Nachricht. Nein, er hat keine Vertretung da er selbstständig ist und sein Büro lediglich in einem Gebäude gemietet hat um seine Therapien anzubieten. Ich lebe in der Schweiz, heisst das Amt hier gleich wie bei euch?

Naja, Psychiater* sind auch nur Menschen, vielleicht ist er* extrem gestresst?, aber alles in allem, klingt das ganze doch ehr Besorgnis erregend.
Vielleicht probierst Du es einfach wo anders?. :wink:

Unglaublich. Bin ich zu optimistisch, wenn ich vermute, dass ein seinen Patienten vor die Füße kotzender Arzt auch seinerseits Konsequenzen aus so einem Vorfall ziehen dürfte?

Es sei denn, es steht für etwas. Sowohl Freud als auch Jung deuten Erbrechen, glaube ich, als „etwas dringend loswerden wollen“. In manchen Kulturen wird es aber auch im Zusammenhang mit Initiationen gesehen, gerade bei Männern und wenn es mehrfach passiert. Vielleicht eine Initiation in den Ruhestand?

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@Elementary , der Punkt geht eindeutig an Dich. :wink: :+1:

Vielleicht braucht der Psychiater selbst mal eine Therapie?, ich würde mich aber nicht dazu hinreissen lassen, ihm diese Therapie als „Laie“ zu offerieren, denn ER wird ja für Therapien bezahlt, ich NICHT!. :wink:

Das erinnert mich an: „Renfield, ICH kann fliegen, Du NICHT!“. :joy:

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Ja, ihr habt alle recht und ehrlich gesagt weiss ich manchmal auch nicht ob ich nun lachen oder weinen soll. Klingt echt bekloppt wenn ich es selbst lese. Aber Tatsache ist einfach dass ich so nicht mehr weiter zu ihm gehen kann und will. Natürlich ist ein Psychiater auch „nur ein Mensch“ jedoch ist und bleibt es seine eigene freie Entscheidung die Arbeit nach der Pensionierung aufrecht zu erhalten, oder sich zufrieden zu geben mit all den Jahren in denen er zweifellos gute Arbeit geleistet hat. Alles andere geht mich nichts an und sollte mich auch nicht weiter belasten, egal was der Grund sein mag (ich habe schon Gerüchte über ihn gehört die nicht ganz sauber klingen), doch es ist nicht mein Problem wenn er Scheiße gebaut hat und am Ende er nicht mehr damit klar kommt, Karma sagt man dem, oder? Naja, es ist nun so passiert und ich kann das nicht unterstützen da ich eben Patientin bin und nebst dem ADS noch andere wesentliche Baustellen habe die ich gerne verarbeiten möchte, ohne Begleitung wäre es unmöglich. Ich werde es einfach der Ärztekammer weiter geben und mich nach einem neuen Therapeuten umsehen. Jedenfalls sollte ein Mensch, egal in welcher Branche er nun tätig ist, in solchem Zustand nicht arbeiten. Natürlich sind da noch andere Patientinnen und Patienten die sicher ähnliches erleben in ihren Sitzungen, doch es kann und darf nicht sein dass alle schweigen und niemand etwas unternehmen will.

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Diesen Ausführungen kann ich nicht wieder sprechen @Malu78 , manche Leute meinen es wahrscheinlich im Grunde gut, wissen aber nicht, wann sie selbst ihre Grenzen erreicht haben.

Im ersten Moment, klingt das ganze ehrlich gesagt zum einen Teil fast belustigend, auf die andere Art, alles andere als dass, sondern Besorgnis erregend, und fast schon „beängstigend“.
„Lustig“ ist sowas allemal nicht, ehr befremdlich und fragwürdig, finde ich jedenfalls.

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Hallo Malu,

herzlich willkommen im Forum! :adxs_knuddel:

Das Kindermädchen für deinen Psychiater bist du nicht. Er wird wohl eine Ehefrau oder andere Angehörige haben, die auf ihn achtgeben, da bist du sicher nicht die Einzige?

Du willst nicht mehr hingehen, und es ist absehbar, dass andere Patienten auch wegbleiben. Eine akute Gefahr für die Allgemeinheit sehe ich jetzt nicht, oder du?

Und was deinen früheren Arzt betrifft: Illegal hat er dir Ritalin sicher nicht verschrieben, das Medikament war vermutlich auf einem ordnungsgemäßen Rezept? Es gibt Richtlinien, die eine Diagnose vorschreiben, aber die ärztliche Freiheit für Off-Label-Verschreibungen ist relativ groß, vermutlich auch in der Schweiz. Und die Vermutung, du habest AD(H)S, hatte sich ja bestätigt, von daher lag er offensichtlich nicht falsch.

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Übrigens bin ich zu meinem früheren Psychiater auch noch fünf Jahre lang gegangen, nachdem er seine Kassenzulassung abgegeben hatte, bis er leider im letzten Jahr gestorben ist. Kognitive Ausfälle hatte er bis zu meinem letzten Besuch jedenfalls keine.

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Herzlich Willkommen @Malu78 , ich muss gestehen, solch eine „strange“ Story, wie Deine, habe ich noch NIE gelesen, Sachen gibt’s?, echt der Hammer :hammer:.
Wie auch immer, wahrscheinlich am besten, Du suchst Dir einen Psychiater, der Dich nicht ankotzt.

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Es klingt danach, dass er entweder auf Entzug ist oder er sich selbst therapiert mit sehr heftigen Substanzen. Es ist aber natürlich nur eine Vermutung.
Sorry, aber ich wäre sofort da weg!

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Ich denke da leider eher an einen Hirntumor…
Wenn ich mir vorstelle, in @Malu78 s Situation zu sein, würde ich meine Besorgnis um seinen Gesundheitszustand aufgrund der „ungewöhnlichen“ Verhaltensweisen, die ich sachlich exemplarisch aufzählen würde, freundlich und ganz direkt ansprechen. Und sagen, dass ich es sehr schätze, dass er trotzdem für seine Patienten da sein möchte, dass mich das aber zu sehr belastet, weil ich mich überfordert und hilflos fühlen würde in diesen Momenten. Und daher die Therapie zumindest unterbrechen möchte.
Das Gespräch würde mir nicht leicht fallen, aber ich würde mich dazu überwinden.

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Das stimmt, jedoch habe ich mehrere male versucht mit ihm zu reden, das Gespräch irgendwie zu finden, doch leider blockt er ab indem er entweder behauptet dass es ihm gut gehe (ich frage mich in diesen Situationen ob er alles vergessen hat…) oder er macht komische Bemerkungen wie : "ich sterbe nicht gleich in den nächsten Tagen ", oder „machen Sie sich keine Sorgen ich werde mich nicht umbringen“.

Das schlimmste ist wenn ich ihm gute Besserung wünsche. Da reagiert er total aggressiv…Ich verstehe echt nicht was los ist und zuletzt gehts mir selber nicht grad gut und daher fühle ich mich total alleine…

Habe ich auch schon daran gedacht…

Ich glaube, ich würde dann einen freundlichen kurzen Brief schreiben und darauf Bezug nehmen, dass du es ja schon beim Termin versucht hast, es anzusprechen, dass es dir aber schwerfiel, die richtigen Worte zu finden: Dass du dich derzeit unwohl fühlst in der Therapie und daher zumindest bis auf weiteres keine Termine bei ihm wahrnehmen möchtest. Ggf. ist es dann auch sinnvoll, mit einem ebenfalls freundlichen Satz um ein Schreiben zu bitten, das die nötigen Informationen enthält, um einem anderen Kollegen die Weiterführung der Therapie ermöglicht. Du hast nicht unbedingt Anspruch darauf, dass er dir das aushändigt, aber der neue Therapeut sollte es zeitnah zugesendet bekommen, also kann man da schon mal „anklopfen“.

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Willkommen hier. Zu deinem Erlebnis: Und wenn es nur ist, dass wir dir sagen, dass du nicht der Arzt bist und dich - leider - weiter umschauend mußt: Sorge für dich und nicht für einen angeblichen Arzt. Was du schilderst und abgelaufen ist, ist ein glatte Überforderung und darf eigentlich nicht passieren.
Alles Gute!

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Vielen lieben Dank für all eure Mitteilungen, Gedanken und Vorstellungen die ihr mit mir geteilt habt und auch für die vielen Ratschläge!
Ich fühle mich nun nicht mehr so alleine und überfordert. Meine größte Angst ist und war dass ich, sofern ich jetzt nichts unternehmen würde und diese Ereignisse bei der zuständigen Behörde melden werde, dass ich ein Problem kriegen könnte wegen unterlassener Hilfeleistung.
Ich meines wirklich ernst, dieser Zustand macht mir Angst und ich kam 2x so schockiert nach Hause, dass ich gar nicht mehr ansprechbar war und in einer „Starre“ verharrte, was wiederum meine Familie überforderte. Es ist klar für mich dass gerade die 2 letzten Termine nicht spurlos an mit vorbei gehen werden und ich darüber reden muss, und zwar mit einer Fachperson. Schon krass dass man ein Grund mehr hat sich in Therapien zu begeben und dies aufgrund eines Psychiaters!
Zuletzt möchte ich euch noch etwas mitteilen:

Ich traf heute eine junge Frau die ich kenne welche auch bei ihm zur Therapie ging. Nun erzählte sie mir dass er angeblich Probleme habe mit seiner Zulasung und seinen Rezepten. Dass er kaum mehr irgendwo Medikamente besorgen könne. Ihre Medikamente holt er immer aus der Tschechei (er ist such Staatsbürger von dort) und gibt ihr die Medikamente nun selbst ab. …wie er dies verrechnet weiss ich nicht, aber das klingt sehr übel.
Ich hatte zu Beginn 40 mg Ritalin, inzwischen 100mg am Tag (ich habe die unretardierten Tabletten) und er meinte vor wenigen Wochen eben auch dass er Probleme habe mit dem Kantonsarzt wegen dem Ritalin, und es nicht mehr bewilligt werde, am Ende hieß es dann dass es gar nie bewilligt wurde was jedoch nicht sein kann sonst dürfte die Apotheke mir dies ja nicht abgeben, oder??

Aber meine Frage ist eigentlich nun ob 100mg Ritalin im Tag zu hoch ist…? Ich habe nebst dem noch das Wellbutrin…

Das klingt sehr sehr ungut, finde ich. Tageshöchstdosis Ritalin sind laut Beipackzettel 80 mg.
Gibt es bei euch sowas wie die Ärztekammer bei uns in D? Vielleicht mal dort anrufen und ohne Namensnennung den Fall schildern und fragen, was die empfehlen zu tun. Und in Gesprächsprotokoll anlegen.