Lindern ADHS Medis auch andere Symptome?

Hallöchen und allen erstmal ein gesundes neues Jahr :innocent:

An euch, die schon länger Medis einnehmen:

Ja, es soll ruhiger und klarer im Kopf werden.

Aber werden auch Dinge besser wie

  • Alles (über)bewerten
  • Konfliktscheue aus Angst vor Ablehnung
  • Schnell angegriffen fühlen
  • Schlechte Stimmung persönlich nehmen
  • Etc

Halt all diese Sachen, die soziale Interaktion so schwer machen oft?

Darauf baue ich iwie sehr, zusätzlich zur großen Sehnsucht nach innerer Klarheit und Ruhe.

Ich erwarte jetzt im Januar die Rückmeldung aus meiner Diagnostik und danach würde es entsprechend auch mit Medikamenten starten.

Alles Liebe, Svenja :bouquet:

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Das sind foch u. a. Adhs Symptome und die Dauerüberforderung

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Genau, das sind ADHS Symptome. Daher frage ich mich, ob jemand unter ADHS Medikation vielleicht auch eine Verbesserung in diesen Bereichen bemerkt.

Hallo Svenja,

ja! Das schnell angegriffen fühlen ist ja eine Folge von verzerrter Wahrnehmung, und ADHS-Medikamente verbessern die Wahrnehmung.

Ich kann ruhiger Dinge bewerten und besser einordnen. Ich kann besser Gespräche führen. Überhaupt fühle ich mich besser und ausgeglichener mit dem Medikament. Diese Wirkung finde ich noch viel eindrucksvoller als die, dass ich mehr Überblick für Aufgaben habe.

Und deswegen kann ich auch nicht verstehen, dass so viele Leute (einschließlich Ärzt/innen) denken, die Medikamente sind für die Arbeit bzw. Schule bei Kindern wichtig und können in der Freizeit weggelassen werden.

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Ich hoffe sehr, dass es Hilft. Was das angeht habe ich bei mir leider keinen so großen Effekt gesehen. Es hilft auf jeden Fall, dass die Wahrnehmung besser ist und die Impulskontrolle, ich denke das spielt viel mit rein.
Aber Dinge wie Angst vor Ablehnung und Sachen persönlich nehmen sind ja oft Probleme die wir haben, weil wir so oft angeeckt sind in unserem Leben und deshalb sehr sensibel was das angeht. Sowas hinterlässt oft Spuren im Selbstbewusstsein - wenn dich das stark beeinträchtigt, wäre ggf. eine Therapie sinnvoll.
Alles Liebe :slight_smile:

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Oh wow, dass lässt mich ja wirklich hoffen, vielen Dank für deine Rückmeldung :hugs: denn darunter leide ich sehr.

Und ja, absolut.. die Medikamente sind dafür da, die allgemeine Lebensqualität zu verbessern, völlig unabhängig von Arbeit oder Schule.. Ich möchte sie nicht nehmen, damit ich besser arbeite, sondern damit ICH MICH besser fühle.

Das verstehen viele nicht, weil sie es nicht nachfühlen können.

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Ich danke dir :slight_smile:

Ja, eine Therapie würde ich ggf nochmal angehen. Ich bin bisher auf Borderline behandelt worden :grimacing:

Ich glaube auch, dass mit Training und Realitätsprüfung und so weiter eine Besserung entstehen kann. Ich hab das auch schon besser im Griff, als noch vor 10 Jahren.

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Sag mal kann das noch so viel „altes falsches Wkssen und falscher Glaube sein“ das Adhs ler sowie PSYCHISCH KRANKE MENSCHEN eine Zumutung für die Gesellschaft und für ihr Umfeld sind.
Das Kinder parieren, funktionieren und blind gehorchen müssen, wo immer das Leid, die Belastung an der Außenweld und niemalsam Empfinden des Betroffenen bewertet wurde aber auch teils immer noch wird. Denn viele Ärzte scheinen so hinter vorgehaltener Hand immer noch zu denken/ zu bewerten und sehen oft auch nicht Patienten als mündige und selbst entscheidungsfähige wesen, denn vielen wird bei vielem ja keine Wahl gelassen oder sie gefragt was sie möchten.

Mein Psychiater fragte damals ob wir mit dem üblichen Medikament Ritalin anfangen möchten und auch bei der Dosis, doch diese Entscheidung wird vielen nicht gegeben und bei Psychopharmaka wie starke Antidepressiva erst recht nicht - friß oder stirb oft doch die Devise. Zumindest empfinde ich das aus vielen Schilderungen

Ich nehme selbst erst seit einem Monat Elvanse, habe aber schon beobachtet, dass ich in Gesprächen viel direkter bin. Nicht verletzend oder beleidigend, sondern einfach direkter. Davor dachte ich mir “sage ich das jetzt oder lieber doch nicht?” oder habe vielleicht innerlich die Augen verdreht, wenn mich etwas genervt hat, aber nach außen hin nichts gezeigt. Ich empfinde das als sehr angenehm und befreiend :slight_smile: Manchmal hatte ich im Nachhinein den Gedanken, ob ich in einem Gespräch vielleicht zu viel/zu direkt war. Aber ich denke, nach jahrelangem Unterdrücken muss ich auch erstmal die richtige Portion Direktheit finden und das geht nur, wenn ich auch mal Fehler mache. Insofern ist das auch in Ordnung :slight_smile:

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Hallo Svenja,

Ich wünsche dir, dass dein Wunsch dich besser zu fühlen, in Erfüllung geht. Und dass du ein wenig Geduld mitbringst, bis das für dich passende Medi mit der für dich passenden Dosierung gefunden ist.

ADHS - Medikamente verändern deine Persönlichkeit nicht. Du bleibst du - mit allen Schwächen und Stärken, gelernten Denkmustern und Verhaltensweisen. Aber die Medikamente helfen deinem Gehirn besser zu funktionieren und geben dir die Freiheit, besser damit umzugehen und Dinge an dir zu verändern, was ohne Medikamente unmöglich war.

Viel Erfolg und liebe Grüße

I

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Da empfand ich meine Aufenthalte in der Klinik jeweils als total neu und auch angenehm, weil dort halt jeder so ist, wie er nunmal ist, ohne Masken. Kein Anpassen etc.

Ich gehe sehr offen mit meinen Themen um und hab da bisher positive Reaktionen erhalten, glücklicherweise :sun_with_face:

Ich bin sehr gespannt! Schon die Möglichkeit, die Dinge anders bewerten zu können, weil eben der Kopf dann “besser” funktioniert, eröffnet ja ganz neue Wege.

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Vielen Dank dafür!

Meine Persönlichkeit ist insgesamt in Ordnung, die mag ich schon so. Da ist ja auch viel positives, viele Eigenschaften, die ich habe, die ich nicht missen möchte.

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….. und deswegen helfen die auch oft bei den folgenden Dingen.

Entstehen diese Probleme eher aus negativer Verknüpfung an alten Glaubenssätzen , muss man trotzdem daran arbeiten. Aber genau da setzt die Medikation ja auch an , man hat endlich eine Chance das zu erkennen und bekommt so die Möglichkeit neu anzusetzen.

Auch da können die Medikamente helfen . zum einem weil mehr Ruhe ins System kommt zum anderen weil man eher erkennt womit man sich selber unruhig macht . Sei es durch falsche Ernährung, Schlafmangel, Koffein, soziale Medien etc….

Einerseits kehrt eine neue Ruhe durch die Medis ein andrerseits geht dadurch allerdings die Arbeit an sich selbst erst richtig los.

Es verbessert auch die Interaktion mit sich selbst, ganz allein zu Haus . :wink:

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Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung:)

Ich möchte auch gerne weiter an mir arbeiten, wenn die medis mich da unterstützen, wäre das halt toll :innocent:

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Liebe Fluttershy

Wann bekommst du denn das Resultat der Diagnostik? Bin sehr gespannt, wie es bei dir weiter geht.

Ich bin immer noch in der Eindosierung, aber habe das Gefühl, dass mein Hauptproblem (Prokrastination und Arbeitsorganisation) noch nicht relevant verbessert wurden, aber dass ich mir gegenüber doch vieles gelassener betrachten kann und es allgemein im Kopf etwas ruhiger ist.

Liebe Grüsse

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Ja!!! Wichtiges Statement !

Elvanse hier, 30mg.

Ich bin sortiert, habe Energie, weniger Schmerzen, weniger Ängste, weniger Overthinking. Mehr mich selbst spüren - v.a. was mir gut tut und was nicht!

Für mich ist es ein Segen

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Ich bin nochmal gestolpert über

Da kann das Medikament auch gegenteilig wirken. Also vorher weicht man dem Konflikt aus, weil man Angst hat vor Ablehnung.

Und mit Medikament (=klare Sicht) denkt man vielleicht, den Konflikt muss ich gar nicht führen, lohnt sich nicht. :adxs_grins:

Das Ergebnis wäre zwar gleich, der Unterschied ist dann aber: Solange man sich nur nicht traut, hat man trotzdem das Gefühl, man hätte lieber sollen. Und man sei eigentlich zu kurz gekommen.

Aber wenn man einschätzt, ich muss jetzt nicht auf meinem Recht bestehen, weil die Sache ist es gar nicht wert, hat man mehr Frieden darüber.

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Ich würde differenzieren:

A) einiges wird direkt besser
B) vieles aber nicht - v.a. Dinge die aus ungesunden Kompensationsmechanismen herruhen und Folgen von Traumata

Aber auch B) wird besser, da mehr Kapazität da ist um alte Verhaltensweisen zu überdenken und daran zu arbeiten. Postitive Erfahrungen helfen negative Erfahrungen zu verarbeiten, oder „umzuprogrammieren“.

Also ja, aber es ist ein langer Weg. Ich habe vor einem Jahr meine Diagnostik begonnen und es wurde vieles viel viel besser, aber d.h. nicht, dass alles leicht ist.

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