Grüße an alle,
mir liegen empirische Daten vor welche, wenn mit gängig verbreitetem neuromolekularem Fachwissen korrelliert, die tatsächliche Wirkweise, die Myriade teils massiv widersprüchlicher Nebeneffekte und den Grund erklärt, wieso dieselbe Substanz bei manchen Menschen Wirkung zeigt und bei anderen Menschen nicht.
Basis, Dextroamphetamin: unter anderem die Studien hier genannten Studien in welchen aktiv Methabhängige, ehemals Methabhängige, Kontrollgruppen und Teilnehmergruppen ohne Drogenvorgeschichte Dextroamphetamin- und Lisdexamfetamindimesilatdosen von bis zu, lisdexäquivalent, 250mg gegeben wurden und häufig innerhalb Sicherheitsparameter (kardiovaskuläre Werte <160/100, etc) abschlossen.
Die gängigen Prognosen und Leitlinien beharren auf das Eintreten von akuter Tachykardie, kardiovaskulärem Notfall, Psychose, Wahn.
Basis, Psychedelika, spezifisch LSD-25: zahllose Studien der außerordentlichen Wirksamkeit von insbesondere als 5-HT2A-Agonisten wirkende Psychedelika.
Basis, Neurologie: gängige Primärliteratur zur Neuroanatomie.
Referenzstudien für Lisdexamfetamindimesilat, Dextroamphetamin:
Lisdexamfetamine Dimesylate: Linear Dose-
Proportionality, Low Intersubject and
Intrasubject Variability, and Safety in an
Open-Label Single-Dose Pharmacokinetic
Study in Healthy Adult Volunteers
James Ermer, MS, Robert Homolka, BS, MBA, Patrick Martin, MD, Mary Buckwalter, MS,
Jaideep Purkayastha, MS, and Benno Roesch, MD
Abuse liability and safety of oral
lisdexamfetamine dimesylate in
individuals with a history of
stimulant abuse
DR Jasinski Department of Medicine, Johns Hopkins University, Baltimore, MD, USA.
S Krishnan Formerly of New River Pharmaceuticals, Inc., Belvedere, CA, USA.
Safety and tolerability of oral
lisdexamfetamine in adults with
methamphetamine dependence: a
phase-2 dose-escalation study
Nadine Ezard , 1,2,3,4 Brendan Clifford,1,5 Adrian Dunlop,4,6,7 Raimondo Bruno,8
Andrew Carr,9 Zhixin Liu , 9,10 Krista J Siefried , 1,2,3 Nicholas Lintzeris4,11,12
Arbeitsweise: in einschlägigen Foren, Clear- wie Darkweb, konnte ich eine partizipierende Person für meine Forschung gewinnen. Männlich, mittleres Alter, kaukasischer Herkunft, leichtes Übergewicht, unbehandelte Hypertonie ersten Grades, diagnostiziertes und unbehandeltes Borderline, selbstmedikamentierend mit exorbidanten Dosen LSD-25 und, spezifisch, Lisdexamfetamindimesilat. Diese Person hat sich bereit erklärt, ihre übliche Eigenmedikation per Videoaufnahme und Notiz für mich zu dokumentieren.
Daten, Einnahme: 250mg Lisdexamfetamindimesilat, 350mg Lisdexamfetamindimesilat, 500mg Lisdexamfetamindimesilat ; 500µg LSD-25, 1000µg LSD-25, 2000µg LSD-25 ; mit Pausen von zwei bis vier Wochen ; kardiovaskuläre Werte per Blutdruckmessgerät in regelmäßigen Abständen überprüft.
Daten, kardiovaskuläre Werte:
- Morgenwert nach dem Aufstehen, nüchtern, sitzend: 144/107-99 ; 139/95-104 ; 140/93-89
- Werte nach dem Aufstehen, zwei Tage nach 500µg LSD-25: 120/80-79 ; 123/65-53, 129/82-68
- Werte während des Plateaus von 250mg Lisdexamfetamindimesilat, 2 Tage nach Einnahme 1000µg LSD-25, sitzend: 140/93-79 ; 145/101-106 ; 138/89-69
- Werte während des Plateaus von 500mg Lisdexamfetamindimesilat, 25 Tage nach Einnahme von 2000µg LSD-25, sitzend: 160/105-101 ; 157/103-99 ; 153/93-88
Neuroanatomie:
5-HT2A-Rezeptoren finden sich primär im Default Mode Network, das neurale Netzwerk des somatisch-ich-referenziellen Erlebens. Soll heißen, das Netzwerk das aus Schmerz Leid und aus Glück Ekstase. Die durch Überstimulation eingezogenen Rezeptoren fungieren zum Zellschutz und sind der Mechanismus des gemeinhin als Ego-Tod erlebten Effekts, sowie das „Nachglühen“ über die folgenden Tage. Üblicherweise werden eingezogene Rezeptoren innerhalb von Stunden wieder ausgestülpt, aber da manche Psychedelika sich vom Rezeptor nicht wieder löst wird dieser zellintern zum Abbau und Wiederverwertung markiert. Bau neuer Rezeptoren dauert um die 48 Stunden, das Erreichen der ursprünglichen Rezeptordichte für gewöhnlich um die zehn Tage.
Da die meisten Menschen sich über ihr somatisches Erleben erfahren („ich bin superglücklich“, „ich bin fuchsteufelswild“, „es tut so weh ich kann nicht mehr“) erleben Konsumenten den Verlust dieser Komponente je nach Persönlichkeit als zutiefst verstörend oder als höchste Form des Seins.
Während der psychedelikainduzierten Phase der Hyperplastizität werden massiv neue dendritische Verbindungen geschaffen, Axone mylinisiert, und alte „festgefahrene“ Strukturen neu eingebettet oder gar geschwächt. Für die Konsumenten führen diese Vorgänge zu persönlichem Wachstum, emotionalem Ausgleich, höherem Wohlbefinden.
Korrelation: glatte Muskelzellen, wie sie in Blutgefäßen und dem Herz zu finden sind, verfügen über viele Adrenozeptoren und reagieren auf sich dort bindendes Noradrenalin mit Kontraktion. Stress führt, unter anderem, zu Noradrenalin und damit zu höherem Blutdruck. Chronischer Stress führt zu chronischem Bluthochdruck. Deswegen ist Guafancin bei stressbedingtem Bluthochdruck sehr wirksam. ADHS, Autismus, K-PTBS haben alle ähnliche neuronale Strukturen und neigen zu oder haben eine hyperaktive (unter unterregulierten, je nach Perspektive) HPA-Stressachse (chronisch erhöhtes Cortisol, Noradrenalin, etc). Die Hydrolysesättigung über welche Lisdexamfetamindimesilat zu Dextroamphetamin metabolisiert wird, steigt liniar-proportional bis ungefähr ~100 - 150 mg, fällt ab ~200 - 250 mg, und erreicht ihre maximale Auslastung bei ~300 - 350 mg. Höhere Dosen Lisdexamfetamindimesilat wirken nicht stärker, nur länger. Renale Ausscheidung spielt eine weitere Rolle bei Anflutung und Abfall der Wirkung.
Direkte Wirkung: Lisdexamfetamindimesilat ist nicht der eigentliche Grund für teils exzessiver Sprünge in Puls und Blutdruck. Noradrenalin ist der Grund. Alles jenseits einer Systole von 140 - 160 ist nicht Lisdexamfetamindimesilat, sondern hat psychsomatische Ursachen. Vorbereitung, Psychoedukation, Koregulierung und somatische Sicherheit limitieren kardiovaskuläre Reaktionen auf die rein mechanische Anflutung von Noradrenalin. Hydrolyse verhindert eine Anflutung von Noradrenalin über das Maß von chronischem Stress hinaus.
Das Default Mode Network ist die Hauptquelle von Stress. Ohne Leid keine kardiovaskuläre Stressreaktion.
RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN: Das erklärt, wieso Erwin Extremsportler beim Sprung aus dem Hubschrauber keinen Herzinfarkt erleidet, Huberta Häkeltante aber schon. Erwins somatische Reaktion auf die abrupte Ausschüttung astronomischer Mengen Noradrenalin ist ein Gefühl von Befähigung, Klarheit und Schärfe. Hubertas somatische Reaktion auf dieselbe abrupte Ausschüttung astronomischer Mengen Noradrenalin ist ein Gefühl totalen Kontrollverlusts, dem eine Panikattacke, hysterische Spirale und schließlich Herzkaspar folgen. Dasselbe Phänomen lässt sich bei Ersthelfern und Ureinwohnern feststellen, aber auch bei Leuten mit K-PTBS: „Cool bleiben unter Stress.“ Wo Hans Mustermann festfrieren oder schreiend gegen die nächste Wand rennen wurde, marschiert Fred Feuerwehrmann stoisch wenngleich auch nicht ungerührt durchs Inferno.
GEFAHR: NEHMT NICHT MEHR ALS VON EUREM ARZT VERSCHRIEBEN. MEDIKAMENTE SIND KEIN SPIELZEUG. MEIN BEITRAG DIENT A U S S C H L I E S S L I C H ZUR AUFKLÄRUNG UND ALS HILFESTELLUNG.
Indirekte Wirkung: Dopamin reguliert das Task Positive Network („ich will/mach jetzt“) über D1-Rezeptoren HOCH und das Default Mode Network („wieso immer ich“) über D2-Rezeptoren HERAB. Deswegen verlieren Leute in dopaminerger Rückkopplungsschleife hochkonzentrierter mentaler Arbeit ihre Mimik und „sehen konzentriert aus“, die somatisch-emotionale Strukturen haben, salopp gesagt, Pause. Wird Lisdexamfetamindimesilat hoch genug dosiert, ist die Wirkung ÄHNLICH von Psychedelika. Das DMN wird extrem herabreguliert, was von Menschen als Verlust des „Selbst“ empfunden wird, wenn sie sich über ihre Somatik personifiziert wahrnehmen („ich bin glücklich/leidend, also bin ich“).
Leute mit negativem Selbstbild, Traumageschichte oder chronischem Stress KÖNNEN diesen Verlust der somatischen Wahrnehmung als EXTREM erleichternd empfinden und unerwartet zu alter Stärke zurückfinden. Das Suchtverhalten entstammt nicht einem Rausch, der „Rausch“ ist in Wirklichkeit bloß die Abwesenheit massiven somatischen Leids, an das man sich bereits so extrem gewöhnt hat, dass man es gar nicht mehr registriert.
Lisdexamfetamindimesilat ist dabei wichtig, weil Dextroamphetamin in massiven Dosen, NICHT der Hydrolysesättigung unterliegt! (Von anderen Formen von Amphetamin will ich erst gar nicht reden, meine Arbeit handelt ausschließlich von neuromolekularen Mechanismen, therapeutischem Nutzen und zur Aufklärung der Herkunft von Nebenwirkungen).
Dopaminerges System: Dopamin ist nicht einfach bloß irgendwas, die neurologischen Mechanismen verfügen sowohl über tonisches Dopamin, welches uns Lärm und Licht filtern und unseren positiven wie negativen Affekt regulieren lässt und den Mindestschwellwert bestimmt, den die mit einem Reiz verbundene Dopaminausschüttung überschreiten muss, um auf unserem Radar zu landen. Das bestimmt unsere Baseline-Realität („Oh, entschuldige, ich bin heute so gut drauf, ich hab das gar nicht bemerkt“ vs „ich bin heut so mies drauf mir geht alles auf den Sack“).
Phasisches Dopamin wird ausgeschüttzt bei individuellen Reizen. Je hochprioritärer die neuralen Gewichtungen einen Reiz behandeln, desto stärker die dopaminerge Reaktion. Salienz ist Rezeptorsättigungsbasierend, soll heißen: wenn 80% eurer Rezeptoren bereits gesättigt sind, geht es euch blendend (nicht zwingend euphorisch, dazu gleich mehr) und was auch immer die restlichen 20% der Rezeptoren via phasischer Ausschüttung sättigen mag, registriert ihr zwar aber es ist nicht das Ende der Welt.
Fazit: Langzeitwirkung von Lisdexamfetamindimesilat: eine ständige Hintergrundausschüttung via Lisdexamfetamindimesilat ist eine künstliche Erhöhung des tonischen Pegels. Initial wird das als erleichternd oder vielleicht gar berauschend wahrgenommen, aber der VERLUST dieser Wirkung beruht NICHT auf permanenter Rezeptorzerstörung. Der VERLUST dieser Wirkung beruht a) auf GEWÖHNUNG an WENIGER LEID und b) HERABREGULIERUNG beruht auf einem AUSREICHENDEN PEGEL TONISCHEN DOPAMINS. Der wichtige Unterschied ist, dass DIESE Herabregulierung therapeutisch ist und einem Normalzustand näherkommt. Die sinkende Reaktivität aber, bei Leuten die ihr Leben damit verbracht haben Panik und Stress als einige Motivatoren zu kennen oder zu nutzen, kann zu Verwirrung und dem Gefühl von Antriebslosigkeit führen.
Persönliche Anmerkung: es ist wichtig, Befähigung zur Verbesserung der Situation zu verwenden, nicht zum weniger-betroffen-sein der Situation. Setzt man sein Medikament ab und hat vorher sein Leben den eigenen Ansprüchen besser angepasst, findet der „Sturz“ zurück zum vorherigen Zustand aus deutlich niedrigerer Höhe aus.
Ich hoffe, meine Arbeit hilft dabei, das eigene Leben und die Wirkung von Lisdexamfetamindimesilat besser zu verstehen.
Besonderen Dank an die partizipierende Person, die mir einen faszinierenden Einblick in ihr Leben gewährte und sich selbstlos Umstände bereitete. Ich hoffe, meine Forschung wird Personen in ähnlichen Lebensumständen genauso oder sogar noch mehr helfen wie sie meiner partizipierenden Person half. Wenn man die Mechanismen des Leids versteht, und erfolgreich Einfluss auf sein Schicksal nimmt, ist die Wirkung, die eigene Neurologie erfolgreich ausgeführter Handlungsfähigkeit auszusetzen, das stärkste und gesündeste Hilfsmittel aller.
(Referenz: Rat Park Experiment)