Medikamente durch Hausarzt

Hallo zusammen,

vorab: falls es dazu schon einen Post gibt tut es mir leid ich habe ihn so auf Anhieb nicht gefunden. Ich wurde jetzt neu mit ADHS diagnostiziert und werde gerade mit Medikinet adult, retardiert (10mg) eindosiert. Ich bin aktuell bei einer Tagesdosis von 50mg es könnte aber sein, dass die noch erhöht werden muss.

Jetzt zu meinem eigentlichen Problem: ich wohne in Dortmund, habe kein Auto und mein Psychiater ist in Essen. Das heißt bei meiner aktuellen Dosis müsste ich alle 2 Wochen nach Essen fahren, um ein neues Rezept zu bekommen, was super viel Zeit frisst. E-rezepte bekomme ich bisher noch nicht, da ich privat versichert bin. Habt ihr Erfahrungswerte inwieweit man das Rezept auch beim Hausarzt bekommen kann? Bzw. wisst ihr was die Gründe sind warum manche Hausärzte das ungern machen?

Ein schönes Wochenende! :smiling_face:

Ist eh ein BTM Rezept das gibt es gar nicht als E-Rezept, dafür muß ich auch zum Arzt.

Du müsstest das mit dem Psychiater besprechen und ggf mit dem Hausarzt, denn Hausarzt darf offiziell keine BTM, die Neurologen/ Psychiater verordnen eindosieren.

Wenn du Privatrezepte bekommst kann ich mir vorstellen, daß der Hausarzt sich dazu bereiterklären könnte, da es sein Buget nicht tangiert. Ist die Frage ob der Psychiater das dann ggf als Vertauensbruch sehen könnte, er hat ja einen Grund warum er dich so oft das Rezept holen läßt.

Ich kann mir vorstellen, daß er erst schauen möchte ob du nicht einfach mehr nimmst, ob du es nicht missbrauchst etc.
Er hat ja die Pflicht sicherzustellen, daß diese Verordnungen nicht missbraucht werden. Kennst du ihn schon lange?
Die ersten Wochen gab es auch immer die kleinste Packung jetzt langsam entspannt sich das

Mein Hausarzt hat kein Problem mit BTM-Rezepten. Er brauchte einfach nur eine Diagnosebestätigung und ein Schreiben mit meiner Medikation vom Psychiater.

Da stand bei mir dann alles drauf, was ich bisher genommen habe und welche Dosierungen das sind. Ich kombiniere mehrere Mittel.

Sprich vorher mit deinem Hausarzt was er will. Lass dir vielleicht da einen Überweisungsschein geben, wo draufsteht „Bericht über ADHS-Medikation erbeten“ und nimm ihn zum Psychiater mit und erklär ihm das.

Medikinet adult gibt es zudem auch in sehr großen Packungsgrößen:

Bei mir verschreibt der Hausarzt zwischendurch auch Elvanse.
Ich musste mich auf die Suche nach einer neuen Psychiaterin machen, weil meine überraschend aufgehört hatte. Die Ambulanz dort hat auch weiterhin verschrieben, aber nur wenn ich persönlich erscheine um das Rezept abzuholen. Das kostete mich jedesmal einen halben Urlaubstag.
Dann hatte ich einen ersten (und auch letzten :confused:) Termin bei einer neuen Ärztin.
Danach wieder auf der Suche, im Juni habe ich ich jetzt einen Termin bei einem Psychiater.
Bis dahin springt der Hausarzt wieder ein. Er möchte nur, dass das grundsätzlich vom Facharzt begleitet wird.

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Danke für deine ausführliche Antwort! :slight_smile: Nein, ich kenne meinen Psychiater noch nicht lange und hatte erst einen Termin bei ihm. Sollte den zweiten Termin dann in 4 Wochen wahrnehmen, aber so zeitnah war leider kein Termin mehr frei. Jetzt sind es glaube ich 5-6 Wochen. Musste diese Woche jetzt das zweite Rezept holen und habe in 10 Tagen dann auch den nächsten Termin bei ihm. Wollte das dann auch alles mit ihm besprechen und nachfragen, was es für Möglichkeiten gibt. Wollte mir nur schon mal als Vorbereitung Erfahrungswerte von euch einholen. :slight_smile:

Ah danke! :slight_smile: Das klingt schon mal gut. Wenn meine finale Dosis klar ist kann ich dann ja vielleicht auch Kapseln mit höherer mg Anzahl bekommen. Aktuell habe ich die Packungsgröße mit 52 Kapseln à 10mg aber die ist ja ruckzuck leer, wenn man täglich 5 Kapseln benötigt, wenn nicht sogar noch mehr. Finde meine Dosis aktuell ja noch raus.

Danke für deine Antwort :slight_smile: ich finde es auch absolut sinnvoll, dass der Psychiater das verschreibt und betreut und habe auch absolut kein Problem damit regelmäßig Kontrolltermine bei ihm wahrzunehmen. Nur alle 2-3 Wochen 3h verschwenden nur für ein Rezept ist mir echt zu viel verschenkte Zeit. :sweat_smile:

Ich weiß ja nicht wie deine Verteilung konkret ausschaut.

Du könntest auch größere Kapseln bekommen und die 10er ergänzen. Ob du auf einmal 2x10mg oder 1x20mg nimmst, macht keinen Unterschied. Genauso kannst du auch 1x20mg+10mg nehmen.

Liebe Anna,

dass das viel Zeit frisst, kann ich verstehen. Mein Psychiater ist 150 km bzw. mehr als zwei Stunden Zugfahrzeit entfernt, das ist sogar noch weiter als bei dir.

Alle zwei Wochen musst du sowieso nicht fahren, dein Arzt kann dir doch genug verordnen, dass du einen Monat oder länger auskommst.

Ich kriege meine Rezepte auch vom Hausarzt, und das schon seit vielen Jahren. Das setzt aber voraus, dass die Dosisfindung abgeschlossen ist und der Psychiater einen Bericht für den Hausarzt schreibt, welches Medikament du in welcher Dosierung bekommst. D. h. der Hausarzt verlässt sich auf den Facharzt und schätzt nicht selbst ein, was du brauchst.

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Ich denke das Vertrauen bei meinem Psychiater kein Problem ist, denn wir kennen uns jetzt seit 2009 und die ADHS Medikamente spielen erst 7 Wochen eine Rolle.

Ich weiß noch genau wie er mir die ersten 5 Jahre mit Beruhigungsmittel etc immer wieder unterstellte ich würde nur suchtfördernde Mittel wollen und hat das total abgelehnt-> er gab dann deutliche Entwicklungen mich auch aus allem ohne Medis zu holen, versuche mit Medis.
Dann irgendwann kamen die Verordnungen von Alprazolam erst glaub ich mit 10 oder 12 Stück, dann gabs die mal nicht, dann mit 20 oder 24 Stück und weitere deutliche Entwicklungen. Irgendwann sprachen wir recht lange, da kam auch, daß er als ich zu ihm kam wohl keinen Cent auf mich gesetzt hätte, wo er meinte so hätte er es nie gesagt, aber da wirklich den Hut gezogen und gemeint ich hätte fast unleistbares geleistet. Und seit dem ist unser Verhältnis sehr, sehr gut.
Ichvbin auch hin, wo die Rezeption zickte, hat aber erhöht und auch nach hinten noch eine Medikation drangehangen, ohne persönliches Gespräch nur auf Blickkontakt.

Ich studiere Wirtschaftsrecht und da ist halt Vertrauen immer ein Thema, welches ja sehr fragile und wenig greifbar ist und sich aufbauen muß, zudem hat er so wohl a) die Kontrolle b) aber auch die Gewissheit würde es dir schlecht gehen, etwas ungewolltes passieren das durch seine Arzthelferinnen auch mitzubekommen. Zumal die Termine ja größer sind und du auch noch in der Dosisfindung bist.

Da kommen einfach viele Dinge zusammen für die er rechtlich/gerichtlich in die Haftung genommen werden kann in dem er z. B. nicht mitbekäme du würdest suizidal, du würdest aus anderen Gründen körperlich sehr ungünstig reagieren.

Wenn du das mit ihm besprichst findet ihr entweder eine für beide befriedigende Lösung oder er erklärt dir bestimmt, warum er das an dieser Stelle nicht vertreten kann und dann kannst du das bestimmt auch nachvollziehen

Er haftet immer
a) vor der KV für Verschreibungen, also auch wenn er 100 aufschreibt, du nach 10 Tagen andere Medikamente brauchst und sie wegwerfen muß
b) wenn dir mit der verordneten Medikation etwas passiert

Es wird schon viel Verantwortung auf die Ärzte seit der Fallpauschale abgewälzt, die sie so durch den „optimieren“ Prozess kaum tragen können, weil viele Fachärzte sind leider sowas von Mangelware.

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BlockzitatHabt ihr Erfahrungswerte inwieweit man das Rezept auch beim Hausarzt bekommen kann? Bzw. wisst ihr was die Gründe sind warum manche Hausärzte das ungern machen?

Frag mal beim Hausarzt nach.
Meine Hausärztin z.B. verschreibt gar keine BTM.

Das kann ich mir nicht vorstellen!

Mag sein, dass deine Hausärztin keine BTM an ADHS-ler aufschreiben möchte. Aber was macht sie mit Schmerzpatienten und final Krebskranken? Das wäre grausame unterlassene Hilfeleistung.

Ich habe sie gefragt. Macht sie nicht. Sie hat keine BTM-Rezepte.

Was man nicht hat kann man besorgen. Aber wie auch immer, sie will offensichtlich nicht.

Mich fragen Raucher ob ich ein Feuerzeug habe, ich sage “nö” obwohl ich eines dabei habe.

Warum sage ich “nö”?

Weil ich nicht will, dass Feuerzeug vergessende Raucher ständig fragen ob ich ihnen ein Feuerzeug leihen kann.:wink:

Das Gespräch war schon länger und ich meine, sie hätte mir auch den Grund genannt, aber ich war da gedanklich schon wieder woanders, dass ich es mir nicht gemerkt habe. :wink:

Ist für mich unpraktisch, aber kein Problem. Dass sie mich angelogen hat, denke ich nicht.

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Angelogen ist ein zu hartes Wort.

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Ich hoffe, dass sich meine Hausärztin bald auch mal erbarmt, mir das aufzuschreiben. War das letzte Mal 8 STUNDEN unterwegs, nur um das Rezept zu bekommen & das raubt so extrem Nerven und Zeit. Zumal das lange unterwegs sein meine Panikattacken triggert…

Meine Fachärztin für Psychotherapie verschreibt auch keine BTM, weil Sie die „Lizenz“ oder wie immer es auch heisst nicht hat.

Mein Hausarzt könnte es hat aber unabhängig zu meiner Sache interne Gründe warum er es aktuell nicht tut. Er benötigte damals einen Bericht vom Psychiater über die Diagnose und Medikation. Ein Bericht vom Psychologen reichte nicht aus Ein Hausarzt kann in Ausnahmefällen ADHS BTM verschrieben wenn ein Begleitung vom Facharzt gewährleistet ist.

Mein alter Psychiater hat es irgendwann per Post geschickt.

zur Vertretung von meinem Psychiater muss ich dann halt hin , aber er kann es auch in der zughörigen Apotheke schon hinterlegen lassen , damit ich nicht an seine Praxiszeiten gebunden bin.

Ich denke es wird einfacher wenn die Eindosierung abgeschlossen ist. Zu der Phase musste ich auch öfter hin und danach reichte ihm ein bis zweimal im Jahr oder auf Bedarf.

Habe auch 1h Fahrweg mit Zug je Weg und dazu noch Fußweg zur Praxis . da gehen immer ein paar Stunden mit drauf.
Wenn du den Thread Bullshit Bingo ließt, dann weißt du warum so manche lieber ein paar Stunden Zeit investieren, anstatt bei einer Pappnase zu landen, die näher wohnt.

Frage doch einfach deinen Psychiater nach größere Packungen oder der Option mit dem Hausarzt , bzw wie es nach der Eindosierung aussieht.
Aber zur Phase der Eindosierung kalkulier mal ein dass du da vielleicht noch öfter hin musst.