Medikation Elvanse, Spätdiagnostik

Hallo zusammen,

Durch meine ganzen Fragen im Kopf bin ich auf dieses Forum gestoßen und hoffe, dass ich hier auf Verständnis und vielleicht auf Rat stoßen werde.

Kurz zu mir, ich bin 37Jahre alt und kämpfe schon mein Leben lang damit, dass ich “anders” bin.

Vor 2,5 Jahren wurde bei meiner Tochter ADHS diagnostiziert und ihre Ärztin gab mir mit, dass wenn ich Bedarf habe oder besser gesagt möchte, mich auch mal testen lassen könnte/sollte.

Gesagt getan, mit Hürden natürlich überhaupt einen Platz zu bekommen. Ende der Geschichte, mit 37 J. die Diagnose ADHS. Nachdem ich dann endlich einen Neurologen gefunden habe und er mir Elvanse 30mg verschrieben hat, kam die Hoffnung. Allerdings nehme ich sie seit über einem Monat und ich habe das Gefühl, dass ich für ca. 4 Stunden minimal ruhiger (im Kopf und körperlich) bin. Was mir erst ein ganz gutes Gefühl gegeben hat. Aber ich habe mir ehrlich eine längere und stärkere Wirkung erhofft.

Als ich das Folgerezept abgeholt habe, sprach ich es bei der Arzthelferin an und fragte, ob ich schon eher einen Termin bekommen könnte als der in 3Monaten, da ich glaube, dass die Dosierung nicht passt. Daraufhin meinte sie nur “Der Arzt wird sich schon was dabei gedacht haben, dass der Termin erst im März ist. Ansonsten schreiben Sie ihm eine E-Mail.”

Beim Lesen hier im Forum ist mir aufgefallen, dass die Dosisanpassungen bei (fast) allen viel engmaschiger ist.

Irgendwie fühlt sich das jetzt total doof an. Warum hat sie mich so abgespeist? Ist es doch “richtig” das Medikament über so einen langen Zeitraum zu testen?

Ich freue mich, wenn sich mein geblubber jemand durchliest und vielleichtsogar antwortet.

Viele Grüße

Theresa

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Hallo,

Ich tät nachfragen ob ich die Dosis ändern darf, hast ja jetzt lang genug getestet. Dazu brauch man nicht immer einen persönlichen Termin. :slightly_smiling_face: :+1:

Das ist ja schon eine gute Selbsteinschätzung, wie es bei dir wirkt. :slightly_smiling_face:

Möglichkeiten wären, Dosis evtl. erhöhen oder sogar eine kleine zweit Dosis nach zu nehmen. Elvanse ist Wasserlöslich und man kann es dadurch ganz gut Dosieren. Die Lösung hält sich auch mindestens 1 Tag im Kühlschrank. :slightly_smiling_face:

Bei vielen von uns hält die Einzeldosis ca. 6-8 Stunden. Manche brauchen mehr manche weniger, ist recht individuell. Nach ca. 3-4Std. ist eigentlich Spitzenspiegel von Elvanse. Außerdem baut sich auch der sogenannte → „Steady State“ ← nach ca. 5 Tagen auf, da das in Dexamphetamin umgewandelte Lisdexamphetamin ( Elvanse) eigentlich eine Halbwertszeit von ca. 12 Stunden hat.

Hi @Theresa19 :adxs_wink:

Die Arzthelferin gehört wohl zur Gattung „Drache“ oder hatte einen schlechten Tag. :adxs_noidea:
Immerhin hat sie Dir gesagt, dass Du eine Mail schreiben kannst. Genau das würde ich auch tun.

3 Monate mit 30 mg Elvanse rumhampeln ist jedenfalls nicht notwendig, wenn Du nach 4 Wochen merkst, dass die Dosis nicht passt. In der Packungsbeilage steht, dass man wöchentlich um 10-20 mg steigern kann. Ich persönlich halte das bei Elvanse für zu schnell und alle 2-3 Wochen für geeigneter, um die Wirkung wirklich genau wahrnehmen zu können.

Aber nach 4 Wochen sollte man schon rausgefunden haben, ob die Dosis passt oder man 10 mg mehr testen möchte - dafür braucht man keine 3 Monate. Den Termin hat der Arzt dir wahrscheinlich gegeben, weil er vorher keinen mehr frei hatte oder seine Patienten generell nur alle 3 Monate sehen will. :person_shrugging:

Schreib dem Arzt eine Mail, in der Du kurz die Wirkung beschreibst und dass Du das Gefühl hast, die Dosis ist zu gering und dann frage ihn, ob er Dir entweder 40 mg verschreibt oder vielleicht auch 2 x 20 mg. Damit könntest Du bis zum nächsten Termin langsam bis 50 mg hochdosieren, ohne ständig auf der Matte stehen zu müssen - wenn der Arzt damit einverstanden ist.

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Hallo Theresa,
kann mich Schusselflummi und Schlingelprinz nur anschliessen, 3 Monate braucht man nicht zu warten.
Ich habe Elvanse in wöchentlichen Abständen gesteigert um jeweils 10 mg; das war am Anfang okay, solange ich noch gar keine Wirkung gespürt habe, aber in dem Bereich zwischen 50 und 70 mg hat es dann dazu geführt, dass ich immer wieder zwischen den Dosierungen hin und herprobiert habe; da wären sicher von vornherein längere Abstände besser gewesen.
Bei Frauen kommt noch hinzu, dass man manchmal in der 2. Zyklushälfte eine geringere Wirkung hat und entsprechend höhere Dosen benötigt (bei mir nicht so), also macht es Sinn, dann mal mind. einen Monat zu beobachten. Aber das ist dann auch die Feinjustieung.
Grundsätzlich verlänger sich bei Elvanse auch mit höherer Dosis die Wirkdauer, d.h. wenn du jetzt schon bei 30 mg eine geringe aber kurze Wirkung spürst, kann sich das noch deutlich bessern wenn du aufdosierst. :+1:
Liebe Grüße und viel Erfolg :blush:

@schlingelprinz @Schusselflummi &Nicky!!! (Ich kann leider nur 2 verlinken)

Vielen Dank für eure Antworten!! :slight_smile:

Ich werde am Wochenende eine Email an den Arzt verfassen und es ihm schildern. Bin gespannt was zurückkommt. Ansonsten kann ich ihm ja eure Vorschläge unterbreiten. :wink: Und danke für den Hinweis, dass dafür nicht zwingend ein Besprechungstermin notwendig sein muss.

Und ich verstehe, das hatte der Arzt mir auch gesagt, dass die Wirkung auch von der Tagesform und den Umständen abhängen kann.Ich habe heute mit meiner Kollegin gesprochen und nachgefragt wie sie das wahrnimmt. Ihr ist aufgefallen, dass ich nach der Mittagspause wieder sehr hibbelig und “zerstreut” wirke. Kann es sein, dass ich in der ersten Woche und auch noch ein paar Tage länger eine Art Placebo-Effekt hatte? :thinking:

VG

Möglich, es kommt häufig vor, dass die Dosis angepasst werden muss, nach einer Gewissen Zeit. :+1: