Medikinet adult - wirkt ganz anders als erwartet - starkes Schwitzen

Hallo liebe Leute,

seit ein paar Wochen bekomme ich Medikinet adult aufgrund von ADS.

Es wirkt ganz anders, als ich erwartet habe.

Ich dachte, ich werde zumindest ein bisschen aktiver.

Aber es ist das Gegenteil der Fall. Ich werde sehr ruhig. Je mehr ich nehme, desto ruhiger werde ich, bis ich ganz müde, schwach und traurig werde.

Ich soll pro Tag 50 mg nehmen (30 - 20 - 0), doch habe aus Neugier auch schon 70 mg genommen, teils entretardiert.

Das war kein angenehmer Zustand, da ich zwar sehr sehr ruhig geworden bin, aber auch das Gefühl hatte, mich in mich selbst zurückzuziehen (schwer zu beschreiben). Ich hab mich dann ins Bett gelegt und versucht, diesen Zustand anzunehmen, was mich in eine Art tiefen meditativen Zustand versetzt hat.

Das wäre schon okay, aber eine Nebenwirkung passt überhaupt nicht zu diesem Gefühl der Ruhe, nämlich sehr starkes Schwitzen (hauptsächlich am Oberkörper) und kalte Gliedmaßen.

Auch das scheint dosisabhängig zu sein.

Heute morgen habe ich 40 mg retardiert genommen. Auch jetzt bin ich sehr ruhig, aber das Schwitzen ist auch wieder da.

Ich nehme kein Koffein zu mir und habe zwei Bananen und ein Brötchen mit Fischstäbchen vor der Medikamenteneinnahme gegessen.

Das mit dem Schwitzen ist ein grundlegendes Problem, das ich schon lange habe, aber so schlimm, dass fast das komplette T-Shirt nass wird, habe ich es sonst nur, wenn ich deutlich zu viel Kaffee trinke.

Leider schwitze ich zur Zeit auch nachts stark, auch wenn ich das Medikinet am Tag nicht genommen habe.

Meine Blutwerte waren bislang immer gut; ich ernähre mich gesund, bin normalgewichtig und bewege mich meiner Meinung nach ausreichend.

Es wundert mich, dass ich einerseits die Aktivierung des Sympathikus (Schwitzen) habe, aber andererseits niemals die Wirkung bekomme, die ich eigentlich von Stimulanzien erwarte, und die auch oft von anderen Betroffenen beschrieben wird.

Eigentlich sollte ich doch ab einer gewissen Dosis in den „Normalbereich“ kommen, so dass Stimulanzien auch antriebssteigernd wirken, und dann nicht ruhiger machen, oder?

(An sich bin ich mit der Wirkung schon zufrieden, da ich das Gedankenkarussell anhalten kann und viel ruhiger geworden bin, aber ich hab was anderes erwartet.)

Ich habe leider erst in ein paar Wochen den nächsten Termin und würde mich bis dahin über eure Einschätzung freuen.

Danke und ich wünsche allen einen angenehmen Tag!

Könnte bereits eine Überdosierungsreaktion sein.
Soweit der Arzt dir Freiraum zum testen gegeben hat, geh doch mal runter auf 20 morgens und ggf noch weniger.

Histaminintoleranz ist ausgeschlossen?

Hi,

danke für den Hinweis, du könntest damit richtig liegen. Ich hab heute 20 mg zum Frühstück genommen und die Nebenwirkungen waren schwächer.
Aber ich habe mich auch mehr bewegt. Ich bin zum Arzt um mich komplett durchchecken zu lassen.
Mein Blutdruck war heute nach dem Aufstehen viel zu hoch, ganz unabhängig vom Methylphenidat. Da ist möglicherweise was im Argen, das ich beobachten werde.
Ich lege jetzt den Fokus mehr auf das, was ich abseits der Medikation tun kann. Dazu will ich an fünf Tagen in der Woche eine halbe Stunde Sport machen.

Das Ganze bereitet mir schon Sorgen, weil ich gerne die volle Wirkung ausschöpfen würde, aber ich bin jetzt lieber vorsichtig und halte mich zurück, bis ich den nächsten Termin und mit dem Arzt gesprochen habe.
Es fühlte sich doch recht ungesund an.

Hallo zusammen

Ich schwitze auch enorm und besonders nachts bin ich schweißgebadet. Meinen Blutdruck habe gerade gemessen und der Wert 178/88 lässt mich ahnen, dass mein Blutdrucksenker nicht richtig wirkt und die Dosis von 40 mg Methylphenidat eventuell zu hoch ist. Hat jemand einen Tipp für mich?

Liebe Grüße Tilla

Kukuck,

Kann da leider auch nur googlen.

Vielleicht gibts zum genauen Medikament in Kombi mit MPH ja noch genaueres.

Hallo Sneedledeedo

Ich habe auch gegoogelt und ich glaube mein Antidepressivum ist für Bluthochdruck nicht geeignet. Zur Vorsicht habe ich alle Medikamente reduziert. Mich plagt ein grippaler Infekt und mein Immunsystem arbeitet auf Hochtouren und ich glaube das bringt meinen Blutdruck auch durcheinander.

Diese Schwitzattacken habe ich seit Jahren mit der Umstellung auf Venlafaxin und später Duloxetin. Beides nicht geeignet bei Bluthochdruck. Ich habe das Duloxetin jetzt auf 30 mg reduziert und werde es ganz absetzen. Anfang Mai habe ich Termin bei meiner Ärztin und ich werde ihr sagen, dass ich ein Antidepressivum brauche das nicht das Herz belastet wie zum Beispiel Paroxetin. Wird bei koronaren Herzkrankheiten empfohlen oder auch Fluoxetin. Darauf werde ich bestehen und auf keinen Fall mehr mehr ein SRIN. Das Methylphenidat habe ich auch auf 20 mg reduziert.

Liebe Grüße Tilla

Das ist aber auch immer ein Mist mit den ganzen anderen Medis.

Welche Nebenwirkung kommt dann wo genau her und bliblablub :confused:

Ich versuchs solange erstmal mit nur Stimulanzie, aber habs zur Not im Hinterkopf und würde dem Doc dann eins der Medis zur Kombinations-Therapie vorschlagen, das auf adxs.org mit positiven Erfahrungen / Eigenschaften gelistet wird.

Drück dir die Däumchen mit Fluoxetin.

Das wäre z.B. eins der gelisteten Medis für die Kombination mit MPH :ok_hand:t2:

Hallo Sneedledeedo

Vielen Dank für deine Recherche. Das Fluoxetin hatte ich früher und sehr gut vertragen. Warum die mich in der Klinik auf Venlafaxin umgestellt haben keine Ahnung. Mein Blutdruck hat da schon gesponnen. Und super wenn das zum Methylphenidat passt. Mit dem Duloxetin mache ich ziemlich schnell kurzen Prozess. Bin ja erst durch Methylphenidat die Depression los. Vielleicht würde das reichen.

Liebe Grüße Tilla

Hi Tilla,

ich hab auch ein Jahr lang Duloxetin genommen, aber höher dosiert. Auch ich hatte den Eindruck, dass es manchmal auf den Blutdruck wirkt.
Das Schwitzen (auch nachts) hat sich zum Glück gelegt! Ich hab mal auf Verdacht so Magnesium-Sticks vom Netto gekauft. An sich halte ich nichts von Nahrungsergänzungsmitteln, weil die eigentlich nie was gebracht haben und ich hab da schon ziemlich viel Geld für ausgegeben. Aber jetzt geht’s mir tatsächlich besser!
Ob es am Magnesium liegt, dass es mir so plötzlich besser geht, kann ich leider nicht sagen.
Ich vermute eher, dass es ein Infekt war. Das Schwitzen und die damit verbundene Dehydration hat aber vielleicht schon eine Rolle gespielt!
Hab mir deshalb zusätzlich Apfelsaft besorgt, wovon ich immer ein bisschen mit Mineralwasser mische. Ich achte jetzt sehr darauf, viel Flüssigkeit zu mir zu nehme.
Zusammenfassend kann ich leider nicht sagen, woran es lag.
Ich vermute ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wobei ein Infekt womöglich die größte Rolle gespielt hat.
In ungefähr zehn Tagen mache ich eine Langzeit-Blutdruckmessung, dann weiß ich eventuell mehr.

Liebe Grüße

Hallo Adhias

Hoher Blutdruck liegt bei uns in der Familie und Herzerkrankungen. Ich habe auch schon Magnesium und andere Nahrungsergänzungsmittel genommen. Bisher ohne nennenswertes Ergebnis. Das enorme schwitzen hat mich zusätzlich geschlaucht. Wie du sagst hat wohl eine Dehydrierung stattgefunden. Ich werde das Duloxetin jetzt ausschleichen und zwar schnell. Helfen tut es mir nicht. Die Depression kam erst durch Methylphenidat zum Stillstand. Aber auch beim MPH habe ich die Dosis reduziert. Am liebsten würde ich gerne alle Medikamente pausieren. Aber das wird kaum möglich sein. Das einzige Antidepressivum was mir geholfen hat war Fluoxetin und das ist gut bei Bluthochdruck und passt zum MPH. Wenn die Fachärztin sich quer stellt gehe ich zu meiner Hausärztin. Ab morgen schleiche ich definitiv das Duloxetin aus.

Liebe Grüße Tilla

Vielleicht hiervon etwas ausdrucken und Frau Doktore vorschlagen. „Mach sie fertig :partying_face:

3.4.2.3.5. Fluoxetin und MPH bei komorbider Depression und ADHS

Wäre doch sinnbefreit, den Versuch nicht zu wagen, wo du doch mit Fluoxetin schon gute Erfahrungen gemacht hast :man_shrugging:

Oh je, bitte schleiche das Duloxetin langsam aus. Beim Absetzen kann es glaube ich auch zu unangenehmen Zuständen kommen. Ich hab’s zwar auch eigenständig abgesetzt (weil ich mich immer schlechter konzentrieren konnte) aber ich würde mich doch besser fühlen, wenn du das mit einem Arzt ansprichst und nicht meinen Beitrag als Anlass nimmst, das jetzt abzusetzen. Insbesondere das „schnelle Ausschleichen“ bereitet mir etwas Bauchschmerzen. Es ist wohl besser, sich damit Zeit zu lassen.

Dass dir das Medikinet besser hilft, als die Antidepressiva, kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen!
Ich hab insgesamt ungefähr 10 verschiedene Antidepressiva durch und die haben alle nicht wirklich geholfen bzw die Nebenwirkungen haben mich fertig gemacht, besonders Restless Legs.

Mit dem Medikinet habe ich jetzt auch das Gefühl, dass ich keine Antidepressiva mehr brauche und dass es mir besser hilft, weil ich weniger Angst vor Überforderung habe und zuversichtlich bin, jetzt ein paar Dinge anpacken zu können (damit meine ich den Haufen Mist, der sich uber Jahre angesammelt hat).

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Hallo Adhias

Keine Sorge ich habe schon das Olanzapin ziemlich schnell ausgeschlichen auf eigene Faust und das hat gut geklappt. Das Olanzapin ist ein Neuroleptikum und blockiert die Dopamin Ausschüttung. Und ich habe dadurch Übergewicht bekommen. Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe ausgeschlichen. Mit dem Duloxetin werde ich ähnlich verfahren. Nehme ab heute nur noch 30 mg. Habe sowieso den Eindruck es wirkt nicht. Erst durch das Methylphenidat sind die Depressionen verschwunden. Vor 10 Jahren habe ich meine Ärztin auf meinen Verdacht hingewiesen ich könnte ADS haben. Sie konnte mir nicht helfen. Erst jetzt gibt es Informationen zu ADS bei Erwachsenen. Ich habe Jahre mit der Depression verbracht. Zur Zeit bin ich krank und ich glaube da ist es ganz gut die Medikamente zu reduzieren. Aber keine Bange ich weiß was ich mache.

Liebe Grüße Tilla

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