Medikinet & Elvanse - Wirkdauer immer kürzer

Hi,

bis ich einen kompetenten Facharzt finde frag ich mal hier.

Ich habe 4 Jahre Medikinet Adult genommen bis die Wirkung nur noch 90 min anhielt.(10-7-5) Ich weiß leider nicht wie lang es am Anfang gewirkt hat… Egal was und wie viel ich esse oder trinke. Kein Kaffee oder Nikotin, regelmäßig Sport. Ich war auch beim Internisten um mich zu erkundigen, ob vielleicht etwas nicht stimmt weshalb der Retardeffekt nicht einsetzt.
Vor 2 Monaten auf Elvanse umgestiegen (15-10-5), Wirkdauer zuerst 4 Stunden, viel sanfter und angenehmer als MPH, welch ein Glücksgefühl! . Seit 5 Tagen hält die Wirkung kaum über eine Stunde. Ich nehme die Kapsel, nach 50 min beginnt die Wirkung und lässt nach genau 75 min wieder nach. Also das selbe Problem.
Ich muss ich mir wie schon beim MPH immer den Wecker stellen(Alarm 75min nach Einnahme), um die nächste Dosis rechtzeitig zu nehmen und möglichst wenig vom Rebound mitzubekommen.
Das ist natürlich genauso nervig wie die Mini-Dosierung mit Leerkapseln und nicht die Lösung. Was kann man also als Schnellverstoffwechsler oder was auch immer das ist, tun?
Ich würde es jetzt erstmal wieder mit MPH versuchen und vielleicht alle 2 Monate wechseln?

Viele Wirkstoffe gibts ja nicht zur Auswahl…

Hey @wizo
Hast du Elvanse 30mg verschrieben bekommen? Hat der Arzt gesagt dass du sie teilen sollst? Ansonsten wäre die Überlegung, die Kapsel nicht zu teilen, also die 30er auf einmal zu nehmen.

Ich nehme elvanse 50mg und muss sagen, dass auch ich finde, dass die Wirkung sich im Vergleich zu vorher (vor ein paar Monaten) reduziert hat und im Nachnittagsbereich nicht mehr ideal wirkt. Kommt mir vor wie eine Art Gewöhnugseffekt, kann sowas sein? Mit Medikinet hatte ich das tatsächlich nicht :thinking:

Wünsche dir viel Glück und dass du deine ideale Dosierung schnell findest :v:

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@wizo

Moinmoin, wilkommen.

Sorry, falls ich zu eckig formuliere, ich bin grad etwas short if time:

Vorab: 15 - 10 - 5 Elvanse ist seeeeeehr wenig.
Das mindert natürlich die Wirkung und damit auch die Wirkdauer,

Nur: Elvanse braucht überhaupt erst mal eine Stunde, bis das Lisdexamfetamin vom Lysin getrennt ist und der eigentliche Wirkstoff D-Amphetamin entsteht, der dann ins Gehirn wandert. Bedeutet: Wenn Du sagst, dass die Wirkung von Elvanse bei Dir nach einer Stunde schon wieder nachlässt, wäre das, bevor bei „normalen“ Menschen gerade erst D-Amphetamin im Gehirn ankommt.
Das wäre die erste sehr ungewöhnliche Besonderheit.

Verzeih mir daher die sehr ernst gemeinte Frage (die echt nicht bös gemeint ist, es geht nur darum, drauf zu kommen, was wirklich los ist): wieviel Placebo ist bei Deinen Eindrücken dabei?

Oder fangen wir mal von ganz vorn an:
Was hatte Dir denn der Doc für eine Dosierung aufgeschrieben? Wieso nimmst Du nur 15-10-5? Was passiert, wenn Du mehr nimmst (nur in Absprache mit Doc, meine ich, ist nicht als Aufforderung gemeint, unabgesprochen aufzudosieren)?

Wenn es dabei bliebe:
4 Stunden für Elvanse ist schon wenig (ich schätze: weniger als 5 % derjenigen, die Elvanse probiert haben), 1 1/4 Stunden wäre extrem wenig, also komplett außerhalb des dünnsten Rands der Gaußschen Verteilungskurve.
Das wäre die zweite sehr ungewöhnliche Besonderheit.
Mit den Daten solltest Du Dich an den Hersteller wenden. Die würden das sicher auch gerne herauskriegen, was das bewirkt.
Es gibt Betroffene mit so seltenen und kurzen Wirkzeiten, z.B. @Andreas. Woher das kommt, weiss aber noch keiner.

Beste Grüße

UlBre

Danke schonmal!
Also, nach genau 50min setzt ja bei mir die Wirkung ein. (In meinem ADS-Fall: ich bin müde, antriebslos, reizüberflutet. Ein Gefühl als wäre die innere Batterie immer halb leer, also auch sehr körperliche Symptome.) Die Symptome verschwinden dann, ich bin voller Energie und nach spätestens 1,5 Stunden merke ich wie die ganze Energie innerhalb von 15min wieder verschwindet. Alle Symptome wieder da, krasser als vor der Einnahme. Genau wie beim MPH. Das ist ziemlich sicher kein Placeboeffekt. Hätte ich einen Führerschein und wäre in dem Moment im Auto unterwegs…ich glaube echt ich müsste rechts ranfahren. Und mit der zweiten Dosis ist dann auch alles wieder supi.

Mein Doc meinte ganz am Anfang, ich soll selbst rauskriegen was für mich das Beste ist. Er kann leider auch keine Fragen beantworten, deshalb bin ja hier. Ich habe 15mg gewählt aufgrund der Umrechnungstabelle, MPH hab ich ja auch nur 8mg gebraucht und es hat auch am Anfang super funktioniert! Ich fürchte ich gehöre zu den Leuten die sensibel auf wenige Milligram reagieren und hab ein bisschen Respekt davor zu viel zunehmen.
Ich probier aber noch mal höher zu dosieren, finde es aber merkwürdig, das mehr Milligramm die Wirkdauer verlängern sollen, ber hab ich auch schon öfter hier gelesen!

Hej,

ok, das macht es plausibler. Dann bist Du wohl einer dieser sehr seltenen Superschnellverstoffwechsler, wie @Andreas und ein paar andere, die hier waren.
Höher dosieren macht, dass der Wirkstoffspiegel länger über dem (für Dich erforderlichen) Wert bleibt.
Solange Du dann keine Nebenwirkungen bekommst, sollte es gehen, aber wenn Du immer wieder nachlegen kannst, ist das auch ok (und vielleicht sogar besser, weil Du dann den Spiegel nicht höher schiebst als nötig, was Anpassungsreaktionen vorbeugt)
Die anderen Superschnellverstoffwechsler hatten keine Nachteile festgestellt, wenn sie viel häufiger einnahmen, selbst wenn sie in der Tagessumme weit über die 1 mg/kg kamen.
Trotzdem solltest Du das sehr eng ärztlich begleiten lassen (häufige EKG und Blutwerte).

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du mir eine Mail schreiben wolltest (info@adxs.org). Dann könnte ich mal versuchen, für die ganze Superschnellverstoffwechslergruppe Kontakt mit einem Hersteller oder Wissenschaftlern aufzunehmen, ob die Interesse hätten, das näher zu erforschen.
Mit Einzelnen lässt sich das kaum ergründen.

Das Spannende ist, dass alle Superschnellverstoffwechsler, die ich mitbekommen habe, MPH UND AMP so schnell umgesetzt haben - obwohl die durch ganz verschiedene Stoffe abgebaut werden.
Und alle vertrugen sehr viel mehr als die empfohlene maximale Tagesdosis.
Für beides hätte ich nicht mal eine rein theoretische Hypothese, wie das funktionieren sollte.
Die Fachliteratur weiss dazu bisher gar nichts…

Solche Phänomene haben immer das Potential, sehr grundlegende Dinge zu lernen - hier über AD(H)S und Stimulanzien…

Beste Grüße

UlBre

Herrje, das wäre ja übel. Das ständige Nachlegen mit diesen kleinen Dosen, immer auch mit der Angst das die Wirkung plötzlich doch länger anhält und man überdosiert, ist sehr belastend. Man kann die Rebounds nicht völlig verhindern und denkt stündlich daran das die Wirkung gleich wieder nachlässt…
Und jetzt einen vernünftigen Neurologen zu finden der mein Problem kennt oder wenigstens versteht…na halleluja.

Wie siehts denn mit Attentin aus, einige Erwachsene kriegen das ja auch?
bzw. ich lese gerade das Concerta über Stunden hinweg den Wirkstoff langsam abgibt, das wäre vielleicht die Lösung.

Greets

Klar vielleicht liege ich falsch weil ich ja auch erst seit kurzem, 1 monat elvanse nehme.
Aber ich persönlich merkte auch das Elvanse manchmal nicht richtig wirkte oder nur kurz.

Aber was ich irgendwie nicht bedachte war, dass ich aber auch an schlafstörungen leide.

Ich habe bei mir gemerkt dass zb auch dieser „Crash“ nach 4-6 std eigentlich nicht dass Elvanse schuld dran ist. sondern ich einfach nur generell müde war, und das Elvanse dass erstmal mich nicht mehr wahrnehmen lassen hat.

Und die Wirkung ist bei mir auch extrem abhängig vom Schlaf.
Habe ich nur 4-6 std geschlafen geht es so, bei 2 Stunden schlaf, hatte ich dass gefühl dass Elvanse garnicht wirkt aber ich war trotzdem „wach“, funktionierte zwar aber nicht richtig.

Erst als ich wirklich mal schön lange geschlafen hatte so um die 8-9 Stunden… ich war wie ein anderer Mensch, super Fokusiert, stimmung war super, also so wie man es eigentlich erwartet.

Ich hab anfangs immer an alles möglichen sachen gedacht, wie blutzucker, zuwenig getrunken oder dass vielleicht sich sogar schon eine Toleranz eingestellt hat.

Ich hab auch gemerkt umso mehr stunden schlaf ich mal geschafft habe, umso länger ist auch die Wirkung.

Und das Elvanse ist wirklich sehr sehr subtil, körperlich wie zb bei Medikenit merke ich es garnicht beginnen, mir fällt es erst viel später immer auf.

Das stimmt absolut. Weniger Schlaf und die Art der Wirkung ist schlechter. Aber ob 5 oder 8 Std., die Wirkdauer ist bei mir mittlerweile leider gleich kurz.

Elvanse wirkt bei mir auch sehr unterschiedlich. Ich vermute dass die erste Umwandlung im normalen Zeitraum abläuft, aber das Amphetamin danach super schnell abgebaut wird. Das ganze noch abhängig von der Aktivität am Tag. Also schwankt die eigentliche Wirkung extrem.
Kommt durchaus vor, dass es bei mir zwischen 2 und 6 Stunden wirkt. Oder sogar am nächsten morgen nach 10h noch, obwohl es abends eigentlich die Wirkung verloren hatte.

Dieses Gefühl, dass es nur 1 oder 1 1/2 Stunden hält kenne ich nur zu gut. Eine höhere Dosis hat da bei mir besser funktioniert wie nachzudosieren.
Auch bei MPH ging es mir so. Höhere Dosis war besser als nachdosieren. Ich merke komischerweise auch schon geringste Mengen von Elvanse und MPH, aber Wirkdauer und Nebenwirkungen sind erst bei höheren Dosen bei mir vertretbar. Dann habe ich auch einen geringeren Gesamtbedarf als mit einzelnen Einnahmen.
Bisher ist Elvanse das einzige Präparat das bei mir überhaupt über 1h Wirkdauer kommt.

Vielleicht sollte ich als Hintergrund noch meine aktuelle Dosis erwähnen: Morgens zum Start 210mg Elvanse.
Das hält dann je nach Tagesaktivität zwischen 4 und 6 Stunden. Momentan mache ich dann mit 140mg weiter.
Zum Schlafen ist bei mir 70mg ganz toll. Wobei ich noch keine Dosis gefunden habe bei der ich nachts nicht schlafen könnte. Aber 70mg passt gerade so, dass Restless Leg usw. kein Problem mehr ist.
Als Tageslevel bin ich bei Ritalin derzeit bei 200mg-300mg und bei Elvanse bei 600mg-800mg :face_with_diagonal_mouth: Nicht gleichzeitig natürlich!!

@wizo

Hallo erstmal. So schnell wie Du „verbrenne“ ich die Medis nicht, aber auch bei mir war bei Elvanse zum Schluss nach 6 Stunden Ende und bei Medikinet adult bei 2-4 Stunden. Der Schlaf ist wichtig und die Ernährung, das kann ich bestätigen. Meine Lösung war und ist seit vielen Wochen jetzt das Attentin, ich kann damit geringdosiert bleiben, es wirkt schnell und ich kann es flexibel nehmen. Ich nehme es dann, wenn ich es brauche, z.B. vor und während der Arbeit oder wenn ich in der Freizeit etwas vorhabe. Bin ich nur zu Hause und erledige meinen kram, brauche ich es gar nicht, da komme ich auch so klar. Wie an anderer Stelle geschrieben, bekomme ich das Attentin von der Krankenkasse bezahlt.

Viele Grüße

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Ob 5, 10 oder 15mg LDX, die Wirkdauer ist bei mir genau gleich lang. ich habe mal aus Versehen 20 statt 10mg MPH genommen und dachte ich explodiere gleich, also höher dosieren ist nicht drin :frowning:

6 Stunden wäre ja schon perfekt. Wie lange wirkt Attentin etwa?

Bei mir sind es etwa 3-4 Stunden bei einer Einzeldosis von 2,5mg, Wirkbeginn nach ca. 20-30min.
Wenn ich Elvanse oder Medikinet höher dosiere, habe ich auch das Gefühl, durch die Decke zu gehen. Ich bin dann jedesmal vollkommen drüber, bei Elvanse kam ich auch nach Monaten im Versuch nicht auf die Standard 30mg für Erwachsene, bei 20mg war und ist bei mir Schluss, vielleicht noch 25mg, dass habe ich aber nie getestet.

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Ok, ich habe jetzt meinem Arzt (geb. 1957) von dem kurzen Wirkverlauf beider Medikamente berichtet. Ich habe sogar ein Diagramm angefertigt, trotzdem war zu merken, dass er es nicht wirklich versteht bzw. verstehen will. Er meinte dann ich soll beide Medis zusammen nehmen.
Da war ich kurz stutzig und noch bevor ich was fragen konnte meinte er ziemlich aggressiv"Ja was soll ich denn noch machen? Gehn Sie mal ne Runde spazieren und überlegen sich das jetzt!"
Sind zwar unterschiedliche Wirkstoffe, aber so recht trau ich mich das nicht. Im November hab ich jedenfalls einen Termin bei einem anderen Arzt…

Würde ich die Medis mal nacheinander nehmen, könnte ich meine Dosierung wie oben beschrieben beibehalten?

Das wäre wohl eher seine Aufgabe…
Weisskittel…

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