Medikinet/Medikinet Retard/Concerta

Hallo zusammen,

Ich habe eine Frage bzw. würde ich gerne eure Einschätzung oder Erfahrung zu meiner aktuellen Medikamentösen Situation wissen.

Im letzten Jahr im Juli wurde bei mir ADHS diagnostiziert und auch relativ schnell mit der medikamentösen Behandlung begonnen. Zu Anfang habe ich Medikinet Adult Retard mit (20-10-0)mg bekommen. Das hat im Vergleich zu ohne Medikamente sich angefühlt wie eine unglaubliche Verbesserung. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt das die Menge für meine Konzentration nicht ausreichend genug war, in einzelnen Schritten wurde dann Medikinet Adult Retard erhöht auf (30-20-unret. 10) als ich dann immer noch Probleme hatte, vor allem mit Schwankungen, teilweise sehr starke Wirkung um die Mittagszeit und Rebound Effekte schon am frühen Nachmittag haben wir dann etwas umgeplant. Zuerst haben wir ausprobiert morgens statt 30mg 40mg zu nehmen, das war zu viel. Mit Medikinet hat sich generell mein Puls erhöht und ich habe selbst im Winter angefangen stärker zu schwitzen, mit 40mg hat es sich aber dann angefühlt als würde ich mir innerlich selbst davonrennen.

Also haben wir wieder zurück auf 30mg morgens (8 Uhr) und die nächste Einnahme 30mg weiter nach hinten gesetzt (13-14 Uhr) zusätzlich hatte ich für lange Tage unretardiertes Medikinet 20mg wenn ich bis spät abends leistungsfähig sein muss. Das hat an sich auch so ok funktioniert. Konzentration war besser (nicht perfekt) am besten war die Konzentration mit dem unretardierten 20mg Medikinet. Mein Kreislauf war okay, das schwitzen störte etwas und die Rebounds die sich bei mir vor allem mit Kopfschmerzen und Geräuschsensibilität zeigten wurden teilweise stärker oder sehr stark. Oft passierte das auch, weil ich nie die zweite Medikinet Einnahme perfekt Timen konnte und so manchmal wahrscheinlich zu viel manchmal zu wenig hatte.

In Absprache mit meinem Arzt haben wir dann vor allem wegen der Rebound Effekte und der nicht so ganz optimalen Konzentrationswirkung durch die Schwankungen Concerta probiert. Morgens um 8 Uhr nehme ich jetzt 54mg Concerta. Anders als bei Medikinet ist mein Puls nicht so extrem gestiegen (Im Sitzen nun eher 90-97 statt 105-120) und ich fühle mich weniger gehetzt. Leider ist die Konzentrationsfähigkeit geringer und irgendwie schwankt die auch sehr stark (immer so nen Gefühl von Müdigkeit und Chaos im Kopf). Das Schwitzen ist geblieben. Heute beispielsweise, fühle ich mich um 14 Uhr schon wie ohne Medikament, aber wegen der eigentlichen Wirkungsdauer von 12h möchte ich jetzt nicht nach nur der Hälfte der Zeit etwas unretardiertes nachnehmen. Der Rebound ist mit Concerta definitiv schwacher, aber teilweise an mehreren Stellen schon zwischendurch. Kopfschmerzen, Chaos im Kopf und Müdigkeit beispielsweise oder trockener Mund, schwitzige Hände, …)

Da ich im Studium oft sehr stressige Phasen habe die eine hohe Konzentration fordern hilft mir das unretardierte Medikinet 20mg da am besten. Leider sind die körperlichen Symptome aber alles andere als angenehm (Gefühl gehetzt zu sein, Sich selbst davon zu laufen innerlich, Schwitzen, Puls von mindestens 105 auch im Sitzen).

Ich bin unschlüssig was die beste Alternative oder Option ist. Mein Arzt meinte ich müsste in dem Bereich quasi für mich selbst „Experte“ werden was mir da am besten hilft. Mit dieser Aufgabe bin ich aber mehr als überfordert.

Habt ihr vielleicht Tipps oder Erfahrungen für mich?

Ich hoffe in meiner Darstellung bin ich nicht zu chaotisch gewesen und ich habe meine Situation verständlich rübergebracht und würde mich sehr über Kommentare/Erfahrungen/Tipps etc freuen.

Vielen Dank!

Aus einem anderen Thread auf meine Frage was du wann einnimmst hier hin verschoben .

Bist du mit Concerta 54mg direkt angefangen?
Es könnte zu hoch oder zu niedrig sein, oder Concerta ist nichts für dich ?
Morgens könntest du zum Start vielleicht noch unretradiertes Medikinet nehmen .

Ich war mit Medikinet Adult auch gut klargekommen, mit Concerta ist es für mich noch besser.
Kinecteen, Methylphenidathydrochlorid 1A und das von Neuraxpharm habe ich dafür nicht so gut vertragen .
Ich muss zu Concerta vorher und nachher auch noch was unretradiertes nehmen .
Es kann gut sein es bei dir unter 12h wirkt. Werde jetzt aber eine überlappende Einnahmen von 2xConcerta testen.

Vielleicht passt eines der anderen Concerta Generika besser für dich ?

Ritalin wäre auch noch ne Option oder ein anderer Wirkstoff (Elvanse)

Das klingt aber nach überdosiert , was eigentlich nicht sein soll.

Vielen Dank für deine Nachricht.

Die Concerta Dosierung wurde mit 54mg in Anlehnung an die Medikinet Dosierung mit 30mg morgens und 20-30mg Mittags/ Nachmittag gemacht.

Bei Concerta habe ich aktuell oft eher das Gefühl ich spüre nur die negativen Auswirkungen und keine positiven Verbesserungen.

Mit Concerta bin ich zwar ruhiger als mit Medikinet aber vor allem weniger Klar im Kopf.

Umgerechnet passt es schon , aber manchmal ist es der Wirkverlauf warum es nicht passt oder die Art der Freisetzung.
Versuch mal morgens mit unret. Zu starten Concert benötigt ja etwas länger .

Morgens hab ich garkeine Probleme. Also wenn ich das um 8 Uhr nehme ist bis ca 13 Uhr alles ok. Ab dann wird es aber chaotisch.

Einerseits hab ich dann teilweise Reboundeffekte und kurze Zeit später wieder eine Wirkung von Concerta. Die Entwicklung ist da sehr sprunghaft.

Muss natürlich auch sagen, aktuell ist die gesamte Situation bei mir sehr stressig. Viel zu Lernen und da habe ich natürlich auch eine erhöhte Sensibilität für mangelnde Konzentration.

Schau mal hier zum Wirkverlauf

Viel Stress spielt immer eine Rolle, vielleicht schreit dein Körper da auch nach einer Pause ?
Aber es scheint eher zu sein das der Peak nicht so gut für dich passt? Das hatte ich damals mit Ritalin Adult.

1 „Gefällt mir“

Durch diese Up und Downs im Tagesverlauf habe ich viele Pausen, das kann es theoretisch nicht sein. Und ich vermute das es eher dann bei mir eine Vermeidungsstrategie wäre nicht Lernen zu müssen.

Was ich aber in den letzten Tagen und auch heute gemerkt habe, nachdem ich eben vor ca 15-20 Minuten eine unretardierte Medikinet 20mg genommen habe, bin ich zunehmend ruhiger und klarer geworden. Auch die Kopfschmerzen sind dumpfer geworden.

Vielleicht ist Concerta für mich persönlich wirklich nicht die beste Wahl. Ich rufe morgen aber direkt mal meinen Arzt an um einen Termin zu vereinbaren.

1 „Gefällt mir“

Hast du bei Medikinet vor jeder Einnahme eine reichhaltige Mahlzeit eingenommen? reichhaltig = eher festes aus Kohlenhydrate, Protein und Fett wie bsp. Ein Brötchen mit Käse und Ei, das bleibt lange im Magen, wird schwer zerkleinert und zu Nahrungsbrei. Der Nahrungsbrei wirdvdann schlückchenweise in den Dünndarm abgegeben. In dieser Masse und durch die langsame abgabe in den Dünndarm gewährleistet eine kontinuierliche und gleichmäßige überführung in den Dünndarm mit dem Nahrungsbrei. Shakes, Joghurt oder Quark können ein deutlich anderes Verhalten bewirken, ißt du nichts funktioniert die Retardierung nicht, die läuft bei Medikinet zwingen mit Nahrung vor der Einnahme.

Und die Kügelchen im Dünndarm bekommen durch das basische Niveau über Gallensaft die äußere säureresistente Schicht aufgelöst und ist die aufgelöst beginnt erst die retardierte Wirkstofffreisetzung in dem sich die Kügelchen dann auflösen können.

Bei nichtessen oder flüssiger Nahrung gehst du immer die Gefahr ein das die sofort auflösenden starten und die retardierten Kügelchen 30 bis 60 min später schon großteils im Dünndarm aufgelöst wrrden und auch freisetzen du zu viel Wirkung hast, die dann auch dementsprechend kürzer ist als geplant

1 „Gefällt mir“

Reflektiere mal in meinem vorherigen Beitrag ob Medikinet nur wegen dem Essen wie beschrieben so unzuverläsdig war und ob du nicht deine Routinen mit der Einnahme einfach nur verändern mußt, damit es zuverlässig funktioniert

1 „Gefällt mir“

Hallo,

meinst du 20 mg MPH unretardiert auf einmal? Du weißt schon, dass das zwar nicht von der Wirkdauer, aber von der Stärke 40 mg Medikinet Retard bzw. 72 mg Concerta entspricht? Und das, wo man abends eigentlich viel weniger braucht?

Ich nehme morgens eine Kapsel 40 mg, mittags eine Kapsel 30 mg und abends 5 mg unretardiert, und das wirkt durchaus merkbar und ist kein Placebo!

1 „Gefällt mir“

Ja also ich nehme morgens und mittags retardiertes Medikinet und am späteren Nachmittag bzw. Abend, wenn ich bis 23/24 Uhr noch lernen muss einmal unretardiertes 20mg Medikinet.

Aber das kann gut sein, das das zu viel ist. Aber ist 5mg nicht viel zu wenig?

Für den Rest des Abends reicht mir auch 5mg und auf Bedarf ganz spät 2,5mg .

Nur mal zum Vergleich:

Wenn du abends zum Lernen 20mg nicht-retardiert einnimmst, entspricht das umgerechnet 40mg Medikinet Adult. Eine solche Dosis nimmst du nichtmal tagsüber zu dir.

Ob 5mg nicht-retardiert zu wenig ist, hängt davon ab, ob du die vor oder nach Ende der Wirkung der letzten Medikinet Adult Dosis einnimmst.

30-45 Minuten vor Ende der Medikinet Adult Dosis dürften 5-10mg reichen, weil die sich mit dem Rest der letzten Adult Dosis aufaddieren und die Wirkkurve oben halten.

Wenn die Adult Dosis aber längst verpufft ist, dann braucht man logischerweise mehr nicht-retardiertes MPH, um wieder eine ausreichende therapeutische Wirkung zu erhalten.

Dann könnten 10-15mg nötig sein.

Das entspräche dann eben 20 oder 30mg Medikinet Adult, also deiner letzten Adult Dosis vom Nachmittag (10-15mg sofortige Freisetzung / 10-15mg verzögerte Freisetzung), nur wirkt die nicht-retardierte Dosis dann eben nur 3h, weil es da keine verzögerte Freisetzung gibt.

2 „Gefällt mir“