Medikinet unretardiert

Hallo liebes Forum.

Kurzfassung: Medikinet unretardiert hatte als einziges eine positive Wirkung, aber Ärztin will es nicht verschreiben

Ich bin noch recht neu hier. Diagnostiziert mit 36 Anfang des Jahres mit AuDHS. Seit 3 Monaten ca. versuche ich mich mit meiner Psychiaterin an ADHS Medikamenten, in der Hoffnung, dass ich meinen Alltag mit Kleinkind und Arbeit bewältigt bekomme.

Habe klassisch mit Medikinet Adult angefangen, das war recht schnell einfach nur anstrengend und ich musste den Versuch nach 2-3 Wochen abbrechen, da ich mit der Esserei nicht hinterherkam und wenn doch, war die Wirkung einfach nicht zufriedenstellend. (Kein Koffein mehr seit der Eindosierung). Die Nebenwirkungen waren auch zu krass und es hat sich nicht gelohnt für den Effekt, den ich hatte. Nebenwirkungen waren Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, krasser Heißhunger, Durchfall, Enge im Brustkorb, Rebound war doof.

Durfte dann zu Ritalin Adult/Retard wechseln. Das lief besser, aber ich habe mich mit 10mg getrieben gefühlt und nervös und mit 20mg habe ich mich dann ruhig gefühlt, aber eher ruhig gestellt. Hab das zwei Monate durchgezogen und am Ende war ich einfach nur emotional leer. Die 20-20 haben an PMDS Tagen geholfen, ansonsten war es glaube ich zu viel. Aber auch mit 10-10 oder 20-10 hatte ich das Gefühl, Distanz zu mir selbst zu haben und hab mich sozial extrem awkward gefühlt. Also iwie hat mein Gehirn das nicht gut angekommen, obwohl es vom Magen besser war. Hatte zudem extreme Einschlafprobleme, egal bei welcher Dosis.

Durfte, damit ich wenigstens abends den Retard Effekt nicht mehr so spüre (der übrigens nichts genützt hat, ich war nur künstlich wach, aber nicht produktiv) dann als zweite Dosis Medikinet unretardiert versuchen.

tja und dieses Medikament hat mir leider die Augen geöffnet. Ich hatte weniger Nebenwirkungen, die Dosis hielt länger als bei den Retard Medikamenten. Mein Körper nimmt es sehr viel besser an. Zum ersten Mal überhaupt seit Einnahme der Medikamente hatte ich Motivation, aufzuräumen, überhaupt wieder Lust auf soziale Kontakte. Ich hatte mal Hoffnung für die Zukunft und dass es tatsächlich mein Leben verbessern könnte.

Mein Kiefer verspannt sich weniger, meine sexuelle dysfunktion, die scheinbar durch die retardierten Präparate und einen (durch das Anfluten) überangespannten Beckenboden kamen, löst sich gerade in Luft aus. Meine Migräneattacken werden weniger.

Als ich meiner Psychiaterin davon berichtet habe, kam leider nur der Vorschlag, dass ich dann Medikinet adult auf nüchternen Magen nehmen kann. Das wäre ja dann wie unretardiert.

ich fühle mich damit nicht wohl und habe gefragt, wieso ich nicht das unretardierte erhalten kann. Ich weiß, es ist nicht für Erwachsene zugelassen und die Krankenkassen übernehmen es meistens nicht und es wäre ein BtM Rezept. Ich habe gesagt, ich würde es selbst zahlen. Da es das erste Medikament ist, das mir Lebensqualität gibt. Ich schlafe gut, ich bin für meine Tochter da, bin happy und nicht leer wie mit den anderen Medis. Dosierung ist jetzt bei 25-30mg gewesen pro Tag.

meine Ärztin möchte, dass ich trotzdem das Medikinet Adult wieder versuche und ich begreife nicht wieso. Also ja, es gibt Hürden beim unretardierten. Vllt möchte sie das in ihrer Praxis generell nicht so machen.

Aber ich frage mich, welche Wege man gehen kann. Ich will nicht wieder Medikinet adult nehmen. Es war einfach nur übel die Zeit. Und das nüchtern zu nehmen, davor hab ich Angst, weil ich die anderen Medis nüchtern auch schon nicht vertrage.

Elvanse möchte ich noch nicht probieren, da ich in unretardiertem Medikinet eigentlich die Wirkung habe, die ich brauche. Und ich mag es, wenn ich eben nicht den ganzen Tag unter Medikamenten Einfluss stehe und die Retard/Depot Wirkung noch ewig lang im Körper rumwirkt.

Hach ich weiß auch gar nicht, wie ihr mir helfen könntet. Das ist ja das gute Recht der Ärztin oder? Ich begreife es nur einfach nicht, weil die anderen Medikamente mir am Ende mehr geschadet haben.

hab schon viel geheult. Und der Ärztin meine Bedenken geschrieben, doch sie besteht auf Medikinet adult ohne gleichzeitige Nahrungseinnahme.

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Puh, die ist ja Crazy , deine Ärztin.

Reintheoretisch kann man natürlich Medikinet nüchtern nehmen aber wieviel davon dann direkt umgesetzt wird und wieviel davon nicht ist doch eher ne Glückspirale, weil man kann immer noch was im Magen haben , und der Säurehaushalt im Magen ist auch nicht immer gleich. Letztendlich muss sie auch die Verantwortung übernehmen, wenn sie nicht gemäß der Packungsbeilage solche Experimente verordnet. Andersherum sind wir hier wiederum froh wenn Ärzte mal mutiger sind.

Ich frage mich grade ob man nicht im Vorfeld schon die Retardierung „zerstören“ kann, damit es dann ohne Retardierung im Körper landet? Aber es ist nunmal eine spezielle Technik der Retardierung , dafür ist Medikinet Adult nunmal da.

Du könntest es testen und direkt am ersten Tag dort anrufen und um krankschreibung bitten, weil es komplett nach hinten losgegangen ist. :woozy_face::wink:

Fakt ist einfach , das du kompletten nüchternen Magen nie kalkulieren und garantieren kannst, und vor allem wie soll das über Tag mit dem nüchtern sein klappen .

Und bitte ab wann sollst du nach der Einnahme dann essen dürfen. ?

Wenn die Ärztin sich weiter schräg stellt, hilft wohl nur ein Arztwechsel oder aber ihr versucht noch ein längerwirkendes wie Concerta oder Kinecteen.

Man echt blöd, da funktioniert was, du würdest es selber zahlen und sie stellt sich trotzdem an. :grimacing:

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Nutze doch die Suchfunktion irgendwo findest du bestimmt wie du die Retardierung aufgehoben brkommst.

Jeder Arzt muß ja die Unterschrift unter ein Rezept setzen und somit muß jeder Arzt auch die Verantwortung für die Verordnung eines jeden Medikamentes übernehmen.

Unretardiertes Mph zu verordnen auf Kassenrezept bringt immer die Gefahr des Regresses, aber beim Privatrezept was von dir gezahlt wird kann nicht in Regress genommen werden, weshalb viele Ärzte solche Wege für Schlafmittel wählen. Entsprechend kann dir nur deine Ärztin Antworten zu ihreren Beweggründen rs nicht auf Privatrezept zu verordnen, alles was hier gesagt würde wäre eher mit Kaffeesatzlesen gleichzustellen. Vielleicht reicht schon die Sorge wenn sie es dauerhaft privat verordnen würde auf anderen Wegen später von dir zur Rechenschaft gezogen zu werden weil Adhs Medikamente von der Kasse übernommen werden. Wir kennen ihre Erfahrungen nicht, doch meist ist solch eine Ablehnungshaltung auf unangenehme Patientenerfahrungen in irgendeiner Art und Weise zurückzuführen, aber das kann dir auch nur deine Ärztin beantworten

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Ach herrje!

Das hört sich ja nach einer sehr anstrengenden Reise an. Ich finde es stark von dir, dass du trotzdem dran bleibst (bzw. Dranbleiben willst)! Ich glaube viele hätten hier schon aufgegeben!

Ich kann dir aus der Sicht einer im Gesundheitswesen arbeitenden Fachkraft nur sagen, dass es leider oft Personen gibt, die entweder denken sie wüssten, was am besten für Person X ist, ohne wirklich fundiertes, spezialisiertes Fachwissen. Leider ist ADHS, in deinem Fall „auch noch“ AuDHS (Nicht abwertend gemeint, ich hoffe du verstehst, was ich sagen will), ein sehr spezielles und vor allem durch große Varianz im erleben der Betroffenen geprägt. Ein „normaler“ Facharzt kann, wenn er sich da nicht selbst spezifisch informiert & weiterbildet, die „fachgerechte“ und individuelle Versorgung eigentlich garnicht gewährleisten. Viele Ärzte trauen sich leider oft nicht, sich auf die Erfahrung und Einschätzung ihrer Patienten zu verlassen - leider aus gutem Grund, denn sie sind ja im Endeffekt dafür haftbar/verantwortlich.

Das nur als Versuch, vielleicht die Sichtweise der Psychiaterin auch etwas zu sehen. Ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass es dir damit schlecht geht.

Du hast natürlich die Möglichkeit dir eine Zweitmeinung eines anderen Psychiaters/Neurologen einzuholen, davon bin ich generell ein Fan, wenn man sich nicht gehört fühlt. Es klingt aber so erst einmal, als würdest du gerne dort bleiben, was auch völlig okay ist. In dem Fall würde ich ganz persönlich dazu raten dich vielleicht noch einmal etwas mehr mit Lisdexamphetamin („Elvanse“) auseinanderzusetzen (bzw. den anderen Möglichkeiten, mit denen kenne ich mich jedoch nicht aus). Ich verstehe den Wunsch nicht den ganzen Tag unter der Wirkung eines Medikamentes zu sein total, das hatte ich am Anfang auch. Ich habe jedoch festgestellt (oh Wunder), dass ich doch irgendwie 24h ADHS habe und ich auch im privaten, egal ob morgens oder abends, von den Medikamenten profitiere. Zudem ich die Wirkung sehr viel subtiler und angenehmer empfinde, als bei Medikinet! Ich kann das nur vergleichen mit meinem Weg - ich habe mit 20mg LDX angefangen und dachte mir „das ist es! Genau so muss es sein!“, jetzt festgestellt, 40mg sind viel besser als 20mg und rückblickend war ich mit 20mg doch unterdosiert. Was ich damit sagen will - nur weil sich etwas in dem Moment als die optimale Lösung anfühlt muss nicht zwingend auch die Lösung bzw. Die einzige Lösung sein. Vielleicht probierst du es aus und stellst fest, dass es dir gut tut und genauso gut/besser ist?! :slight_smile:

Dazu würde ich dich persönlich ermutigen, kann aber auch verstehen, wenn du das nicht möchtest. Dann würde ich dir allerdings zu einem Arztwechsel raten, da es mir als einzig sinnvolle Lösung vorkommt.

Ich hoffe, du findest deinen Weg, so wie es dir gut tut!! :heart_hands:

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vielen Dank für deine lieben Worte und Einfühlsamkeit!

Und ja, sie ist auf mich eingegangen und wollte mir eben so den „unretardiert“-Effekt geben, ohne dafür Umwege gehen zu müssen. Aber das ist mir leider einfach zu riskant, weil ich Ritalin Adult und auch Medikinet Adult eben aus Zeitmangel teilweise schon nüchtern eingenommen hatte und ich komme einfach nicht drauf klar.

Und sie meinte lediglich „nicht zusammen mit Nahrung einnehmen“ - das ist mir aber auch zu ungenau, denn wenn ich 5 Minuten danach esse, dürfte ich ja auch wieder was durcheinander bringen und habe dann vielleicht eine komische Mischung aus retardiert und sofort.

Diese Ärztin ist Vertretung für meine eigentliche Psychiaterin, die immer mal monateweise weg ist. Ich habe nun angerufen und um ein Gespräch in der Sprechstunde gebeten, damit man da mal richtig reden kann. Habe nun für kommende Woche einen Termin. Mal sehen, was da bei rauskommt.

Über Retardierung zerstören hab ich auch schon ein paar Sachen gelesen, das ist wohl teilweise nach hinten losgegangen was Nebenwirkungen und so angeht. :see_no_evil_monkey: Traue ich mich irgendwie auch nicht ran.

Aber danke dir auf jeden Fall, ich schaue mal, was das kommende Gespräch bringt. :slight_smile:

Das verstehe ich. Danke für diese Gedankengänge. :slight_smile:
Ich habe für nächste Woche nun nochmal einen Sprechstundentermin und hoffe, man kann da nochmal etwas finden, was besser auf mich zugeschnitten ist.

Und ich habe gesucht nach Retardierung aufheben/kaputt machen, aber noch nichts „verlässliches“ positives dazu gefunden. Oder dass es gar empfohlen wird.

Vieeeelen lieben Dank für deine ausführliche Antwort und Gedanken und Erfahrungen! :slight_smile:

Und ich verstehe es immer mehr. Dass es nicht „einfach so“ verschrieben wird. Ich glaub, ich bin da manchmal stur, weil ich irgendwie denke „Ich hab doch das gefunden, was mir hilft, wieso krieg ich das jetzt nicht?!?!“ so Kindskopf irgendwie. Aber es hängt ja auch einfach viel dran, ob man die richtige Medikation erhält oder nicht. Mein ganzes Leben ist ja im Grunde davon abhängig. Die Beziehung zu meinem Kind. Me-Time am Abend war die letzten Monate nicht genießbar, da ich meist mit Rebound beschäftigt war.
Naja, aber wem sag ich das, wir sitzen ja alle im selben Boot. :slight_smile:

Finds halt so krass, ich sitze auf Arbeit, hatte heute morgen meine Tablette genommen (unretardiert), den Rest leider zuhause vergessen. Ich bin halt jetzt wieder ADHS-ich, aber habe keinen Rebound oder Kopfschmerzen/Irritation, so wie mit anderen Medis.

Wie ist das bei Elvanse, fühlt man da abends auch so eine Leere oder ist das von Person zu Person unterschiedlich?
Ich fand es schön, nach dem unretardierten wieder einfach „ich“ zu sein. Nachdem ich den ganzen Tag für Arbeit und Kind funktioniert habe. Weil wenn ich allein bin und mich nur um mich kümmern muss, stört mich das ADHS null. Und nix retardiertes hängt noch irgendwo fest. :slight_smile: Aber vllt finde ich noch irgendwie einen Weg.

Und ja, der Autismus-Teil findet bisher wenig Beachtung in der Medikation, aber ich hoffe, ich kann das die kommende Woche nochmal besprechen. Und ja, hier wo ich wohne, ist es gar nicht so leicht, einen neuen Psychiater zu finden. Aber vermute, das ist überall oder? Da meine Praxis mit mehreren Ärzten arbeitet, hoffe ich einfach, wir finden einen Weg.

Das mit der Zweitmeinung würde ich wohl machen, wenn sich keine Einigung findet und mir Medikamente „aufgezwungen“ werden, die ich nicht vertrage. (Aber „nein“ sagen kann ich ja zum Glück).

Und Elvanse würde ich bestimmt ab irgendeinem Punkt auch probieren, wenn ich mit meinen Wünschen nicht weiterkomme. :slight_smile: Ist immer so schwer für mich, etwas loszulassen, was andere scheinbar problemlos bekommen (unretardiert), weil es meine Bedürfnisse so perfekt erfüllt.
Ich versuche da noch etwas weiterzukommen und wenn das gar nicht klappt, versuche ich etwas anderes.

Danke dir sehr für deine ermutigenden Worte. Mal schauen, wie alles wird. :slight_smile:

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Wer weiß was sie für Vorgaben hat , vielleicht kann sie es ja erklären? Ich verstehe es zwar nicht weil ich es bisher von zwei Ärzten ohne Problem off Label auf Privatrezept verschrieben bekommen habe. BTM Medikation ist aber immer so eine Sache….

Dann hast du ja schon die Erfahrung und was soll man sich da noch quälen.

Nach 5 Minuten treffen sich ja trotzdem Nahrung und Kapsel im Magen. Bei Medikinet Adult ist zwar eine Einahme mit Mahlzeit notwendig, aber auch unretardiertes wird oft besser vertragen wenn irgendwann der Körper Energie bekommt , aber da hat man eben einen Zeitpuffer. Grundlegend benötigt der Körper ja Energie und mit ADHS oft noch viel mehr.

Höre da gut auf dein Gefühl. Auch wenn ich zunächst darüber nachgedacht habe, würde ich mir bei Medikinet Adult, weil es so spezifisch ist und sehr von der Nahrung abhängig keine Experimente zutrauen . Medikinet Adult nüchtern oder sonst wie herumgebastelt ? Dann lieber ganz ohne Medis . Wenn ich überlege , dass ich grundlegend durch eine Ernährungsumstellung Medikinet Adult besser vertrage , dann weiß man wie empfindlich das Medikament ist.

Ich erinner mich auch an eine Studentin, die zu einem Meeting extra den ganzen Tag nüchtern geblieben ist, damit sie Medikinet Adult nüchterne nehmen kann, weil sie keine Tabletten mehr hatte und sich so eine schnellere Wirkung erhoffte. Das ging auch nach hinten los.

Deinen Weg, noch mal das Gespräch zu suchen halte ich noch für am sinnvollsten.

Willst du denn Medikinet Adult trotz der Nebenwirkungen erstmal weiterhin einnehmen ?
Vielleicht könnten wir mit dir ja trotzdem gemeinsam schauen ob es ne Lösung bezüglich Ernährung gibt, so dass du zumindestens was abpuffern kannst. ?

Also ich möchte vor unausgegorenen Ideen warnen wie Aufhebung der Retardierung von Medikinet. Meines Wissens gibt es da keine zuverlässig reproduzierbare Methode.

Medikinet Adult sollte man nehmen wofür es gemacht ist - als Retardkapsel und mit einer ordentlichen Mahlzeit - oder eben etwas Anderes nehmen.

Welches Problem hat deine Ärztin denn mit unretardiertem Methylphenidat? Bevor Medikinet Adult zugelassen wurde, das war 2011, haben das doch so gut wie alle Erwachsenen mit ADHS genommen und es hat uns nicht umgebracht?

Man kann die Kapseln öffnen und die retardierten Kügelchen haben eine andere Farbe. Allerdings ist das sehr pfriemelig. Dass die Ärztin das nicht verschreibt… Hattest du Concerta versucht? Das hat vielleicht weniger rebounds. Bzw LDX?

Ich habe zum Glück übermorgen einen Termin, da werde ich das fragen und ich werd auch aufschlüsseln, wieso mir die Retard-Produkte bisher nicht gut tun.

Ich hab auch eine Magenanomalie (Hakenmagen), das hab ich bisher gar nicht so richtig bedacht, aber kann auch sein, dass der retardierte Teil deshalb sehr weird wirkt. (Mein Magen hängt an einer Stelle durch, was den Transport von Nahrung zum Darmtrakt erschwert/verzögert)
Gestern hab ich 5mg um 10:00 morgens genommen (retard), weil ich es wenigstens mal ausprobieren wollte, „nüchtern“. Nach 1h ca. richtig gegessen. Konzentration hat es mir nicht beschert, nur innere Distanz zu allem. Alles war gedämpft. Es hat mir außerdem 'ne fast schlaflose Nacht bereitet, weil der retardierte Teil, sei er noch so gering, noch ewig rumgewirkt hat. Oder mein autistisches Hirn kommt damit nicht klar. Keine Ahnung.

Und sehe ich so wie du. Und wenn ich nach Entretardierung google, lande ich sofort in Dr*gen-Foren und das kann ich wirklich nicht empfehlen. Daher lasse ich meine Finger nun davon und warte ab, was im Termin passiert.

LDX ist so etwas wie Elvanse, oder?
Concerta habe ich noch nicht versucht.

Sollte meine Psychiaterin nicht offen sein für das Unretardierte, werd ich etwas neues probieren. Vllt dann Elvanse.
Unretardiert passt halt perfekt zu meinem Alltag, da ich abends nach der Arbeit dann nochmal einen Push hab, um für Mann und Tochter da zu sein, das ging mit den Retard-Medikamenten nicht, weil immer zu dieser Zeit der Crash kam.

Hab inzwischen auch einfach Schiss glaub ich. Hab so viele Nebenwirkungen von diesen lang wirksamen Medis und von unretardiert halt einfach gar nichts, da fällt es voll schwer, was anderes ausprobieren zu wollen. Lese bei Elvanse auch immer wieder von Schlafmangel und Crash am Abend, aber denke, das ist auch viel Ernährung und Timing und kA… hmmm.. werd zumindest offen dafür bleiben, wenn es nicht anders geht.

Vielen Dank für deine Antwort! :slight_smile:

Ja, ich werde auf jeden Fall mal schauen, was bei meinem Termin herauskommt. Ich werde hier mal berichten, falls ich nicht zu niedergeschlagen bin. :smiley:
Und ja. Ich verstehe auch die Gefahr dahinter für die Ärzte. Ich hoffe einfach, sie hört mir zu und wir finden eine Lösung. Ich will wenigstens nur ein paar Monate mal Stabilität haben, und das war mit den bisherigen Medis einfach nicht gegeben.

Und ja, ich habe gestern das Experiment gewagt, als mein Mann zuhause war. Und ja, es ging nach hinten los. Ich war gedämpft/abwesend den ganzen Tag und hatte extreme Einschlafprobleme und lag viel wach. Dabei waren es nur 5mg um 10:00 morgens. Crazy

Medikinet Adult möchte ich da eigentlich nicht mehr einnehmen. Das verdirbt mir wertvolle Zeit mit meiner Familie. Hätte es ein wenig besser gewirkt, vielleicht, aber nach 3 Monaten auf und ab mit komischen Wirkungen bei Medikinet Adult und Ritalin brauche ich nun eine Verschnaufspause.

Weißt du noch, wie es der Studentin ging damals?

Ich zerbrech mir gerade noch meine letzten unretardierten für die wichtigsten Momente des Tages, damit ich das schaffe und so komme ich bis zum Termin hin. Danach.. mal sehen.

Danke dir für deine Gedanken und Ideen. Was nimmst du, bist du bei Medikinet Adult geblieben?

Concerta wirkt ja essenunabhängig(ausser mal hier und ein happen essen aber setzt keinen vollen Magen vorraus.

Concerta kann man auch nachnehmen. wenn esnicht lange genug wirkt, (gegen Mittag zB ) das hatte ich nämlich das es zu früh aufhörte undmit der Nachdosierung hält das bei mir Abends ohne Einschlafprobleme

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Es gibt in Deutschland unretardiertes Methylphenidat für Erwachsene m.W. nach nur als Off-Label-Use und das ist für die Ärztin tatsächlich mit einer hohen Verantwortung und hohem Risiko verbunden.

Ich kann die Ärztin da schon verstehen. Sie hat die Gesetze nicht gemacht. Dafür hat sie einen „Workaround“ genannt, mit dem man legal auch retardiertes Methylphenidat i.d.R. schneller aufnimmt.

Aber jeder Mensch ist sowieso unterschiedlich dabei wie schnell Medikamente im Blut ankommen, abgebaut werden, anfluten und so weiter.

Ich empfinde das zumindest nicht als „crazy“ Experiment der Ärztin.

Die Haftungsrisiken bei Verschreibung eines kompletten Off-Labels-Medikaments sind nunmal eine ganz andere Liga.

Ich habe damals mein MPH auch oft auch leeren Magen eingenommen, weil ich einfach morgens nie Hunger habe und nicht frühstücke. Das habe ich meinem Arzt auch so gesagt.

Es ist zudem eine Empfehlung der Packungsbeilage bei retardiertem MPH bezüglich der empfohlenen Nahrungsaufnahme es ist keine Pflicht im Sinne von „Wer nicht genau so und so viel frühstückt und trotzdem MPH Retard einnimmt tut es etwas illegales oder verstößt gegen Richtlinien“.

Es kann eben Auswirkungen auf die Wirkdauer und Wirkstärke haben, ja. Darüber klärt die Packungsbeilage korrekt auf und die Ärztin klärte darüber auch korrekt auf.

Die Ärztin hat die Gesetze nicht gemacht und ich würde als Arzt bei der Rechtslage auch Off-Label-Use vermeiden.

Gerade bei BtM und Stimulanzien. Reicht ja dass die Patientin es Off-Label unretardiert verschrieben bekommt, eines Tages weil es doch zu stark anflutet einen Kreislaufkollaps bekommt oder Schlimmeres und dann hat die Ärztin ein gewaltiges Problem.

Ich muss korrigieren - meine Ärztin hat mich eben nicht aufgeklärt. Sie meinte lediglich, es wirke dann wie unretardiert. (Das tat es nicht)

Sie hat mir auch nicht gesagt, wie viel Zeit zwischen Einnahme der Kapsel und Nahrung liegen soll.

Aber ich verstehe deine Gedanken und du hast auch Recht mit dem Risiko. Mein Problem war nur, dass nicht auf mich eingegangen wurde und meine bisherigen Nebenwirkungen mit Medikinet Adult ignoriert worden sind. Dadurch hab ich Trust Issues bekommen :smiley:

Ich bestehe auch nicht drauf, dass ich das Rezept erhalte, kann ich ja gar nicht. Ich will nur gemeinsam eine Lösung finden mit den Ärzten. Und so ein bisschen auf Augenhöhe sprechen

Und ich bin dankbar, dass sie mir Optionen geboten hat, das hab ich ihr auch geschrieben

Wenn es denn ein „Workaround“ wäre.

Es ist eben nicht so, dass die Einnahme von Medikinet Adult ohne Mahlzeit dann einfach so wirkt wie unretardiertes MPH. Von daher ist dieser Ratschlag einfach unbrauchbar.

Das Risiko ist nicht höher als bei retardiertem Methylphenidat, der Unterschied ist eben nur dass es kürzer wirkt. Und es machen auch viele Ärzt/innen (auf Privatrezept), ohne dass bekannt geworden wäre, dass sie jemals Ärger deswegen bekamen. Wie gesagt: Bis 2011 gab es kein für erwachsene ADHS-ler zugelassenes Stimulans und alle Rezepte waren Off-Label.

Ich musste in den ersten Jahren mein Methylphenidat komplett selbst bezahlen (und alle anderen ADHS-Erwachsenen auch), aber das war mir natürlich viel lieber als gar keine Behandlung zu erhalten.

Aber klar: Wenn die Ärztin nicht will, dann kann man als Patientin nichts machen.

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Ja, da ich sie im Zoom direkt vor Augen hatte. Sie war total aufgedreht , ihr war übel , sie sah voll verdreht aus, rotes schwitziges Gesicht, hat nix auf die Reihe bekommen und ärgerte sich selbst über dieses Eigentor.

Es gibt sehr vereinzelt Menschen die 5mg Medikinet Adult nicht so gut vertragen . 5+5mg =10 mg habe ich schlechter vertragen als eine 10mg Kapsel.

Höre gut auf dich . Ich habe ja sogar bei unretardierten Tabletten unterschiedlicher Hersteller Unterschiede gemerkt .

Auch bei den langwirkenden wie Concerta, Kinecteen und weitere Generika spürte ich Unterschiede.

Ich bin mit Medikinet Adult irgdwann gut klargekommen um aber vom essen etwas unabhängiger zu werden bin ich bei Concerta gelandet. Das kann ich mit unretardiertem ergänzen,.

2017 als ich eindosiert wurde , bekam ich übrigens auch nicht sofort unretardiertes. Erst als ich mit Medikinet Adult eindosiert war und mein Arzt mich länger kannte. Mein neuer Arzt hat es einfach so übernommen .

Vielleicht benötigt deine Ärztin noch ein paar Argumente dass du es nicht verträgst.

Die unterschiedlichen Retardierungen sind bei feinfühligen Menschen nicht zu unterschätzen und in deinem Fall hast du ja nachweislich ein Problem mit dem Magen.

Du könntest ja auch bei Medice mal nachfragen ob ein Hakenmagen zu Problemen führen kann oder du bittest deine Apotheke dort nachzuhaken ob deine Nebenwirkungen davon resultieren können.
Ich finde es nicht ganz unabwägig.

Es geht hier um Medikinet Adult , und das steht dazu in der Fachinfo.

Wie wirkt es denn dann?