Hallo liebes Forum.
Kurzfassung: Medikinet unretardiert hatte als einziges eine positive Wirkung, aber Ärztin will es nicht verschreiben
Ich bin noch recht neu hier. Diagnostiziert mit 36 Anfang des Jahres mit AuDHS. Seit 3 Monaten ca. versuche ich mich mit meiner Psychiaterin an ADHS Medikamenten, in der Hoffnung, dass ich meinen Alltag mit Kleinkind und Arbeit bewältigt bekomme.
Habe klassisch mit Medikinet Adult angefangen, das war recht schnell einfach nur anstrengend und ich musste den Versuch nach 2-3 Wochen abbrechen, da ich mit der Esserei nicht hinterherkam und wenn doch, war die Wirkung einfach nicht zufriedenstellend. (Kein Koffein mehr seit der Eindosierung). Die Nebenwirkungen waren auch zu krass und es hat sich nicht gelohnt für den Effekt, den ich hatte. Nebenwirkungen waren Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, krasser Heißhunger, Durchfall, Enge im Brustkorb, Rebound war doof.
Durfte dann zu Ritalin Adult/Retard wechseln. Das lief besser, aber ich habe mich mit 10mg getrieben gefühlt und nervös und mit 20mg habe ich mich dann ruhig gefühlt, aber eher ruhig gestellt. Hab das zwei Monate durchgezogen und am Ende war ich einfach nur emotional leer. Die 20-20 haben an PMDS Tagen geholfen, ansonsten war es glaube ich zu viel. Aber auch mit 10-10 oder 20-10 hatte ich das Gefühl, Distanz zu mir selbst zu haben und hab mich sozial extrem awkward gefühlt. Also iwie hat mein Gehirn das nicht gut angekommen, obwohl es vom Magen besser war. Hatte zudem extreme Einschlafprobleme, egal bei welcher Dosis.
Durfte, damit ich wenigstens abends den Retard Effekt nicht mehr so spüre (der übrigens nichts genützt hat, ich war nur künstlich wach, aber nicht produktiv) dann als zweite Dosis Medikinet unretardiert versuchen.
tja und dieses Medikament hat mir leider die Augen geöffnet. Ich hatte weniger Nebenwirkungen, die Dosis hielt länger als bei den Retard Medikamenten. Mein Körper nimmt es sehr viel besser an. Zum ersten Mal überhaupt seit Einnahme der Medikamente hatte ich Motivation, aufzuräumen, überhaupt wieder Lust auf soziale Kontakte. Ich hatte mal Hoffnung für die Zukunft und dass es tatsächlich mein Leben verbessern könnte.
Mein Kiefer verspannt sich weniger, meine sexuelle dysfunktion, die scheinbar durch die retardierten Präparate und einen (durch das Anfluten) überangespannten Beckenboden kamen, löst sich gerade in Luft aus. Meine Migräneattacken werden weniger.
Als ich meiner Psychiaterin davon berichtet habe, kam leider nur der Vorschlag, dass ich dann Medikinet adult auf nüchternen Magen nehmen kann. Das wäre ja dann wie unretardiert.
ich fühle mich damit nicht wohl und habe gefragt, wieso ich nicht das unretardierte erhalten kann. Ich weiß, es ist nicht für Erwachsene zugelassen und die Krankenkassen übernehmen es meistens nicht und es wäre ein BtM Rezept. Ich habe gesagt, ich würde es selbst zahlen. Da es das erste Medikament ist, das mir Lebensqualität gibt. Ich schlafe gut, ich bin für meine Tochter da, bin happy und nicht leer wie mit den anderen Medis. Dosierung ist jetzt bei 25-30mg gewesen pro Tag.
meine Ärztin möchte, dass ich trotzdem das Medikinet Adult wieder versuche und ich begreife nicht wieso. Also ja, es gibt Hürden beim unretardierten. Vllt möchte sie das in ihrer Praxis generell nicht so machen.
Aber ich frage mich, welche Wege man gehen kann. Ich will nicht wieder Medikinet adult nehmen. Es war einfach nur übel die Zeit. Und das nüchtern zu nehmen, davor hab ich Angst, weil ich die anderen Medis nüchtern auch schon nicht vertrage.
Elvanse möchte ich noch nicht probieren, da ich in unretardiertem Medikinet eigentlich die Wirkung habe, die ich brauche. Und ich mag es, wenn ich eben nicht den ganzen Tag unter Medikamenten Einfluss stehe und die Retard/Depot Wirkung noch ewig lang im Körper rumwirkt.
Hach ich weiß auch gar nicht, wie ihr mir helfen könntet. Das ist ja das gute Recht der Ärztin oder? Ich begreife es nur einfach nicht, weil die anderen Medikamente mir am Ende mehr geschadet haben.
hab schon viel geheult. Und der Ärztin meine Bedenken geschrieben, doch sie besteht auf Medikinet adult ohne gleichzeitige Nahrungseinnahme.

