Melatonin - schon mal probiert? Aber nicht so wie üblich!

Hallo zusammen,

ich hatte mir vor einigen Wochen ein Melatonin-Spray gekauft aber bis heute noch nicht probiert.
Vorhin ist es mir wieder aufgefallen, dass ich es ja gekauft hatte. Während ich daran gedacht hatte, waren übrigens 30 Minuten seit der Elvanse-Einnahme vergangen und ich fühlte mich ziemlich unruhig.

Hatte dann einmal die Beilage durchgelesen, da standen zwei Sprühstöße sind zu nehmen und habe es gemacht. Habe in dem Moment daran gedacht, dass bei (normaler -natürlicher- abendlicher) Müdigkeit ich auch eine recht tiefe Entspannung fühle. Gute 30 Minuten später kam mir das ganze etwas unwirklich vor.

Zur Erinnerung: Nach Elvanse Einnahme sind nun 60 Minuten vergangen und ich merke IMMER erst nach knapp 90 Minuten die Wirkung von Elvanse. Ohne eine Ausnahme die letzten zwei Jahre. Also für eine Wirkung von Elvanse wären es 30 Minuten zu früh - zumindest für eine direkt spürbare und wahrnehmbare Wirkung.
Die Einnahme von Melatonin ist jedoch nun 30 Minuten her.

Ich erwähnte, dass es mir etwas unwirklich vorkommt. Das ist deshalb so, weil ich so eine Tiefenentspanntheit (Skala 10/10 → das ist super super super selten bei mir!!) niemals morgens je Gefühlt habe. Selbst der Muskeltonus hat sich auf ein meiner Meinung nach normales Level reduziert. Müde bin ich überhaupt nicht, dafür aber ruhig und entspannt.

Zugegeben weiß ich nicht so Recht was ich davon nun denken soll bzgl. dieser Erfahrung. Wäre da ganz offen für Input jeder Art.

Liebe Grüße

Hey desteny,

ich habe mit 500mg Tryptophan-Kapseln dieselbe erfahrung gemacht nachdem ich darüber im
ADHS-Ratgeber für Erwachsene nachgelesen hatte.
Eigentlich hatte ich diese gekauft weil ich anfänglich mit der Einnahme von Elvanse schwierigkeiten hatte einzuschlafen.
Da das Trypthophan ja ein nahrungsergänzungsmittel ist aus welchem der Körper Melatonin herstellt, es soll zusätzlich noch etwas Serotonin zur verfügung stellen.
Ich merke immer relativ schnell nach der Einnahme das ich innerlich ruhiger werde und es sich gut mit der Wirkung von Elvanse ergänzt.
Protokolliert habe ich das ganze noch nicht aber es ist mir schon aufgefallen, sodass ich die Kapseln manchmal schon morgens nehme, bin da leider nicht sehr konsequent.
Habe bist jetzt zu diesem Thema auch wenig gelesen im Forum, bin da auch sehr interressiert was andere so für Erfahrungen damit gemacht haben.

Grüße Blockhead

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Achtung unbezahlte Werbung.
Habe sowohl „Somna“ als auch „Melatonin Sleepwell“ getestet. (Lange bevor ich mit dem MPH angefangen habe).

Einschlafen & durchschlafen waren gut.
Aber ich bin zermatscht aufgewacht.
Wie nach einem durchzechten Abend wo man keinen Kater hat aber sich wollig, warm, weich fühlt.
Ich beschreibe es immer als „klebrigen Schlaf“.

Fazit: mir schadet es nicht, aber das wach werden empfinde ich als unangenehm und nutze kein Melatonin mehr.

@Dokma

Hi, wie oft hast Du das denn probiert ?
Hintereinander ?
Und wie hoch dosiert ?
Bei Amitryptilin und Trimipramin, die (niedrig dosiert) auch gut als Schlafmittel wirken, ist ein Overhang morgens bekannt (der sich ungefähr so anfühlt wie Du es beschreibst), aber typischerweise als Eindosierungsnebenwirkung, die sich mit der Zeit gibt. Mich würde daher interessieren, ob das bei Dir bei Melatonin auch bei längerer Nutzung so blieb.
Als dauerhafte Nebenwirkung kenne ich das nicht.

VG, UlBre

@desteny

Melatoninspray tagsüber zusammen mit Elvanse ?
Auf die Idee wäre ich nicht gekommen… Spannend…
Wieviel Melatonin enthält ein Sprühstoß bei Deinem Präparat ?

VG, UlBre

Dr.Spray Somna Sleep
SKU: 00859258006056

16 Tage am Stück
1mg Melatonin
0,75mg 5-HTP
0,75mg L-Theanine

Da das Ein- und Durchschlafen funktioniert hat, habe ich nicht mit höheren Dosen herumgespielt.
Nachdem sich das Aufwachgefühl nicht gebessert hat, habe ich es aufgegeben.

Guten Morgen,

ein Sprühstoß enthält 0,5mg Melatonin.
Die einzige Wirkung, welche ich mir neben der Einbildung erklären könnte, wäre eine Wirkung auf den Sympatikus.

Hast du vielleicht nähere Informationen, worauf Melatonin genau endokrinologisch einwirkt? Vielleicht gibt es ja eine logische Erklärung, weshalb ich das als angenehm Wahrnehme. Und viel wichtiger wäre dann auch festzustellen, ob es im Bezug auf ADHS irgendeinen Nachteil wie Gewöhnungseffekt haben kann (Was bei normaler Anwendung abends nicht der Fall ist).

Hi,

ja, zu Melatonin gibt es einen eigenen Artikel unter ADxS.org.

Danke für die Info !

Viele Grüße

UlBre

Hallo Ulbre,

ja den Artikel hatte ich schon gesehen (wie wahrscheinlich jeden).

Da du sicherlich vielleicht sehr einfach weißt was ich suche oder weißt wo ich das finden kann, frage ich mal was.

Bei mir ist es ja so, dass sämtliche unangenehmen Probleme (Unruhe, Nervös sein, Hyperaktivität, Stimmung) zu 100% IMMER Weg gehen insbesondere vor der Medikation, wenn ich Müde bin/werde. Morgens ist das fast genau so rapide, wenn dieser Punkt der Müdigkeit überwünden ist. Dann treten schlagartig die Probleme auf welche sich nach und nach intensivieren. Mich würde Interessieren, welche Hormone etc. dies verursachen?

Also ich weiß, dass Cortisol abends sehr niedrig ist. Ebenso sinkt der Noradrenalinspiegel in den Keller. Wobei aber ein mangelnder Noradrenalinspiegel (krankhaftbedingt) ADHS Symptome verursacht. Aber warum nicht Abends wenn der Spiegel sowieso niedrig ist? Jedoch wären bei beiden die Maxima nicht Nachmittags erreicht, wo bei mir immer die schlimmsten Zeiten waren vor der Medikation, sondern morgens/mittags, was bei mir nicht so schlimm war.

Worauf ich hinaus will ist, bei mir ist die Stärke der insbesondere „hyperaktiven“ Probleme meist Uhrzeitabhänig gewesen. Wenn die Medikation aufhört zu wirken hab ich gelegentlich nochmal so einen Reboundeffekt, welcher jedoch sofort geht wenn die Müdigkeit eintritt. Was wäre, wenn die Angelegenheit mit dem Dopamin/Noradrenalin nicht das alleine Problem beim ADHS ist. Was wäre, wenn dadurch bedingt ein weiteres Hormon / Botenstoff „mist“ baut? Oder ein dem zirkadianen Rhythmus gemäß ein neuer Spieler plötzlich Abends mitspielt? Oder es letztlich über Umwege doch sehr viel mit dem vegitativen Nervensystem (Sympatikus / Parasympatikus) zu tun hat (Das hat es meiner Meinung nach sehr viel) - bedingt durch das Dopamin/Noradrenalin Problem?.

Was verändert also der zirkadiane Rhythmus so sehr, dass Probleme beim ADHS so schlagartig ( = wie ein Lichtschalter) verschwinden können und morgens wieder kommen?

Die Sache mit dem Melatonin war nun ein interessanter Aspekt für mich, da dieses ja definitiv Abends erst hinzukommt. Aber gemäß dem was ich gelesen habe mag ich noch bezweifeln, ob das die Erklärung sein kann. Mein Ansatz war auch zu prüfen, wie Melatonin auf das vegitative Nervensystem einwirkt. Leider gibt es hier kaum Fachliteratur dazu. Ob meine Beobachtung (1. Post) jetzt repräsentativ ist oder ob das nur Einbildung war (nicht unwahrscheinlich) sei mal dahin gestellt.

Bei Freunden mit ADS/ADHS sowie meiner Freundin konnte ich immer eine deutliche Wesensänderung feststellen, wenn man Müde geworden ist - ebenso wie halt bei mir selbst.
(Außer Acht lasse ich hier die Themen Konzentration, Aufmerksamkeit usw., da ich nicht davon ausgehe, das durch Müdigkeit eine Verbesserung eintritt).