MPH Non-Responder? Gründe? Alternative Elvanse?

Hallo,

aktuell bin ich (M, 50, 154kg) bei der Eindosierung von 10mg Ritalin Adult inzwischen auf der empfohlenen Höchstdosis von 80 mg angekommen. Wirkung bisher keine. Nebenwirkungen soweit ich das sehe ebenfalls keine: Blutdruck und Puls sind unverändert. Gewicht auch. Craving nach Zucker/Snacks unverändert. Einzig seit einer Woche einen etwas härteren Stuhlgang, aber das kommt bei mir gelegentlich vor.

Sonstige Medikation:

  • 150 mg Trazodon zum Schlafen (seit Ende 2020)
  • 4000 I.E. Vitamin D3 und 80 μg Vitamin K2 zum Essen( seit 2019 nach extrem niedriger D3 Laborwerte von 9 ng/ml 25-OH-D3)

Mein ADHS wurde Anfang Februar von einem Psychiater mit den HASE Fragebögen diagnostiziert. Dabei war die Diagnose wegen kaum/nicht vorhandener Impulsivität und Hyperaktivität nicht in allen Bereichen eindeutig. Ob der Psychiater nach ADHS-I, -HI, -C unterscheidet weiss ich nicht, mir war die Bedeutung der Subtypen damals noch nicht so klar und habe daher nicht nachgefragt. Bei meinem aktuellen Wissen würde ich mich nach der Beschreibung der Subtypen hier als ADHS-I oder -C mit wenig hyperaktivität sehen.

Nun frage ich mich ob ich klassischer Non-Responder bin, irgendwelche bisher nicht diagnostizierten Erkrankungen vorliegen welche die Verstoffwechselung von MPH beeinträchtigen oder es andere Gründe gibt warum ich nicht anspreche.

MPH Verstoffwechselung
Soweit ich gelesen habe wird MPH in der Leber via CES1 metabolisiert. Bei früheren Laboruntersuchungen waren u.a. meine Leberwerte (GGT) immer zu hoch. So zwischen 75 und 90 U/l, wobei das Labor 55 U/l als Obergrenze auswies. Könnte das eine (die?) Ursache sein das ich scheinbar nicht auf MPH anspreche?

Meine nächste Vorsorgeuntersuchung steht Anfang April an. Überlege ob und was man bzgl MPH noch bestimmten lassen könnte. Gentypisierung CES1? Schilddrüsenwerte? Hat da jemand Erfahrung mit?

MPH Non-Responding? Dosis?
Auf der Hauptseite habe ich den Hinweis entdeckt, dass MPH Non-Responding bei ADHS-I häufiger vorkommt als bei ADHS-HI. Wobei die Rechnung mit 75% Ansprechquote vs 24% Non-Respondern ja am Ende 1 Prozentpunkt unterschied aufweist - was ja kein nennenswerter Unterschied ist.

Auf der gleichen Seite wird aber auch erwähnt, dass vereinzelt vermutet wird, dass unter Non-Respondern Fälle von Unterdosierung vermutet werden. Aber wie wahrscheinlich ist das bei 80 mg Ritalin Adult (=halbtags-retardiert) überhaupt?

Hatte darüber nachgedacht eigenmächtig die Dosis mal auf 100 oder 120 mg Ritalin zu erhöhen, aber nach allem was ich bisher gelesen habe frage ich mich, ob das überhaupt sinn macht.

Alternative Elvanse?
Bei meinem letzten Gespräch mit meinem Psychiater war ich bei 40 mg Ritalin Adult. Wir hatten damals schon über die fehlende Wirkung gesprochen. Neben den alternativen höherer Dosis Ritalin Adult, der Möglichkeit das ich doch kein ADHS habe (scheint mir inzwischen unwahrscheinlicher, aber gehört wohl nicht in diesen Thread?) erwähnte er noch Elvanse.

Soll ich vor dem Hintergrund oben (ADHS-I und MPH) und den Hinweisen hier, dass Elvanse bei Erwachsenen wohl eigentlich das bessere ADHS-Medikament zu sein scheint gleich auf Elvanse schwenken?

Das ich dann das Trazodon absetzen muss habe ich schon gelesen. Wird sich die Frage stellen ob bzw was ich dann wegen meiner Durchschlaf-Probleme nehmen kann/soll.

Mal wieder zu viel Text (sorry dafür!) und Fragen über Fragen. Vielleicht hat ja jemand Erfahrungswerte die mir evtl. weiterhelfen?

Danke!
SD

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Moin @SpätDiagnostizierter

Trazodon und Elvanse vertragen sich nicht.
Wird beides über CYP2D6 metabolisiert.
Leider wird das nicht als Nebenwirkung gelistet, jedoch beeinträchtigt sich das ganze gegenseitig.

Vertrage ebenfalls kein MPH und laufe mit Elvanse super.

Wäre also generell einen Versuch wert :slight_smile:

Hey @SpätDiagnostizierter,

Heißt das du nimmst 1x 80mg? Und hast in 4 Wochen von 0 auf 80 hochdosiert?

Der normale Ansatz hier ist zunächst ein Somnologe. Schlafprobleme mit Medikamenten zu lösen ist meistens kontraproduktiv und mindert einen vorhandenen Schlaf in der Qualität stark. Mit Blick auf dein Gewicht fällt mir da vor allem das Thema Schlafapnoe ein. Ein Schlaf mit Schlafapnoe ist eigentlich gar kein Schlaf, sondern ein Kampf ums Überleben des Körpers. Da muss man nicht (laut) schnarchen und nimmt vieles als normal “wahr” was es nicht ist. Der Somnologe misst im Schlaf auch Hirnströme. Unbehandelte Schlafapnoe macht viele Medikamente sozusagen wirkungslos weil der Stoffwechsel komplett durcheinander ist. Auch hier treten Verdauungsprobleme gerne auf. Wie ist dein Puls + Blutdruck?

Wann hast du zuletzt den VitD-Wert bestimmen lassen? Zu viel VitD kann zu Schlaflosigkeit, Fatigue und psychische Probleme verursachen. Auch das Thema “härterer Stuhl” kann da mit im Zusammenhang stehen.

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Hi @ZappelPhilipp

Das hatte ich schon hier im Forum gelesen. Interessanterweise schlägt der Wechselwirkungs-Check auf der Website der Apotheken-Umschau bei der Kombination Tazodon und Elvanse an. Ist die Unverträglichkeit irgendwo „offiziell“ beschrieben? Bin mir nicht sicher ob mein Psychiater davon weiss und eine etwas offiziellere Quelle (jenseits des Forums) könnte hilfreich sein.

VG
SD

Moin.
Es gibt vmtl. / garantiert auf adxs.org (der „Wissensdatenbank“) irgendwo einen Abschnitt, der näher darauf eingeht (finde den leider spontan nicht).

Hatte damals jedoch selbst massive Probleme als ich beides kombinierte.
War im Endeffekt eine Überdosierung, da sich beides gegenseitig „gepusht“ hatte.

Hi @Zoi ,

Ja, 1x 80 mg morgens so zwischen 08:00 und 08:30.

Aufdosierung startete auf Empfehlung meines Psychiaters mit 10mg und dann Erhöhung am 3. Tag auf 20 mg da jede Wirkung ausblieb.
4 Tage mit 20mg weiter keine Wirkung.
Rücksprache mit meinem Psychiater und auf 30 mg. Nach 4 Tagen mit 20 mg weiter keine Veränderung. Dann auf 40 mg was 5 Tage dauerte. Nach einem weiteren Vor-Ort Termin beim Psychiater dann die Erhöhung auf 60 mg. Das nahm ich dann 8 Tage, da ich zwei Tage hintereinander einen wichtigen Termin hatte und dabei etwaige negative Auswirkungen durch eine Erhöhung an diesen Tagen vermeiden wollte. Aber auch in den 8 Tagen mit 60 mg habe ich nicht die kleinste Wirkung bemerkt - weder positiv noch negativ.

Heute wird der 4. Tag mit 80 mg. Denke ich werde das noch bis zum 5. Tag machen und das Ritalin dann absetzen. Es scheint mir unwahrscheinlich, aber vielleicht merke ich von 80 auf 0 ja eine Veränderung.

VG
SD

Hallo @BrainBuzz ,

Kurze Version: been there, done that. Keine Erkenntnis was mein Schlafproblem betrifft. (dafür einiges zum Thema Ärzte)

Längere Version:
Probleme mit dem Schlafen begannen 2018 durch Schmerzen in der Schulter. Für 3-4 Monate ca 2-3h Schlaf die Nacht. Schmerzmittel halfen nicht. Nach Psyiotherapie Besserung, aber es dauerte 3/4 Jahr bis ich wieder bei mind. 6h Schlaf war.
Nach dem was ich heute weiss wurde da auch quasi das Fundament für meinen letzten Burnout gelegt.

Wirklich gut war der Schlaf 2019 noch nicht, im Spätsommer/Herbst 2019 erste Polygraphie zur Vorabklärung beim Hausarzt. War soweit nicht besonders auffällig, ein paar Aussetzer aber im Bereich „kommt vor“ und wohl nicht die Ursache für die Schlafprobleme. Jahreswechsel 2019/2020: Burnout - nichts geht mehr.

Etwa März/April 2020: Bei Neurologin (auch Psychiaterin, nennen wir sie P1), Quetiapine verschrieben bekommen und Termin für Schlaflabor. Mit dem Medikament war der Schlaf gut und erholsam. Mai 2020: 2 Nächte im Schlaflabor. Ergebnis: Sehr viele Aussetzer, mehr als das 10 fache(!) als 1/2 Jahr zuvor.
Den Grund habe ich dann selbst recherchiert. Es war das Quetiapin und vor allem das plötzliche absetzen des Medikaments. Ich hatte 2 Wochen vor dem Schlaflabor sowohl P1 als auch bei der Ärztin im Schlaflabor nachgefragt ob ich das Quetiapin weiter nehmen oder vorher absetzen soll. Beide(!) sagten „normal weiter nehmen und nur in den 2 Nächten im Schlaflabor nicht einnehmen“. Das war Unsinn wie ich dann selbst heraus fand. Zum einen wird sehr deutlich vor Quetiapin bei starkem Übergewicht (bei mir BMI 46) gewarnt, einschliesslich Fachinformation zum Medikament als auch in Fachartikeln. Auch weil das Medikament in solchen Fällen eben viele Atemaussetzer im Schlaf erzeugt. Zum anderen verstärkt plötzliches Absetzen von Quetiapine laut Fachinformation genau solche Probleme noch. Darauf angesprochen dementierte die Ärztin im Schlaflabor die mehr als 10x Steigerung der Aussetzer und schob es auf das minderwertige Gerät des Hausarztes. Das es das gleiche Gerät vom gleichen Hersteller war war für sie nicht relevant. Ähnliche Reaktion von P1 einige Tage später. Habe das Quetiapine dann nicht weiter genommen.

Anekdote am Rande: Man wollte mir trotzdem ein CPAP Gerät aufschwatzen (war neu und hatte ich versuchsweise in der 2. Nacht im Labor genutzt), natürlich abgelehnt. Auf der 30 min Fahrt nach Hause bekam ich schon einen Anruf des Händlers mit dem das Schlaflabor zusammenarbeitete „sie haben vom Schlaflabor X ein CPAP Gerät bekommen…“ und man wollte das finanzielle klären.
Auf mein drängen dann im Sommer 2020 ein zweites mal Schlaflabor. Natürlich ein anderes. Wieder 2 Nächte. Ergebnis: Aussetzer auf dem Niveau von 2019 und laut Arzt nicht der Grund für meine Schlafprobleme.

Ich mag Medikamente eigentlich auch nicht. Bis zu den Problemen 2018 habe ich gar keine Medikamente genommen. Nicht mal Aspirin oder ähnliches.

Variiert zw 120/80 und 135/95. Im Mittel mehr so 125/130 zu 85. Puls seit 2018 konstant per Apple Watch überwacht. Beim Schlaf so um die 50, Ruhepuls aktuell im Schnitt 73, ca 100 beim Gehen und bei schnellem gehen bzw größerer Anstrengung geht er bis 120.

Ca 1,5 Jahre her, damals schon 1 Jahr bei aktueller D3/K2 Dosis und und der Laborwert war damals glaube ich so um die 35.

Den härteren Stuhl habe ich jetzt gerade mal eine Woche oder so.

VG
SD

Moin ZappelPhillip,

Da hatte ich schon gesucht, aber zur Problematik von Trazodon bei Elvanse nichts gefunden. „Nur“ Beiträge hier im Forum.

VG
SD

Ich schaue nach Feierabend nochmal was ich finde :wink:

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Danke!

Hey @SpätDiagnostizierter,

Das ist eine ziemlich schnelle und ungewöhnliche Eindosierung und auch Menge für eine Einmaldosis. Ist natürlich mit Rücksprache mit deinem Psychiater passiert, der scheint sich nicht so gut auszukennen?

Hast du keine Nebenwirkungen oder einen heftigen Rebound? Und wieso nimmst du es nicht 2x am Tag? War das nie im Gespräch?

Ich habe das Gefühl, dass man oft die Wirkung erst beurteilen kann, wenn der Tag weitesgehend abgedeckt ist. Sonst hat man ja 2/3 des Tages noch ADHS-Symptome…

Viele Grüße!

Hallo @Zoi ,

Wie gut er sich auskennt kann ich noch nicht so umfassend beurteilen. Ich weiss das er Patienten mit ADHS hat, den Tip hatte ich von meinem Hausarzt bekommen weil er von einer seiner Patienten mit ADHS wusste. Im Gespräch hatte er von anderen Patienten gesprochen, auch mind. einem der Abends eine sehr kleine Dosis zum schlafen braucht.
Die Klinik bei der seine Facharzt-Weiterbildung gemacht hat behandelt auch ADHS und dort hatte er wohl auch mit Suchtmedizin zu tun. Darauf basierend und meinen bisherigen Gesprächen denke ich, dass er Erfahrung hat, vielleicht nicht viel, aber wohl mehr als viele hier im Forum von echt katastrophalen Arzt-Erfahrungen berichten.

Seine Eindosierungsempfehlung entspricht auch mehr oder weniger dem was die Fachinformation des Medikaments so schreibt, wobei er bei 10mg anfing obwohl die Fachinformation ja eigentlich 20mg Anfangsdosis beschreibt. Sein Argument das man am Anfang nach 3 tagen hochdosierten kann wenn wirklich jede Wirkung ausbleibt machte für mich logisch Sinn. Auch seine Logik, die ich teilte ohne sie vorher angesprochen zu haben, das bei 40 auf 60mg und dann 80 mg der prozentuale Anstieg des Wirkstoffs gering ist und bei ausbleiben jeder Wirkung wohl Sinn machen würde.

Ich habe mich zwei mal gefragt ob ich einen Rebound oder ähnliches empfinde. Einmal bei 60 mg als ich so grob nach 5h eine Tafel Schokolade vertilgt habe. Aber das passiert leider häufiger, auch während dieser 8 Tage mit 60 mg, aber nur einmal nach 5h, sonst zu beliebigen Zeiten (2h nach Einnahme, 8h danach usw)
Bei 80mg hatte ich einmal Müdigkeit nach ca 5h, aber zum einen war die nicht so stark ausgeprägt, zum anderen passiert das auch häufiger mal und es scheint mir mehr mit Essen als mit anderem zu korrelieren.

Als wir am Anfang die Eindosierung besprachen ging es darum, erst mal mit der Eindosierung anzufangen. Ich hatte den Eindruck, auch wenn es mein Psychiater nicht explizit ausgesprochen hatte, das zuerst eine passende Dosis gefunden werden soll und man dann mit der 2. Dosis für Mittag anfängt. Da ich nie irgend eine Wirkung gespürt habe kam es nicht dazu.

Ist ja schwer die 2. Tagesdosis festzulegen wenn man noch keine Dosis hat die überhaupt irgendeine Wirkung zeigt. Habe auch gerade die 8 Tage mit 60 mg genau beobachtet, meine Arbeitszeit entsprechend gelegt und geschaut ob irgend etwas anders wirkt. Aber da war nichts was mit einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten Wirkung oder auch dem Nachlassen einer vermeintlichen Wirkung bzw Rebound zusammen passt.

VG
SD

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Vielleicht noch etwas mehr zum Thema Trazodon und Schlafproblemen.

Meine Schlafprobleme äussern sich so: Einschlafen geht inzwischen relativ gut. Kann mal 20 minuten dauern, mit Hilfe meiner Frau (kurze Massage an Nacken und Ohren) meist in 5-6 Minuten. Ich werde dann aber nach so etwa 5h (+/- 1h) wach, bin zwar körperlich noch sehr müde, aber mein Kopf mag nicht mehr abschalten. Kein Grübeln im engeren Sinne, also über Probleme oder ähnliches, sondern es sind zufällige Gedanken. Erinnerungen, Gedanken zu irgendwas, die Überlegung für wann wir den nächsten Urlaub planen usw.
Das passiert mit oder ohne Trazodon, mit nur etwas später (~5h) und ohne früher (3-4h) und häufiger (2-3x statt 1x).
Was in 50% bis 66% der Fälle hilft: iPad am Nachttisch mit ein paar Videos die interessant genug sind das die Gedanken nicht anfangen abzuschweifen, aber nicht zu interessant um wach zu bleiben. Ohne Trazodon funktioniert das seltener.

Zum Trazodon kam es so: 2020 nach dem 2. Schlaflabor wurde ich dann wegen der Schlafprobleme zum Neurologen im gleichen Gebäude geschickt. Die Neurologin (nennen wir sie N2) schaute sich die Daten aus dem Schlaflabor auch an und im Gespräch meinte sie es sei vermutlich eine Depression (nach dem Burn-Out kam mobbing bzw bossing) und empfahl mir einen Psychiater aufzusuchen. Sie (N2) sagte das Trazodon vermutlich helfen würde, ich solle das aber mit einem Psychiater besprechen.

Ich bin dann, mangels zeitnaher Alternativen, zu einer Psychiaterin (nennen wir sie P2), welche ich kurz nach Mobbing 2010 wg AU schon mal aufgesucht hatte. Sie verschrieb damals Trazodon für die Nacht und morgens Buproion (150mg, dann 300 mg) für den Antrieb.
Kompetenz bei ihr: nun ja. Sie sagte, als ich ADHS vorsichtig erwähnt hatte, dass ich kein ADHS haben könne, ich sitze ja ruhig bei ihr und sei offensichtlich nicht hyperaktiv.
Das Buproion hatte sie dann von 300 mg auf 150 mg herabdosiert als es mir besser ging. Mein Eindruck: das hatte nichts mit dem Buproion zu tun. Habe das dann eigenständig von 150mg langsam auf 0 abgesetzt und dabei auch keine Veränderung bemerkt. Meine Frau und andere haben auf Nachfrage von mir auch keinen Unterschied bemerkt.

Das Trazodon scheint zu wirken. Die Dosis ist mit 150 mg allerdings höher als die max. 100 mg die sonst so für Schlafprobleme erwähnt werden. Mit weniger als 150mg komme ich zuhause nicht aus. Interessanterweise ist der Schlaf im Urlaub (USA RoadTrip, 4-6 Wochen) immer besser als Zuhause. Nehme ich die 150mg Trazodon ist der schlaf besser als zuhause. Nehme ich nur 100 mg ist der Schlaf vergleichbar wie vor/nach dem Urlaub.

Weitere interessante Beobachtung: Craving nach Snacks ist im Urlaub regelmäßsig deutlich(!) geringer. Das hat nur sehr wenig mit mehr Bewegung zu tun, denn zuhause hat vergleichbar viel Bewegung nicht diesen Effekt. Beim letzten mal 2023 habe ich in 6 Wochen ca 11-12kg verloren. Zuhause hat das nicht lange angehalten, nach 3 Monaten war das Gewicht wie vor dem Urlaub.

VG
SD

Das ist absurd viel. Die Höchstdosis 80 mg bezieht sich auf zwei Kapseln am Tag, aber nicht auf eine Einzeldosis.

Das kann im Einzelfall überschritten werden, d. h. wenn jemand mit 50 - 40 - 10 bei insgesamt 100 landet und das gut funktioniert, warum nicht. Dahin kommt man aber auch wohl erst nach ein paar Monaten.

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Ich habe nochmal in der Fachinformation für das Ritalin Adult nachgeschaut, aber keinen Hinweis auf eine maximale Einzeldosis gefunden, nur der wiederholte Hinweis auf die maximale Tageshöchstdosis von 80 mg.

Aber ist am Ende bei mir auch nicht mehr wirklich relevant. Mit meinem Arzt war besprochen das wir die 60 bzw 60 mg Dosis testen um zu schauen ob überhaupt eine Wirkung/Veränderung auftritt um einen Anhaltspunkt zu haben und wenn keine Wirkung eintritt besprochen wird wie es weiter geht. Elvanse war ja beim Arzt kurz angesprochen.

Mir geht eigentlich darum herauszufinden ob das MPH bei mir keine Wirkung zeigt weil die MPH Verstoffwechselung von irgendeiner anderen Erkrankung gestört ist, ich klassischer Non-Responder bin oder ob ich einfach Elvanse testen sollte anstatt die vorherigen zwei Punkte grossartig zu untersuchen.
Der wissenschaftlich orientierte Teil von mir möchte ja eigentlich herausfinden warum das MPH nicht wirkt. Aus dem gleichen Grund warum ich damals beim D3 auf den selbst-zahl Test bestand obwohl mein Hausarzt versuchte mir das nicht aktiv zu empfehlen um nicht in den Ruf zu kommen zur Gruppe der Ärzte zu gehören die mit IGEL Leistungen Geld machen. Der pragmatische Teil von mir Weill die ADHS Symptome aber endlich in den Griff bekommen weil der Leidensdruck wächst.

VG
SD

Hallo SpätDiagnostizierter,

da ich grad selbst noch in der Eindosierung mit MPH bin und daher nur begrenzt eigenen Erfahrung (und zwar inzwischen viel angelessenes Wissen habe, aber absolut kein Experte bin :innocent:) möchte ich zu vielem was du angesprochen hast nichts sagen. Sondern nur zum Thema Schilddrüse und meiner eigenen Erfahrung aktuell.

Hintergrund, warum ich mich damit aktuell beschäftige: Ich bin seit > 15 Jahren mit Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert, also eine Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse, welche zu Zerstörung des Gewebes führt und damit zu einer zu geringen eigenen Hormonproduktion. Resultiert unbehandelt in einer Unterfunktion. Ich nehme seit vielen Jahren L-Thyroxin. Komme damit gut zurecht und bin quasi symptomfrei bei fT4, fT3 im oberen Normwertbereich. (Achtung TSH eignet sich, obwohl oft anders behauptet, als Screeningwert, aber nicht zur Überprüfung der Einstellung unter Therapie. Da gibt es stapelweise sehr gute Studien zu, leider kommen die nicht wirklich in der breiten Patientenversorgung an).

Ein Herausforderung ist, dass sich Symptome sowohl der Schilddrüsenunter- als auch der -überfunktion (bzw. der Unter- bzw. Überdosierung bei Behandlung mit L-Thyroxin und ggf. Thybon) mit ADHS Symptomen und den Symptomen bei Unter- oder Überdosierung von Stimulanzien überlappen. Also die Zuordnung ist dadurch erschwert.

Der andere Aspekt ist, ob sich der Hormonbedarf ändert: Ich habe viel recherchiert, um herauszufinden, wie der Bedarf an Schilddrüsenhormonen sich durch die Einnahme von Stimlanzien (egal ob MPH oder Amphetamine) verändert. Es gibt hier im Forum ein paar wenige Beiträge, aber über Richtung der Bedarfsänderung und ob die Personen tatsächlich ihr Schilddrüsenhormondosis angepasst haben steht fast nichts da. Bei Schilddrüsen-Gesunden ist es egal, da passt das Organ ja seine Produktion dem Bedarf an.

Ich bin mit MPH niedrig gestartet, konnte anfangs (nachträglich) eine Wirkung in Richtung Ruhe im Kopf und körperliches Entspanntheitsgefühl feststellen. Das war aber sehr subtil und ich kann mir gut vorstellen, dass man mit wenig Körpergefühl für sich selbst, das auch auch gar nicht mitbekommt. Habe langsam hochdosiert mit dem Ziel Wirkung auf meine ADHS-Kernsymptomatik zubekommen. Auf Ernährung und ausreichend Glucose fürs Hirn etc. habe ich geachtet.
Recht am Anfang habe ich nach Wirkende im Rebound extreme Müdigkeit bekommen. Bei höheren Dosierungen trat das auf einmal während der Wirkzeit auf - wirklich mit Schlafbedürfnis, Augen kaum offenhalten können. Zusätzlich keine Belastbarkeit, extreme Konzentrationsprobleme (stärker als vor MPH Beginn). Hat etwas gedauert bis ich wieder auf die Schilddrüsenhormone gekommen bin: Das können alles Symptome der Schilddrüsenunterfunktion sein. Leider hatte ich keine Möglichkeit kurzfristig Blutwerte zu überprüfen. Habe stattdessen meine L-Thyroxin-Dosis erhöht, die MPH Dosis erstmal konstant gehalten statt weiter im Plan hochzudosieren. Bei L-Thyroxin braucht es ja bis wieder stabiles Level da ist 6 Wochen. Aber bereits nach wenigen Tagen habe ich gemerkt, dass die Wirkung Stück für Stück kommt.

Meine Schlussfolgerung für mich (Achtung ist meine persönliche Einzelfallbeschreibung):

  • L-Thyroxin Dosiserhöhung war notwendig (lasse nach 8 Wochen dann Blutwerte kontrollieren), die Symptome kamen von zu wenig Schilddrüsenhormon nicht von zu viel MPH
  • Das Gehirn braucht T4 (Viele klassische Schilddrüsenunterfunktionssymptome sind fehlende Wirkung im Gehirn)
  • Wenn durch Stimulanzieneinnahme die Dopaminwirkung verbessert wird, braucht das Gehirn mehr T4 als vorher.
  • Bei Schilddrüsen-Gesunden kein Problem, das Organ reagiert auf den Mehrbedarf. Wenn es das Organ nicht (mehr) kann (durch Autoimmunprozess, zu klein, Hemmertherapie, …) und das Gehirn zu wenig T4 hat, kann trotz grundsätzlich bessere Dopaminlage im synaptischen Spalt durch Stimulanzien die Wirkung nicht (voll) eintreten - trotz ausreichender Dopaminwirkung am Rezeptor, Glucoseversorgun, …
    Ich kann mir grundstätzlich vorstellen, dass eine ausbleibende Wirkung oder paradoxe Nebenwirkungen unter Stimulanzien auch dann eintritt, bei bisher nicht symptomatisch gewordener Schilddrüsenerkrankung. Wenn die Schilddrüse vorher vielleicht zwar knapp, aber noch ausreichend produziert hat, den Mehrbedarf aber nicht mehr schafft, kann ggf. auch durch Beginn einer Stimulanzieneinnahme bei ADHS sich eine Problem mit der Schilddrüse erst manifestieren. Dann ist aber nicht das Stimulanz das Problem, sondern die Schilddrüse.
  • Ich erkläre mir das fehlende Einsetzen der Wirkung auf meine ADHS-Kernsymptomatik bei niedrigeren Dosierungen sowie dann die später auftretenden Nebenwirkungen (Müdigkeit, Konzentrationsproblem, mangelnde körperliche Belastbarkeit, …) inzwischen mit zu wenig T4.

Ich wiederhole nochmal: Bezieht sich auf mich bzw sind meine Gedanken und Erklärungen (vor dem Hintergrund meines persönlichen Wissensstands).

Aber ich möchte alle ermuntern, der/die bei sich ähnliches vermutet, zumindest mal die Schilddrüsenwerte im Blut überprüfen zu lassen, um nicht evtl. Sachen den Stimulanzien zuzuordnen, die nicht daher rühren.
Ich hoffe diese Art der „Werbung“ ist erlaubt: In Sachen Schilddrüse empfehle ich unbedingt dieses Selbsthilfeforum sammt gesammelten Wissen und Erfahrungen: Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen Und für seriöse Infos (es gibt leider inzwischen zu viel Nonsens und Quatsch im Web und als Buch) zu Symptomen, Behandlung, … http://www.hashimotothyreoiditis.de/ und die Bücher von Leveke Brakebusch/Armin Heufelder