Mutterschaft/ Elternschaft mit ADHS

Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist keine einfache.

Viele sagen, keine Kinder zu bekommen sei egoistisch.

Ich bin der Meinung, sowohl Kinder zu bekommen als auch keine zu bekommen kann man egoistisch betrachten oder auch nicht egoistisch. Die Kinder, die geboren werden, fragt keiner, ob sie geboren werden wollen.

Die Gesellschaft möchte uns Frauen einreden, dass wir Kinder bekommen wollen sollten. Das ist aber nicht in Ordnung. Jedes Paar sollte das für sich entscheiden und wenn es Uneinigkeit gibt, dann entscheidet im Zweifelsfall die Person, die die Schwangerschaft austragen würde.

Man kann sowohl Mutterschaft/Elternschaft bereuen als auch Kinderfreiheit bereuen.

Leider ist es heutzutage immer noch so, dass viele Frauen, bei vor der Geburt gleichberechtigten Partnerschaften, nach der Geburt in die Mental Load, Care-Arbeit und Teilzeitfalle tappen. Und dann kann es immer auch sein, dass man eine Postpartale Depression bekommt.

Zudem darf man nicht vergessen, dass die Situation der Hebammenversorgung immer schlechter wird. Dem Hebammenhilfe-Vertrag sei Dank.

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Okay, danke.

Nein, dass Kinder viel Kraft und Energie kosten, weiß ich sehr gut. Ich habe Lalupa aber nicht so verstanden, dass sie das unterschätzt.

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Korrekt. Ja gut, vielleicht ein bisschen. Etwas zu wissen und etwas zu erleben sind bekanntlich zwei Paar Schuhe, aber daher rührt ja meine Angst und ergo die tendenzielle Abneigung. Und einmal entschieden, gibt es kein Zurück.

Also dass jemand es egoistisch nennt, KEINE Kinder zu bekommen, habe ich noch nie gehört, nur andersrum. Was sind denn da die Gedankengänge?

Naja, dass man es der Gesellschaft schuldig wäre, Kinder zu bekommen, weil man in die zukünftigen Generationen investieren muss und wenn man das nicht machen würde, wäre man eben egoistisch, weil man nur an sich und sein Vergnügen denken würde.

Sehe ich nicht so, habe ich aber schon gehört. Nicht zu mir, aber zu Frauen, die ich kenne.

Verstehe. Hui, ich freue mich jetzt schon darauf, dass das mal jemand zu mir sagt. Das wird lustig. :smiling_face_with_horns:

Ich denke wenn man sehr reflektiert ist und gerne Kinder hätte, kann man es ruhig wagen. Falls Probleme entstehen sollte man dies durch die reflektierte Art bemerken und kann sich Hilfe holen. Wenn man aber keine Kinder will, ist man niemandem eine Rechenschaft schuldig.

Ich war immer sehr froh, die Kinder, die ich gehütet habe, wieder abgeben zu können. Auch wenn ich die Zeit mit ihnen genossen habe, aber es gab halt schon auch viele langweilige Momente.

Mit meinem Kind war das nicht der Fall. Ich war am Anfang extrem fokussiert auf alles was sie machte und wenn sie klein sind machen sie so schnell Fortschritte. Das fand ich super spannend. Jeden Abend habe ich zu meinem Freund gesagt wie toll sie ist und was für ein Glück wir haben. Als sie älter wurde, ist der Fokus dann etwas abgeflacht, würde ich aber als gesund betrachten. :smiling_face: Ich liebe sie immer noch sehr und geniesse die Zeit mit ihr, bin aber auch froh, wenn sie auch Dinge für sich macht.

Was mir am meisten Mühe bereitet sind die Strukturen, Ordnung und Routinen. Hier kompensiert mein Partner viel. Er achtet darauf, dass sie sich regelmässig wäscht macht den Haushalt, kocht, macht mit ihr Kreatives und ist sehr einfühlsam. :green_heart: Ich mache Ausflüge, spiele Spiele, gehe auf ihre Emotionen ein und bin mit der Schule in Kontakt. So gleicht es sich etwas aus.

Unsere Tochter hat keine Diagnose und ist eigentlich auch eher pflegeleicht, aber sehr sensibel. In der Schule hat sie zwar Mühe sich zu konzentrieren, organisieren und sich zu wehren. Wir waren schon bei der Schulpsychologin mit ihr, weil sie von einem Kind gemobbt wurde. Da wurde ihr eine hohe Intelligenz, aber eine niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit attestiert. Sie tendiert sehr zu Ängsten und am Anfang der Schulzeit waren Trennungen für sie extrem schwierig. Die Ängste sind im Moment gut im Griff. Sie wird aber schon sehr emotional, wenn es um Hausaufgaben geht, und ist extrem selbstkritisch.

Also sie hat mehr Mühe mit sich selbst, als andere mit ihr, was als Eltern schon manchmal belastend sein kann, aber eher einfach zu handeln ist.

Eine Diagnostik wäre vielleicht angebracht, aber sie ist bestimmt kein offensichtlicher ADHS Fall, so dass ich nicht sicher bin, ob ich eine Diagnostik veranlassen möchte.

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Kindergartenplatz aber am besten jetzt schon reservieren damit winzig klein Lalupa später auch einen hat und Mama Lalupa mehr Luft. :heart: :people_hugging:

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Haha, ja, das macht man besser schon beim ersten “Versuch”. :wink:

Ich habe aber gestern, weil mich das Thema so belastete, mit meinem Partner das Gespräch gesucht. Er sieht meine Argumente ein und hat auch eigene. Wir haben uns gegen ein Kind entschieden. Ich fühle mich traurig, aber auch erleichtert.

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Das ist es, was mir Angst macht. Ich glaube schon, dass ich reflektiert und liebevoll wäre. Ich wäre keine Kandidatin für eine gewalttätige Mutter, sondern eher - wie meine eigene - eine unwirsche und natürlich impulsive. Das kann man kompensieren, wenn man offen kommuniziert und nie verlernt, sich zu entschuldigen.

Aber vor allem eine Kandidatin für die komplette Psychoschiene, weil ich da schwer vorbelastet bin: Postpartale Depression, Rückfall in die Gen. Angststörung, Burnout… und wie gut kann ich den besten Willen umsetzen, wenn ich depressionsbedingt nichts fühle? Wenn ich Angst habe, und denke dass mein Kind ohne mich besser dran ist? Wenn ich Ruhe brauche, aber 24/7 ein Würmchen beaufsichtigen muss? Mein Partner ist lieb aber wie gesagt nicht gut im Organisieren. Nee nee, es ist besser so. Wir haben halt auch kaum Familie, wo man das Kind ggf. mal hin “abschieben” könnte.

Was anderes: Trulllana, bitte überleg noch mal wegen der Diagnostik deiner Tochter. “Nicht auffällig” ist kein Argument, das war ich auch nicht. Das sind Mädchen ja bekanntlich meistens nicht. Wenn sie keinen dollen Leidensdruck hat, okay, aber klammer es nicht grundsätzlich aus. Ich hab bis letzten Oktober gedacht, dass ich eben einfach seltsam verschaltet bin und eben anders. Ein Sonderling, schade schade. Beschädigte Ware. Das allein hat mich nicht (mehr) sonderlich belastet, nur noch etwas traurig/wehmütig gemacht. Aber als Teenager hätte ich alles darum gegeben, zu verstehen, warum mir Dinge schwer fallen, die andere wie selbstverständlich abreißen.

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Liebe Lalupa

Dann tendierst du also lieber gegen Kinder. Das finde ich absolut legitim.

Meine Schwester hatte auch Postnatale Depressionen und das wünsche ich niemandem! Sie hatte aber auch viel Unterstützung von meinen Eltern, war aber alleinerziehend. Ihre beiden Jungs sind jetzt schon etwas grösser und richtig tolle Kinder, auch wenn sie ihre Probleme haben.

Das tut mir so leid, dass du das Gefühl hattest beschädigte ware zu sein, was du ganz bestimmt nie warst! Ich hatte auch so grosse Probleme mit mir, was ich meiner Tochter auch nicht wünsche. Ich möchte sehr gerne die Diagnose machen lassen, damit man möglichst rechtzeitig reagieren kann. Jedoch habe ich die Angst, dass die anderen diese Probleme nicht erkennen können…

Ich weiss, es ist ein bisschen lächerlich, aber es kommt mir dann auch immer in den Sinn, dass ich als Kind bei einer LRS Diagnose war und dann auch eine Absage bekam. Ich wäre so gerne wöchentlich zu jemandem gegangen, der nur mit mir arbeitet (vollkommene Aufmerksamkeit nur für mich). Aber leider war ich dann doch zu unauffällig. Das hat mich sehr enttäuscht, obwohl es ja toll ist, wenn ich doch nicht so ‘schlecht’ war in Deutsch. Evtl. Will ich auch meiner Tochter eine Enttäuschung ersparen. :see_no_evil_monkey:

Mit dem Kinderarzt habe ich aber schon besprochen, wie dass ich sie anmelden müsste. Wahrscheinlich mache ich es doch noch bald…

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Ich finde, du musst dich auch vor niemandem rechtfertigen, wenn du keine Kinder willst. Ausser vielleicht vor dem Partner, aber ich habe dich so verstanden , dass der gar nicht so dringend Kinder will.

Ich finde nur, dass man auch bei Problemen sich für Kinder entscheiden darf. Ich meine welche Person ist schon perfekt, und für Kinder ist es ja auch super zu sehen, wie man mit seinen Problemen erwachsen umgeht. Allerdings ist es gut, wenn man sich Hilfe holt, oder weiss wo man Hilfe holen kann, wenn Situationen belasten.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Wochenstart!

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Bin auch Pippilottas Meinung.

Finde es unmöglich, dass dir hier rein gesprochen wird und man dich dadurch so verunsichert. Wahrscheinlich haben sie sich mit der Thematik gar nicht so sehr auseinandergesetzt.

Vor allem merke ich den grössten Effekt der Medikamente nicht bei der Arbeit, sondern dass es mir psychisch besser geht.

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