Ich denke wenn man sehr reflektiert ist und gerne Kinder hätte, kann man es ruhig wagen. Falls Probleme entstehen sollte man dies durch die reflektierte Art bemerken und kann sich Hilfe holen. Wenn man aber keine Kinder will, ist man niemandem eine Rechenschaft schuldig.
Ich war immer sehr froh, die Kinder, die ich gehütet habe, wieder abgeben zu können. Auch wenn ich die Zeit mit ihnen genossen habe, aber es gab halt schon auch viele langweilige Momente.
Mit meinem Kind war das nicht der Fall. Ich war am Anfang extrem fokussiert auf alles was sie machte und wenn sie klein sind machen sie so schnell Fortschritte. Das fand ich super spannend. Jeden Abend habe ich zu meinem Freund gesagt wie toll sie ist und was für ein Glück wir haben. Als sie älter wurde, ist der Fokus dann etwas abgeflacht, würde ich aber als gesund betrachten.
Ich liebe sie immer noch sehr und geniesse die Zeit mit ihr, bin aber auch froh, wenn sie auch Dinge für sich macht.
Was mir am meisten Mühe bereitet sind die Strukturen, Ordnung und Routinen. Hier kompensiert mein Partner viel. Er achtet darauf, dass sie sich regelmässig wäscht macht den Haushalt, kocht, macht mit ihr Kreatives und ist sehr einfühlsam.
Ich mache Ausflüge, spiele Spiele, gehe auf ihre Emotionen ein und bin mit der Schule in Kontakt. So gleicht es sich etwas aus.
Unsere Tochter hat keine Diagnose und ist eigentlich auch eher pflegeleicht, aber sehr sensibel. In der Schule hat sie zwar Mühe sich zu konzentrieren, organisieren und sich zu wehren. Wir waren schon bei der Schulpsychologin mit ihr, weil sie von einem Kind gemobbt wurde. Da wurde ihr eine hohe Intelligenz, aber eine niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit attestiert. Sie tendiert sehr zu Ängsten und am Anfang der Schulzeit waren Trennungen für sie extrem schwierig. Die Ängste sind im Moment gut im Griff. Sie wird aber schon sehr emotional, wenn es um Hausaufgaben geht, und ist extrem selbstkritisch.
Also sie hat mehr Mühe mit sich selbst, als andere mit ihr, was als Eltern schon manchmal belastend sein kann, aber eher einfach zu handeln ist.
Eine Diagnostik wäre vielleicht angebracht, aber sie ist bestimmt kein offensichtlicher ADHS Fall, so dass ich nicht sicher bin, ob ich eine Diagnostik veranlassen möchte.