Negative Gedankenspiralen & wie im falschen Film

Hallo ihr Lieben,

bin noch neu hier und das ist mein erster Beitrag.

Immer schon habe ich Schwierigkeiten damit, mich aus Gedankenspiralen zu lösen (vor allem negativen). Ich werde zuerst gedanklich so reingezogen, fühle es dann emotional und verhalte mich letztendlich auch so… sobald ich merke, dass ich quasi wie im falschen Film bin, kann ich rational Argumente gegen meinen Film finden, komme da aber emotional nur ganz schwer raus. Was mein Verhalten weiterhin beeinflusst.

Beispiel: Ich komme zeitweise in Projekten nicht so schnell voran und bin fest davon überzeugt, dass meine Chefin denkt ich mache einen schlechten Job bzw. droht mir mit ner Kündigung. Oder: Mit meinem Struggles belaste ich meine Beziehung zu sehr, mein Freund hat was besseres verdient und er hat sicher Zweifel, über die er mit mir (noch) nicht redet und macht bald doch Schluss.

Rational spricht nichts für diese Annahmen (denn das sind diese Gedanken ja), auch bei normalem Kontakt oder Nachfrage meinerseits gibt es kein negatives Feedback. Dennoch bin ich emotional überzeugt davon, dass es so ist oder so kommen wird. Wenn sich diese Gedanken legen (z.B. nach Kontakt mit diesen Menschen), kommt es oft schnell dazu, dass die Negativspirale wieder losgeht.

Kennt das jemand? Wie komme ich aus sowas raus? Pro und Contra Listen machen? Ich will auch die Menschen, die es betrifft, nicht ständig um Bestätigung bitten.

Meine ADHS-Diagnose habe ich erst seit kurzem, wurde von der Psychiaterin aber bisher „nur“ mit Bupropion versorgt. Habe das Gefühl, dass diese Problematik wie oben beschrieben, seitdem noch schlimmer ist.

So… das war jetzt doch länger als geplant. Aber musste das mal loswerden…. :nerd_face:

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Huhu und Willkömmchen :adxs_wink:

Negative Gedankenspiralen und der negative Hyperfokus gibt es gerne mal bei ADHS Betroffenen.

Wenn sich das aber seit der Einnahme von Bupropion (150mg? 300mg?) verstärkt hat, könnte es sein, dass es nicht das richtige Präparat für dich ist.

Es erhöht in erster Linie Noradrenalin.
Das kann das ZNS eventuell übererregen, Agitiertheit, Ängste, Grübeln und negative Gedankenspiralen verstärken.

Schau mal in die Packungsbeilage in die Tabelle der Nebenwirkungen unter „Psychiatrische Erkrankungen“.

Das würde ich mit dem Arzt besprechen, wenn dieser Zustand zu lange anhält.

Huhu und ganz lieben Dank!

Es sind (bisher) 150 mg täglich. Den nächsten Termin habe ich Anfang April und werde es ansprechen. Bin ansonsten sowieso noch nicht sicher, wie Bupropion mir hilft. Es wirkt wachmachend und antriebssteigernd, das war’s aber auch schon (habe dazu hier schon einige Beiträge gelesen und mich informiert). Sie sagte, sie sähe in mir eher was depressives als ADHS und würde mir daher erstmal Bupropion verschreiben (nachdem ich Citalopram dankend abgelehnt hab). Hab noch keinen Plan, worauf das mal alles hinausläuft.

Dass es meine beschriebene Problematik seit Einnahme zu verstärken scheint, relativiert mir bisher noch nicht ganz das Problem selbst, dass auch lange vor Bupropion immer wieder auftrat. Vielleicht bessert es sich wirklich massiv, wenn das aus meinem Körper wieder raus ist. Bin gerade zu vernebelt, um mich an die Schwere im Vergleich zu vorher zu erinnern :smile:

Meine ADHS-Diagnose habe ich erst seit kurzem, wurde von der Psychiaterin aber bisher „nur“ mit Bupropion versorgt. Habe das Gefühl, dass diese Problematik wie oben beschrieben, seitdem noch schlimmer ist.

Wie lange nimmst du Bupropion schon? Wie sieht es bei dir mit Mahlzeiten und genügend Flüssigkeit den Tag über aus?

Ich bin auf Bupropion 300 und habe für mich festgestellt, dass sich mein Hunger- und Durstgefühl verändert hat. Wenn ich zuwenig esse weil ich keinen Hunger habe (insb. nachmittags) und dabei noch sehr wenig trinke weil kein Durst, dann bekomme ich ähnliche negative Gedankenspiralen. Das ist mir bisher schon zweimal passiert.
Da ich meine Ernährung tracke und ich ein Tagebuch führe habe ich dieses Phänomen auf zuwenig Essen und zu wenig trinken und negative Gedanken beobachten können. Zufall? Zusammenhang? Ist bei mir auffällig, deine Erfahrungen können variieren.

Bei Bupropion braucht es eine Eingewöhnungszeit, ich verlinke mal meinen Beitrag. Das wird gerne von den Ärzten nicht gesagt bzw. nicht erwähnt. Auch sollte wenn möglich gleich ne Therapie (KVT) gemacht werden. Medis sind nur eine Säule.

Ich nehme Bupropion als Off-Label Medikament aus anderen Gründen wegen vielen Auslandsaufenthalten.

Zu dem Thema schreibt v.a. Hallowell viel. U.a. rät er „Never worry alone“. Vielleicht ist bei den Tipps etwas für Dich dabei: Managing Toxic Worry - Dr. Hallowell

Evtl. lässt sich ja auch KI-Support nutzen, wenn das menschliche Umfeld nicht immer eingebunden werden kann oder soll? Ich finde pi.ai ganz gut, um solche Gedankenschleifen mal runterzuschreiben und so etwas wie eine andere Perspektive oder Lesart einer Situation zu kriegen. Ja, im Grunde kommt da ein wahrscheinlichkeitsbasiertes Echo, aber manchmal braucht es ja nicht mehr zum Runter- und Rauskommen.

Ned Hallowell - bester Mann :partying_face:

Ab Minute 12 in etwa wirds spannend:

https://open.spotify.com/episode/50Ta7eRTMZrvZQGsmvIVtk?si=f2d_3GwbRb6ejRZNN569bw&context=spotify%3Ashow%3A57RaSl1REwOWrAZStSg1tn)

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Das ist ein guter Punkt tatsächlich. Mit Essen und Trinken habe ich große Probleme, seit dem Bupropion noch weniger Appetit. Wenn meine Tochter bei mir ist, kriege ich es noch am ehesten geregelt. Wenn nicht, leidet das. Versuche es auch mal aufzuschreiben und etwas tracken.

Eine Therapie mache ich.

Ui, das klingt spannend! Werde ich mir mal angucken. Hab schonmal den Tipp bekommen bei ChatGPT Sprachmemos hochzuladen und meine Gedanken darüber ordnen zu lassen.

Danke für deinen Tipp!