Panikattacke und hoher Puls bei Elvanse 20 mg

Hey! Ich hätte da mal eine Frage zu Elvanse: Ich nehme jetzt seit circa 2 Wochen Elvanse 20 mg, habe die Diagnose seit 4 Wochen im Erwachsenenalter erhalten und ich bin im Großen und Ganzen auch sehr zufrieden mit der Wirkung. Ich kann mich sehr gut auf eine Sache fokussieren, was vorher undenkbar war, in meinem Kopf ist es viel ruhiger und geordneter und auch meine Impulsivität ist weitaus besser geworden. Auch eine laute Umgebung kann ich viel besser filtern und ausblenden.

Jedoch gibt es ein paar Dinge, die mir überhaupt nicht gefallen: Mein Arzt sagte mir, dass das Medikament den ganzen Tag wirkt und das kann ich auf keinen Fall bestätigen. Schon am frühen Nachmittag bin ich gereizt, kann mich plötzlich nicht mehr so gut konzentrieren wie vorher und werde unfassbar müde. Erst am Samstag habe ich nach der Arbeit drei Stunden geschlafen, was für mich eigentlich unüblich ist, egal wie kaputt ich bin, ich schlafe nie nach der Arbeit ein. Des Weiteren habe ich das Gefühl, dass mein Stressmanagment ohne Elvanse besser ist, ich muss auf der Arbeit oft von einem Punkt zum anderen springen und ich würde es jetzt so beschreiben, dass dies nun etwas gehemmter/ verlangsamt ist in meinem Kopf, kann mir aber vorstellen, dass sich dies noch ändert.

Ich habe nun drei mal etwas gemacht, was ich sicherlich nicht darf, nämlich eine zweite Dosis am Nachmittag genommen. Ich brauche die Wirkung nämlich auch später, die ADHS Probleme gehen ja auch am Abend zuhause weiter. Das hat auch soweit super funktioniert, ich konnte schlafen etc. Das ich mich dann abends noch aufraffen konnte, um das Bad zu putzen, war ein netter Nebeneffekt. :wink: Ich habe nächste Woche den nächsten Termin beim Arzt und habe ehrlich gesagt etwas Schiss, ihm zu beichten, dass ich mehrmals eine zweite Dosis genommen habe.

Ich habe mir eine Strategie überlegt, bei der ich keine zweite Dosis brauche, nämlich Koffein (Ich bin aufgeklärt worden, dass ich kein Koffein zu mir nehmen sollte). Ich habe vor Elvanse täglich literweise Kaffee, Cola und Energydrinks getrunken, ohne wirklich einen Effekt gespürt zu haben (habe in einem Forum gelesen, dass Koffein auf eine Person mit ADHS keine aufputschende Wirkung hat, nur Fokus und erst mit dem Medikament wirkt es so, wie es auch sollte, ich weiß nicht, ob das richtig ist). Ich trinke jetzt seit ein paar Tagen nachmittags eine halbe Dose Red Bull oder ein Glas Cola. Keinen Kaffee, weil der ja viel mehr Koffein hat. Und das hat auch echt super funktioniert! Das Nachmittagstief war weg, ich war nicht müde und hatte das Gefühl, dass die Wirkung von Elvanse länger anhält, was vermutlich Quatsch ist.

Heute habe ich den Bogen allerdings etwas überspannt, indem ich 2 mal Elvanse genommen habe, eine morgens und eine mittags, plus am Nachmittag ein Glas Cola, weil ich heute vollen Fokus brauchte. Und dann hatte ich im Bett eine Panikattacke, weil ich glaubte, mein Herz bleibt stehen, man musste mich richtig beruhigen. (Es ist alles gut)

Leider ist das mal wieder so typisch ich, dass ich mich nicht an Vorschriften halte und dann am Ende dafür zahlen muss. :saluting_face:

Nun aber meine Frage: Das möchte ich so nie wieder machen, ab jetzt alles nach Vorschrift. Aber was kann ich machen, damit das Medikament den ganzen Tag hält, und das ganze ohne, dass ich am Nachmittag so müde und gereizt bin? Ich kann mir vorstellen, dass eine höhere Dosierung der nächste Schritt ist, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Wirkung dann länger ist. Wie sind da eure Erfahrungen? Bin für jeden Tipp dankbar und offen.

PS: Ob ich morgens frühstücke oder nicht, kommt aufs gleiche raus bei mir. Trinke auch genug Wasser und schlafe genug, wenn ich nicht gerade eine Panikattacke hatte. :wink:

Willkömmchen :adxs_wink:

Das ist halt so‘n Klassiker hier bei uns ADHSlern :adxs_grins:

Schau mal in die Packungsbeilage.

Da steht eigentlich schon, wie man während der Eindosierung vorgehen soll.

Ansonsten wirds im Forum immer wieder mal erklärt.
Und spreche das mit dem Arzt ab.

Nicht 2 x am Tag eine Dosis nehmen.
Einmal morgens - wöchentlich steigern - und Eindosierungstagebuch führen.

Anders als bei Methylphenidat verlängert die höhe der Dosis auch die Wirkdauer. Die Dosis muss aber optimal passen, sonst ist man drunter oder drüber.

Experimente alá 2 Dosen am Tag sind nicht die übliche Vorgehensweise und eher was für speziellere Fälle.

Und lass das Koffein aus dem Leib während der Eindosierung.

Lese dich hier und auf adxs.org im Kompendium zum Thema ADHS ein. Du lernst dich unter Medikation mit der Zeit neu kennen. Das dauert n‘ bissl, aber müssen alle durch. Völlig normaler Verlauf :adxs_friends:

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Danke für die schnelle Antwort! Die Packungsbeilage habe ich mir natürlich genau durchgelesen. Nur war ich zwischendurch nach dem Tief so verzweifelt, dass sich bei mir ein Schalter umgelegt hat und ich dann einfach eine zweite Dosis genommen habe. :joy:

War definitiv blöd und mache ich auch besser nicht nochmal.

Hey ihr Lieben,

Ich bin noch sehr neu hier und wollte euch mal meine nicht ganz so guten Erfahrungen mit Elvanse teilen und warum es wirklich wichtig ist, genau das zu machen, was einem gesagt wird. Ich bitte euch, mich nicht zu verurteilen, einige Dinge waren sehr dumm. Manchmal mache ich Fehler, von denen mir abgeraten wird, und bezahle dann später dafür. Ich habe die Diagnose jetzt seit 4 Wochen und nehme seit 2 Wochen Elvanse, 20 mg. Ich war anfangs von der Wirkung unfassbar begeistert, mein Kopf gab Ruhe, ich konnte mich sehr gut konzentrieren und endlich mal Sachen angehen. Negative Aspekte gab es eigentlich nicht, bis auf erhöhten Puls und Appetitlosigkeit, sowie ein unfassbar müdes Gefühl am Abend. Gegen dieses müde Gefühl wollte ich angehen, mir wurde Koffein zwar verboten (Der Arzt sagte aber auch, dass ich VERSUCHEN kann, eine Tasse Kaffee zu trinken, um zu sehen, wie ich darauf reagiere.) Ich habe blöderweise auch ein paar Mal eine zweite Dosis genommen, OHNE Nebenwirkungen. Das war blöd ich weiß! Das habe ich dann aber auch seingelassen. Beim Mittagstief habe ich dann mit Koffein experimentiert: Ich habe zunächst Cola getrunken, ohne Probleme. Bei einer halben Dose Red Bull hatte ich Herzrasen, habe ich dann nicht mehr weiter gemacht, Donnerstag hatte ich dann eine ganz leichte Panikattacke im Bett. Danach war es aber gut. Am Sonntag habe ich jedoch dann den gravierenden Fehler begangen, tatsächlich eine Tasse Kaffee zu trinken. Wach war ich: Eine Stunde später jedoch war es, als hätte ein Blitz in meinem Kopf eingeschlagen. Ich hatte so eine krasse Panikattacke, dass ich dachte, ich würde sterben. Ich habe den Rettungsdienst angerufen (das habe ich für mich noch nie gemacht) und die Sanitäter haben mich beruhigt und gesagt, dass ich abwarten muss, bis das Koffein aus meinem Körper verschwunden ist. Elvanse kann ich am nächsten Tag wie gewohnt nehmen, aber kein Koffein mehr. Mein Gehirn spielte mir tatsächlich viele Streiche, auch in der Nacht hatte ich immer noch Panikattacken. Am nächsten Morgen nahm ich wie gewohnt Elvanse, immer noch Panikattacken ohne Ende. Erst am Nachmittag haben sie nachgelassen und ich konnte prima schlafen. Heute Morgen nahm ich die Tablette wie gewohnt zu mir und nach einer Stunde hatte ich einen noch krasseren Anfall, als es nach der Kaffeeeinnahme der Fall war. Wieder Todesangst, Herzrasen und ich konnte mich nur sehr schwer beruhigen. Das kann doch in keinem Fall mehr die Wechselwirkung des Kaffees mehr sein, oder? Das ist zwei Tage her und gestern war alles wieder prima! Ich habe bei meinem Arzt angerufen, der leider krank ist. Die Helferin hielt Rücksprache mit einer anderen Ärztin, die sagte, dass ich das Medikament sofort absetzen soll, weil sie glaubt, dass es viel zu hoch eingestellt ist. Fand ich etwas komisch, denn 20 mg ist doch die niedrigste Dosis? Gestern rief ich auch schon dort an und dann hieß es, ich soll das Medikament in jedem Fall weiter nehmen. Habe da auch meine Fehltritte gebeichtet.

Ich habe jetzt etwas Angst, weil Elvanse hat bei mir genau dort geholfen, wo ich Probleme habe. Klar, diese Wechselwirkungen waren extrem heftig, aber auch Eigenverschuldung. Natürlich gibt es auch bestimmt etwas für mich, was mir genauso hilft, nur ohne diese krasse Panik. Ich habe jetzt am Donnerstag den nächsten Termin und kann mir gut vorstellen, dass der Arzt es als nächstes mit Medikinet probieren will. Das war eigentlich auch seine erste Wahl, Elvanse hat er mir nur verschrieben, weil ich morgens nicht frühstücke.

Hi, ich bin kein Profi und kenne mich auch ehrlich nicht so gut aus, aber ich würde es wahrscheinlich absetzen, das klingt überhaupt nicht gut. Ich hatte auch für eine Weile Elvanse, aber so eine Reaktion hatte ich nie, nichtmal mit Red Bull, das kommt mir sehr extrem vor. Dass es jetzt auch ohne Koffein passiert, würde ich vielleicht darauf zurückführen, dass eine Reaktion getriggert wurde, die dein Körper sich gemerkt hat, ich glaube, so etwas gibt es. Bei Medikinet musst du definitiv frühstücken, ich hatte das eine Weile, aber wenn ich nicht wirklich reichhaltig gefrühstückt habe, hat es bei mir auch zu Panikattacken geführt. Wahrscheinlich wurde es dann zu schnell abgebaut und ich war dadurch überdosiert. Frag doch nach Ritalin oder Kinecteen? Das ist derselbe Wirkstoff wie in Medikinet, aber nicht an Mahlzeiten gebunden.

Liebe Grüße

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Danke dir für die Antwort!

Das ist auch etwas, was ich viel mehr glaube: Ich glaube auch nicht, dass ich mit 20 mg überdosiert bin. Ich würde dieser Müdigkeit am Nachmittag auch tatsächlich einer Unterdosierung zuschreiben! Ich glaube auch eher, dass es so ist, dass das Koffein meinen Körper zwar verlassen hat, aber das Problem ist ein anderes: Mein Körper hat sich den Zustand nach dem Kaffee gemerkt. Elvanse macht mich innerhalb einer Stunde vom einen auf den anderen Moment hellwach. Und wach assoziiert mein Körper jetzt anscheinend mit Angst und Panik.

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Hey, das ist gut möglich. Irgendwie biochemisch oder neurologisch getriggert. Auf jeden Fall wäre ich da jetzt wirklich vorsichtig und würde es nicht weiter nehmen ohne ärztliche Kontrolle bzw. Überwachung. Auch, weil die Reaktion auf das Koffein viel zu heftig war, das ist meines Erachtens nicht normal, da muss irgendwas in deinem Körper böse schiefgelaufen sein in der Kombination. Schildere das am Donnerstag ganz genau, auch die Vermutungen, die wir jetzt aufgestellt haben. Ein anderes Medikament ist wahrscheinlich die beste Option.

Liebe Grüße

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Lieber Pascal,

deine Erfahrungen tun mir wirklich leid. Deine Verunsicherung und Furcht sind deutlich spürbar. Ich selbst nehme seit einigen Wochen Lisdexamfetamin, zunächst 20, jetzt 40mg. Ich bin 59 Jahre alt und habe nur Vorerfahrungen mit MPH ein paar Wochen vor 10 Jahren.

Also der Kaffee, bzw. Koffein wirkt ähnlich im Gehirn, wie Stimulantien, weshalb sie sich gegenseitig in der Wirkung auf den Sympathikus verstärken. Das hast du erlebt. Der Sympathikus ist vereinfacht ausgedrückt unser Fluchthelfer. Wenn wir in Gefahr geraten, muss unser Körper in kürzester auf Hochleistung gehen, das tut er mithilfe eines komplexen Mechanismus. Der Blutdruck steigt, ebenso der Puls, die Atmung wird schneller, die Muskeln werden versorgt, damit du flüchten kannst. Diese körperliche Reaktion hast du durch die doppelte Stimulierung erlebt.

Ich habe auch Koffein probiert. Da ich eher Teetrinkerin bin, und nur selten Kaffee und gar keine Coca Cola oder Energy Drinks, probierte ich zunächst Tee. Nach einer halben Tasse vorsichtig, merkte ich aber bereits ziemlich unangenehme Folgen. Sehr schade. Und bei Kaffee , auch nur knappe halbe Tasse hätte ich einem Mammut davonlaufen können. Dazu sehr heftige Unruhe begleitet von Angstgefühlen. Also lasse ich es. Ich habe entkoffeinierten Earl Grey Tee getrunken. Prima, klappt. Und koffeinfreien Espresso findet man eigentlich überall. Wenn du Koffein zu Überbrückung von Erschöpfungsphasen wolltest, ist das also offenbar keine gute Lösung. Hast du die Möglichkeit, dich Mittags hinzulegen, um einen Mittagsschlaf zu halten? Was die grundsätzliche Erschöpfung betrifft, da kann ich nur bestätigen. Unter 40mg ganz extrem erschöpft und massiv antriebslos. Über den gesamten Tag. Ich hoffe noch darauf, dass es sich um eine Eingewöhnung handelt, oder umdarum, dass es sich um die nun spürbare Erschöpfung handelt, die sich durch die seit Jahren bestehende chronische Überspannung aufbaute und erst durch die Stimulantien bewusster wahrnehmbar. Einen Umgangsweg habe ich noch nicht gefunden. Eventuell gehe ich am Wochenende erst einmal zurück auf 20mg. Davon habe ich noch Einige. Meine Psychiaterin ist im Urlaub. Falls du glaubst, von meinen Erfahrungen etwas Hilfreiches zu hören, , könnten ich dir die Entwicklung berichten, . Auf jeden Fall rate ich dir dringend von Koffein in jeder Form oder gar anderer, zusätzlicher stimulierender Präparaten ab. Auch Alkohol ist keine gute Idee. Du kannst nicht mehr den Grad der Alkoholisierung einschätzen und er bewirkt am Folgetag eine extrem bleierne Verfassung. Auch das habe ich mit 2 Gläsern Wein ausprobiert. Damit untergräbst du nur die Stabilisierung der Symptome. Ich kann zwar nicht sagen, ob das eine klassische Reaktion auf alle Menschen mit Stimulantieneinfluß darstellt, aber es wird sicher nicht grundlos sehr deutlich darauf hingewiesen, auf Alkohol während der Einnahme zu verzichten. Ich nehme es grundsätzlich bei Medikamenten nicht so eng, aber hier schon, wie ich erfahren musste.

Liebe Grüße

Mechthild

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Uiui das war aber „teures“ Lehrgeld :wink:

Du könntest auch mit dem Arzt absprechen das du ein paar Tage Pause machst und dann noch mal Elvanse testest. Die Eindosierung war ja eigentlich nicht abgeschlossen.

Elvanse scheint bei manchen tiefer ins System zu gehen. Ich hatte mal aus Versehen abends Alkohl getrunken und hatte am nächsten und übernächsten Tag so meine Probleme .
Dann war ich in einem tiefen Therapieprozess und da hatte ich auch ein paar Probleme.

Jedoch ob nun Medikinet oder Elvanse Koffeein, Schlafmangel , Ernährung , Alkohol kann bei einigen (nicht allen) sich spürbar auswirken.

Ein wenig ist es auch try and error .

Wenn du so ein schlechter Frühstücker bist, dann bitte kein Medikinet Adult . Es gibt genug Alternativen.
Dosiert dein Arzt grundlegend zunächst mit Medikinet ein bis er auf ein anderes Präparat wechselt ( so war es bei mir) dann nimm das Übel der Phase in Kauf und zwing dich zu Frühstücken.

Hast du vor der Medikation EKG, Blutdruck und Blutbild gemacht?
Vielleicht das nochmal zum Abgleichen.

Es dauert bis man eindosiert ist. Anfängliche kann es z.b zu Müdigkeit kommen was aber wieder weggehen kann . Grade bei anfänglichen Nebenwirkungen und noch Nichtwirkung am Nachmittag braucht es etwas Geduld , bis man komplett abgedeckt ist.

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Danke für die ausführliche Antwort! Ich habe mir schon gedacht, dass dies ein sehr komplexer Mechanismus war. Ich wundere mich nur extrem darüber, dass man zwar aufgeklärt wird, dass man keinen Koffein zu sich nehmen darf (im selben Atemzug aber mitgeteilt bekommt, dass man es probieren soll) und dann so eine Reaktion darauf hat, auch noch zwei Tage später. Und dann liest man von anderen, die trotzdem 2-3 Tassen Kaffee am Tag trinken und keinerlei Probleme haben. Aber jeder Körper ist anders. Ich bin mal gespannt, was das Gespräch übermorgen hergibt, bist du denn sonst zufrieden mit Elvanse, bis auf die Müdigkeit? Was hat sich denn im Gegensatz zu 20 mg verbessert?

Da sagst du was, mit dem teuren Lehrgeld…

Das witzige ist jetzt, dass ich mich wie immer fühle. Ich bin müde und habe ne Stunde geschlafen und das wäre gestern und vorgestern nicht denkbar gewesen mit den Attacken. Ich bin gespannt, was das Gespräch am Donnerstag gibt und hoffe, dass ich es nochmal versuchen kann zu wirken. Weil ohne Panikattacken übertrumpfen die Vorteile schon sehr die Nachteile.

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Zumindest bist du, was das Koffein angeht und nach dem ersten Thema wohl ein Crashtest-Hörnchen :adxs_grins:
Das wolltest du wohl nochmal genau wissen.

Bin gespannt, wie es weitergeht und ob‘s wirklich nur wegen eines Kaffees war.

Ich habe diese beiden Themen mal zusammengeschoben, da es im Kern ums Gleiche geht und um Doppel-Diskussionen zu vermeiden.

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Die Frage ist was dein Arzt unter dem ganzen Tag versteht. Aber die Wirkdauer lässt sich erst beurteilen, wenn du die Dosis gefunden hats.

Deine Probleme können auch vom Koffeinentzug kommen.

Ich würde nicht experimentieren, sondern Koffein zu 100% weglassen. Geduldig max wöchentlich steigern und Eindosierungstagebuch schreiben.

Gib deinem Körper ne Chance sich auf die Veränderungen einzustellen

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Lieber Pascal,

deine Beunruhigung durch sich scheinbar widersprüchliche Aussagen ist natürlich verständlich. Aber wie immer im Leben gibt es absolute Ausschlüsse und relative. So gleichartig unsere Grundausstattung biologisch gesehen auch ist, wir haben alle Gesichter, 1 Herz, 2 Nieren, 2 Arme und Beine etc.. Aber trotzdem gibt es individuelle Unterschiede von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

Was ich damit sagen will ist, dass Koffein keinen absoluten Ausschluss darstellt, wie zum Beispiel die Einnahme eines Knollenblätterpilzes. Da existieren keine Grauzonen, die man eventuell testen könnte.

Koffein und Elvanse arbeiten synergistisch, das Ausmaß hängt auch dabei von unterschiedlichen, individuellen Faktoren ab. Möglicherweise wollte dein Arzt dir nicht das Gefühl der Fremdbestimmung geben, oder war der Ansicht, dass ein Versuch in Richtung Selbsterfahrung keine dramatischen Folgen haben wird. Du hast zumindest jetzt gelernt, sehr viel zurückhaltender mit Austesten umzugehen. Vielleicht geht es aber auch darum, die Dosierung für dich zu optimieren, damit du stabil durch den Tag kommst. Ist natürlich eine Herausforderung, alte Gewohnheiten zu verändern. Du wirst vielleicht auch ein paar andere Strategien im Selbstumgang mit der Problematik erarbeiten müssen. Vielleicht brauchst du Jemanden, der dich ein bisschen an die Hand nimmt. Hast du einen Therapeuten?

Die Ursache für die verlängerte Reaktion auf Koffein kann ich dir nicht sagen. Ich würde mich auch nicht gern in Spekulationen ergießen. Da du in der Einnahme von Elvanse noch unerfahren bist, deine Reaktionen darauf noch nicht sicher einschätzen kannst, rate ich dir dringend davon ab, frühzeitige Rückschlüsse zu ziehen oder Selbstversuche. Nach dem, was ich hier in den Informationen inzwischen gelesen habe, ist ein vorzeitiger Abbruch in der Eingewöhnungs-, Eindosierungsphase nicht ungewöhnlich, weil Reaktionen fehlinterpretiert werden. Auch deinen Rückschluss auf mögliche Prägung durch das Erlebnis scheint mir verfrüht und schränkt deine Unvoreingenommenheit und damit Urteilsvermögen ein.

Gib dir ein paar Wochen Zeit, es scheint nicht ungewöhnlich zu sein, dass das Befinden unter Elvanse in der Eingewöhnungsphase Schwankungen unterliegt.

Eine Idee: jeweils genau notieren, wann du was erlebst in der inneren Wahrnehmung, vielleicht auch Tagesablauf protokollieren. Und es dann, wenn ein Muster oder eine Tendenz erkennbar werden sollte, mit dem behandelnden Arzt besprechen. Das könnte dir Sicherheit verleihen.

Um deine Frage zu beantworten, heute ist der erste Tag, an dem es mir unter 40mg Elvanse besser geht. Ganz plötzlich gestern Abend hob sich diese schwere, erdrückende Wolke, ich wurde wacher und lebendiger. Nicht mehr so völlig zerstört.

Ich bemerke, dass dieses furchtbare Gedankenrasen aus allen Richtungen, das ich seit dem Schützengraben kenne und eine auch nur ansatzweise Entspannung zulässt, nachgelassen. Ich kenne es sonst eher, dass ich irgendwann in die Knie gehe, depressiv werde und es in zerstörerisches Grübeln übergeht.

Ich würde diese Wirkung als angenehm und entlastend bezeichnen, Konzentration/Fokussierung, Gedächtnis und Antrieb/Motivation kann ich noch nicht einschätzen. Das wird wohl in der kommenden Woche erkennbar sein. Da werde ich wieder von meinen Schülern überrollt, was ein hohes Maß Gelassenheit erfordert und üblicherweise nicht zu meinen Kernkompetenzen zählt.

Man darf gespannt sein.

Liebe Grüße

Mechthild

Moin Pascal,

vergiss nicht eines; Cola hat deutlich weniger Koffein, als der Red Bull. Dementsprechend ist das “normal”, dass du Herzrasen bekommst. Gerade in der Kombination mit Elvanse.

Können ja. Am Ende ist es immer so, dass die Menge das Gift macht und wie sich der Verzicht auf den Körper auswirkt. Ich würde nie einfach so einen “Entzug” machen ohne das mit dem Arzt abzuklären.

Gruß

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