Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Leider reichen deine Argumente nicht aus, um Merkel anzuschreiben, statt finanzielle EU Hilfen Ritalin/Medikinet nach Griechenland zu schicken.
Als jemand der beruflich sehr viel mit deutscher Administration zu tun hat, kann ich dir leider sagen, dass es hier auch nicht viel anders ist. Sobald Menschen dafür verantwortlich sind, wird es nie das perfekte System geben.


Hehe… ist auch was dran. Ob man jetzt im Chaos untergeht oder an der Bürokratie erstickt, macht im Ergebnis manchmal keinen Unterschied :lol:

@Overthesky

Rassismus ist ein Totschlagsargument, huh…
Was kommt als nächstes ? „Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen…“ ?
Ich liebe diesen Satz. Ist ein so schönes Erkennungszeichen für bestimmte Parteien und Menschen, die damit rechtfertigen wollen, Ihren Hass auf andere abladen zu dürfen ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Macht es viel einfacher, wegzuhören.

Na, dann warten wir doch einfach ab, bis sie sich beschweren und geben ihnen dann Deine Kontaktdaten, damit sie die Strafanzeige wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB, 1. Absatz, 2. Alternative) aufrund Deiner Äußerungen direkt bei Dir platzieren können.

Over, Du hast manchmal ein Brett vorm Kopp, das ist fast so dick wie der Wald, den Du vor lauter keinen Astlöchern darin nicht mehr sehen kannst. Dass Deine potenziell volksverhetzenden Darstellungen keinerlei fachliche Basis haben (ausser der/die/das soll das gerüchteweise mal am Rande eines Vortrags gesagt haben - woran sie sich wahrscheinlich nach einer kurzen anwaltlichen Erstberatung noch ganz ganz deutlich erinnern können werden) hatten wir ja schon ausreichend durchdiskutiert.
Fakten, Over, Fakten. Fachartikel, keine Strassenbücher. Fachartikel findest Du bei pubmed oder in ähnlichen Datenbanken. Suchwort ist Prävalenz oder prevalence).
[size=85]Finanzminister sind Einzelfälle und sagen nullkommanull über Gruppen aus, zu denen sie gehören. Oder würdest Du eine Schlussfolgerung über die AD(H)S-Quote von - sagen wir - LKW-Fahrern goutieren, bloss weil sich hier zuweilen ein AD(H)S-betroffener LKW-Fahrer postet? Ich hoffe nicht. Das wäre nämlich ziemlicher Unsinn.[/size]

Falls Du die rechtliche Gefahr anzweifelst, frage gerne einen Strafrechtler Deines Vertrauens, wie hoch das Risiko ist, dass ein Strafrichter das als Volksverhetzung (weil Verleumdung gegen Volksgruppe = bewusst unwahrer Vortrag) oder nicht als Volksverhetzung, dafür „nur“ als Üble Nachrede sieht (nicht erweislich wahr). (Strafrechtler heisst: bitte keinen FeldWaldWiesenAnwalt oder Verkehrsrechtler, es sollte schon ein Fachanwalt für Strafrecht sein.)
Da Du weisst, dass es keine Fachbeiträge dazu gibt, weil Du schon bisher keine dazu nachweisen konntest, muss ich die gravierendere Variante ernsthaft in Betracht ziehen.

Blöderweise hängt das Forum bei so was ganz schnell selbst mit drin.
Hab ich Dir anhand des Beispiels „Personen AD(H)S zuschreiben ohne Beleg über eine Eigenaussage dieser Personen“ auch schon mal erklärt. Hattest Du dort wohl auch kapiert und das in der Folge dann freundlicherweise auch eingestellt. Danke.
Nun ersetze Person durch Volk oder Volksgruppe, dann könntest Du sicher auch das hier kapieren. Ändern tut sich im Wesentlichen nur der Paragraf.
Was, verdammte Hacke, ist los mit Dir, Over ? Liest Du zu viel Bild ?

Um das Forum zu schützen, das durch Deinen fortgesetzten potenziell Volksgruppen verletzenden Vortrag in die Gefahr einer eigenen Strafbeteiligung kommen könnte, werde ich dieses Thema hier vorerst sperren und, nachdem alle Gelegenheit hatten, wahrzunehmen, dass dies hier absolut nicht gebilligt wird, und das Forum sich auch Inhaltlich davon offiziell ausdrücklich distanziert, das Thema binnen 48 Stunden löschen.

Schade, dass sowas sein muss.

UlBre

Wir haben uns nochmals intensiv mit der Frage beschäfigt, ob man einer Volksgruppe ausserhalb der Diskussion von primärwissenschaftlichen Untersuchungen unterstellen darf, sie hätte eine erhöhte AD(H)S-Prävalenz:

Derartige Aussagen mögen strafrechtlich „haarscharf auf der Grenze des Zulässigen“ liegen.
Eine noch intensivere rechtliche Prüfung kann dahinstehen, denn die Aussagen sind jedenfalls nicht mit den aktuellen Forumsregeln (insb. 2.2 und 2.3, Stand 01.07.2020) vereinbar.
Nutzen wir die Gelegenheit, um diese Regeln noch einmal klarstellend zu konkretisieren und Missverständnisse künftig noch besser auszuschließen sowie den gemeinsamen Zielen des Forums noch gerechter zu werden.

Ich weise nochmals darauf hin, dass das Forum es weder zulassen wird, dass Dritten, die kein persönliches Commitment zu ihrem eigenen AD(H)S gegeben haben oder Volksgruppen oder anderen Gruppen (ausserhalb der Diskussion von primärwissenschaftlichen) AD(H)S oder andere psychische Störungen unterstellt werden. Primärwissenschaftlich bedeutet insbesondere, dass Gerüchte oder populärwissenschaftliche Verlautbarungen nicht als Rechtfertigung für ein Thematisierung herangezogen werden dürfen.

Bereits nach den bisherigen Forumsregeln haftete jeder User für Schäden aus Rechtsstreiten, die dem Forum aus derartigen Äußerungen entstehen. Dies gilt weiter.
Das Forum ist berechtigt derartige Beiträge zu löschen, die derartige Äußerungen verbreiten, und die betreffenden Autoren zu sperren

UlBre als Moderator

Dass die Möglichkeit einer ADHS-Diagnose von undiagnostizierten Erwachsenen mit ADHS als Bedrohung empfunden wird, das ist mir schon klar. In dem Kontext fallen dann auch die über die Jahre etablierten Erklärungsmodelle und seelischen Kompensationsmechanismen in sich zusammen, von Retraumatisierung ganz zu schweigen.

Etwas anderes gibt es bei dem Verdrängen von ADHS bzw. einer ADHS-Diagnose auch noch: Eltern, die versagt haben bei der Diagnostik von ADHS bei ihren Kindern und die ihre Schuld verdrängen bzw. nicht wahr haben wollen. Wer als erwachsener Mensch vor einer ADHS-Diagnose bei sich selbst bzw. dem Thema ADHS davon rennt, der ist (trotz nachvollziehbarer Ängste, Traumata etc.) selbst schuld, wer Hinweisen auf ADHS beim eigenen Kind (beim 10-jährigem Schulkind kommt dann von Eltern oft, lebhafte Kinder seien doch normal, das sei nichts „Krankhaftes“ und dass das eigene Kind psychisch „krank“ sein soll, meines doch nicht, wenn der 10-jährige Junge im Fußballverein ein Tor nach dem anderen schießt, da stehen die Eltern am Spielfeldrand und schreien die ganze Zeit rüber und feuern an, aber wenn das eigene Kind psychisch „krank“ sein soll, meines doch nicht!!!) nicht nachgeht, der macht sich schuldig. Wer im späteren Lebensverlauf, wenn erneut das Thema ADHS beim eigenen Kind anstehen sollte (der 10-jährige Junge wurde von seiner Mutter als lebhaft abgestempelt, auch noch so klaren Hinweisen nach ADHS wurde nicht nachgegangen, Schule deswegen verkackt, Ausbildung abgebrochen etc., der nun 25-Jährige ist auf die Idee gekommen, dass er vielleicht doch ADHS haben könnte und fragt seine Mutter nach Symptomen von ihm als 10-Jähriger, die Mutter spielt die damaligen Symptome herunter und sagt, dass seien die Symptome eines ganz normalen lebhaften Jungen gewesen. Solche Fälle bzw. Erfahrungsberichte habe ich damals bei ADHS-Chaoten mehrfach lesen dürfen.), das Thema ADHS ignoriert und Symptome von ADHS beim eigenen Kind herunter spielt (weil man sich das eigene Versagen nicht eingestehen will), der macht sich doppelt schuldig.

Ich finde es in diesem Zusammenhang schwierig, von Schuld und Versagen der Eltern sprechen, denn sie sind es nicht allein, die Einfluss auf die Sicht auf ihr Kind haben, wenn um es ADHS geht.

ADHS wird gesellschaftlich kontrovers diskutiert und in den Medien heruntergespielt oder sogar offen negiert (siehe das berühmte Slomka-Hüther-Interview). Eltern, die ihren Kindern Ritalin geben, werden als Rabeneltern abgestempelt, die einfach keinen Lust haben, sich mit ihren wilden Kids auseinanderzusetzen.

Da ist es schwierig für Eltern zu beurteilen, ob das Kind nun wirklich ADHS hat oder einfach nur sehr lebhaft ist, auch bei einer Diagnose. Denn auch das wird in den Medien gebetsmühlenartig wiederholt: Viele Diagnosen seien falsch, die Lehrer seien einfach überfordert und drängten die Eltern zur Medikamentengabe, die Gesellschaft müsse sich ändern usw.

Klar tragen die Eltern die Verantwortung und es ist sicher dramatisch, wenn eine ADHS bis ins Erwachsenenalter verschleppt wird. Andererseits wird es den Eltern auch gesellschaftlich schwer gemacht, eine ADHS bei ihrem Kind zu akzeptieren. Und das kommt mir bei der von Dir angestoßenen Diskussion zu kurz.

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Mit 25 kann ich auch selbst Verantwortung übernehmen welchen Weg ich gehen will, egal was meine Eltern meinen.
Eines ist klar viele Elteren lehnen doch die Diagnose aus Unwissen ab und wollen im wesentlichen ihre Kinder vor Medikation und Stigma schützen.

Ich kann meine Elteren keinen Vorwurf machen, sie sind Kriegskinder und ebenfalls traumatisierte hatten nicht mal ne Chance auf Therapie.
Was zu Hause abging war nicht ok , wahrlich nicht . Aber meine Elteren waren auch in dem Alter wo ich Jetzt selbst plötzlich im Leben strauchelte , wie kann ich denen was zum Vorwurf machen wo ich selber weiß was die Psyche mit einem machen kann.

Spätestens mit 18 kann man alles für sich selber entscheiden auch jede Diagnose Annehmen oder ablehen dafür brauche ich nicht meine Eltern.

Viele konnte ich mit meinen Vater klären , aber Wunden hinterlassen nunmal Narben und wie ich mit diesen Narben umgehe ist meine Verantwortung .

Und manchmal wird das ADHS ja auch von anderen Dingen „überlagert“ oder es gibt gerade „wichtigeres“, um das man sich kümmern muss.

Bei uns war während der Sterbemonate meiner Mutter sogar täglich der Arzt im Haus, der bereits in den 70er Jahren zwei seiner Kinder mit Ritalin behandelte und mich dann Jahrzehnte später diagnostizierte.
Da stand dann eben die Krankheit meiner Mutter im Mittelpunkt und dann und wann meine psychosomatischen Beschwerden, wie z.B. ständige Übelkeit, Bauchschmerzen und Schlafstörungen. Die wurden aber auf meinen psychischen Ausnahmezustand aufgrund des Todes meines Vaters und der Krankheit meiner Mutter geschoben…

Der Kommentar meines Arztes bei der Diagnose war dann nur: „Hätte ich von den Auffälligkeiten in der Schule erfahren, hätte ich damals schon eine Diagnose stellen können!“
Und die Frage an meine Tante: „Warum habt ihr mir damals nie von den Auffälligkeiten berichtet?“

Ich kann auch niemanden einen Vorwurf machen und sage mir „besser spät als nie!“

Aber auch im Rahmen meiner Diagnose wurde mein Vater postum noch diagnostiziert. 25 Jahre nach seinem Tod, da unser Arzt für mein Diagnosegespräch extra die Krankenakte meines Vaters aus dem Archiv hervorgekramt hatte.

Dazu kommt, dass ADHS-Familien einfach nie zur Ruhe kommen. Irgendwas ist immer, zumindest habe ich das so erlebt.

Ruhiges Fahrwasser war in meiner Familie unbekannt, tatsächlich lebte man von Tag zu Tag und versuchte, den alltäglichen Wahnsinn irgendwie zu überstehen. Da war bei mir und meinen Geschwistern immer der Impuls da, möglichst keine Probleme zu machen, eine ADHS-Diagnose hätte da gerade noch gefehlt.

Durch die Schule sind wir alle ganz gut gekommen, so dass es in diesem Bereich keinen Leidensdruck gab, aber sonst wurde wenig darauf geguckt, ob die Persönlichkeitsentwicklung bei den Kindern wirklich gut lief. Da ist ist mir erst im Nachhinein klargeworden, was schief lief und welche Probleme das bei fast allen im Erwachsenenleben verursachte.

Und klar, man kannte es auch nicht anders, wie sollte man darauf kommen, dass vieles alles andere als normal war?

Die meisten von uns sind in einem Alter wo zu unseren Kindheitszeiten Adxs einfach sehr unbekannt und neu war.
In meinem Land damals und heute noch unbekannt oder wenn dann ignoriert. Ich gebe meiner Eltern zwar für alles andere von meiner Misere die Schuld, aber nicht die fehlende Diagnose.
Ich stimme @Overthesky sonst zu. Ich kenne persönlich zwei Mütter wo die Kinder so was von auffällig sind. Das Problem bei beiden ist nicht nur die Hyperaktivität und die Schulproblematik, sondern haben bereits beide Kinder bereits Komorbitäten entwickelt. Auch die Mütter erzählen wie sich ihre Kinder quälen und in verschiedenen Bereichen einfach nicht klar kommen. Da ich mich mit beiden gut verstehe, habe ich mein Verdacht geäußert, was zum Entsetzen und die üblichen Ausreden gebracht hat. Auch den Gang zu einem Kinderpsychologen wurde kategorisch abgelehnt.Ich habe entschieden mich nicht mehr da einzumischen auch wenn es den Kindern sehr schlecht geht. Ich hoffe sie kommen eines Tages selbst zu der Diagnose und lassen sich helfen. Wobei ich glaube die Komorbitäten los zu werden das schwierigste sein wird. In heutiger Zeit mit so vielen tollen Therapiemöglichkeiten sein Kind leiden zu lassen mit der Hoffnung es wird sich von selbst irgendwie regeln ist für mich Kindeswohlgefährdung, sorry.

Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen, denn genauso ist es!
Egal ob ADHS oder eine andere Störung; wenn Kinder leiden und die Eltern dies auch so wahrnehmen, aber dennoch nichts unternehmen, ist das Wohl des Kindes gefährdet.

…und nicht nur die des Kindes, sondern auch des späteren Erwachsenen, wenn das Kind dieses Alter überhaupt erreicht.

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Das berüchtigte Hüther-Slomka-Interview von 2013 stelle ich hier mal rein https://youtu.be/Bt383i2kig0

Schon damals war im Grunde bekannt, welche Art von Wissenschaftler der Herr Prof. Dr. Hüther denn so ist in Wahrheit <LINK_TEXT text=„https://www.zeit.de/2013/36/bildung-sch … lerautoren“>Bildung: Die Stunde der Propheten | ZEIT ONLINE</LINK_TEXT>

Gerald Hüther – Psiram

<LINK_TEXT text=„https://www.weltanschauungsfragen.de/in … e-version/“>Fachbereich Weltanschauungsfragen Erzdiözese München und Freising</LINK_TEXT>

der letzte Link ist von der Sektenberatungsstelle der Erzdiözese München-Freising

Ein Kliniker hat das Thema ADHS und Esstörungen ganz differenziert umrissen. Er sagt mitunter, dass ADHS-Betroffene oft viele Pläne schmieden im Hinblick auf ihr Essverhalten. Er hat von seinen Psychiatrieerfahrungen gesprochen. Er differnziert da klare Ursachen… https://www.youtube.com/watch?v=W27G1djHj4s

Bei mir war meine Ernährung auch ein Thema, aber nicht so erheblich zentral.
Doch warum soll Rauchen und Zucker hier so bedeutend sein? Betrifft es z.b. den Kaffeekonsum nicht?
Vom Belohnungssystem als Begründung habe ich im allgemeinen auch schon mal gehört. Area tegmentalis ventralis und Nucleus accumbens kommt im Belohnungssystem eine große Bedeutung zu(…) Wenn also ein niedriger Dopaminpegel bei ADHS eine Rolle spielt, muss nicht das limbische System dadurch verstärkt auf dopaminfreisetzende Suchtmittel im Allgemeinen ansprechen? Wieso kommt es also konkret zum Heißhunger auf Süßes? Oder ist das eine Gewöhnungsangelegenheit im Kindesalter.
Ich habe mal gelesen, dass Belohnungen aufschieben zu können eine allgemeine Thematik bei Kindern ist. Wenn das Vorderhirn in der Jugend und Adoleszenz myelinisiert wird, und man weniger von Gefülen bestimmt ist, dann wird man auch selbstkontrollierter.
Ich kann das so selbst in etwa auch bestätigen. Mit Gehirnjogging zb oder wenn ich mich verstärkt in einem sozialen Umfeld bewege, habe ich eine viel bessere Selbstkontrolle und auch Fassung.

Ja, der Herr Winkler, das ist nun wirklich einer, der wirklich Plan von der ganzen Sache hat.


Das klingt jetzt irgendwie ironisch - ist das auch so gemeint?


Da gab es ja diesen Mashmallow-Test. Der hat sich aber längst überholt…
<LINK_TEXT text=„https://www.spektrum.de/news/wurde-das- … rt/1568452“>Marshmallow-Test: Wurde das berühmte psychologische Experiment falsch interpretiert? - Spektrum der Wissenschaft</LINK_TEXT>
„und seine Befunde erlaubten lediglich für jene Kinder präzise Prognosen, denen man keine Durchhaltestrategien an die Hand gegeben hatte. Sobald sie über solche belehrt wurden, sagte ihre Wartedauer nicht mehr viel aus.“

Ganz unwissenschaftlich: Scheints handelt es sich um erlernte Strategien. Die man aber mit ADHS deutlich schwerer lernt, zum einen, weil man solche Dinge generell schlechter lernen kann - zum anderen, weil man meist ein ebenfalls betroffenes Elterteil hat. Da fehlen dann entweder die Kapazitäten, solche Strategien zu lehren - wenn man sie denn überhaupt selbst kennt, falls nicht, hat man zusätzlich auch noch ein suboptimales Modell vor Augen.

Hinzu kommt, dass übermäßiges Essen der Beruhigung (Eigentherapie) dient - nicht nur über die Inhaltsstoffe, sondern durch den Vorgang an sich: Kauen, schlucken - voller Magen fühlt sich bei mir ruhig an. Kurz mal.
Mein ADHS schlägt sich in einer fürchterlichen Unruhe in der Magengegend nieder… Zucker kann die Kiste noch beschleunigen, weil der Insulinspiegel dafür sorgt, dass das beruhigende Gefühl sehr schnell ins Gegenteil umschlägt.
By the way: Muttermilch hat - verglichen mit anderen Milchen - einen recht hohen Zuckeranteil.

„Mit Gehirnjogging zb oder wenn ich mich verstärkt in einem sozialen Umfeld bewege, habe ich eine viel bessere Selbstkontrolle und auch Fassung.“
Das ist interessant, dann hast Du eine gute Strategie, dich in den entsprechenden „Modus“ zu versetzen.


Hab mir den Beitrag nicht voll angesehen - aber Kaffee ist ja deutlich unproblematischer als Rauchen oder (Fr)Essen…

Steven Pressfield,

ein Autor, der sich einerseits über ADHS überraschend platt äußert, anderseits erstaunlich kluge Tipps gegen Prokrastination gibt (begrifflich bei ihm im Wesentlichen „Resistance“ als eine Art Widersacher der eigenen Kreativität),

hat mich von meiner Marshmallow-Test-Verzweiflung kuriert. Ich habe schon in der Kindergartenkochgruppe neugierig tiefgefrorene Pommes Frites probiert. Ich hätte vermutlich nicht mal gewartet, bis der Marshmallow-Artist den Raum verließ. Eine Zeit dachte ich, das würde mein Versagen im Lebenslängsschnitt zuverlässig vorhersagen.

Pressfield plädiert aber in „Turning Pro“ dafür, sich zur besseren Fokussierung auf die Prozesse selbst (bzw: „die Kunst“/„das Handwerk“) zu konzentrieren, statt auf Ergebnisse oder gar Belohnungen … Insofern ist sein Fazit recht deutlich:

“The children who were able to sit for three minutes with a marshmallow on the table in front of them without eating it were rewarded with two marshmallows when the experimenter returned. But that’s … crazy … Krishna said we have the right to our labor, but not to the fruits of our labor. He meant that the piano is its own reward, as is the canvas,Fuck the marshmallows.”
― Steven Pressfield, Turning Pro

Krasti und ich lieben es. Fuck the marshmallows.

Interessant wäre, das Experiment nicht mit Kindern, bei denen Belohnungsaufschub noch nicht entwickelt ist, sondern mit Jugendlichen mit ADHS durchführen.

Meiner Meinung nach spricht sehr viel dafür, dass sie mit dem eigentlich altersgemäßen Belohnungsaufschub erhebliche Probleme hätten, und zwar nicht nur wegen der Impulsivität.

Zentraler sehe ich das Problem der Zukunftsblindheit, der Lebens im hier und jetzt: Wieso soll man unter dieser Voraussetzung eine Belohnung aufschieben? Das wäre sinnlos.

Mit der Prokrastination ist es im Grunde genauso: Warum soll ich jetzt etwas erledigen, was mir im Hier und Jetzt gar nichts bringt? Und wenn es mir zudem an der Vorstellungsfähigkeit fehlt, wie es wäre, die leidige Aufgabe erledigt zu haben?

Frag einen beliebigen Neutotypiker und er wird dir sagen: „Ich erledige das einfach, weil ich mir das gute Gefühl vorstelle, das ich haben werde, wenn ich den Punkt von meiner To-Do-List streichen kann“.

Das, und das ist kein Scherz, habe ich noch nie erlebt. Was nicht heißt, dass ich gar nichts unliebsames erledige. Aber es ist Natürlich sehr mühsam, Erklärung s.o.

@Hibbelanna
Natürlich war es ernst gemeint. :slight_smile:

Kommt ja auch darauf an, ob man Marshmallow überhaupt mag. Ich musste mich immer etwas überwinden wegen der Konsistenz. :lol:

Geht auch mit Gummibärchen. :wink: