Im Land Hessen soll ein Gesetz eingebracht werden zur Registrierung psychisch kranker Menschen mit Fremdgefährdungspotenzial. Auch in anderen Bundesländern wird so etwas diskutiert. Und natürlich auch schon auf die Daten aus der elektronischen Patientenakte geschielt.
Hier geht es zur Petition:
Deshalb widerspricht man egal mit welcher psychischen Erkrankung der elektronischen Patientenakte
Überhaupt wer chronische Erkrankungen hat sollte widersprechen.
Egal wad heute gesagt und versprochen wird, niemand weiß was in 5, 10 und späteren Jahren damit passiert und noch dolles einfallen wird
Es geht hier nicht um psychisch erkrankte Menschen generell, sondern um solche, die auch andere Menschen gefährden können. Daher finde ich das vollkommen legitim.
Ich hatte in meiner Umgebung mal solch einen Fall und trotz verbaler Bedrohungen hat niemand etwas unternommen. Wir hatten ständig Angst, dass diese Frau irgendwann mit einem Messer im Raum steht. Das ist kein gutes Gefühl.
Da Stolper ich doch direkt Morgen nochmal eine Runde über die Messingsteine die hier in der Umgebung in die Gehwege eingelassen sind von den Deportierten.
Jetzt bekomme ich echt ein schlechtes Gewissen. Liebe @Andromache , entschuldige meine etwas provokante Antwort davor, es klingt nach einer sehr belastenden Situation welche du geschildert hast, ich selber habe viele Jahre in einem Sozialen Brennpunkt gewohnt, da erlebt man ebenfalls so einiges, was Angst machen kann.
Dennoch finde ich aufgrund meiner Lebenserfahrung und auch aufgrund eigener Herausforderungen nicht gut, Menschen in solchen Registern zu führen.
Aber wer entscheidet, ob eine Fremdgefährdung besteht und anhand welcher Kriterien?
Ich denke mal, sehr viele von uns haben schließlich Erfahrung mit Jahre- oder sogar Jahrzehnte langen Fehldiagnosen.
Wie oft haben wir mit Ärzten zu tun, die uns gerade mal 10 Minuten pro Besuch sehen und das vielleicht vier mal im Jahr.
Und dann hab ich vielleicht einen miesen Tag und bin sauer und äußere mich wütend über irgendjemanden und daraus leitet dann vielleicht ein Arzt, der mich überhaupt nicht kennt, eine Fremdgefährdung ab?
Finde ich sehr, sehr schwierig
Und erfahren die so Beurteilten überhaupt etwas davon?
Und welche Konsequenzen sollte das überhaupt haben?
Selbst wenn das Fremdgefährdungs Potenzial, der in den letzten Jahren straffällig gewordenen Menschen mit psychischen Problemen vorher bekannt gewesen wäre (war es ja häufig), was hätte man dann tun sollen?
Sie mit den nicht vorhandenen personellen Ressourcen der Polizei permanent überwachen?
Das funktioniert ja noch nicht mal bei bereits verurteilten Straftätern
Ich kann nicht beurteilen, ob die Sache umsetzbar ist und welchen Nutzen es am Ende hat. Vielleicht ist das Ganze auch Blödsinn, weil es praktisch eh nichts ändern würde, keine Ahnung.
Es betrifft aber wenn ich es richtig verstehe Menschen, die schon mal nach Psychisch-Kranken-Gesetz und richterlicher Entscheidung geschlossen untergebracht waren. Das ist ein kleiner Anteil der Menschen mit psychischer Krankheit und vermutlich niemand oder fast niemand hier im Forum.
Und selbst von denen eben nur die, wo Ärzte einschätzen, dass die Person erneut eine Gefahr für Dritte werden könnte, es also nicht eine momentane Krise war. Schwer von einer Psychose betroffene Menschen also, und da gibt es schon welche, die eine tickende Zeitbombe sein könnten, vor Allem wenn sie dann noch gewisse Substanzen zu sich nehmen.
Den Vergleich mit dem 3. Reich finde ich absolut unangebracht. Natürlich könnte so etwas missbraucht werden wie alles. Wenn man sich anschaut, wie in Großstädte der USA jetzt Militär geschickt wird, um „Ordnung“ zu schaffen, wird mir mulmig.
Ich dazu nur: Wehret den Anfängen.
Jetzt geht es „nur“ um psychisch Kranke und potenziell fremdgefährdende, die stationär entlassen werden. Ist so ein Gesetz erst mal in der Welt, kann man ganz schnell die Feinheiten (fremdgefährdend, stationär…) streichen.
Wer akut fremdgefährdend ist, der darf sowieso nicht entlassen werden. Und seit wann können Ärzte in die Zukunft schauen und wissen genau, was ein zum Zeitpunkt der Entlassung nicht gefährlicher Patient nach der Entlassung machen wird?
Klar, es gibt den Patienten, der zum 30. Mal wegen Fremdgefährdung in der Psychiatrie ist und auch schon 29 Mal sofort nach Entlassung keine Medis mehr genommen hat und wieder rückfällig wurde. Aber auch der könnte beim 30. Mal beschließen, dass er die Medis doch weiter nimmt, um nicht mehr in der Psychiatrie zu landen. Das kann niemand vorhersagen.
Glaubst Du, wenn bei Polizei und Ordnungsamt ein Schreiben von einem Arzt rumschwirrt, dass Frau Müller aus der Hauptstraße 35 psychisch krank und gefährlich sein könnte, wäre das anders? Die Polizei kann Frau Müller immer noch nicht verhaften oder das Ordnungsamt sie einweisen lassen, ohne dass Frau Müller tatsächlich jemanden gefährdet hat.
Und wenn der Notruf kommt, weil Frau Müller im Einkaufszentrum Kaufdicharm randaliert, dann weiß die Polizei auch erst, dass da die psychisch kranke Frau Müller randaliert, wenn sie vor Ort ist.
So ein Register ist absoluter Blödsinn und dient einzig der Stigmatisierung. Und dass man offiziell dementiert, dass dies ein Register sei, spricht Bände.
Natürlich ist das ein Register. Irgendwas müssen Polizei und Ordnungsamt ja mit den Meldungen machen. Die werden sie wohl kaum lesen und löschen. Selbstverständlich werden die Daten irgendwo katalogisiert und abgespeichert, sonst wäre so eine Meldung ja noch schwachsinniger. Fertig ist das Register. Welchen Namen das „Kind“ tatsächlich bekommt, ist dabei völlig wurscht. Und was man damit irgendwann alles anstellen kann (ggf. auch Unbefugte, die „zufällig“ an die Daten kommen), mag ich mir lieber nicht vorstellen…
Für präventive Überwachung gibt es gar kein Personal. Außerdem halte ich so einen Einschnitt in die persönliche Freiheit eines Menschen (ohne Gerichtsverfahren und ohne Möglichkeit, sich dagegen zu wehren - allein aufgrund der Entscheidung eines Arztes in einem psychiatrischen Krankenhaus!) für sehr bedenklich.
Zudem gehen weder die Polizei noch das Ordnungsamt die Gesundheitsdaten etwas an. Ich würde auch nicht wollen, dass z.B. mein Nachbar weiß, wann und weswegen ich vielleicht in der Psychiatrie war, nur weil er zufällig Polizist ist oder beim Ordnungsamt arbeitet und ihm die automatische Mitteilung auf den Tisch geflattert ist.
Ich fühle mich bei dem, was in Deutschland (politisch) gerade passiert, sehr ungut. Das Register für psychisch Kranke passt sehr gut dazu. Leider.
Mag sein, dass Dir ein Vergleich mit bestimmten Zeiten zu weit hergeholt ist. Mir ist er das nicht. Auch damals hat alles irgendwie vermeintlich harmlos und gut gemeint angefangen. Wie es geendet hat, wissen wir alle.
Ich habe eine andere Befürchtung - die Politiker/innen machen ein Gesetz, einfach weil sie „etwas tun müssen“ nach Gewalttaten psychisch Kranker Menschen in den letzten Monaten.
„Etwas“ zu tun löst aber nicht immer das Problem, man muss schon das Richtige tun.
Das ist aber leider häufig so. Das Geld wird knapp, also werden die Bedingungen für Bürgergeldempfänger/innen verschärft. Auch wenn damit kaum etwas gespart wird. Es gibt Kriminalität von Flüchtlingen, also wird der Familiennachzug eingeschränkt. Auch wenn die kriminell gewordenen Flüchtlinge ganz überwiegend gar keine Nachgezogenen waren.
Die Politiker haben dann „etwas“ gemacht. Es entstehen große Ungerechtigkeiten für die Betroffenen, hohe Umstellungs- und Personalkosten und es bringt nicht einmal den Politiker/innen etwas für ihre Wiederwahl, weil die Probleme nicht weg sind.
Genau das ist es, und damit reiner Aktionismus.
Was nicht so dramatisch wäre, wenn die Auswirkungen am Ende nicht sogar alles verschlimmbessern würden wie so oft
Und ich finde es nicht gut, wenn Menschen durch solche Menschen getötet oder verletzt werden. Es gibt eine Menge Menschen, die noch leben könnten, wenn Psychiater anders entschieden hätten oder es Schutzmaßnahmen gegeben hätte.
In einem anderen Fall war ich sehr erleichtert, dass sich jemand aus der Nachbarschaft selbst eingewiesen hat. Der lief auch schon mal mit einem Messer durch die Gegend und warf sein Inventar aus dem Fenster. Und ständig die Polizei in der Nachbarschaft braucht auch niemand. Auch die Polizei wird durch solche Leute gefährdet.
Denk auch mal bitte daran!
Ich denk an genug liebe @Andromache, erklär mir nicht woran ich denken soll, bist nicht mein Personalchef.
Oh man, ist gut jetzt.
Ich gebs auf!
Ich nicht!
Wärst du dieser Meinung auch noch, wenn einem Familienmitglied etwas passiert?
Ich hätte jetzt am liebsten geschrieben „Was würde Jesus dazu sagen?“, dann fiel mir ein hey, ein melde Register für Menschen mit ADHS wär doch mal was sobald die ein Unfall gebaut haben mit dem Auto. Nicht schlecht oder?
Für mehr reicht meine Regulation und meine Bildung nicht aus, du hast recht, ich würde vielleicht anders darüber Denken wenn ich Betroffener wär vom einen oder anderen, wäre möglich.
Hast aber sowieso nicht mit mir geredet und ich soll ja auch nicht mehr Trollen, bin jetzt der Foren Troll, vielleicht sinds auch tiefsitzende Aggressionen, weiß ich nicht genau. Ich ziehe mit gesenktem Haupt von dannen und überlasse das Feld jenen die mehr Ahnung haben, ich jeden Falls nicht.
@Andromache hat glaube ich doch nur gesagt was sie denkt, und nicht wie du denken sollst ??? Bzw um eine andere Denke gebeten
Bin da ganz deiner Meinung. Aber die alles entscheidende Frage ist doch eine andere: Warum hat man den Menschen nicht geholfen, wenn es doch nun schon bekannt war, dass sie krank sind? Vorher. Lange vorher. Ein Register, wo das drin steht, ändert daran gar nichts.
Und die allermeisten hier wissen, wie schwer es ist, dass einem geholfen wird, wenn man noch halbwegs freihändig stehen kann.
Das ist das Thema. IMHO
Ja.
Denn wie ich oben schon ausgeführt habe, bringt es doch eh nichts, weil man die Menschen nicht 24/7 überwachen kann.
" „Menschen mit psychischen Störungen leiden nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern zusätzlich unter Vorurteilen und Benachteiligungen in ihrem Umfeld. Je mehr Stigmatisierung sie erleben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Betroffene in Behandlung begeben. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich von einer bereits begonnenen Therapie zurückziehen. Je früher aber eine Behandlung begonnen wird und je konsequenter und kontinuierlicher sie erfolgt, desto höher die Besserungschancen.“ Verzögerte Behandlungen oder gar deren vollständige Ablehnung führen dagegen meist zu einer Verschlimmerung oder Chronifizierung der Erkrankung.
„Das beste Mittel der Gewaltprävention ist die frühzeitige, koordinierte und intensive Behandlung von Menschen mit solchen psychischen Erkrankungen, die unbehandelt ein Risiko für Gewalttaten darstellen“, hält DGPPN-Präsidentin Gouzoulis-Mayfrank fest. „Dafür brauchen wir dringend die notwendigen Reformen, Strukturen und Ressourcen.“"