Psychiater verschreibt LDX 30/50/70mg aber kein 20/40/60mg wegen negativen WURS-K

Hallo zusammen,

ich bin derzeit seit ca. 3 Monaten in medikamentöser Behandlung (30mg LDX Ratiopharm “Erwachsene”) bei einem Psychiater in meiner Nähe. Die Diagnostik habe ich vor 4 Monaten bei einem Psychotherapeuten machen lassen. Der Psychiater bietet keine Diagnostik an.

Da mir 30mg LDX etwas zu wenig sind, habe ich die Dosis auf 40mg erhöhen wollen, doch leider möchte er mir die nicht verschreiben. Möglich seien nur 30/50/70mg (die „Erwachsenen“-Varianten). Die andere Variante sei ihm zu heikel, aufgrund von möglichen Regressen seitens der Krankenkasse.
Daraufhin habe ich 50mg getestet, doch darauf fühlte ich mich überdosiert und bin deswegen zurück auf 30mg.

Darauf folgte eine längere Diskussion. Nach meinem Verständnis müsste er mir doch mittlerweile alle Größen gleichermaßen verschreiben können, da die Zulassung der “Kinder”-Variante doch vor 2 Jahren erweitert wurde.

Er argumentiert, dass die Fachinformation der Medikamente sich in einem kleinen Detail unterscheiden:

  • LDX „Erwachsene“ (30/50/70): „Lisdexamfetamin-ratiopharm Erwachsene wird im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Erwachsenen angewendet.“
  • LDX “Kinder/Erwachsene” (20/30/40/50/60/70): „Lisdexamfetamin-ratiopharm ist auch im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-
    /Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Erwachsenen mit bereits in der Kindheit bestehenden ADHS-Symptomen indiziert.

Ansonsten sind die Fachinformationen nahezu identisch.

Er argumentiert, dass durch die andere Formulierung die retrospektive Bestätigung der Kindheitssymptome bei der “Kinder/Erwachsene” Variante erforderlich sei. Der gemeinsame Bundesauschuss sehe dafür ausschließlich den WURS-K vor. Er verweist auf dieses Dokument: https://www.g-ba.de/downloads/92-975-3064/2019_05_01_Informationen-zVT_Lisdexamfetamindimesilat_nAWG_D-452.pdf

Der WURS-K war leider als einziger Fragebogen in meiner Diagnostik negativ bzw. unter dem Cut-Off, was bei meinem ADHS-Typen (ADHS-I/ADS) wohl häufiger vorkommt. Deswegen hat der Psychotherapeut damals auch noch den DIVA-5 durchgeführt, welcher weit über dem Cut-off lag, um die Diagnose zu plausibilisieren.

Das in den Fachinformationen beider Varianten der Satz „Bei Erwachsenen müssen die Symptome einer bereits seit der Kindheit bestehenden ADHS vorliegen und dies sollte rückblickend bestätigt werden“ vorkommt, scheint ihn nicht von seiner Meinung abzubringen. Nach meinem Wissen ist es doch allgemein notwendig die Symptome in der Kindheit im nachhinein zu bestätigen, da es nur so gesichert ADHS sein kann.

Demnach dürfte er mir also entweder gar kein LDX oder eben alle Varianten verschreiben. Doch so wie er es jetzt handhabt ergibt es für mich keinen Sinn.

Es scheint ihm dabei auch tatsächlich nur um die Sorge vor Regressen seitens der Krankenkasse zu gehen. Auf Privatbasis würde er mir die 40mg verschreiben.

Ich sehe so langsam nur noch die Option den Arzt zu wechseln, doch sind die Wartezeiten sehr lang. Abseits dieser sehr frustrierenden Thematik war ich bisher auch sehr zufrieden mit ihm und der Praxis.

Kann jemand von euch nachvollziehen woher diese Sichtweise des Arztes kommt? Seht ihr noch eine Möglichkeit, wie ich ihn dazu überzeugt bekomme mir doch die 40mg zu verschreiben? Gibt es irgendetwas aussagekräftiges, was ihm die nötige Rechtssicherheit gibt?

Er hatte zu dem Thema sogar die Kassenvereinigung befragt, doch diese hat nur auf die Fachinformation und das Dokument des gemeinsamen Bundesauschusses verweisen, was ihn eher in seiner bisherigen Meinung gestärkt hat.

Vielen Dank und viele Grüße
Kunibert

gibt kein adult mehr.

Ja Elvanse Adult gibt es nicht mehr. Bei den Generika gibt es die Unterteilung aber leider noch, obwohl auch dort die Zulassung gleichermaßen erweitert wurde. Er verschreibt deswegen auch nur die Generika…

Ich kanns nicht nachvollziehen.

Er müsste ja nichtmal die genaue Bezeichnung des Generikums und die PZN dazu aufs Rezept schreiben.

Lisdexamfetamin, Stärke, Packungsgröße, Einnahmeschema - sollte reichen.

Den Rest regelt dann der Rabattvertrag der GKV.
Was immer dann gerade rabattiert und / oder verfügbar wäre, gibt die Apotheke dann aus. Das kann sogar mal Elvanse sein, weil sich die Verträge regelmäßig ändern.

Und wenn in einem anderen Präparat eine eindeutige Formulierung steht, könnte er ja auch genau das draufschreiben und den Rest der Apotheke überlassen.
Die wissen schließlich auch, was untereinander austauschbar ist.

Lisdexamfetamin-ratiopharm ist auch im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Erwachsenen mit bereits in der Kindheit bestehenden ADHS-Symptomen indiziert.

Da Anzeichen für eine Diagnose immer in der Kindheit erkennbar sein müssen, ergibt es sich mit dem Hinweis in der Fachinformation (ohne Erwachsene) ja auch eigentlich von selbst :zany_face:

Also das klingt alles andere als nachvollziehbar und nach ganz viel Angst.


Dann wirst du wohl vorerst den Inhalt der 50er Kapsel in 50ml Wasser auflösen und davon dann 40ml → 40mg einnehmen müssen, wenn er keine 40er verordnet :man_shrugging:
Er zwingt dich ja beinahe dazu. Funktioniert aber genauso.

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Ist nicht nachvollziehbar. Wenn du als Erwachsener ADHS hast, hattest du es als Kind auch. Und das weiß er Arzt auch.

Misch dir doch 40-mg-Dosen aus 50-mg-Kapseln, siehe Anleitung hier im Forum.

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Wow da fragt man sich doch wie der es nur durch das Medizinstudium schaffen hat können…

Ganz einfach ja.

Er könnte ja mal vergleichen welche Monats und Jahreszahlen auf den jeweils aktuellsten Fachinformationen stehen? Dann könnte er vllt auch nachvollziehen, dass erwachsen garnicht mehr hergestellt wird.

Ich finde ja auch, dass gerade als Leihe, diese Formulierung leicht missverstanden werden kann. Der Mann ist aber ein FACHARZT!!!

Die erwachsene Variante, dürfte garnicht mehr in seiner Software sein.

Wenn der eine E-Mail geschrieben hat, wundert mich nicht, dass er einfach auf die Fachinformation verwiesen wird. Es kann doch niemand vorstellen, dass ein FACHARZT so komplett neben der Spur inkompetent sein könnte.

Was steht denn auf Deinem Rezept? Da steht doch nicht LDX Ratiopharm Erwachsen mit Kreuzchen bei AutIdem.
Erstens Mal, gibt’s das mW nicht mehr. Er hat also eh keinen Einfluss darauf welches LDX Präparat Du genau in der Apotheke bekommst.

Wenn Du seiner Meinung nach die Vorraussetzungen für eine ADHS Diagnose nicht erfüllst, dann verschreibt er Dir LDX jetzt eh Offlabel.
Das wäre aber immer Offlabel, egal ob erwachsen oder nicht, da Du ja den notwendigen Nachweis für ihn nicht erfüllst. Meines Wissens ist der WURS-K für jede ADHS Diagnose im erwachsenen Alter vorgeschrieben.
Die Regressforderungen gab es damals nicht, weil Ärzte ohne gute vertretbare Begründung erwachsenen Patienten, statt Elvanse Adult, einfach Elvanse nicht Adult auf Kassenrezept verschrieben haben, sondern weil einige Ärzte zuvielen erwachsenen ADHSlern, als erstes Medikament Elvanse verschrieben haben, ohne zuerst ein MPH retard Medilament getestet zu haben und es hatte keine ausreichende Wirkung.

Darauf besteht der g-ba nämlich ganz zwingend bei Kassenpatienten (LDX ist deutlich teurer als MPH)
Genau das macht nämlich Dein Arzt gerade :sweat_smile:
Da Du aber offensichtlich der einzige Patient bei ihm bist der LDX verschrieben bekommt, sollte das niemanden groß jucken…

Ich finde es ja immer noch total super, dass er Dir LDX Offlabel verschreibt, obwohl er meint dass Du die Vorraussetzungen, nämlich den WURS-K, garnicht erfüllst. Der aber nicht die Vorraussetzung für LDX ist, sondern für die Diagnose, die wiederum die Vorraussetzung für das verordnen von LDX ist. :sweat_smile:

Wenn Du eine offizielle Diagnose hast, muss doch auch der WURS-K als positiv von dem Diagnostizierenden beschieden worden sein.
Es wird ja kaum drin stehen, ja der WURS-K der fiel negativ aus. Ansonsten darf er Dir keine Diagnose ausstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass Dein Diagnostiker den WURS-K als positiv angeben hat. Man kann eine Diagnostik weder Positiv noch Negativ bewerten, alleine Aufgrund von Fragebögen. Das ist nicht möglich!
Eine Diagnostik muss immer durch ein Gespräch und gezieltes Nachfragen durch den Diagnostiker erfolgen.
(Mir wurde ADHS auch abgesprochen, weil in meinen Zeugnisse nichts steht. Nach einem Jahr Psychotherapie, alleine bei diesem Arzt und Klinkaufenthalten und immer noch hatte dieser Inkompetente Arzt nicht gewusst was mit mir eigentlich los ist oder wie man mir helfen könnte :upside_down_face:)

Ich denke das Dein Diagnostiker die Fragestellungen des WURS-K bei Dir bestätigt sah. Dafür ist es doch auch nicht notwendig, dass Du die Fragen alleine ausfüllst, so wie Du die als Leihe für Dich gerade interpretierst.
Der vorhandene oder ausgefüllte WURS-K, ist halt einfach nur eine Formalie, die da sein muss. Aber bei weitem weder die beste und schon garnicht eine hinreichende alleinige Möglichkeit ADHS im Kindesalter festzustellen.

Lass mich raten, Du hast Deinem jetzigen Arzt, in Deiner ADHS Impulsivität und Obersharing, ohne Not erzählt, dass der WURS-K negativ bei Dir ausfiel? :smiling_face_with_tear:

(Was aber am Ende garnicht seien kann, da Du ja die Diagnose erhalten hast.)

Schreib doch dem Psychotherapeuten mal eine Email, damit er Dir bestätigt, dass Die Fragen aus dem WURS-K bei Dir für die positive Diagnose ausreichend beantwortet werden konnten.

Du nimmst 30mg jetzt und würdest gerne 40mg ausprobieren. Hast du dir schon überlegt, eine Tablette von 30mg in 3 zu teilen? Dann enthält jedes zerkleinerte Teil 10mg und so könntest du 40mg ausprobieren. Wenn das so passt, kannst du ihn mitteilen, dass du dich mit der Dose besser fühlst und dann weiter machen (entweder weiter zerkleinern - deine Packung wird nur schneller leer - oder eine Packung mit 40mg Tablette zu kaufen)

Aber sicher. Ein Psychiater liest den Satz: “mit bereits in der Kindheit bestehenden Symptomen” als “mit bereits in der Kindheit diagnostiziertem ADHS”.

Anders ausgedrückt: Wenn deine ADHS erst als Erwachsener diagnostiziert wird, ist es wurscht, dass man sie schon in der Kindheit diagnostizieren hätte können.

Was macht man also in diesen Fällen? In diesen Fällen ergänzt man ein retardiertes Amphetamin mit einem unretardierten. An dieses ist in Deutschland allerdings so gut wie unmöglich ranzukommen.

Was zum Teifel ist WURSCHT-K? :thinking:

Ich kenne übrigens (bislang) keinen nicht-dilettantischen Diagnostiker, der mit Fragebögen arbeiten würde, noch weniger, seine Diagnose damit begründen.

Das ist schon rein theoretisch nicht möglich, da jeder erfahrene ADHS-Diagnostiker weiss, dass die Selbstaussagen/Selbsteinschätzungen unbehandelter Erwachsener mit ADHS diagnostisch wertlos sind. Validität = 0.

Anders ausgedrückt, bestünde die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung, bestünde keine ADHS.

Ich danke euch für eure zahlreichen Antworten.

Er hat aktuell scheinbar einen Prozess am laufen, bei dem es um sehr viel Geld geht, welches von der Krankenkasse zurückgefordert wird. Ich denke Angst trifft es sehr gut. Allerdings geht es da wohl nicht um LDX.

Mit dieser Methode und mit einer präzisen Feingramm-Waage habe ich die 40mg bereits länger ausprobiert. Deswegen weiß ich auch, dass das wahrscheinlich meine optimale Dosis ist. Auf lange Sicht ist mir das aber zu stressig, vor allem bei der Wassermethode, da man jeden morgen das Spielchen erneut machen muss. Vorübergehende komme ich so aber zurecht, bis ich einen neuen Arzt gefunden habe.

Tatsächlich steht das genaue Medikament also “Lisdexamfetamin-ratiopharm Erw. 30mg 100 Kaps.” inkls. PZN auf dem Rezept. Aut-Idem ist jedoch nicht angekreuzt. Das Medikament gibt es aber tatsächlich noch. Es ist richtig, dass Elvanse adult eingestellt wurde. Aber von Ratiopharm gibt es die Erwachsenen-Variante noch (zumindest gab es die vor einem Monat noch). Auf der Verpackungen steht auch “Erwachsene” drauf. Er verschreibt auch deswegen nur die Ratiopharm-Variante.

Er scheint tatsächlich sonst hauptsächlich mit MPH zu behandeln. LDX war expliziter Wunsch von mir, da ich zuvor inoffiziell bereits mit beiden Wirkstoffen Erfahrung sammeln konnte und ich LDX besser vertragen habe.

Das ist gerade das Merkwürdige: Er sieht es nicht als Offlabel an (das würde er sich nämlich sicher nicht trauen). Er denkt man bräuchte die retrospektive Bestätigung bei den “Erwachsenen”-Präperaten nicht. Ich verstehe seine Logik an der Stelle auch nicht…

Meine Diagnose war sehr Umfangreich. Es wurde IDA-R, CAARS, WRI, ADHS-SB, WURS-K, WR-SB, DIVA-5, KATE, SCL-90S und BDI durchgeführt. Nur der WURS-K lag unter dem cutoff. DIVA-5 und andere Fragen aus den Sitzungen bestätigen die Symptome in der Kindheit.

Alle Testegebnisse und Scores waren in dem mehrseitigen Befundbericht aufgeführt. Dort steht auch drin, warum der negative WURS-K kein Ausschlusskriterium ist. Dieser Bericht liegt auch meinem Psychiater vor. Daher weiß er, dass der WURS-K negativ ist. Der Bericht ist wirklich sehr ausführlich und ziemlich passend. Er beinhaltet neben den Scores auch noch viele allgemeine Informationen über mich, meinem Verhalten und meinem Krankheitsbild. Ich war sehr beeindruckt, wie der Psychotherapeut in nur drei Sitzungen ein so passendes Gesamtbild über mich erstellen konnte.

Es läuft wohl derzeit darauf hinaus, dass ich meinen Arzt wechseln werde. Wirklich schade eigentlich, da die Praxis ansonsten wirklich gut ist.

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Lisdexamfetamin-ratiopharm Erwachsene Hartkapseln

Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen durchgeführt werden. Die Diagnose sollte auf einer vollständigen
Anamnese und Untersuchung des Patienten entsprechend den aktuellen DSM-Kriterien oder ICD-Leitlinien basieren. Die Diagnose darf sich nicht
allein auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen. Bei Erwachsenen müssen die Symptome einer bereits seit der Kindheit
bestehenden ADHS vorliegen und dies sollte rückblickend bestätigt werden (anhand von Behandlungsunterlagen des Patienten oder, falls keine
verfügbar sind, durch geeignete strukturierte Instrumente oder Befragungen).

Lisdexamfetamin-ratiopharm Hartkapseln

Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen im Kindes- und/oder Jugendalter (bei pädiatrischen Patienten)
oder eines Spezialisten für Verhaltensstörungen (bei erwachsenen Patienten) erfolgen. Die Diagnose sollte auf einer vollständigen Anamnese und
Beurteilung des Patienten nach den aktuellen DSM-Kriterien oder ICD-Richtlinien basieren. Die Diagnose kann nicht allein aufgrund des Vorliegens
eines oder mehrerer Symptome gestellt werden.
Bei Erwachsenen ist das Vorliegen von vorbestehenden Symptomen von ADHS im Kindesalter erforderlich und dies sollte nachträglich bestätigt
werden (anhand der Behandlungsunterlagen des Patienten oder, falls keine vorhanden sind, durch geeignete und strukturierte Instrumente oder Befragungen).

Also ich kann mich ja jetzt auch täuschen, aber für mich steht da in beiden Fachinformationen, das Selbe.

Ich würde vermuten, Dein Arzt fühlt sich da schwer überfordert, mit den vielen Tests und Interviews.
Einige Ärzte, ohne richtige ADHS Expertise, lehnen dann oft eine Diagnose, die nicht mit dem IDA-R (gibt’s umsonst für Ärzte von MEDICE) gemacht wurde ab, weil sie die Ergebnisse von z.B. Connors oder HASE, nicht interpretieren können oder einfach ablehnen.

(Funfact: MEDICE erkennt Psychologische Psychotherapeuten, da wohl nicht als Behandler oder Diagnostiker an. Die gehören aber auch nicht zu ihrer Kundschaft.)

Aaaaha. Schon ändert sich das Bild.
Diese Info kommt spät :joy:

Welches Medikament die Ursache war, ist irrelefant.
Wenn man während einer Prüfung negativ auffällt, sollte man die nächsten Jahre lieber nicht erneut auffallen :grimacing:

Auch, wenn seine Entscheidung in deinem Fall trotzdem unsinnig ist, könnte man seine extreme Vorsicht zumindest nachvollziehen. Viel Glück bei der Arztsuche :four_leaf_clover:

Hoffentlich gibts nie Lieferengpässe beim Ratiopharm-Erwachsene, sonst ist er ja völlig aufgeschmissen :face_with_hand_over_mouth:

Da hast du absolut recht. Das hatte ich ja auch in meinem ursprünglichen Beitrag geschrieben. Ich kann genau aus diesem Grund seine Entscheidung 0 nachvollziehen. Er dürfte mir nach seiner Logik gar kein LDX-Präperat verschreiben, weil ebendas in beiden Fachinformationen steht. Aber er bezieht sich nur auf den ersten Teil der Fachinformation, welcher sich halt in dem Nebensatz unterscheidet.

Ja die Vorsicht kann ich auch nachvollziehen. Aber so wie er es jetzt handhabt ist es einfach unlogisch. Danke, ich hoffe ich komme schnell woanders unter.

Ich würde eher sagen, dass seine Patienten dann aufgeschmissen sind. :smiley: Da er aber scheinbar eh primär mit MPH behandelt, wären wahrscheinlich eh nicht so viele betroffen. Aber das ist reine Spekulation. Kann ja auch durchaus sein dass Ratiopharm nach Vorbild Elvanse Adult die Erwachsenen-Variante komplett einstellt, gibt ja eigentlich keinen Grund, dass diese überhaupt noch existiert.

Vielleicht interpretiert dein Arzt das vorhanden sein von ADHS in der Kindheit ja so, dass eine konkrete Diagnose aus der Zeit vorhanden sein muss?
So wie z.b. unretardiertes Medikinet , was man dann ab 18 weiternehmen kann wenn man es schon als Kind verschrieben bekommen hat .

Und wenn er jetzt unsicher ist und Angst hat was falsch zu machen obwohl er es fachlich falsch sieht , dann kann man auch mal Verständnis haben. Wir benötigen es doch auch , weil wir manchmal die einfachsten Sachen nicht verstehen .
Er hat es dir ja begründet was der Hintergrund ist, rafft nur nicht das er nichts falsch machen würde.

Du bist der Sache ja nicht ganz ausgeliefert und kannst ja auf 40ml auflösen , so viel Mehraufwand ist es auch nicht, auch wenn es nervt.

Du kannst auch 2x50ml auflösen und ziehst dir dann jeden Morgen 40ml mit der Spritze ab. Oder legst dir 2x40ml schon in der Spritze aufgezogen in den Kühlschrank .

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Wahrscheinlich hst der schon mal Regressfotderungen gehabt.Ich möchte Elvanse auch individuell dosieren und hier in diesem Forum gibt es gute Tipps, wie man z, B.Elvanse in Wasser auflöst und es in gleichen Portionen mit 10ml Spritzen aufzieht und die Spritzen im Kühlschrank lagert, dann kann man es individuell dosieren.Klappt bei mir gut, 30mg waren mir zuviel, die teile ich auf 3 x10ml-Dosen auf und die wirken auch noch am 3.Tag.Als Saft gibt es Elvanse auch, kann man feiner dosieren.

Ich vermute, dass dieser Arzt einfach nicht informiert ist. Fragebögen sind schön, aber nicht entscheidend. Eigentlich muss jeder Fragebogen durchgesprochen werden und anhand der Gespräche eine Diagnose erfolgen.

Der Arzt sendet die Fragebögen dann nicht weiter an die Krankenkasse.

Zwecks Medikation kann er auch Elvanse 40 mg verschreiben…. alternativ könnte der Arzt mal einen Vertreterbesuch von Ratiopharm bekommen zur Aufklärung.

Bei Ratiopharm anrufen und sich dumm stellen, den Arzt beim Namen nennen? Solche Infos landen immer bei Gebietsleitern.

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Elvanse/LDX Ratiopharm ist keine Tablette. Das sind Kapseln mit Pulver innendrin. Die „teilt“ man am besten, indem man die Kapsel öffnet, das Pulver in einer abgemessenen Menge Wasser auflöst und dann die entsprechende Dosis in der Flüssigform nimmt.

Wie soll der TE eine Packung mit 40 mg kaufen? Elvanse/LDX gibt es nicht ohne BTM-Rezept vom Arzt und ein Rezept für 40 mg will der Arzt nicht ausstellen.

Und wenn die 30er schneller leer sind, steht der TE Ende regelmäßig 25 Tage ohne Medis da, bis er ein neues Rezept vom Arzt bekommt. Der Arzt wird garantiert nicht nach 75 Tagen ein neues Rezept rausrücken, wenn die Packung für 100 Tage reichen soll. Das kann wohl auch nicht die Lösung sein.

Hast Du überhaupt Erfahrung mit LDX?

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Das ist Lisdex Aristo (nicht Elvanse) und nicht für Erwachsene zugelassen.

Wird der Arzt ganz sicher nicht verschreiben, wenn er sich schon weigert, ein für Erwachsene zugelassenes Medikament zu verschreiben.

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Der WURS-K muss überhaupt nicht zwingend vorliegen. Es gibt keine Vorschriften, welche Tests gemacht werden müssen, um ADHS im Erwachsenen-Alter zu diagnostizieren.

Der Arzt bezieht sich auf ein Papier aus November 2018. Da steht unter Anwendungsgebiet schon mal „Geplantes Anwendungsgebiet laut Beratungsanforderung/Zulassungsantrag“ - weil Elvanse/LDX fzu dem Zeitpunkt in D überhaupt noch nicht für Erwachsene zugelassen war. Die Zulassung für Erwachsene erfolgte erst am 26.02.2019. Heute schreiben wir das Jahr 2025. Bei den ADHS-Medis hat sich einiges getan - und nicht nur da.

Mich wundert es nicht, dass der Arzt einen Regress an der Backe hat, wenn er sich auf total veraltete Informationen stützt.

Das DIVA 5-Interwiew ist auch zugelassen für die Diagnostik von ADHS im Erwachsenen-Alter und betrachtet auch die Symptome in der Kindheit. (Dass es sogar besser geeignet ist, als der WURS-K, wäre auch noch erwähnenswert). Das DIVA 5 kam aber erst 2022 in D raus. Wird der Arzt also gar nicht kennen und kann in seinem Papier aus 2018 natürlich auch nicht als mögliches Diagnoseinstrument drin stehen.

Dieser Arzt wird sich allerdings auch von Fakten nicht mehr überzeugen lassen. Der hat einfach zu viel Schiss. Das ist vergebene Liebesmüh. @Kunibert, viel Erfolg bei der Suche nach einem kompetenten Arzt! :four_leaf_clover:

Ne, das sieht man dann schon in meiner Antwort, dass ich keine Erfahrung habe, wenn du selbst Erfahrung hast. Dann bräuchte man nicht mal darauf zu antworten. Ich wollte bloß eine Idee geben und den Kollengen helfen. Wenn das keine Lösung ist, dann sollte man weiterdenken. Ich denke er hätte zwei Ärtze zu fragen: den Hausarzt und den Psychiater. Ich würde bei beiden ausprobieren. Eventuell ein neuer Psychiater suchen? Meinst du nicht, dass der Hausarzt ihm verschreiben würde, wenn er sagt die Packung ist leer? Andere Idee wäre vielleicht eine höhere Dosis dann bei einem anderen Psychiater zu fragen und so zu machen, du sagst, mit der Flüssigkeit. Das aller Bestens wäre das aber nicht.

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