Psychotherapie bei ADHS

Hallo,

Wer hat von euch Psychotherapie für ADHS schon gemacht, wenn ja welche und was hat es gebracht?

Wer leidet von euch zusätzlich an Depression und Ängsten?

Vlg

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Hi,

Hier gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

Es hängt massiv davon ab, ob der Therapeut sich mit ADHS auskennt oder nicht, sonst kann es alles auch nur noch schlimmer machen.

Hier dieser Thread fällt mir grade zu dem Thema ein:

Hier findest du einige Infos zum Thema.

Hallo @Sead
Ich beginne gerade mit einer Therapie bei einem ADHS Therapeuten. Wir werden 3 Themenbereiche festlegen, an denen wir zu Beginn arbeiten. Es ist eine Verhaltenstherapie mit dem Fokus auf ADHS. Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Ich werde bestimmt in meinem Tagebuch in Abständen davon berichten.
Mein Hauptanliegen ist mein Umgang mit Konfliktsituationen und Abwertung. Also Rejection sensivity. Ich möchte Strategien lernen, damit ich angemessen reagiere und auch auf andere wieder zugehen kann.
Der zweite Themenbereich ist Masking.
Und der dritte Themenbereich ist meine verschobene Selbstwahrnehmung.

Huhu @Sead
Ich habe mal eine Verhaltenstherapie gemacht, ist schon ein paar Jahre her und war die Idee meines Hausarztes.

Es ging um Belastungsdepression (Pflege von krebskranker Mutter, plus Todesfälle in Familie u Freundeskreis, inklusive tödlichem Unfall).
Das war alles schwer zu verkraften. Ich habe zudem Verantwortung für ein Team und arbeite 40-50 Std pro Woche, manchmal auch mehr. Insoweit war damals alles sehr schwierig. Heute weiss ich, die Zeit hat geholfen, es zu verarbeiten.

Die Therapeutin war sehr lieb und einfühlsam, aber ich bin nicht der Typ für Gesprächs Therapien. Ich spreche nicht gern mit Fremden über meine Gefühle. Ich hatte zum Schluss so ein „ich-muss-dahin“ Gefühl, nur um die Frau nicht zu verletzen, weil sie so nett war.
Ich war irgendwie erleichtert als es vorbei war :sparkles: :sweat_smile:

Insgesamt hab ich alles sehr gut selbst verarbeitet mit Hilfe von meinem Schatz, Famliy & besten Freunden.

Ich weiss aber von 2 Kollegen, denen bei schweren Depressionen Verhaltenstherapie und Gruppentherapie sehr geholfen hat.
Bei Depressionen ist es mit AD’s auch der Goldstandard.

Ist ne Typfrage und ich kann nur sagen: ausprobieren! Es gibt Test Stunden, in denen mann sich beschnuppern kann und dann jannst du immernoch entscheiden

Liebe Grüße & viel Glück für dich @Sead

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Es ist halt wichtig, dass die Therapie ohne Berücksichtigung des ADHS einem noch mehr das Gefühl geben kann, dass man einfach einen „zu schwachen Charakter hat“, um die Dinge an zu gehen, oder dass man eben einfach eine Mimose ist, dabei hat es einen Namen, „Rejection Sensitivity“ und hat mit dem ADHS zu tun.

Ich habe mal eine Therapie gemacht, da sollte ich mir Ziele setzen, wann ich zB meinen Sport mache. Ich sollte sagen, ich mache den „am Dienstag um 9 Uhr“. Ja und wenn ich wieder hin ging, wurde ich gefragt, ob ich den Sport am Dienstag um 9 Uhr gemacht habe. So in der Art und so weiter.

Mich hat diese Art total unter Druck gesetzt, bis ich endlich während der Therapie hier auf das Forum gestoßen bin.

Dann habe ich diese Therapeutin und die ADHS Therapeutin meines Sohnes gefragt, ob sie meinen, dass ich ADS haben könnte. Meine Therapeutin, die sich nicht mit ADHS auskannte, hat dem völlig gleichgültig gegenüber gestanden. Die andere meinte, ich sei doch bisher gut zurecht gekommen. Der Arzt meines Sohnes hat mich auch nicht ermutigt.

Dann war ich diagnostiziert und es war allen komplett egal. Ich war sehr traurig darüber, denn im Inneren war es die Hölle, sich dermaßen zu bemühen, alles hinzukriegen und am Ende jeden Tag ab 15 Uhr nur noch schlapp in den Seilen zu hängen, am Wochenende nichts unternehmen zu können, weil man viel zu erschöpft war.

Ich war so froh, endlich zu wissen, dass ich es gut genug gemacht habe, es aber einen anderen Grund hat, dass ich es nicht geschafft habe.

Meine Therapeutin hat sich in dem verbleibenden halben Jahr null schlau gemacht zu ADHS und die Therapie wurde immer sinnloser für mich, weil ich so schnell ja auch nicht gecheckt habe, wie so eine Therapie für mich sinnvoll werden könnte. Die Frau war auch so humorlos und unempathisch. Für einzelne berufliche Themen konnte sie mir gut helfen, aber die Probleme waren eigentlich sekundär durch meine RS begründet.

Wenn man diese Sachen zusammen nimmt, kann eine das ADHS nicht berücksichtigende Therapie eben auch eher abträglich sein.

Zumindest kann sie kaum helfen und dann ist es einfach vergeudete Zeit.

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Für mich ist es die zweite Verhaltenstherapie. Ich habe mit dem Burnout beginnend 3 Jahre am Stück therapeutische Begleitung gehabt. Meine Therapeutin ist sehr gut und ich habe viel Handwerkszeug mitbekommen. Wichtig ist vor allem, dass die Chemie stimmt. Wenn ich dort nicht alles ansprechen kann, ist es der falsche Therapeut oder auch der falsche Zeitpunkt. Meine Therapeutin hat keine Erfahrung mit ADHS und den damit einhergehenden Themen.

Deshalb habe ich als jetzt Diagnostizierte gezielt nach einem Therapeuten mit ADHS Erfahrung gesucht. Ich will vorwärts kommen und nicht Zeit verschwenden, auch nicht die vom Therapeuten.