ich möchte einfach mal meine Gedanken los werden um mich zu sortierten und vielleicht mag mir der ein oder der andere eine Rückmeldung dazu geben wie dies nach außen wirkt.
Ich bin seit 2,5 Jahren in ambulanter Psychotherapie (anfänglich wegen schweren Depressionen). Anfangs hat mir die Therapie gut geholfen und die Therapeutin hat auch eine ADHS-Diagnostik angeregt, was sich im Februar diesen Jahres auch bestätigt hat.
Aktuell habe ich aber das Gefühl wir drehen uns im Kreis und kommen nicht mehr weiter. Die letzten Stunden kommen immer wieder Sätze wie: Ich mache mich kränker als ich bin. Ich soll akzeptieren wie ich bin oder es geht in der Therapie nicht um „Selbstoptimierung“. Dabei fühle ich mich überhaupt nicht mehr „krank“ und möchte mich auch nicht optimieren. Ich möchte nur dass es mir in 50% meiner Zeit ok geht, statt mies. Und rein kognitiv kenne ich die Wege, scheitere aber vor allem in Stresssituationen an der Erkennung/Umsetzung.
Falle dann zum Teil tagelang in tiefe Löcher und bin vom Leben überfordert. Ich möchte einfach einen Weg finden, das frühzeitig zu erkennen und irgendwie aus dem Loch herausklettern können, als tagelang darin unterzugehen.
Ich weiß, dass ich schnell überfordert bin, Überforderung oft erst merke wenn es zu spät ist und viel zu viel und ständig denke. Dadurch immer wieder Einschlafprobleme habe und immer mal wieder gar nicht schlafen kann. Das liegt aber an dem Gefühl der Überforderung und dem ständigem Gedankenrasen.
Aber es muss doch einen Weg geben wie ich damit umgehen kann, ohne immer wieder abzustürzen.
Hab ich da einen zu hohen Anspruch an mich? Will ich zu viel? Muss ich wirklich akzeptieren, dass ich daran nichts ändern kann? Kennt ihr sowas und wie geht ihr damit um?
Ach ja, seit 4 Monaten nehm ich 40mg Methylphenidat 20-10-10. Was gefühlt aktuell die angenehmste Dossierung ist. Schlafhygiene versuch ich umzusetzen (Dunkel, Gewichtsdecke, zur gleichen Zeit ins Bett, aufstehen wenn ich nach 40min noch wach bin, Handy nicht im Schlafzimmer, usw.) Klappt mal besser mal schlechter - je nach Zustand der Überforderung.
Ich interpretiere das als „Kein Drama, Mund abwischen und weiter. Morgen ist ein neuer Tag“
Gerade bei Gedankenkreisen wirklich schwer. Fühlt sich wirklich unmöglich an das umzusetzen.
Aber eigentlich ist es wirklich so. Das Problem findet in unserem Kopf stand. Im Außen fällt das den meisten Kaum bis garnicht auf.
Ich denke das dass damit gemeint ist.
Und ja… Das ist deutlich in Verbindung mit einem zu hohen Anspruch an sich selbst.
Ich kenne das selbst. Ich Tiger um sowas wie sonst was herum.
Mittlerweile aber mit diesem Gedanken im Nacken, das ich selber das Drama daraus mache.
Diese beiden Dinge stehen nebeneinander.
Eine Metapher.
Ich weiß wie die Kiemenatmung funktioniert. Bis ins Detail, Mikrobiologie, Physik, Anatomie, Physiologie. Wie Fische leben etc. Bei allem Verständnis dafür.
Ich werde es niemals können. Mir fehlen die Voraussetzungen dafür. Ich bin kein Fisch.
Ich würde es auch niemals versuchen im Wasser zu Atmen. Und wenn doch… würde mich ein Scheitern weder wundern, noch würde ich mich selber Geißel das es nicht funktioniert hat und ich würde es nicht nochmal versuchen. Denn das wäre völlig bescheuert.
Komischerweise kann man solch offensichtliche dinge so leicht akzeptieren. Keiner kommt auf die Idee sich mit einem Fisch zuergleichen und das gleiche zuleiten.
Warum kommen wir dann auf die Idee uns mit einem Neurotypischen Menschen zu vergleichen?
Um im Wasser zu leben brauchen wir ein Atemgerät. Und eben das erarbeitet man sich in Ergo, VT und mit Medikamenten. Um so gut wie nur möglich im Wasser leben zu können. Trotz alledem werden wir niemals außschließlich im Wasser leben können. Wir müssen IMMER wieder zurück an Land in die Sauerstoff Atmosphäre.
Danke für diesen schönen Vergleich. Jetzt frag ich mich allerdings nur noch mehr, wie ich Dinge für mich verändern kann, dass es mir besser geht… Denn irgendwie sollte ich ja dann akzeptieren dass ich im Wasser lebe und wie ich regelmäßig einen Weg an Land finden kann…
Naja, ich habe nicht nur „blöde Tage“. Ich bin da wirklich zu nichts fähig. Weil überfordert und hilflos zu gleich. Und ich habe den Gedanken dass das auf Dauer nicht gesund sein kann.
Vielleicht schaffe ich es meine Sichtweise darauf zu ändern. Aber das fühlt sich noch falsch an, als ob ich nicht auf mich höre und mich wieder nur an das anpasse was andere wahrnehmen.
Nach dem Motto: Keiner weiß wie man es ändern kann, also akzeptieren wir wie es ist…
Der Moment im Wasser wo der Druck zu Atmen so stark, dringend, unausweichlich wird und du an Land musst.
Du bist halt kein Fisch. Und unsere Gesellschaft ist Wasser.
Und leider werden wir hier wohl niemals wirklich an festes und dauerhaftes Land kommen.
somit wird die Periode sich im Wasser aufzuhalten und an Land zu müssen immer wiederholen.
Wenn ich wieder an Land bin. Dann bin ich an Land. Dann liege ich im Bett, brauche Ruhe, will keinen sehen. Berche nervlich zusammen. Gehe den Impulsen nach… rede darüber… Manchmal halte ich es aus. Dann ist es gut gelaufen. so häufig halte ich es nicht aus. Ich schäme mich…
tja und dann geht es irgendwann weiter. Dann hab ich es verdaut.
Ich kann dem nicht entkommen. Also wehre ich mich auch nicht mehr so sehr dagegen.
Siet dem werden die Momente an Land nicht weniger, aber kürzer.
Wenn das die Momente an Land sein sollten, dann kann ich darauf mehr als verzichten. Denn in diesen Phasen geht es mir emotional und körperlich am schlechtesten.
Ich verstehe, dass das als Pause gemeint ist, die ich brauche um wieder ins Wasser zu springen. Aber warum sollte ich das dann überhaupt nochmal tun, ins Wasser springen? Ich möchte ja, dass es mir mit der Zeit besser geht.
Ich werde das mal sacken lassen.
Ich denke das gerade ist der Moment des hohen Anspruchs.
Ist es wirklich notwendig diese Momente zu vermeiden? Und kannst du das überhaupt?
Geh da mal realistisch ran.
Den Anspruch diese Momente zu vermeiden ist i.d.R. der Unwille Leid zu ertragen. (Was verständlich ist)
Ich kann das verstehen. Das leid nervt, ist völlig ungeil, etwas was jeder vermeiden will.
Aber es ist nicht möglich unangenehmes zu vermeiden. Man kann durchaus das Leid verringern. Aber nicht auslöschen. Das ist unmöglich.
Viele streben nach Glück im Leben. das it der Falsche Ansatz und kann nur scheitern.
Zufriedenheit, das ist umsetzbar. Denn das lässt niederschläge und graue Zeiten zu.
Ein immer Glückliches leben zu führen. Das geht nicht und wenn es keine Stolperstellen gibt nimmt man das Glück auch garnicht mehr war. Und der Anspruch an Glück wird auch immer höher, weil man es ja sonst nichtmehr spürt.
Ich habe mich glaube ich falsch ausgedrückt. Nicht das an Land gehen an sich stört mich, sondern der Grund warum ich das muss. Aber den werde ich nicht abstellen. Das weiß ich und habe auch nicht den Anspruch darauf.
Ich stell mir grad echt die Frage warum ich nochmal ins Wasser springen sollte. Und mir geht es nicht um Glück. Sondern einfach nur um ok sein.
Natürlich kann man sagen:
Nach Regen kommt auch wieder Sonnenschein und es braucht beides damit was wächst. Alles logisch. Gefühlt ist es bei mir ein Wechsel aus Dürre und Sturmflut. Und das geht einfach nur an die Substanz.
Aber wem erzähle ich das hier. Allen wahrscheinlich zu genüge bekannt.
Nur helfen mir da so Sachen wie „ohne Stolpern kein Glück“ leider gar nicht weiter. Aber ich weiß es war gut gemeint.
Ich frag mich ernsthaft ob eine Kommune etwas wäre?
Ich denke einige bekommen ihr UMFELD gut angepasst. Ein passender Job, Freunde, Partner, Familie.
Ich arbeite aktuell mit einem anderen ADHSler zusammen. Es ist wunderbar. Die Arbeit fühlt sich auf einmal so leicht an. Und am Ende haben wir beide wirklich produktiv gearbeitet.
Dennoch, auf der Arbeit sind aber immer noch genügend Reize. Patientenklingeln, Alarme… etc. Ich brauche dennoch nach dem Dienst meine Ruhe und ziehe mich in einen Stillen Raum zurück.
Auch vermeide ich die ÖPNV, ich kaufe nur die wenigsten Dinge im Real Life ein. Etc.
Hm, wartest du vielleicht zu lange mit dem Landgang? Wenn du mit diesen phasen sehr viel Negatives verbindest, ist das sehr verständlich. Wenn man die Luft anhält bis zum Sauerstoffmangel, fühlt sich die Erholungsphase danach wahrscheinlich nicht angenehm an. Es ist schon wichtig, seine Belastungsgrenzen zu kennen und Timing und Rhythmus darauf abzustimmen. Das kann extrem schwer fallen, ich weiß.
Vielleicht lässt sich das auch ein bisschen mit dem Thema Schlaf vergleichen. Nach drei durchgemachten Tagen auf MDMA ist der Serotoninspeicher leer, neurophysiologisch ist man dann erst mal komplett durch, und die Erholung von diesem Absturz fühlt sich bestimmt nicht angenehm an. Ich habe das nie selbst erlebt, kenne das nur aus Berichten von Bekannten. Aber mit Alkohol ist es im Grunde das Gleiche, sogar mit reinem Schlafentzug. Wenn ich nicht normal schlafen gehe und deutlich zu lange wach bin, fühlt sich das Gehirn irgendwann dysphorisch an. Gleichzeitig so überdreht, aber zu müde zum Einschlafen, und emotional verstimmt. Da hat sich auch tatsächlich manchmal schon so eine Abneigung gegen das Wachsein und einfach gegen alles eingeschlichen. Seitdem ich geregelten Schlaf habe, ist schlafen (Landgang) und die aussicht auf den nächsten Tauchgang viel positiver besetzt.
Wenn man mit dem Essen immer so lange wartet, bis man anfängt, „hangry“ zu werden, ist die emotionale Achterbahnfahrt auch wesentlich unangenehmer.
ja da ist schon was dran. Ich brauche noch Übung im wahrnehmen und erkennen wann ich Pausen brauche.
Das mit dem Schlaf ist auch total nachvollziehbar. Ich hab nur noch keinen Weg gefunden gut und rechtzeitig einzuschlafen wenn es zu viel ist.
Ich hab mittlerweile akzeptiert, dass es schlaflose Nächte gibt, ich auch einfach eine Eule und keine Lärche bin und wenn gar nix mit schlafen ist, ich den Tag danach streichen kann. Nur leider lässt sich das im Alltag nicht immer umsetzten, die Tage danach für Landgänge zu nutzen.
Also ja, es gilt wohl früher anzusetzen und es gar nicht soweit kommen zu lassen.
Ja, ich muss Wege für mich finden. Um in der Metapher zu bleiben. Ich war einfach irritiert und enttäuscht und irritiert von meiner Therapeutin zu hören, dass ich akzeptieren soll, dass ich unter Wasser nicht atmen kann. Erhofft habe ich mir aber, dass sie mir hilft ein Atemgerät zu finden. Vielleicht hat sie doe Suche danach als Selbstoptimierung wahrgenommen.
Gelernt aus dem Bild habe ich:
Frag nicht die Fische nach Lösungsvorschlägen, sondern andere denen es so geht wie mir.
Versuche Tauchgänge zu verkürzen bzw. mach sie nur wenn sie nötig sind.
Und gestallte Dir deine Insel so, dass du dich bestmöglich erholen kannst.
Ich brauchte auch Jahre zu erkennen das der Therapeut nicht meine Antworten hat und erst recht nicht Zaubern kann.
Sondern nur dabei hilft die Dinge anzugucken die gesehen werden müssen und das in die Hand zunehmen.
Ich war damals in der Psychoanalyse… Das war das beste was ich gemacht habe. Kann ich nur empfehlen. Wenn auch man einen VT bei ADHS empfiehlt. Die Analyse ist aber… als würde man einen Betriebsanleitung zu sich selber schreiben. Man lernt sich selber kennen.
Ohne die Analyse könnte ich mich niemals auf einen VT einlassen. Leider war mein weg damals erst die VT und dann die Analyse. Erst in der Analyse habe ich verstanden was in der VT gemeint war etc.
Zum Thema Schlaf gibt es hier im Forum immer wieder neue Threads, das ist ein Dauerbrenner bei ADHS. Die Eulenquote ist da sehr hoch. Was vielen hilft, wäre z.B. Melatoninspray. Oder auch abends zum Ausklang noch einmal etwas machen, wo man sich körperlich spürt. Bei manchen Kindern wäre das z.B., sie noch einmal richtig „durchzubalgen.“ Gewichtsdecke oder heiß duschen könnten auch in Betracht kommen. Die üblichen Schlafhygienetipps kennst du ja wahrscheinlich. Die gelten trotzdem, reichen bei vielen aber allein nicht aus.
Spüren, wann der Atem knapp wird … Im Endeffekt muss man das trainieren, sich regelmäßig nach dem eigenen Befinden zu fragen. Du machst ja schon Therapie, von daher kennst du das Folgende vielleicht schon. Eine typische Verhaltenstherapietechnik wäre, ein Stimmungstagebuch oder etwas in der Richtung zu führen, wo man täglich oder zumindest regelmäßig trackt, wie es einem geht. Manche setzen das auch als Tabelle um, wenn sie nicht so die großen Romanschreiber sind. Zum Einen übt man damit die Selbstbefragung, zum Anderen lässt sich aus den Daten auch was lernen.
…das du mit den für dich persönlich umsetzbaren Mitteln & Möglichkeiten arbeitest.
Und da kann es ja auch schonmal ganz schön paradox zugehen
-Jedem Tierchen sein Pläsierchen-
oder wie bei den Rheinländern
-Jede Jeck is anders-
Da hilft manchmal tatsächlich nur eine wilde Sammlung, auf vieles würde vielleicht kaum einer, von alleine, kommen.
So von einer Eule zur anderen, gnadenlose Ehrlichkeit zu dir selbst, tut mächtig weh unter Umständen, aber es hilft dir, deinen Ist-Zustand besser zu bewerten.
Denn nur dann lässt sich vielleicht wirklich etwas für dich verändern, es ist jetzt, wie es ist und damit wirst du arbeiten.
Wer weiß schon, ob du nicht doch unter Wasser atmen kannst, hast bloß nur noch nicht das richtige Riff gefunden…
Genau, wie komme ich da von alleine drauf, wenn ich nicht mal weiß was ich probieren soll…
Wie soll ich das finden und warum sollte ich es überhaupt suchen? Ich bin ein Landtier und kein „Fisch“. Und das habe ich akzeptiert, ich werde nicht mehr versuchen unter Wasser zu atmen. Ich weiß dass das nicht klappt. Das hab ich mein Leben lang probiert.
Mein erster Impuls, der mir kommt: klingt nach sehr hoch dosiert. Ich bin selber 49 und wurde Oktober 2024 diagnostiziert als ADHSlerin, allerdings mit ASS. Nach anfänglichem Ausprobieren von Medis (Elvanse, Medikinet und Atomoxetin in jeweils unterschiedlichen Dosierungen) bin ich seit 1 Monat auf eine Mischung aus Vitamin D/K2, Magnesium/Calcium und vor allem täglich 1 Teelöffel Algenöl. Algenöl war bei mir der Game Changer!
Ich frage mich, welchen Therapieansatz Du angesetzt hast? Ich habe von Verhaltenstherapie auf Tiefenpsychologie umgeschwenkt und auch das war für mich die richtige Entscheidung.
Fühle mal in Dich hinein, was Dich tatsächlich ausbremst, an Deine eigenen Ressourcen heran zukommen. Ist Dein Therapiepartner (Psychotherapeut) tatsächlich der Richtige für Dich? Was brauchst Du? Was siehst Du selber als größte Herausforderung dabei mit der Dysbalance von Dopamin und Noradrenalin zurecht zu kommen?
Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest und Deine Antworten.