ich bin ganz neu hier und stelle Euch mal meine drängendste Frage: Helfen Medikamente bei Limerenz, also der Tendenz sich in Schwärmereien total reinzusteigern und alle Signale des Gegenübers in Endlosschleife zu analysieren?
Ich bin 46, verheiratet mit Kindern und seit einen Monaten mehr oder weniger schlimm in einen Chorkollegen verliebt. Er mag mich auch, aber er ist auch verheiratet und das Spiel läuft verdeckt auf reiner Blick-, Witz- und Kommentarebene. Meine kleine, feine Dopamintankstelle droht aber aus dem Ruder zu laufen. Ich stecke mitten im Liebeskummer und halte es kaum noch aus, dass sich das Verhältnis zu dem Mann nicht ändert und nicht ändern kann.
Ich hab sowas in der Vergangenheit immer wieder erlebt. Dass es mit ADS zu tun haben könnte, ist mir nie in den Sinn gekommen. Ich habe bisher keine Diagnose, bin aber überzeugt, es zu haben. Könnte mir Ritalin hier zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit verhelfen?
Im Moment kann ich kaum an was anderes denken und analysiere jeden Blick mit KI. Das ist der reinste Spielautomat und macht alles nur noch intensiver. Ich hab gar kein Interesse an meinem Alltag mit meiner Familie. Ich suche nach Hilfe.
erst einmal - ja, ADHS-Medikamente können helfen, klarer wahrzunehmen, was man eigentlich möchte und können auch emotional ausgeglichener machen.
Allerdings ist das dann eher ein Nebeneffekt der ADHS-Medikation. Es ist zwar gut, wenn du deinem Verdacht weiter nachgehst, aber es kann schon eine Zeitlang dauern, bis du die erhoffte Hilfe bekommst.
Hast du denn schon eine Fachärztin gefunden und einen Termin für eine Diagnose usw., d. h. hast du überhaupt eine zeitliche Perspektive?
Unabhängig davon kommst du nicht drumherum, für dich eine klare Entscheidung zu treffen. Deine Gefühle spielen verrückt, okay, aber ob du deinen augenblicklichen Gefühlen nachgehst, entscheidest du.
Wenn du die Frage, ob du deine Ehe erhalten möchtest, für dich bejahst, dann wäre die nächste Entscheidung, den Chor bzw. die Freizeitgestaltung zu wechseln und gleichzeitig zu gucken, wie du deine Gefühle für deinen Mann wiederbeleben kannst.
Mit Elvanse besser als mit Medikinet.
Ist nicht ganz weg, aber deutlich besser.
Kommt schonmal kurz wieder hoch wenn ich zudem nicht gut beschäftigt bin. Im Urlaub z.B.
Danke für die Antwort. Ich hatte vor 3 Monaten Kontakt zu einer Therapeutin, die mich aber wegen des vollen Kalenders auf Sommer vertröstet hat. Nun hab ich mich nochmal bei ihr gemeldet. Ich hoffe, dass es nun nicht mehr so lange dauert.
Der Chor wird sich wahrscheinlich sowieso bald auflösen, weil der Chorleiter in Rente geht und seine Stelle in der Form nicht neu besetzt werden soll. Der Chor ist daher gerade doppelt aufreibend für mich, aber letztendlich ist das Ende sicher heilsam, wenn man erstmal den schlimmsten Entzug hinter sich hat.
Danke! Darf ich fragen, wie alt Du bist? Bei mir hat es auch was mit der Hormonumstellung zu tun. In den 30ern hatte ich damit keinen Stress. Aber da war ich auch mit den Kindern beschäftigt und hatte andere Themen.
Und ja dieser ganze ärger ist mit der Perimenopause wieder stärker geworden. Ist in etwa so wie damals in der Pubertät, nur jetzt eben mit Lebenserfahrung…
Mit Progesteron ist es auch nochmal ein Stückweit besser geworden. Dafür hab ich jetzt noch mehr Schmerzen in den Beinen und Händen. Lmyphödeme
Ich überlege im Grunde immer noch ob es sinnvoll ist hier zu antworten.
Da die Trennung von meiner Frau (Sie hat vermutlich auch ADHS, aber scheut die Diagnose) nämlich mit den gleichen Symptomen begann.
Erst durfte ich mir jahrelang die Geschichten über Schwärmereien für fremde Männer anhören. Dann gestand Sie mir, daß meine bescheidenen Fähigkeiten als Liebhaber ihr schon lange nicht mehr genügen. Dann versuchten Wir es auf ihr Drängen mit einer offenen Beziehung (mit ganz klaren Regeln). Und dann kam es wie es kommen mußte - Sie fand einen Mann der Ihr all das geben konnte, zu dem ich nicht bereit oder in der Lage war.
Das war dann der Punkt an dem ich unsere 20-jährige Paarbeziehung für beendet erklärte und aus der gemeinsamen Wohnung auszog.
Heute leben wir zwar im gleichen Haus [Sie unter dem Dach - ich im Keller (und dazwischen der Schwiegerdrache)] und sind gute Freunde (und auf dem Papier auch noch verheiratet), aber wir sind kein Paar mehr.
Mein Tipp: Werde Dir klar darüber was Du willst - und was Dir in Eurer Beziehung fehlt. Und dann gehe mit Deinem Partner für Paargespräche zu einem versierten Psychologen.
Das geht mir auch so. Das hat erst wieder vor ca. 4 Jahren angefangen. Jeder Flirt wird von meinem Kopf zum Drama aufgebauscht. Außerdem laufe ich immer mit dem Blick nach Resonanz herum. Sehr, sehr anstrengend. Estradiol und Progesteron nehme ich seit 6 Monaten.
Danke für diesen Perspektivwechsel. Für mich ist grundsätzlich klar, dass ich meine Ehe nicht zerstören will. Dafür bin ich zu sehr davon überzeugt und realistisch genug, dass mein Mann für mich und meine Wesenszüge die beste Wahl ist. Aber er liefert v.a. die Stabilität, nicht den Kick und das Dopamin. Offene Beziehung würde bei uns nicht klappen. Es hängen ja auch noch unsere Kinder daran.
Bist du in diesem Forum, weil Deine Frau vermutlich ADHS hat?
Hauptsächlich bin ich in diesem Forum weil ICH 2024 im Alter von 52 Jahren die (laut diagnostizierender Psychologin) glasklare Diagnose „ADHS vorwiegend unaufmerksamer Typus“ bekam.
Erst im Verlauf meiner Beschäftigung mit der Diagnose begann ich zu verstehen, daß vermutlich auch meine Xfrau und ihre Mutter betroffen sind. Nur daß sie das aus verschiedenen Gründen weit von sich weisen würden.
Falls noch nicht probiert, lohnt sich ergänzend auch die Foren-Suchfunktion mit Limerenz: Es gibt einige Threads, in denen Du Dich evtl. wiederfindest, zB diesen Emotionale Unruhe, Sehnsucht nach Bestätigung