Ritalin, Elvanse Sehstörungen

Hallo!

Kurz eine Frage weil ich nichts so spezielles zu Sehstörungen gefunden habe und auch keine Langzeit Erfahrungen.

Habe fast ein halbes Jahr Ritalin genommen und jetzt seit ein paar Tagen Elvanse.
Mir ist klar, dass es zu verschwommenen sehen kommen kann oder Problemen scharf zu stellen aber ich habe das meistens auf nur einem Auge. Hin und wieder sehe ich ganz klar aber die meiste Zeit viel unschärfer als auf dem anderen Auge?!

Kann das eine Nebenwirkung sein? Ich hab das schon seit mindestens 2-3 Monaten also auch bei Ritalin schon.

Ich war heute bei der Augenärztin und die meinte es ist alles in Ordnung, bin nächste Woche nochmal zu einer genaueren Untersuchung dort aber bisher ist alles unauffällig. Ich bin kurzsichtig aber laut Augenarzt haben sich die Dioptrien nicht verändert.

Ich mach mir jetzt schon lange Panik deshalb und jetzt fast noch mehr, halte mir dauernd ein Auge zu um zu schauen ob es immer noch da ist.

Hatte jemand sowas als Nebenwirkung? Und wenn ja, ist es irgendwann wieder weg gegangen? :tired_face:

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Also ich habe mit Ritalin und Elvanse keine eigene Erfahrung, aber dass es zu Sehstörungen kommen kann, hab ich schon oft gelesen, auch hier im Forum. Bei mir steht das auch im Beipackzettel (Medikinet adult).

Kommt also wohl vor- ob das aber wieder weg geht, keine Ahnung. Da hilft nur abwarten oder noch ein Medikamentenwechsel. Bei Medikinet hatte ich sowas noch nie.

Müsste auch in deinem Beipackzettel stehen.
https://www.apotheken.de/beipackzettel/AD6871/Ritalin+10+mg+Tabletten

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Ja in dem Beipackzettel habe ich auch von Sehstörungen gelesen, auch im Forum… ich finds nur sehr beunruhigend, dass das nur auf einem Auge der Fall ist und so häufig :confused:

Wie gesagt, steht so im Beipackzettel, damit muss man also leider rechnen. Dass du das so häufig hast ist natürlich Pech :see_no_evil: sowas ist ja auch immer sehr individuell, jede Person reagiert anders.

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Naja, man könnte jetzt sagen, gut daß nur ein Auge betroffen ist und nicht beide :person_shrugging: sorry, ich weiß, das ist kein Trost :joy:

Da du das Elvanse erst seit ein paar Tagen nimmst, kannst du ja hoffen, daß sich das bald wieder gibt, sobald der Körper sich an die Dosis gewöhnt hat (falls es tatsächlich mit dem Elvanse zusammenhängt).

Was mir sonst noch einfällt: viel trinken. Vielleicht den Blutdruck öfter kontrollieren, um einen möglichen Zusammenhang mit der Sehbeeinträchtigung festzustellen oder auszuschließen.

Da es beim MPH auch schon so war, würde das heißen, daß es nicht direkt am Medikament liegt, sondern an dem, was dadurch ausgelöst wird. Also zum Beispiel am erhöhten Dopaminspiegel.

Andererseits, da es sowohl beim MPH alsauch bei Elvanse auftritt, Wäre es auch möglich, dass es nichts mit den ADHS – Medikamenten zu tun hat. Dann wäre es seltsam, dass beim Arztbesuch nichts entdeckt wurde.

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Bin kein Neurologe oder Augenarzt, aber das klingt für mich ganz schlüssig.

Zusammenfassung

Einfluss von ADHS-Stimulanzien auf die visuelle Funktion: Neurologische Mechanismen und einseitige Beeinträchtigungen

Einleitung

ADHS-Stimulanzien wie Methylphenidat und Amphetamine sind Hauptbestandteile der medikamentösen Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie beeinflussen das zentrale und autonome Nervensystem, indem sie die Verfügbarkeit von Dopamin und Noradrenalin erhöhen. Neben den erwünschten Effekten auf Aufmerksamkeit und Impulskontrolle treten bei einigen Patienten visuelle Nebenwirkungen wie verschwommene Sicht oder Probleme bei der Scharfstellung der Augen auf. In seltenen Fällen können diese Störungen einseitig auftreten, was spezifische neurophysiologische und ophthalmologische Mechanismen nahelegt.

Neurologische Mechanismen visueller Beeinträchtigungen durch Stimulanzien

Stimulanzien wirken primär auf das dopaminerge und noradrenerge System, was neben der Verbesserung kognitiver Funktionen auch das autonome Nervensystem beeinflusst. Hierbei können mehrere Mechanismen visuelle Nebenwirkungen hervorrufen:

  1. Dysregulation der Ziliarmuskulatur: Die Ziliarmuskulatur, die für die Akkommodation verantwortlich ist, wird sowohl durch das parasympathische als auch das sympathische Nervensystem gesteuert. Eine übermäßige Aktivierung des sympathischen Systems durch Stimulanzien kann die Balance dieser Steuerung stören, was zu Schwierigkeiten bei der Fokussierung auf Objekte führt. Patienten berichten häufig von verschwommener Sicht, die besonders bei wechselnden Distanzen auffällt.

  2. Pupillenerweiterung (Mydriasis): Eine gesteigerte Aktivität der adrenergen Rezeptoren kann eine Pupillenerweiterung verursachen, die wiederum die Lichtbrechung beeinflusst. Dies führt zu einer verminderten Fähigkeit, sich schnell an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen.

  3. Hyperfokussierung und visuelle Ermüdung: Stimulanzien fördern bei ADHS-Patienten häufig eine Hyperfokussierung. Diese übermäßige Konzentration kann eine Augenbelastung hervorrufen, die sich in visuellen Symptomen wie verschwommener Sicht äußert. Patienten mit einer bereits vorbestehenden visuellen oder neurologischen Schwäche sind hiervon stärker betroffen.

  4. Dopaminerge Dysregulation: ADHS ist oft mit einer gestörten dopaminergen Signalübertragung verbunden. Stimulanzien können diese Dysbalance verstärken und die Verarbeitung visueller Signale beeinträchtigen, insbesondere bei schnellen Veränderungen der Sehanforderungen.

Einseitige visuelle Symptome: Mögliche Ursachen und Mechanismen

Obwohl die meisten visuellen Nebenwirkungen beidseitig auftreten, kann es in einigen Fällen zu einer einseitigen Beeinträchtigung kommen. Mögliche Mechanismen hierfür umfassen:

  1. Asymmetrische autonome Kontrolle: Die Regulation der Augenmuskulatur durch das autonome Nervensystem kann zwischen den Augen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine einseitige Überaktivierung des sympathischen Systems könnte zu einer Dysfunktion der Akkommodation oder Pupillenkontrolle auf nur einer Seite führen.

  2. Individuelle Rezeptorverteilung: Die Verteilung dopaminerger und adrenerger Rezeptoren ist möglicherweise zwischen den Augen unterschiedlich. Eine lokale Überstimulation dieser Rezeptoren durch Stimulanzien könnte einseitige Symptome erklären.

  3. Vorbestehende ophthalmologische oder neurologische Faktoren: Latente Probleme wie Strabismus, refraktive Asymmetrien oder neurologische Dysfunktionen (z. B. im N. oculomotorius) können durch die Wirkung von Stimulanzien verstärkt werden und einseitige visuelle Probleme verursachen.

  4. Mikrozirkulationsstörungen: Stimulanzien können die Durchblutung beeinflussen, was in asymmetrischen Perfusionsmustern der Netzhaut oder des Sehnervs resultieren könnte und einseitige visuelle Symptome nach sich zieht.

Klinische Bedeutung und Empfehlungen

Das Auftreten von visuellen Nebenwirkungen, insbesondere einseitiger Symptome, erfordert eine sorgfältige Abklärung durch Neurologen und Ophthalmologen. Relevante Untersuchungen könnten die Pupillenreaktion, Akkommodationstests, Refraktionsanalysen und bildgebende Verfahren umfassen, um zugrunde liegende strukturelle oder funktionelle Störungen auszuschließen. Bei bestätigter Assoziation mit Stimulanzien könnten Anpassungen der Dosierung oder der Medikamentenwahl hilfreich sein. Alternativ könnten ergänzende Therapiemöglichkeiten wie nicht-medikamentöse Ansätze oder augenspezifische Übungen in Betracht gezogen werden.

Fazit

Die Einnahme von ADHS-Stimulanzien kann sowohl beidseitige als auch einseitige visuelle Beeinträchtigungen verursachen, die auf eine komplexe Interaktion zwischen zentralen, autonomen und ophthalmologischen Mechanismen zurückzuführen sind. Ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Pathophysiologie ist entscheidend, um geeignete diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu ergreifen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Weitere Forschung ist notwendig, um spezifische Risikofaktoren und präventive Strategien zu identifizieren.

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Danke! Das ist ein guter Ansatz und beruhigt mich ein bisschen.
Ich hab nicht mal Ähnliches gefunden trotz langem googeln :sweat_smile: vielen Dank!

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Ich auch nicht :adxs_rot:
Das war die SciSpace GPT, aber mit einzelnen Suchen findet man das ein oder andere. Im ENG sprachigen Raum vor allem. Nur nicht alles an einem Ort :see_no_evil:

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Ich habe das Problem mit dem verschwommenen Sehen vor allem abends, wobei es mir nur beim Lesen am Handy wirklich auffällt.
Werde mal darauf achten ob es auch auftritt wenn ich nicht auf einen kleinen Bildschirm glotze :sweat_smile:
Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich seit Beginn der Medikation (Febr. 2022 Medikinet adult seit Juli 2024 MPH AL/Ritalin) nochmal sehr viel lichtempfindlicher geworden bin.
Alle meine Bildschirme sind auf darkmode gestellt, zusätzlich habe ich einen Blaulichtfilter aktiviert (Wenn es wichtig ist Farben korrekt darzustellen mache ich den kurzzeitig aus).
Wenn eine webseite im darkmode nicht richtig angezeigt wird und ich den ausschalten muss ist das sehr unangenehm, habe das Gefühl mir werden Augen und Gesicht frittiert :neutral_face:
Deckenlampen mit unangenehmer Lichtfarbe, Sonne die ballert während ich entweder meine Sonnenbrille vergessen habe oder sie dabei habe aber verbummelt habe Zuhause meine Brille gegen Kontaktlinsen auszutauschen führt auch zu Unwohlsein und Kopfschmerzen.
Gleichzeitig sehe ich im dunkeln auch eher schlechter als andere, aber soweit ich mich erinnere war das schon immer so :eyes:

Hast du das verschwommene sehen auf beiden Augen?
Lichtempfindlicher bin ich auch geworden, vorher war mein Handy immer auf voller Helligkeit, was jetzt schon fast schmerzt wenn die Umgebung eher dunkel ist :sweat_smile:

Ja auf beiden Augen und es hilft dann nur die Augen entspannen zu lassen.
Also nix mehr lesen/gucken sondern Brille aus, ohne was zu fokussieren bisschen rumgucken (fokussieren könnte ich eh nur Dinge die sehr nah sind) und wenn ich noch nicht schlafen kann/will podcast hören oder ich turne ein bisschen auf meiner Sportmatte rum, das geht auch ohne Brille/scharfe Sicht oder mit Augen zu.
Nützt natürlich nichts wenn man tagsüber andere Sachen machen muss und dann verschwommen sieht :neutral_face:

Benutzt du regelmäßig Augentropfen?
Mein Problem ist zwar ein anderes bzgl. des verschwommen Sehens aber ich hab schon auch gemerkt dass meine Augen schneller trocken sind seit Elvanse. Mit Augentropfen ist das wesentlich angenehmer

Nein bzw. selten und nur wenn ich Kontaktlinsen trage.
Da kann ich die Trockenheit i.d.R. auf äußere Faktoren zurückführen wie langer Aufenthalt in trockener Heizungsluft oder klimatisierten Räumen oder so.
Mit Linsen fällt es mir aber vielleicht nur schneller auf wenn die Augen zu trocken sind weil es dann unangenehm reibt :thinking:
Aber generell sind meine Augen nicht zu trocken.

Edit: Ich werde wahrscheinlich im Januar auf Elvanse umsteigen, mal sehen (literally :eyes: :laughing: ) wie es dann wird.

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hoher blutzucker erhöht den augeninnendruck, und dann sieht man unscharfm, aber davon willst du ja nix wissen.

kann man nix machen. musst du mit leben.

sag bescheid wenn du den ekligen durst + pissen mitten in der nacht bekommst.

Ich habe weder erhöhten Blutzucker, noch erhöhten Augeninnendruck.

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wenn du das sicher weißt, dann bekommst du kein pissen und keinen durst, dann bist du safe! sehr gut, da bi ich ja beruhigt. nee, dann war all meine theorie für die katz. sorry, ich lag falsch.

ich halt die fresse.

gut daß es dir gut geht aber!!

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Hey @Audhs
hab gerade deinen thread gelesen und ich habe genau die gleichen Symptome wie du bei Elvanse. Ist alles auch etwas tagsformabhängig, genau wie die Wirkung von Elvanse generell bei mir. Die eine Antwort hier war ja schon mal sehr aufschlussreich, dass es nicht sonderlich ungewöhnlich ist. Wollte dich (weil es ja bei dir ein Auge auch stärker betrifft) auch noch mal auf das Thema Winkelfehlsichtigkeit/latentes Schielen aufmerksam machen und dir diesen Thread dazu verlinken
https://adhs-forum.adxs.org/t/lrs-adhs-und-verstecktes-schielen-latentes-schielen-winkelfehlsichtigkeit-sehfeldfehler-visuelle-wahrnehmungsst/1019/28

Habe die Vermutung, dass es bei mir vor allem auch mit einer Winkelfehlsichtigkeit zusammenhängt und die unter Medis nicht mehr so gut ausgeglichen wird. War nämlich auch ohne Medis bei mir immer so, dass ich bei krassem Stress schlechter sehen konnte. Das Ganze Thema ist in der Medizin relativ umstritten aber die Symptome treffen bei mir zumindest 1zu1 zu, deswegen hatte ich mal überlegt auch zu einem Spezialisten zu gehen und mich mal beraten zu lassen. Vllt hilft dir das auch weiter. Hier noch ein Link von einem Augenarzt in Berlin, der sehr gut darüber aufklärt.
https://richtig-sehen.de/winkelfehlsichtigkeit/

Und dann wollte ich dich fragen, ob sich die Nebenwirkung mittlerweile bei dir eingestellt hat? Oder ob es generell irgendwelche Updates/Tipps dazu gibt. Ich kann nämlich mit der neu gewonnenen Konzentration und Ruhe nicht all zu viel anfangen, wenn ich beim Lesen nicht richtig sehe…