Ritalin und Intuniv und Hilfe bei der Medikation für meinen Sohn 10 Jahre alt

Liebe Melanie herzlich Willkomen im Forum!

Ich kenne diese Verzweiflung sehr gut. Du bist damit nicht allein. Auch wenn das auch nicht viel weiter hilft, ausser verstanden zu werden.

Welches Methylphenidat habt ihr denn genommen? Und war es retardiert oder kurzwirksam? Nach vernünftiger Eindosierung mit einem arzt der sich auskennt klingt das leider nicht.

Welche Dosierung? Wie lange probiert?

Das ist so schrecklich, wenn das ein Kind sagt!!! :people_hugging:

Das war bei uns bei Elvanse auch so. Wir wurden aber auch nicht vernünftig begleitet. Haben mit 30 mg gestartet. Dann kamen nach ein paar Tagen die Suizidäusserungen und ich habe Elvanse abgesetzt. Inzwischen denke ich aber, dass es vielleicht anders gelaufen wäre, hätten wir mit 20 mg angefangen…?

Hm…dann sagt er das ja auch ohne Medis? Wie reagierte der Psychiater darauf?

Das kenne ich auch gut. Auch dieses Gefühl des Alleinseins mit dem allem und die Überforderung…die Angst etwas zu übersehen, was falsch zu machen…. :people_hugging:

Solchen Menschen würde ich nichts mehr erzählen. Hilft ja nichts die Klugscheisserei von Laien, die gar keine Ahnung haben.

Du bist nicht schuld!

Natürlich möchte er so sein wie alle anderen und ein ganz normales Leben führen. Das möchte mein Sohn auch. Ich erkläre ihm dann immer wieder, dass unser Hirn eben anders funktioniert, aber dass wir es doch trotzdem auch immer wieder ganz schön haben und uns die schönen Sachen suchen (müssen) ….

Ja, waren beim Psychiater und da musste er einige Tests durchlaufen. Dann hat es angefangen mit Methylphenidat AL 10 mg die haben nicht wirklich gewirkt. Dann wurde die Dosis auf 20 mg erhöht. Das ganze lief dann ganz gut. Es hat alles super geklappt aber nach zwei Wochen kamen dann extreme Ticks. Er zuckte am ganzen Körper, und das hat ihn dann so dermaßen gestört und auch beeinträchtigt, dass ich es wieder abgesetzt habe. Es waren dann zwischendrin auch Ferien da hat er dann gar nichts bekommen, weil wir auch so null Probleme haben. Er hat halt das Problem, dass er in der Schule nicht sitzt beziehungsweise schon sitzt aber die Aufgaben, die er machen muss nicht machen kann, weil er sich sofort an anderen misst Und sofort in eine Theatralik rein fällt und von vornherein sehr deprimiert ist.

Dann bekamen wir elvanse 20 mg und die hat dann bei ihm irgendwie eine Art Depression ausgelöst plus dem extremen Zucken. Er war nur noch am weinen schreien egal was passiert ist. Alles war blöd. Die Seifenblase, wenn’s zerplatzt ist, ist der in eine zehnminütige Depression gefallen.

Das Zucken stört ihn oft so sehr dass es sich sogar selber schlägt….

Dann wieder abgesetzt… dann kann die Schulbegleitung… die ersten Stunden klappt es dann ganz gut in der Schule, aber nur mit einer eins zu eins Betreuung….

Aufgrund, dass er so deprimiert ist, kommen jetzt alle immer auf mich zu und wollen, dass ich entweder auf eine Mutter Kindkur gehe oder ihn einweisen lasse oder oder oder oder ich bin nervlich am Rande. Ich habe noch zwei andere kleine Kinder, die mich auch brauchen und ich tue ja schon alles, was man mir sagt, aber jeder Doktort nur an ihm rum. Die Lehrerin meinte, ich solle eine Schulzeit Verkürzung beantragen. Ich finde die Idee gar nicht schlecht. Ich hätte sogar die Frage, ob es spezielle Schulen gibt für ADHS…. Oder ob man ihn auch mal ganz befreien kann. Ich weiß die Frage ist wahrscheinlich blöd aber Schule ist für ihn so schlimm. Es kann sich auch keiner von den anderen vorstellen. Wie schlimm es ist ihn von einem Arzt zum nächsten zu tun….

Die ganzen Hilfsschulen sind bei uns alle ausgebucht und mit einer Warteschleife.

Psychiaterin meinte mir heute, ich soll ihm Antidepressiva geben zuzüglich zu dem inutiv. das inutiv sollte ich ab nächste Woche starten….Keine Ahnung. Ich höre nur noch irgendwelche Medikamente stopft das Kind nur noch mit irgendwas voll, um es ruhig zu stellen, damit es in die Gesellschaft passt. Wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass er in der Schule wirklich starke Probleme hat aber es findet halt auch keiner die passende Lösung. Ich bekomme ein Medikament nach dem anderen…. Entschuldigt mein Durcheinander. Ich habe gestern nicht geschlafen.

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Fühl dich gedrückt und verstanen.

Wir haben mit beiden Medikamenten gute Erfahrungen. Aber bitte nicht beide gleichzeitig starten, sonst weiß man nicht, was wovon kommt. Ich würde zuerst ein Medikament ausprobieren, wenn es gut vertragen wird, dann evtl. das zweite dazu geben.

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Welches Antidepressiva wurde bei euch mit Intuniv kombiniert? Wir machen seit über einem Jahr Medikamentenversuche, aber unser Kind bekommt weder Antrieb noch beruhigen sich die negativen Gedanken schleifen vor allem am Abend. Bei MPH war zwar die Konzentration etwas besser aber der Rebound war fürchterlich. Elvanse hat die Emotionen abgeflacht und die Reizoffenheit war immens. Essen kaum möglich. Bei Intuniv ist jetzt etwas weniger Angst da, aber es macht auch zeitweilig sehr müde.

Mein Sohn hat sich seit einigen Wochen verändert.

Er ist sehr abwesend, hört mich oft nicht. Ich muss ihm gefühlt alles drei mal sagen.

Und er ist nicht mehr so hilfsbereit wie er mal war.

Am liebsten liest er nur noch. Comics.

Pubertät?

Er ist elf….

Aktuelle Medikation:

Nach dem aufwachen sofort 5 mg Ritalin unretardiert

Nach dem Frühstück 20 mg Ritalin retardiert

Mittagessen 10 mg Ritalin retardiert und 2 mg Intuniv

Nachmittags/früher Abend 10 mg Ritalin retardiert (das habe ich vor einigen Wochen geändert von 5 mg Ritalin unretardiert auf 10 mg Ritalin retardiert, weil es sonst abends nicht lang genug wirkte bis wir alle heil im Bett sind )

Insgesamt doch recht viel Ritalin, oder? 45 mg/Tag plus Intuniv 2 mg

Ob ich versuchen soll zu reduzieren? Könnte er überdosiert sein?

Vielleicht in den Osterferien mal was ausprobieren?

Oder ist es doch nur die Pubertät?

Mir geht es schlecht seit längerem. Das belastet meinen Sohn natürlich auch.

Ach, wenn ich so beim erzählen meine Gedanken sortiere, ist vermutlich alles den Umständen entsprechend normal :zany_face:

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Wenn es schon die Pubertät ist, könnte es sein dass man nochmal anpassen muss.

Wenn es schon die Pubertät ist, könnte es auch sein, dass er sich „normal pubertär“ benimmt.:wink: dat bekommt man ich mit Medis nicht weg, :wink:

Wie empfindet er denn die Wirkung oder seine/eure aktuelle Situation?

Von Intiuiv und die Kombi mit Ritalin habe ich keine Ahnung

Würde er nur Ritalin nehmen , hätte ich Vorgeschlagen einen Auslassversuch in den Ferien zu machen um zu schauen was sich verändert , also ob neben den schwierigen Anteilen auch die positiven Anteile wieder sichtbarer werden.

Das wäre dann aber eher erhöhen, oder?

Schade eigentlich :laughing:

Er fühlt sich wohl. Aber sein Benehmen ist eher wieder schlechter geworden. Aber nur zuhause :zany_face:

Aber er hat mir heute eine tolle Erklärung geliefert:

“Weisst du Mama, mein Gehirn baut sich gerade ab und wird dann komplett neu wieder aufgebaut. Das ist so wenn man Jugendlicher wird”

:joy:

Also brauch ich da wohl nicht weiter forschen :partying_face:

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Du weißt das vermutlich, aber vielleicht tut es gut es von außen zu hören: Herzlichen Glückwunsch, für deinen Sohn ist zu Hause ein sicherer Raum. Alles richtig gemacht. (Gilt natürlich im Rahmen des altersgemäßen Verhaltens).

Zu Hause sich und seine Grenzen ausprobieren zu können (dazu gehört ja auch gegen elterliche Erwartungen zu oponieren) ist so wertvoll. Auch wenn es für dich sicher nicht immer leicht ist.

Hast du im blick, dass Intuniv nicht zu einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden soll? Habt ihr vielleicht am Mittagessen größere Änderungen (klar nicht jedes ist gleich; ich spreche eher von so was wie warme Hauptmahlzeit gegen schnelle kalte Küche o.ä.) vorgenommen? Könnte ggf die Wirkung beeinflussen, weil dadurch jetzt mehr bzw weniger vom Wirkstoff aufgenommen wird.

Wobei von dem was du schreibst, es sich schon schwer nach Pubertät anhört und ggf. der Notwendigkeit die Dosis anzupassen (Hormone haben da ordentlich Einfluss auf die Wirkung)

Meistens ja, manchmal nein. Also ruhig beides ausprobieren. Sicher kriegt man „Pubertät“ durch die Medis nicht weg, aber was die Medis können, sollten sie tun.

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